i

20. September 2016

00.00Uhr Alles Gute kommt von CETA (Halb-Satire)

Die gute alte Tante SPD hat die Zeichen der Zeit erkannt und in einem ungefähr 200 Mitglieder starken Gremium die Weichen für CETA gestellt. Wir sollten den Delegierten danken, dass sie gegen erhebliche Widerstände der alten Spruchweisheit "Der Prophet gilt nichts im eigenen Ortsverein" gefolgt sind und die unbegründeten Proteste aus den eigenen Reihen nicht anders behandelt haben als alle anderen unbegründeten Proteste, nämlich als unbegründet.

Dies ist der erste, wenn auch nicht der wichtigste Vorteil von CETA. CETA hat das Rechts- und Unrechtsempfinden der SPD geschärft, dafür, dass eben internationales, noch dazu privates Recht, Recht ist, während nationales, staatliches Recht, wie der Name schon sagt, nur Unrecht sein kann. So steht das Recht auf immer noch mehr Globalisierung, mit allen seinen positiven Folgen, eindeutig als Sieger da, gegenüber dem Recht auf die Durchsetzung kleinkarierter nationaler Interessen.

Dass Globalisierung und Art 20 (1) Grundgesetz (Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.) sich nicht widersprechen, wird doch alleine dadurch erkenntlich, dass es keinem Deutschen verwehrt ist, selbst einen international tätigen Großkonzern zu gründen, oder, wenn ihm das nicht möglich sein sollte, Aktien solcher Unternehmen zu erwerben und damit vom Nutzen der Globalisierung und der Freihandelsabkommen in jedem gewünschten Maße zu profitieren.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Vorteil von CETA, wenn auch immer noch nicht der wichtigste, besteht darin, dass CETA alleine es - schon vor dem Inkrafttreten - möglich gemacht hat, Sigmar Gabriel als Parteivorsitzenden der SPD und als deren möglichen Kanzlerkandidaten zu erhalten. Ohne CETA hätte sich die altehrwürdige SPD in einem unwürdigen Schauspiel aus der Fülle der Kandidat_Innen einen neuen Vorsitzenden und einen neuen Kanzlerkandidaten wählen müssen, was nicht zuletzt die Bevölkerung, wie der Innenminister es so trefflich zu formulieren weiß, "verunsichert" hätte. Nichts aber ist schädlicher für den Frieden im Lande und die Erträge der Unternehmen als eine verunsicherte Bevölkerung. Auch davor hat uns CETA bewahrt, und wir sollten uns in großer Geste vor der EU-Kommission verbeugen und unseren Dank dafür aussprechen, dass in jahrelangen Verhandlungen die Geheimhaltung so weit gewahrt wurde, dass immer noch kaum jemand weiß, was eigentlich drinsteht, im Freihandelsvertrag mit Kanada.

Selbstverständlich ist CETA auch deshalb gut, weil CETA Arbeit schafft. Wir erinnern uns an die Weisheit: Sozial ist, was Arbeit schafft! Wir wissen zwar noch nicht, wo CETA Arbeit schaffen wird, außer bei den internationalen Anwaltssozietäten, die künftig über die Freiheit des Handels von staatlichen Eingriffen wachen werden, wir wissen auch nicht, ob, falls darüber hinaus Arbeit geschaffen werden sollte, mit der zusätzlichen Arbeit auch zusätzlicher Lohn geschaffen werden wird, doch ist es gerade diese Ungewissheit, die im deutschen Volke eine seiner ältesten Tugenden wieder erwecken wird, nämlich das Vertrauen in die Obrigkeit. Vertrauen ist gut, sagte schon Lenin. Den Rest des Satzes habe ich vergessen. Und eine große Koalition verdient großes Vertrauen. Ist das Vertrauen erst einmal wieder erwacht, kann die Arbeit, die von CETA geschaffen werden wird, so lange auf sich warten lassen, wie sie will, solange das Vertrauen darin, dass sie kommen wird, nur groß genug ist. Und weil uns sowieso nichts anderes übrig bleibt, als optimistisch der GroKo zu vertrauen, weil es neben ihr keine Macht mehr gibt, sind wir damit gut beraten.

