5. April 2016

08.00 Uhr The Panama-Pa(m)pers

Es soll auf dieser Welt unter den Ein- bis Siebenjährigen einen verdammt hohen Anteil an Menschen geben, die von Steuerhinterziehung, Steueroasen, Steuerschlupflöchern, von Trusts und Stiftungen und deren anonymen Nutznießern noch nie etwas gehört haben.

Leider werden die Schauermärchen von Süddeutsche und Co. von dieser Zielgruppe auch weiterhin nicht aufgenommen, so dass die ganze Schaumschlägerei um eine unfassbare Datenmenge mit "Enthüllungen" ungefähr den gleichen Erkenntnisgewinn mit sich bringt, wie die Aussage "In der Nacht ist es dunkel", oder "Vulkanausbrüche können immer noch nicht sicher vorhergesagt werden".

Die Panama Papers stinken zum Himmel. Nicht vom (bisher veröffentlichten) Inhalt her, sondern schlicht und einfach deshalb, weil urplötzlich ein solches Bohei darum gemacht wird.

Deutsche Finanzämter kaufen inzwischen immer wieder so genannte "Steuer-CDs", weil es die einfachste Möglichkeit ist, unter den darauf verzeichneten Hinterziehern eine eigene Auswahl zu treffen und dieselben examplarisch zu bestrafen. Dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass längst nicht alle CD-Sünder auch zu Strafen und Nachzahlungen verdonnert werden, lässt sich mit den Beispielen jener hessischen Steuerfahnder begründen, die einfach zum Psychiater geschickt wurden, als sie ihren Dienst ohne Ansehen der Person tun wollten, oder auch an Gustl Mollath, der lange Jahre zwangsverwahrt wurde, nur weil er zur Anzeige bringen wollte, was nicht zur Anzeige gebracht werden durfte.

Wir haben, neben Google, auf dieser Welt eine nahezu allwissende Quelle, eine übermächtige Datenkrake, welche Zugriff auf die gesamte elektronische Kommunikation dieser Welt hat - und nicht nur darauf.

Fassen wir all es, was in den USA horcht und lauscht einfach unter dem Sammelbegriff US-Geheimdienste zusammen. Es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Große Bruder über die mehr als 200.000 von jener panamaischen Kanzlei gegründeten Briefkastenfirmen mehr weiß, als irgendjemand sonst. Es kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass von diesem Wissen jederzeit skrupellos Gebraucht gemacht wird, wenn dies für den "Tiefen Staat" von Nutzen ist.

Ich halte es für überhaupt nicht ausschließbar, dass das "Datengeschenk" an die Süddeutsche ein transatlantischer Freundesdienst war, dem nun mit einem transatlantischen Freundesdienst geantwortet wird.

Die "Lügenpresse" kann wieder einmal behaupten, sie betriebe ein ordentliches journalistisches Geschäft. Weil man einigen Menschen im Umfeld Putins mit diesen Daten etwas am Zeug flicken kann, arbeitet man dabei noch voll im transatlantischen Mainstream. Messi, der Fußballer, wird geopfert, wie seinerzeit der Vater von Steffi Graf, damit das Stimmvieh glaubt, es gäbe so etwas wie Gerechtigkeit. Im Übrigen erklären sämtliche bereits angesprochenen "Täter", ihr Handeln hätte voll im Einklang mit den Gesetzen ihres Landes gestanden - und das ist noch nicht einmal falsch.

Die grenzenlose Freiheit des Kapitals macht es möglich, wenn man nur genug Geld hat, fast überall auf der Welt ein nur zum Zwecke des Steuersparens betriebenes Unternehmen zu gründen oder Vermögen dem Zugriff des Fiskus durch eine Stiftung zu entziehen. Einige Staaten machen dazu besonders lukrative Angebote.

Für den, der 100 Millionen möglichst günstig und sicher anlegen will, ist die Entscheidung für eine Steueroase im Grunde das Gleiche, wie die Entscheidung der Hausfrau im Hartz-IV-Bezug für das allerbilligste Sonderangebot des allerbilligsten Discounters.

Beide haben dabei keinerlei Unrechtsbewusstsein, jeder versucht, mit seinem Geld das optimale Ergebnis zu erzielen.

