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6. Januar 2017

11.30 Uhr Es ist Geist vom Himmel gefallen!

Schwer getroffen von einem unerwarteten Geistesblitz wurde jüngst ein Mitglied der Bundesregierung, nämlich Entwicklungsminister Gerd Müller. Entwicklungsminister stehen ja nun nicht gerade in dem Ruch, an der Spitze der wichtigsten Ressorts zu stehen und Entwicklungsminister haben auch im Bereich der Inneren Sicherheit der Bundesrepublik im Grunde keine Kompetenzen, doch der Geistesblitz hat sich Herrn Müller ausgesucht, nachdem er offenbar bei den mit Geistesblitzableitern bestens bestückten Ministern und der Inhaberin der Richtlinienkompetenz wirkungslos ins Erdreich geschickt worden wäre.

Der Geistesblitz lautet: "Die Bevölkerung hat Anspruch auf eine lückenlose Registrierung und auf eine standardmäßige Überprüfung aller seit zwei Jahren nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge."

Ouuuh! Was war ich naiv!

Ich hatte doch tatsächlich angenommen, dass dieser Gedanke spätestens seit September 2015 als die deutschen Grenzen überrannt wurden, das Wirken und Streben der gesamten Regierung ausdrückt, dass Polizei und Dienste fieberhaft daran arbeiten, möglichst bald und möglichst genau zu wissen, wer sich alles ohne deutschen Personalausweis im Inland aufhält. Ich hatte angenommen, dies gehöre zu den wichtigsten Aufgaben jener Organisation, die sich BAMf nennt - doch offenbar ist alles ganz anders.

Erst der ehrenwerte Gerd Müller, wohl nicht zufällig CSU-Mitglied, Vorsteher eines von der Thematik allenfalls im Rahmen der "Bekämpfung" von Fluchtursachen in den fluchtverursachenden Regionen am Rande berührt, weil er mit seinen paar Millionen im Etat längst nicht das bewirken kann, was Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier mit einem Telefonat mit nordafrikanischen und türkischen Potentaten zu regeln vermögen, erst dieser Gerd Müller, nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen, sagenumwobenen Bayern-Stürmer "Bomber-Müller", der fordert nun, nun endlich, die Überprüfung aller Flüchtlinge, und das sei, und da tut er mir schon wieder ein bisschen leid, ob der Kleinkariertheit seiner Ursachenbenennung, wegen des Anschlags in Berlin und wegen des Sozialmissbrauchs erforderlich.

Sonst nichts, Herr Müller?

Es geht aber weiter. Herr Müller hat das vermutlich nicht in einer Kabinettssitzung geäußert, davon hätten wir wohl schon etwas erfahren, er hat es wohl auch nicht seinem Parteivorsitzenden gesagt, damit der gehörigen bayerischen Druck macht, in der ganz kleinen Koalitionsrunde, nein, er hat es dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" gesagt, und die WAZ hat es heute veröffentlicht.

Da machen Sie sich jetzt aber mal auf einen Shit-Storm gefasst, lieber Herr Müller!

So in der Art, ungefähr, könnte es losgehen, falls man Sie im Ligrü-Lager für wichtig genug hält und nicht zu dem Schluss kommt, dass nach Dobrindt sowieso nichts mehr kommt:

Man kann doch nicht alle Flüchtlinge unter Generalverdacht stellen, nur weil es in bedauerlichen Einzelfällen zu Problemen gekommen ist!

Denken Sie an das Grundgesetz! Eine rückwirkende Überprüfung aller Flüchtlinge ist diskriminierend und verletzt die unantastbare Menschenwürde! Warum fordern Sie nicht gleich die rückwirkende Überprüfung aller, die schon länger hier wohnen? Werden von diesen 80 Millionen nicht mehr Verkehrsunfälle mit Todesfolgen verursacht, als von diesem einem tunesischen Lkw-Fahrer? Werden nicht immer noch mehr Frauen von Einheimischen vergewaltigt als von Ausländern!

Sie offenbaren unter dem Mäntelchen, die Innere Sicherheit erhöhen zu wollen, wofür Sie gar nicht zuständig sind, Ihren im Stillen gehegten Hass auf alles Fremde! Treten Sie zurück, bevor Frau Nahles Ihre Entlassung fordert!

So wird vermutlich auch dieser Geistesblitz eher einen politischen Flurschaden anrichten, als dass er als längst überfällige Notwendigkeit erkannt wird.

 

 


 

 

 

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Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

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könnten Sie ihn fortsetzen.


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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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