23. Mai 2016

09.00 Uhr Gleich hinter Garmisch fängt Österreich an

Wer von der deutschen Seite mit der ratternden Zahnradbahn die Zugspitze bezwungen hat, kann auf der anderen Seite nach Österreich hinuntergondeln - und umgekehrt. Noch ist nicht bekannt geworden, dass Bayern oder Österreich ihre Grenzen auch im Bereich der Zugspitzbahnen kontrollieren wollen, doch was nicht ist, kann ja noch kommen.

Dabei ist es vermutlich egal, wer nun künftig im größten geschlossenen Tourismusgebiet Zentraleuropas den politischen Frühstücksdirektor geben darf. Ob sich nun der Hofer mit dem Seehofer darüber verständigt, wie das Gipfelkreuz vor dem Zugriff von Zuwanderern zu sichern ist, oder ob das der Van der Bellen mit dem de Maiziere bequatschen wird, das kann an den Fakten nichts ändern. Eine Rückkehr zur Normalität an den Grenzen wird es nur geben, wenn die Zahl der Migranten dauerhaft niedrig bleibt - steigt sie jedoch wieder an, wofür es einige starke Indizien gibt, dann wird aus dem großen Schengen-Raum wieder ein Gelände mit vielen kleinteiligen, abgezäunten Parzellen werden.

Was wir derzeit in Deutschland und Österreich erleben, ist so eine Art Demokratie durch die Hintertür.

Vorne, auf der offenen Bühne, vermeidet man ängstlich den Kontakt mit jener Mehrzahl von Bürgern, die sich von den Volksvertretern nicht mehr vertreten fühlen und flüchtet sich immer wieder in die hohle Phrase, man habe eben einfach noch ein Defizit beim Erklären der Politik, was im Grunde nichts anderes heißt, als: "Die Schafe sind einfach viel zu begriffsstutzig, nicht auf der Höhe der Zeit, und trotz medialem Dauerfeuer einfach immer noch nicht auf dem richtigen Weg."

Hinten aber steckt man die Köpfe zusammen und fragt sich bang: "Wie können wir bloß die AfD, bzw. die FPÖ, wieder unter die Fünf-Prozent-Hürde zwingen?"

Da das Schwingen der Nazi-Keule offenbar immer weniger Wirkung zeigt, die verheißene Multi-Kulti-Glückseligkeit sich nach einem ersten Strohfeuer selbst bei vielen Gutmenschen in eine wachsende Skepsis verwandelt, bleibt nur noch ein Ausweg, der so auch bei Waldbränden hin und wieder erfolgreich beschritten wird: Man legt ein Gegenfeuer, zündet selbst ein Stück des Waldes an, das von den Flammen noch nicht erreicht ist - und hofft, dass das eigentliche Schadfeuer, wenn es dort ankommt, dann keine Nahrung mehr findet.

So werden, der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe, selbst die biedersten Biedermänner zu Brandstiftern - und zwar ausgerechnet dort, wo es gar nicht brennt!

Was ist der Türkei-Deal anderes, als Brandstiftung in einem Gebiet, das gar nicht bedroht war? Wenn Horst Seehofer Kritik daran übt, sich auf einen hochgefährlichen Weg zu begeben, der nicht nur Deutschland, sondern letztlich die gesamte EU vom Wohlwollen des türkischen Präsidenten abhängig macht und diesem damit ein Erpressungspotential in die Hand gibt, das letztlich nur durch einen Krieg wieder aufgelöst werden kann, dann zeigt das doch, wie weit vom eigentlichen Brandherd entfernt das Gegenfeuer gelegt wurde!

Auch in Österreich wollte man vom Türkei-Deal profitieren und damit die Bevölkerung beruhigen, doch auch dort haben die Menschen, obwohl man ihnen immer wieder das Gegenteil erklärt hat, sich eine Meinung gebildet, die im sichtbaren Ergebnis darauf hinausläuft, dass die große Koalition aus ÖVP und SPÖ mit Schwung vom Tisch gefegt wurde. In Deutschland sieht es ja kaum anders aus. Die CSU liebäugelt damit, sich mit einem eigenständigen Wahlkampf von der CDU zu distanzieren - und CDU und SPD hätten derzeit wohl miteinander nur noch knapp 40 Prozent der Wählerstimmen zu erwarten.

Die Weigerung, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, Brandschneisen anzulegen, also ein Integrationsgesetz zu verabschieden, die Weigerung, aktiv zu löschen, als das Feuer noch klein war, und zu behaupten: "Wir schaffen das - wir werden so einen Waldbrand schon verkraften", und das vollkommen dislozierte Gegenfeuer, mit dem fahrlässig eine "dritte Front" eröffnet wurde, ohne dass dafür eine ausreichende Truppenstärke zur Verfügung stand, wird beide großen Koalitionen zwingen, endlich da einzugreifen, wo es Sinn macht und wo von vornherein die besten Handlungsmöglichkeiten bestanden, nämlich an den eigenen Landesgrenzen.