Die Sau, die hier wieder Titelseiten- und Sondersendungen füllend durchs Dorf getrieben wird, ist ist so fett, dass sie jede Menge Aufmerksam bindet und von allem möglichen Anderen ablenkt. So zum Beispiel von der Flüchtlingstauschbörse, die sich Merkel und Erdogan ausgedacht und von der EU haben absegnen lassen. Davon, dass sich in Libyen schon fast wieder eine Million Migranten versammelt haben, die in Kürze nach Italien übersetzen werden, davon dass Gabriel CETA in Kraft setzen lassen will, bevor die Parlamente, einschließlich unseres und seines Deutschen Bundestages, darüber auch nur beraten haben. Sie lenkt davon ab, dass die USA ihren Aufmarsch an der russischen Grenze mit hunderten von Panzern und 4.000 Soldaten unbeirrt fortsetzen, davon dass die Bargeldabschaffung schon fast beschlossene Sache ist, etc., etc.

Die Sau ist aber gar nicht fett. Es ist nur eine Gummihaut, aufgeblasen mit heißer Luft, der keinerlei wirksame Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung folgen werden. Dazu haben sich diejenigen, die davon profitieren, viel zu lieb, um sich so etwas anzutun.

Klar, wer aus der Reihe tanzt, wer nicht nach der Pfeife tanzt, welche die Musik bestimmt, den könnte es schon erwischen, da werden schon zwei, drei Dutzend Leute plötzlich im Regen stehen, so wie auch Klaus Zumwinkel, seinerzeit, zu dem der Staatsanwalt gleich die versammelte Presse mitbrachte.

Aber das Geschäft wird weitergehen. Wie gehabt. Kann sein, dass man auch Panama ärgern will. Vielleicht muss man in Kürze Sanktionen verhängen oder gleich einmarschieren, um die wichtige Wasserstraße vollends unter Kontrolle zu bekommen. Da kommt so ein Skandal doch wie gerufen!

Nein. Die Enthüllungen von Süddeutsche & Co., diese Panama-Papers, die sind von der flauschweichen und ribbelfesten dreilagigen Sorte. Das gemeine Volk erhält durch einen winzigen Sehschlitz ein bisschen Einblick in eine beschissene Welt, in der das Schwarzgeldkonto und der Briefkasten in Panama oder in Luxemburg, der Trust auf den Cayman Islands oder einer der Kanalinseln zum guten Ton gehören.

Mein Schloss - meine Yacht - mein Briefkasten!

Eine Welt, in der sich - von verschwindenden Ausnahmen abgesehen - jeder gerne als Mäzen feiern lässt, aber keinerlei Verständis dafür aufbringt, dass irgendein Staat meint, er müsse darüber hinaus auch noch Steuern kassieren.

Warum denn auch? The winner takes it all.

Merkelt euch das, ihr Looser!

Bei Merkel muss ich übrigens jetzt immer wieder an die Jägermeister-Werbung denken:

"Wer, wenn nicht wir!"

Dieses "Wir", das sind nicht mehr als ein paar Handvoll Leute,
denen leider zu viele andere begeistert in den weit offenen Hintern kriechen,
während die allermeisten nicht einmal merken wollen,
was gespielt wird.

 

 

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Heute will ich auch wieder einmal an den

Bücherspendenfonds beim EWK-Verlag

erinnern. Das Prinzip ist einfach: Menschen, die es sich leisten können, legen eine Spende in den Topf, meist durch Überzahlung einer Rechnung, und Menschen, die gerne eines unserer Bücher lesen würden, es sich aber nicht oder nur unter erheblichem Verzicht leisten können, können ihren Buchwunsch aus diesem Fonds erfüllen. Einfach und unbürokratisch nach beiden Seiten. Im Augenblick sind 135,20 Euro im Topf und es gibt keinen Grund, sich zu schämen, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.

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Zwei Veranstaltungen in Berlin
mit Autoren aus dem EWK-Verlag



 

Uwe Brosch,

Liedermacher und Kinderbuchautor, steht in der Endauswahl für den

Polly-Preis für politische Lyrik.

Endausscheidung und Preisverleihung findet am 6. März in Berlin statt.

Näheres zum Preis und zur Veranstaltung finden Sie hier.



Im EWK-Verlag erschienen sein Gedichtband "Lass Dir den Himmel nicht entsternen" illustriert mit Aquarellen von Marion Maas, sowie seine beiden Kinderbücher "Bodo, der Buddelschiffpirat" und "SOS - Buddelschiffkobolde an Bord".

 

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stellt am 2. März sein Buch

"Operation Reiner Tisch"

in Myer's Hotel in Berlin erstmals öffentlich vor.

Den Flyer zur Einladung können Sie hier als PDF herunterladen.

 

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Sprachverwirrung
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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

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"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."

 


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 




 

 

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