15. Februar 2016

10.30 Uhr Schengen kaputt - und das ist erst der Anfang

Die Außengrenze der EU, wenn es so etwas überhaupt gibt (schließlich ist die EU kein Staat) existiert nur noch auf dem Papier. In der Realität hat sich die EU in etwas verwandelt, was im Kriegsrecht "offene Stadt" genannt wird. Ein Gebiet, das nicht verteidigt wird - und daher nicht angegriffen werden darf, eine sichere Zuflucht, für jeden, der es schafft, dorthin zu kommen.

Wäre es dabei geblieben, dann dürfte nach den Regeln der Haager Landkriegsordnung kein Türke, kein Syrer und auch kein Islamischer Staat die EU angreifen. (Ein absurder Gedanke, ich weiß, doch er ist nicht ohne!)

Die EU allerdings tut im Augenblick das, was immer wieder empfohlen wird, wenn es eng wird: Sie schnallt den Gürtel enger und schnürt dabei zuallererst Griechenland - bildlich gesprochen - vollends ab. Die erzkonservativen Mitglieder des Arbeitgeberflügels der CDU fordern bereits lautstark, Griechenland aus dem Schengen-Abkommen auszuschließen. Dafür wachsen neue Zäune um Mazedonien und Bulgarien, Ungarn ist sowieso schon eingezäunt und Österreich beeilt sich, nachzuziehen. Frankreich wird seine Grenzen dichtmachen, wenn der 30.000ste Flüchtling angekommen ist, England ist ebenfalls unwillig, Polen, Tschechien und die Slowakei schotten sich energisch ab, und das, was Deutschland "Grenzkontrollen" nennt, soll ebenfalls bis auf Weiteres beibehalten werden.

Die Hoffnung, die Türkei würde schon dafür sorgen, dass der Weg auf die griechischen Inseln - in Sichweite der türkischen Küste - abgeriegelt wird, wandelt sich in einen grotesken Bumerang. Erdogan will weiter die Kurden in Nordsyrien bombadieren dürfen, und wenn ihm da einer dreinredet, dann droht er ganz offen damit, den Hahn wieder voll aufzudrehen. Und um die Groteske vollends an der Grenze zum Wahnsinn anzusiedeln, ist die Türkei der Auffassung, die vom Westen unterstützten Kurden seien bei ihrem Vormarsch von den Russen unterstützt worden. Da bahnt sich - vorerst noch verbal - ein neuer Konflikt zwischen dem NATO-Mitglied Türkei und Russland an.

Der kleine Hoffnungsschimmer auf eine Feuerpause, der von der Münchner Konferenz der kriegsführenden Mächte ausgegangen war, ist schon wieder nicht mehr wahrnehmbar, zumal es inzwischen auch die Saudis gelüstet, massiv in Syrien einzuschreiten. Saudische Kampfflugzeuge sind bereits auf Flugplätzen in der Türkei stationiert, und die saudischen Bodentruppen warten nur noch auf den endgültigen Einsatzbefehl.

Die Lage ist noch mehr verfahren als verworren und die EU-Reaktion darauf bringt das wahre Gesicht dieser Union ans Licht. 28 Nationalstaaten, die sich zum wohl ihrer Konzerne und Finanzinstitute zum Eigennutz verbündet haben, stieben in alle Himmelsrichtungen auseinander, nach dem Motto: "Rette sich, wer kann!"

Da hilft es auch nicht weiter, wenn die NATO auf Einladung der Türkei mit Kriegsschiffen in der Ägäis Jagd auf Flüchtlingsboote macht, zumal nicht auszuschließen ist, dass diese NATO-Präsenz zugleich einem geheimem Aufmarschplan in Richtung Syrien folgt.

Die Masse an Kriegsgerät und die kaum noch überschaubaren Koalitionen, die sich da zusammengefunden haben, um kreuz und quer mit- und gegeneinander Krieg zu führen, alle unter dem Vorwand, den Islamischen Staat zu bekämpfen, ist schon alleine deshalb zum größten Pulverfass seit dem zweiten Weltkrieg geworden, weil die Zahl der Optionen, die sich allen Parteien auftun, so groß geworden ist.

Als Hitler in Polen einmarschierte, danach Dänemark und Norwegen besetzte und über Belgien, Luxemburg und die Niederlande nach Frankreich einmarschierte, während Finnland mit Hilfe Schwedens einen sowjetischen Angriff abzuwehren hatte, waren Aggressoren und Angegriffene - zumindest aus rein militärischer Sicht - klar zu benennen.