CETA ist auch gut, weil sie die Völkerverständigung voranbringt. In Zeiten, in denen Auslandsreisen, nicht nur wegen der Gefahr terroristischer Anschläge, für das gemeine Volk immer seltener werden, ist es doch nur von Vorteil, wenn die fremden Sitten endlich von allen Handelshemmnissen befreit, per Container, quasi frei Haus, in die deutschen Haushalte Einzug halten. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht, heißt es, und das ist fürwahr kein Lob für den Bauern! Wer gentechnisch veränderte Lebensmittel nie genossen hat, kann doch weder über den Geschmack urteilen, noch behaupten, sie seien gesundheitsschädlich! CETA macht Schluss mit solchen Vorurteilen. CETA führt uns an den Stand der Kunst der Agrochemie heran, was dazu führen wird, dass wir schon bald nicht mehr als rückständige, von der German Angst beherrschte Warmduscher angesehen werden.

Es gäbe noch sehr viele weitere CETA-Vorteile zu erwähnen, doch wegen der knappen Zeit, will ich nur noch den allerwichtigsten Vorteil ansprechen:

CETA entlastet die Demokratie!

Was gab es nicht in der Vergangenheit an langwierigen, umständlichen Debatten um das Für- und Wider so mancher Entscheidung! Nicht nur in den Parlamenten, auch in den einzelnen Parteien, ja sogar in Bürgerinitiativen hat man sich, mangels einer klaren Richtschnur, oft monate- oder gar jahrelang zerfleischt, bis endlich ein Kompromiss gefunden war, mit dem sich keiner wirklich anfreunden wollte, ein kleinster gemeinsamer Nenner, der fortan Recht sein sollte, bis er nach den nächsten Wahlen mit veränderter Mehrheit im Parlament wieder verworfen wurde, um eine neue, endlose Diskussion auszulösen, mit der sich die Politik oft genug vollständig paralysierte. Denken wir nur an die fruchtlosen Debatten um den Mindestlohn, um die vermeintliche Gefährlichkeit von Glyphosat, um das Schreddern männlicher Hühnerküken, um die friedliche Nutzung der Atomindustrie oder um die Bundeswehreinsätze im Ausland, bzw. um die Einführung einer Obergrenze der Zuwanderung.

Dies alles ist mit CETA Vergangenheit. Jede parlamentarische Entscheidung, jede politische Richtungsänderung kann mit einer einfachen Anfrage beim CETA-Rat innerhalb weniger Tage daraufhin beauskunftet werden, ob eine Klage der ggfs. betroffenen Unternehmen den jeweiligen Staat vollständig in die Insolven treiben würde, oder ob der mögliche Schaden durch Strafzahlungen gerade noch vom Budget verkraftet werden kann. Dann gilt endlich der Satz: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch CETA-Deutsche!

Womöglich - und das ist jetzt eine kühne Vision - macht CETA es sogar möglich, die Parlamente in der heutigen From aufzulösen, da die notwendigen Gesetze sowieso aus Brüssel kommen - und garantiert CETA-konform ausfallen, während alles, was bisher als gesetzgeberische Kür noch im nationalen Rahmen verhandelt wird, nicht mehr diskutiert werden braucht, weil die Folgen jederzeit von den Anwälten der Wirtschaft klipp und klar vorgerechnet werden.

