16. Februar 2016

15.30 Uhr Aleppo und die bösen, bösen Russen

50.000 Flüchtlinge, das ist die Nachricht, die im Zusammenhang mit dem Versuch der Rückeroberung der syrischen Stadt Aleppo durch syrische Truppen bei uns angekommen ist. Ohne die bösen, bösen Russen wäre das Assad nie gelungen, und deshalb ist Putin nun daran schuld, dass sich vor der türkischen Grenze unversorgte syrische Flüchtlingsmassen stauen, immer in Sorge, die syrische Armee und die Russen würden bald auch sie angreifen und umbringen.

Lassen wir den Gedanken beiseite, dass die EU (genauer, Angela Merkel) der Türkei schon drei Milliarden Euro versprochen hat, damit Erdogan die syrischen Flüchtlinge aufnimmt und menschengerecht versorgt, lassen wir die Rhetorik der USA beiseite, mit der die gesamte Geschichte des Kriegs in Syrien vergessen gemacht werden soll, die sich vor dem Eingreifen Russlands abgespielt hat, werfen wir nur einen Blick nach Aleppo, der nicht von jenem fragwürdigen, in Großbritannien sitzenden Informanten stammt, der sich großspurig "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" nennt, und gerne von den Qualitätsmedien zitiert wird, seit kurzem übrigens erst mit der Fußnote versehen, diese Informationen seien nicht überprüfbar.

An einer Stelle, an der ich es nicht vermutet hätte, und die zudem relativ unverdächtig ist, sich als Propaganda-Instrument missbrauchen zu lassen, nämlich auf der deutschsprachigen Online-Seite von Radio Vatikan, ist - in größerem Kontext - diese Information zu lesen:

Der Apostolische Vikar von Aleppo erläuterte die aktuelle Lage so:

„Die syrische Armee ist mit Unterstützung der Russen auf dem Vormarsch und in den befreiten Teilen der Stadt gibt es wieder Wasser und Strom. Die Schulen werden wieder geöffnet. An vielen Orten finden Initiativen der Aussöhnung mit den Syrern statt, die sich den Rebellen angeschlossen hatten. Die sogenannten 'Kämpfer' werden aus dem Ausland kontrolliert und leisten weiterhin Widerstand. Unter der Bevölkerung hingegen überwiegt die Zustimmung zum Vorgehen Russlands“.

(Link zum kompletten Artikel)

Den Hinweis auf diese Quelle erhielt ich von einer Leserin. Danke Juliane! Dass ich den Text zweimal lesen musste, um zu verstehen, dass man sich in Aleppo von der syrischen Armee mit Unterstützung der Russen "befreit" fühlt, dass es in den befreiten Stadtteilen wieder Wasser und Strom gibt, dass die Schulen wieder eröffnet wurden, dass die Menschen sich aussöhnen, und lediglich die vom Ausland kontrollierten Kämpfer weiterhin Widerstand leisten, ist wohl verständlich. Denn auch in meinem Kopf hatte sich nach enstprechender Dauerberieselung die Auffassung durchgesetzt, Russland ginge es jetzt vordringlich darum, Fakten zu schaffen, wofür ich Verständnis habe, Putin nähme Kollateralschäden in Aleppo billigend in Kauf - und unsere Medien würden das halt wie immer übertrieben darstellen.

Aber dass Aleppo, die "Hochburg der Rebellen", sich befreit fühlen könnte, das musste ich auch erst einmal verdauen und es hat mich sehr wütend gemacht, als mir klar wurde, dass genau das die Wahrheit ist, und in welch ungeheurem Maße die Lüge die Wahrheit schon verdrängt hatte.

Soviel dazu.


Heute will ich auch wieder einmal an den

Bücherspendenfonds beim EWK-Verlag

erinnern. Das Prinzip ist einfach: Menschen, die es sich leisten können, legen eine Spende in den Topf, meist durch Überzahlung einer Rechnung, und Menschen, die gerne eines unserer Bücher lesen würden, es sich aber nicht oder nur unter erheblichem Verzicht leisten können, können ihren Buchwunsch aus diesem Fonds erfüllen. Einfach und unbürokratisch nach beiden Seiten. Im Augenblick sind 135,20 Euro im Topf und es gibt keinen Grund, sich zu schämen, von diesem Angebot Gebrauch zu machen.

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mit Autoren aus dem EWK-Verlag



 

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Liedermacher und Kinderbuchautor, steht in der Endauswahl für den

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Endausscheidung und Preisverleihung findet am 6. März in Berlin statt.

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den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

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ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."

 


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 




 

 

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