24. Mai 2016

09.00 Uhr Camerons Panik - "Selbstzerstörung"

In vier Wochen findet die Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der EU statt. Den Euro können die Briten dabei nicht verlieren, denn den haben sie vorsichtshalber nicht angenommen.

Auch sonst werden sie wohl nichts verlieren, sondern eher viel gewinnen.

David Cameron hätte nach dem Brexit jährlich rund 5 Milliarden Euro mehr in der Staatskasse. So viel liefern die Briten nämlich pro Jahr netto bei der EU ab, obwohl sie als Europameister im Aushandeln von EU-Rabatten sowieso schon viel billiger davonkommen als Deutschland.

Export und Import innerhalb der EU machen nur ungefähr ein Siebentel des gesamten Außenhandels der Briten aus - und ihr seit rund 30 Jahren ununterbrochen bestehendes Außenhandelsdefizit entsteht durch Importe von Volkswirtschaften außerhalb der EU.

Daran würde sich durch einen EU-Austritt voraussichtlich kurzfristig gar nichts ändern. Dass die Kommissare in Brüssel so bescheuert wären, die Insel mit massiven Zöllen für den Austritt zu bestrafen, kann ich mir nicht vorstellen. Kleinere Verschiebungen der innergemeinschaftlichen Handelsströme könnten sich mit der Zeit einstellen, doch um die von Cameron an die Wand gemalten 500.000 Jobs tatsächlich zu verlieren, müsste der gesamte Export Großbritanniens in die EU vollständig und ersatzlos wegfallen - und dafür (weder für "vollständig", noch für "ersatzlos") gibt es nicht den geringsten Hinweis.

Dass das britischen Pfund abwerten müsste, darüber können sich Ökonomen trefflich streiten. Die Gründe dafür finden sich im Außenhandelsdefizit, die Gründe dagegen finden sich in den weltweiten Kapitalströmen, die in einem hohen Maße von der City of London gelenkt werden. Der Kurs des britischen Pfundes bildet sich an den Devisenmärkten, eine staatlich gelenkte Abwertung ist faktisch nicht möglich - und vor allem: Der Kurs der britischen Währung ist weitgehend unabhängig von der Mitgliedschaft in der EU!
Wenn die EU-Mitgliedschaft einen Einfluss auf das Pfund hat, dann einen negativen!

Meines Erachtens würde das Pfund nach dem EU-Austritt eher aufwerten, weil das Kapital dann - frei von EU-Regulierungsansprüchen - die Insel als einen noch sichereren Ort ansehen würde als sie es sowieso schon ist. Das würde die Importe der Briten verbilligen, den Export allerdings erschweren. Aber auch hier sind weder 500.000 Arbeitsplätze in Gefahr, noch würden die Reallöhne schrumpfen oder die Immobilienpreise sinken.

Schrumpfende Reallöhne sind, das haben Maggie Thatcher und Tony Blair bereits vorexerziert, die Folgen staatlicher Eingriffe in den Arbeitsmarkt und in die Tarifautonomie. Gerhard Schröder hat dieses Konzept auf Deutschland angewendet und den Sozialstaat zu Gunsten der Kapitalerträge demontiert. Diese Warnung Camerons entspringt nicht der Sorge um Veränderungen des Außenhandels durch den EU-Austritt, sie ist eine Drohung, er kündigt damit die Rache der Regierung für ein "falsches" Votum an, nur um hinterher behaupten zu können, es sei nicht die Kapitalhörigkeit der Regierung schuld, sondern der Brexit. Eine ziemlich fiese Masche!

Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, warum die Immobilienpreise so rapide sinken sollten, wie angekündigt. Schon gar nicht, wenn es zu der ebenfalls angekündigten Inflation kommen sollte. Immobilienpreise sind spekulativ. Die im Westen stetig weiter wachsende Geldschwemme sucht Sachwertanlagen, fast um jeden Preis. Die Banken sind in der Lage, diese Nachfrage (blasenbildend) zu unterstützen, und sie tun das, solange sie sich einen Gewinn davon versprechen.

Die Frage, ob es nicht gesamtwirtschaftlich sinnvoller wäre, wenn Immobilien preiswerter zur Verfügung stünden, will ich an dieser Stelle nur anreißen, um die Furcht vor sinkenden Immobilienpreisen als das zu entlarven, was sie ist: Es ist die Angst um die Profite des Finanzsektors, der so lange eine stetig wachsende Verschuldung anstrebt, bis er beschließt, sich an den Sicherheiten zu bedienen. Auch das hat aber mit der EU-Mitgliedschaft nichts zu tun. Der Austritt aus der EU ist ja nicht eine Absage an den Kapitalismus!

Der Wunsch der Eliten, Großbritannien in der EU zu halten, hat zwei wesentliche Ursachen:

1. Die Innenpolitik -das Spiel über Bande

Was eine britische Regierung der Bevölkerung an Grausamkeiten nicht selbst antun will, wird im Rat in Brüssel beschlossen und von der Kommission verfügt. Ein nicht unerheblicher Teil der Ressentiments der Engländer gegen die EU ist darin begründet, dass dieser Taschenspielertrick viel zu wenig durchschaut wird.