In Syrien ist es nicht mehr möglich, weder aus politischer, noch aus militärischer Sicht, noch festzustellen, wer Angreifer ist und wer angegriffen wird. Mehr denn je scheint hier zu gelten: Meiner Feinde Feinde sind meine Freunde, aber nur, bis ich sie nicht mehr brauche.

Die Lunte hält zweifellos die Türkei in der Hand. Ihr Status als NATO-Mitglied, erlaubt es den Türken, an allen Fronten zu zündeln, immer im Vertrauen darauf, dass der große Bruder schon zur Hilfe eilen wird, wenn man alleine nicht mehr zurechtkommen sollte.

Die Legenden, die heute schon überall gestrickt werden, um Russland nach dem Krieg zum Unruhestifter, Aggressor und Alleinschuldigen zu erklären, lassen im Grunde nur einen, ganz und gar fürchterlichen Schluss zu:

Russland soll - in Syrien - in einen direkten Schlagabtausch mit der Türkei verwickelt und danach im Krieg mit der NATO niedergeworfen werden.

Malt man sich aus, was dem folgen könnte, dann sieht die für mich wahrscheinlichste Entwicklung so aus:

Angriffe auf die russischen Stützpunkte in Syrien zwingen den Kreml zu massiven Gegenschlägen, denen wiederum - nach militärischer Logik - direkte Angriffe auf die russische Schwarzmeerflotte und ihren Stützpunkt auf der Krim folgen müssen. Die fortschreitende Eskalation zwingt Moskau, in einem massiven konventionellen Schlag, den kompletten US-NATO-Raketenabwehr-Schirm zu zerschlagen, um das Risiko einer nuklearen Auseinandersetzung für den Westen so weit zu erhöhen, dass der Erstschlag ausbleibt. Die getroffenen Staaten an den russischen Grenzen entlang befinden sich damit jedoch unmittelbar im Kriegszustand mit Russland, dem als einziges effektives Mittel, militärisch die Oberhand zu behalten, die sofortige Zerstörung der westlichen Kommandozentralen und Kommunikationseinrichtungen im Weltall und in Westeuropa zur Verfügung steht.

Ramstein, Stuttgart, Wiesbaden und Böblingen werden vorrangige Ziele in Deutschland sein, um die dortigen US-Kommandozentralen auszuschalten. Da immer noch keine Nuklearwaffen eingesetzt werden, müssen, nach vorbereitenden Luftschlägen Bodentruppen eingesetzt werden, um dort in tief verbunkerten Anlagen jeweils den entscheidenden Stecker zu ziehen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass sich unter den 300.000 bis 400.000 nicht registrierten Zuwanderern in Deutschland schon längst auch jene Spezialkommandos Russlands befinden, die ausersehen sind, den entscheidenden Schlag zu führen, noch bevor die Panzer rollen, um die gewonnenen Vorteile abzusichern.

Die EU wird nicht in der Lage sein, eine gemeinsame Verteidigung zu organisieren. Es ist offenkundig geworden, dass die nationalen Interessen bei weitem überwiegen. Manchen mag es wichtiger sein, das eigene Überleben zu sichern, sich also ohne Gegenwehr überrennen zu lassen, anstatt als vorgeschobenes Bollwerk die sichere Vernichtung in Kauf zu nehmen, schon gar nicht für die ringsum verhassten Deutschen. Zumal auch die Deutschen nicht als sichere Kandidaten für die Verteidigung der EU anzusehen sind. Es könnte im Ringen um die Frage: Kapitulation oder Kampf bis zur letzten NATO-Patrone durchaus zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen und zu einem Putsch gegen die Berliner Regierung kommen.

Vergleichbar die Situation in den USA. Obama, im letzten Amtsjahr, wird zögern, massiv einzugreifen. Falken und Tauben werden sich erbitterte Auseinandersetzungen liefern. Sogar ein Putsch gegen den Präsidenten erscheint möglich - und daran anschließend ein inneramerikanischer Bürgerkrieg.

Dies alles wird sich, sollte es denn so kommen, innerhalb weniger Tage abspielen. Tage, in denen die Welt am Abgrund steht.


Die Ereignisse haben eine gefährliche Eigendynamik entwickelt und entziehen sich zunehmend einer vernünftigen poliitschen Beurteilung. Das Denken in den Kategorien "Freund - Feind" vernebelt die Sicht auf die globalen Risiken.

Wer noch fähig ist, ernsthaft zu beten, sollte spätestens jetzt damit beginnen.

 

 


Putsch in Berlin?

Das wäre wahrlich kein Wunder!

 
 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 




 

 

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