Diese weitgehende Entlastung der professionellen Demokratie und der sie tragenden professionellen Demokraten hätte den netten Nebeneffekt, dass der Aufwand für so genannte Diäten entfallen würde - und dass der Aufwand für Pensionen ab sofort gedeckelt wäre. Der noch schönere Nebeneffekt wäre jedoch die Wiederbelebung der Basisdemokratie, gerade da, wo sie am wirksamsten ist, in der kleinsten Zelle des Volkes, in der Familie. Wenn die großen Probleme aus der Welt sind, weil sie gelöst sind, bevor sie diskutiert werden brauchen, ist endlich wieder Zeit für die kleinen Diskussionen im trauten Heim. Hier kann jetzt, unbeirrt von drängenden politischen Problemen, sogar Herr Sauer die Zeit finden, mit Frau Merkel, die ebenfalls die Zeit finden wird, die wirklich wichtigen, harmoniefördernden Fragen diskutieren, in welchen Farben der Christbaum geschmückt werden soll, oder ob das Oberammergauer Passionsspiel gesamtgesellschaftlich einen höheren Stellenwert einnimmt als der Ring in Bayreuth. Vielleicht kommen auch noch problematischere Themen auf den Tisch, wie sie in jeder Familie nur zu oft - überschattet von den tagespolitischen Themen - unter den Tisch gekehrt werden.

Es ist so - und es kann nicht bestritten werden: Die SPD weiß, was für Deutschland gut ist - und wird sich auch dann noch dafür einsetzen, wenn sie die 5-Prozent-Hürde von unten betrachten muss.

Danke, liebe Delegierte, dass ihr unser Unwissen und unseren Unverstand durch eure weise Entscheidung für CETA und damit für Deutschland, für Europa und die ganze Neue Weltordnung, einfach ignoriert habt. Wir hätten diese großartige Chance ganz bestimmt verdödelt. Gut, dass wir euch haben. Gut, dass alle Staatsgewalt von denen ausgeht, die damit umzugehen wissen - nicht in Wahlen und Abstimmungen, sondern in geheimen Parteisitzungen und Koalitionsrunden. Nur so kann die Verfassung wirksam vor Missbrauch geschützt werden.

O! say can you see
by the dawn’s early light,
What so proudly we hailed
at the twilight’s last gleaming,
Whose broad stripes and bright stars
through the perilous fight,
O’er the ramparts we watched,
were so gallantly streaming?
And the rockets’ red glare,
the bombs bursting in air,
Gave proof through the night
that our flag was still there;
O! say does that star-spangled
banner yet wave,
O’er the land of the free
and the home of the brave?

Die falsche Hymne? Nee, nee. Kanada ist doch bei CETA nur der Strohmann für die USA. Vermutlich genügt ein Briefkasten eines US-Unternehmens, zur Not auch noch eine Werkbank in einer Garage, um ebenfalls in den Genuss der CETA-Regelungen zu gelangen.

Glory, glory, Hallelujah!

 


 

 

 

Über Ursachen, Auslöser und Verlauf von Veränderungsprozessen. Vom Kompromiss bis zur Revolution.

Jetzt hier bestellen!

 
 
 
 

 

... und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die EU maßgeblich zum Untergang der Freiheit in Europa beigetragen hat.

Florian Stumfall bringt es auf den Punkt:

 
Florian Stumfall "Das EU-Diktat - Vom Untergang der Freiheit in Europa"
Printausgabe € 21,00
E-Book € 14,99
 
 

 

 


 
Über Geld spricht man nicht. Das hat man.
 
?

Stefan Mekiffer ist allerdings der Auffassung, dass wir dringend über das Geld sprechen und diskutieren, es verstehen lernen und Alternativen suchen sollten.
 
Er hat seine Erkenntnisse in dem Buch
 
"Warum eigentlich genug Geld für alle da ist",
 
das bei Carl Hanser, München erschienen ist, zusammengefasst.

Niemand, der über notwendige Veränderungen des Geldwesens schreibt, kann es sich ersparen, zunächst einmal das herrschende Geldsystem zu beschreiben und seine Schwächen und Konstruktionsfehler herauszuarbeiten.
 
Mekiffer hat dabei vor allem den vom Geld ausgehenden Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang betont und aus immer neuen Blickwinkeln die Frage gestellt:
 
Müssen wir wirklich unsere Umwelt ruinieren, unsere Lebenszeit vergeuden, die letzten Reserven verschwenden, müssen wir wirklich zulassen, vom Zinseszinswachstum erdrückt zu werden, wenn wir ein gutes Leben in Wohlstand führen wollen?

Seine Antwort ist nein.
 