2. Die Außenpolitik - der britische Einfluss auf alle europäischen Entscheidungen

Die EU-Mitgliedschaft, zu Sonderkonditionen und ohne den Euro ist die bequemste Möglichkeit, von London aus daran arbeiten zu können, dass die übrigen 27 Mitgliedsstaaten eine Politik im Sinne Londons (und Washingtons) betreiben. Fällt das weg, wird die Großmachtrolle der Briten deutlich schwieriger und vor allem teurer. Frankreich, Italien und Deutschland für die eigenen Ziele einspannen zu können, ist ein Bonus, den Cameron nicht verspielen darf.

Nein. Die Sorge, es könnte den Menschen auf der Insel wirtschaftlich schlechter gehen, ist ein schlampig inszeniertes Schmierentheater. Die Menschen sind - auch in diesem Fall - vollkommen egal. Aber sie müssen in Panik geraten, um ihre Freiheit weiter für eine vermeintliche Sicherheit beschneiden zu lassen.

Camerons Panik ist Panikmache.

 

 

 

 


 
Über Geld spricht man nicht. Das hat man.
 
?

Stefan Mekiffer ist allerdings der Auffassung, dass wir dringend über das Geld sprechen und diskutieren, es verstehen lernen und Alternativen suchen sollten.
 
Er hat seine Erkenntnisse in dem Buch
 
"Warum eigentlich genug Geld für alle da ist",
 
das bei Carl Hanser, München erschienen ist, zusammengefasst.

Niemand, der über notwendige Veränderungen des Geldwesens schreibt, kann es sich ersparen, zunächst einmal das herrschende Geldsystem zu beschreiben und seine Schwächen und Konstruktionsfehler herauszuarbeiten.
 
Mekiffer hat dabei vor allem den vom Geld ausgehenden Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang betont und aus immer neuen Blickwinkeln die Frage gestellt:
 
Müssen wir wirklich unsere Umwelt ruinieren, unsere Lebenszeit vergeuden, die letzten Reserven verschwenden, müssen wir wirklich zulassen, vom Zinseszinswachstum erdrückt zu werden, wenn wir ein gutes Leben in Wohlstand führen wollen?

Seine Antwort ist nein.
 
Die Begründung für dieses Nein ist, und das weiß der Autor auch selbst, eine Utopie. Er stellt die Welt des Geldes, wie wir sie kennen, auf den Kopf. Geld soll nicht länger knapp sein, sondern als „Freigeld“ erschaffen werden, also ohne Schuld, ohne Tilgungsverpflichtung. Geld soll ohne Zinslast auf zwei Wegen in die Realwirtschaft fließen: Einerseits soll damit ein großzügig bemessenes bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt werden, andererseits möge der Staat seine Ausgaben durch „Freigeldschöpfung“ bezahlen.

Geldflut!? Inflation!?
 
Keineswegs. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen soll Geld kosten, womit die Liquidität ebenso wieder abgeschöpft werden kann, wie über bewusst in Rechnung gestellte Negativzinsen auf Guthaben.
Insgesamt richtet Mekiffer seine Vorschläge an eine Gesellschaft, die nach dem Schock der nächsten, verheerenden Finanzkrise begriffen haben wird, dass Kooperation sinnvoller ist als Wettbewerb und fließendes Geld mehr Segen bringt als gehortetes.
 
Sehr viel Zeit haben wir bis dahin wohl nicht mehr.

Mit einer ganzen Reihe von Anregungen, wie heute schon jeder für sich, und jeder auf seine Weise, ein Stück persönlicher Freiheit von Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang zurückgewinnen kann, beschließt Stefan Mekiffer dieses lesenswerte und anregende Buch.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Reichen 20 Stunden Arbeit pro Woche aus? Ist es wirtschaftlicher, zu teilen als zu sparen?
 
Ja, sagt der junge Ökonom Stefan Mekiffer und spricht für eine ganze Generation. Wir müssen weg von der Vorstellung einer Wirtschaft, wie sie uns von Ökonomen eingeimpft wird; weg vom Bild einer Maschine, deren Stellschrauben die Politik dreht, hin zu dem eines organischen Systems.
 
Mekiffer zeigt uns, wie wir in Zukunft leben werden – mit Grundeinkommen, lokalen Währungen und Negativzinsen. Um das zu schaffen, müssen wir jedoch die Rolle des Geldes neu definieren: von einem Instrument, das uns einengt, zu einem Mittel der Freiheit. Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue Form der Ökonomie.
 
Negative Zinsen, nicht enden wollende Schuldenkrisen, die Rettung von Banken und ganzen Ländern: Es brodelt wieder heftig im alten Streit um Wohlstand, Schulden und Vergebung. Dabei hat das Verlangen nach unendlichem Wachstum mythische Dimensionen angenommen, über die Wirtschaft spricht man jedoch technisch und visionslos wie nie zuvor.
Stefan Mekiffer zeigt Alternativen auf: Er präsentiert ein organisches Geldsystem, das ohne künstlichen Mangel und zwanghaftes Wachstum auskommt, und zeigt neue Denkmuster, die statt Krise und Kollaps eine Metamorphose der Wirtschaft versprechen. Eine augenöffnende Lektüre.
 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


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