Wird Hofer Bundespräsident, wird er tun, was er angekündigt hat. Wird Van der Bellen Bundespräsident, wird er bald ebenfalls das tun müssen, was Hofer angekündigt hat - und wenn Angela Merkel morgen erfolgreich enttäuscht und von Erdogan brüskiert aus Ankara zurückkommt, wird auch ihr nichts anderes übrig bleiben, als das zu tun, was Horst Seehofer seit vielen Monaten fordert.

Demokratie durch die Hintertür ist:

Wenn die Angst vor dem Machtverlust dazu zwingt,

das zu tun,

was man dem Wähler gar nicht erst angeboten hat.

 


 
Über Geld spricht man nicht. Das hat man.
 
?

Stefan Mekiffer ist allerdings der Auffassung, dass wir dringend über das Geld sprechen und diskutieren, es verstehen lernen und Alternativen suchen sollten.
 
Er hat seine Erkenntnisse in dem Buch
 
"Warum eigentlich genug Geld für alle da ist",
 
das bei Carl Hanser, München erschienen ist, zusammengefasst.

Niemand, der über notwendige Veränderungen des Geldwesens schreibt, kann es sich ersparen, zunächst einmal das herrschende Geldsystem zu beschreiben und seine Schwächen und Konstruktionsfehler herauszuarbeiten.
 
Mekiffer hat dabei vor allem den vom Geld ausgehenden Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang betont und aus immer neuen Blickwinkeln die Frage gestellt:
 
Müssen wir wirklich unsere Umwelt ruinieren, unsere Lebenszeit vergeuden, die letzten Reserven verschwenden, müssen wir wirklich zulassen, vom Zinseszinswachstum erdrückt zu werden, wenn wir ein gutes Leben in Wohlstand führen wollen?

Seine Antwort ist nein.
 
Die Begründung für dieses Nein ist, und das weiß der Autor auch selbst, eine Utopie. Er stellt die Welt des Geldes, wie wir sie kennen, auf den Kopf. Geld soll nicht länger knapp sein, sondern als „Freigeld“ erschaffen werden, also ohne Schuld, ohne Tilgungsverpflichtung. Geld soll ohne Zinslast auf zwei Wegen in die Realwirtschaft fließen: Einerseits soll damit ein großzügig bemessenes bedingungsloses Grundeinkommen gezahlt werden, andererseits möge der Staat seine Ausgaben durch „Freigeldschöpfung“ bezahlen.

Geldflut!? Inflation!?
 
Keineswegs. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen soll Geld kosten, womit die Liquidität ebenso wieder abgeschöpft werden kann, wie über bewusst in Rechnung gestellte Negativzinsen auf Guthaben.
Insgesamt richtet Mekiffer seine Vorschläge an eine Gesellschaft, die nach dem Schock der nächsten, verheerenden Finanzkrise begriffen haben wird, dass Kooperation sinnvoller ist als Wettbewerb und fließendes Geld mehr Segen bringt als gehortetes.
 
Sehr viel Zeit haben wir bis dahin wohl nicht mehr.

Mit einer ganzen Reihe von Anregungen, wie heute schon jeder für sich, und jeder auf seine Weise, ein Stück persönlicher Freiheit von Wettbewerbsdruck und Wachstumszwang zurückgewinnen kann, beschließt Stefan Mekiffer dieses lesenswerte und anregende Buch.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Reichen 20 Stunden Arbeit pro Woche aus? Ist es wirtschaftlicher, zu teilen als zu sparen?
 
Ja, sagt der junge Ökonom Stefan Mekiffer und spricht für eine ganze Generation. Wir müssen weg von der Vorstellung einer Wirtschaft, wie sie uns von Ökonomen eingeimpft wird; weg vom Bild einer Maschine, deren Stellschrauben die Politik dreht, hin zu dem eines organischen Systems.
 
Mekiffer zeigt uns, wie wir in Zukunft leben werden – mit Grundeinkommen, lokalen Währungen und Negativzinsen. Um das zu schaffen, müssen wir jedoch die Rolle des Geldes neu definieren: von einem Instrument, das uns einengt, zu einem Mittel der Freiheit. Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine neue Form der Ökonomie.
 
Negative Zinsen, nicht enden wollende Schuldenkrisen, die Rettung von Banken und ganzen Ländern: Es brodelt wieder heftig im alten Streit um Wohlstand, Schulden und Vergebung. Dabei hat das Verlangen nach unendlichem Wachstum mythische Dimensionen angenommen, über die Wirtschaft spricht man jedoch technisch und visionslos wie nie zuvor.
Stefan Mekiffer zeigt Alternativen auf: Er präsentiert ein organisches Geldsystem, das ohne künstlichen Mangel und zwanghaftes Wachstum auskommt, und zeigt neue Denkmuster, die statt Krise und Kollaps eine Metamorphose der Wirtschaft versprechen. Eine augenöffnende Lektüre.
 
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Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2016-04/who-weltbank-weltwirtschaft-depression-angst-kosten




 

 

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