Die Begründung für dieses Nein ist, und das weiß der Autor auch selbst, eine Utopie. Er stellt die Welt des Geldes, wie wir sie kennen, auf den Kopf. Geld soll nicht länger knapp sein, sondern als „Freigeld“ erschaffen werden, also ohne Schuld, ohne Tilgungsverpflichtung. Geld soll ohne Zinslast auf zwei Wegen in die Realwirtschaft fließen: Einerseits soll damit ein großzügig bemessenes bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt werden, andererseits möge der Staat seine Ausgaben durch „Freigeldschöpfung“ bezahlen.

Geldflut!? Inflation!?
 
Keineswegs. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen soll Geld kosten, womit die Liquidität ebenso wieder abgeschöpft werden kann, wie über bewusst in Rechnung gestellte Negativzinsen auf Guthaben.
Insgesamt richtet Mekiffer seine Vorschläge an eine Gesellschaft, die nach dem Schock der nächsten, verheerenden Finanzkrise begriffen haben wird, dass Kooperation sinnvoller ist als Wettbewerb und fließendes Geld mehr Segen bringt als gehortetes.
 
Sehr viel Zeit haben wir bis dahin wohl nicht mehr.

Mit einer ganzen Reihe von Anregungen, wie heute schon jeder für sich, und jeder auf seine Weise, ein Stück persönlicher Freiheit von Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang zurückgewinnen kann, beschließt Stefan Mekiffer dieses lesenswerte und anregende Buch.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Reichen 20 Stunden Arbeit pro Woche aus? Ist es wirtschaftlicher, zu teilen als zu sparen?
 
Ja, sagt der junge Ökonom Stefan Mekiffer und spricht für eine ganze Generation. Wir müssen weg von der Vorstellung einer Wirtschaft, wie sie uns von Ökonomen eingeimpft wird; weg vom Bild einer Maschine, deren Stellschrauben die Politik dreht, hin zu dem eines organischen Systems.
 
Mekiffer zeigt uns, wie wir in Zukunft leben werden – mit Grundeinkommen, lokalen Währungen und Negativzinsen. Um das zu schaffen, müssen wir jedoch die Rolle des Geldes neu definieren: von einem Instrument, das uns einengt, zu einem Mittel der Freiheit. Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue Form der Ökonomie.
 
Negative Zinsen, nicht enden wollende Schuldenkrisen, die Rettung von Banken und ganzen Ländern: Es brodelt wieder heftig im alten Streit um Wohlstand, Schulden und Vergebung. Dabei hat das Verlangen nach unendlichem Wachstum mythische Dimensionen angenommen, über die Wirtschaft spricht man jedoch technisch und visionslos wie nie zuvor.
Stefan Mekiffer zeigt Alternativen auf: Er präsentiert ein organisches Geldsystem, das ohne künstlichen Mangel und zwanghaftes Wachstum auskommt, und zeigt neue Denkmuster, die statt Krise und Kollaps eine Metamorphose der Wirtschaft versprechen. Eine augenöffnende Lektüre.
 
Sie finden dieses Buch ab sofort auch hier, im EWK-Onlineshop.
 
 
 
 

 
 


Heute will ich auch wieder einmal an den

Bücherspendenfonds beim EWK-Verlag

erinnern. Das Prinzip ist einfach: Menschen, die es sich leisten können, legen eine Spende in den Topf, meist durch Überzahlung einer Rechnung, und Menschen, die gerne eines unserer Bücher lesen würden, es sich aber nicht oder nur unter erheblichem Verzicht leisten können, können ihren Buchwunsch aus diesem Fonds erfüllen. Einfach und unbürokratisch nach beiden Seiten. Im Augenblick sind 135,20 Euro im Topf und es gibt keinen Grund, sich zu schämen, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.

Hier erfahren Sie mehr

 

 Priester Messident

Sprachverwirrung
Babel, babbel, brabbel

NEU am 31.01.206

- Hier -

,

 

Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."

 


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2016-04/who-weltbank-weltwirtschaft-depression-angst-kosten




 

 

-Suchmaschinenoptimierung mit Ranking-Hits -