4. Mai 2015
 
09.00 Uhr Empört Euch! Die Räder stehen still.
 
Verdammte Schweinerei! Der längste Streik bei der deutschen Eisenbahn seit dem Siebenjährigen Krieg ist ausgebrochen! Wie sollen jetzt die dringend benötigten Just-in-time-Güter in den Fabriken ankommen, wie die Pendler zu ihren Arbeitsplätzen, wie die Oma zu ihren Enkeln, wie die Aktionäre zu ihren Gewinnen?
 
Es kann doch nicht sein, dass rund 34.000 Lokführer die gesamte Republik für eine ganze Woche vollständig lahmlegen, nur weil sie ihre irrwitzigen Vorstellungen von angemessenen Löhnen, angemessenen Arbeitszeiten und ihre absurde Auslegung des Streikrechts durchsetzen wollen. Gäbe die Bahn nach, dann müsste sie alleine wegen der geforderten Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde ungefähr 900 zuzätzliche Lokführer einstellen. Das kostet alleine rund 33 Millionen Euro im Jahr. Die Lohnerhöhung um 5 Prozent kostet weitere 33 Millionen im Jahr, nehmen wir für sonstige Forderungen der Gewerkschaft - und um mögliche Schätzfehler auszugleichen, noch einmal 33 Millionen pauschal dazu, dann geht es bei der Gesamtforderung der GdL um 99 Millionen jährlich.
Der volkswirtschaftliche Schaden, der damit angerichtet wird, kostet jeden Bundesbürger - weil am Ende ja alles in den Preisen der Endverbraucher landet - jährlich 1,25 Euro. Eine vierköpfige Familie würde damit mit vollen 5 Euro jährlich belastet. Das ist eine vollkommen unsolidarische Forderung. Lokführer sind Volksschädlinge, die sich auf Kosten des ganzen deutschen Volkes ungerechtfertigt bereichern wollen. Niemals!
 
Niemals darf die Bahn da nachgeben! Niemals.
Gut, dass die Bahn noch im Bundesbesitz ist. Da muss die Politik jetzt mit aller Kraft gegensteuern und das Tarifeinheitsgesetz noch in dieser Woche verabschieden und rückwirkend zum 1. Januar 2014 in Kraft setzen. Nieder mit den Lokführern!
 
Deutschland hat doch schon genug zu leiden! Alleine die Deutsche Bank muss jetzt 2.500 Millionen Euro Strafe zahlen, insgesamt rechnet sie mit rund 7 Milliarden aus Geschäften, die von niederträchtigen ausländischen Gerichten als "strafbar" angesehen werden. Diese 7 Milliarden müssen erst einmal wieder verdient werden! Und auch die finden sich letztlich in den Preisen für die Endverbraucher wieder. Klar, die Aktionäre müssen schon im ersten Quartal auf rund eine halbe Milliarde Gewinn verzichten, aber es ist ja letztlich egal, ob die Aktionäre nun jährlich 2 Milliarden bekommen, oder nur eine, und die andere geht als Strafzahlung ins Ausland. Die zwei Milliarden müssen reinkommen. Das belastet jeden Bundesbürger durchschnittlich mit 25 Euro pro Jahr, eine vierköpfige Familie mit glatten 100 Euro.
 
Irgendwann muss da doch mal Schluss sein! Da können doch nicht auch noch die Lokführer mit Lohnforderungen daherkommen!
 
Außerdem gibt es ja noch ein paar mehr Banken. Einige davon mussten schon mit Steuergeldern gerettet werden, trotzdem müssen auch die immer noch Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften. Die Aktionäre der DAX-Konzerne wollen auch Dividenden sehen. Das läppert sich! Das waren im letzten Jahr insgesamt 27 Milliarden Euro, jedenfalls die ausgewiesenen und zu versteuernden Gewinne, jeder Bundesbürger hatte also alleine schon für den Stolz Deutschlands, denn das sind die Blue Chips im DAX schließlich, rund 340 Euro abzuliefern. Die vierköpfige Familie ist da mit fast 1.400 Euro dabei.
 
Nun stellt euch vor, die Lokführer gewinnen! Entweder, den Aktionären gehen 99 Millionen verloren, das sind immerhin 3,67 Promille der DAX-Dividenden, was niemand ernsthaft fordern kann, weil dieser Verlust einen Kursrutsch an den Börsen auslösen und Zig-Milliarden Börsenkapitalisierung vernichten würde, oder der Ausgleich muss über die Preise wieder hereingeholt werden.
 
Da sind die Lokführer fein raus. Die bekommen nämlich fünf Prozent mehr. Das sind netto rund 100 Euro im Monat, während sie selbst nur mit 1,25 Euro in Haftung genommen werden.
Aber alle anderen, die sich zurückhalten und keine Forderungen stellen, um den Standort Deutschland und ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden, die müssen für den Reibach der Lokführer blechen!
 
Es ist ungeheuerlich!
 
Leute! Besetzt die Lokomotiven! Fahrt die Züge selbst! Zeigt der GdL was eine Harke ist. Seht zu, dass ihr trotz Streik pünktlich zur Arbeit kommen werdet, weil euer starker Arm es will! Dann werden sie schon wieder angekrochen kommen, und winseln: "Gebt uns unsere Lokomotiven zurück!" Aber da heißt es hart bleiben. Wer sich so am deutschen Volk versündigt, hat keine Gnade verdient. Hartz-IV mit 100 Prozent Sanktion lebenslänglich. Das ist die einzige Strafe, die hier in Frage kommt. Zudem eine Strafe, die unbedingt vollstreckt werden muss, um endlich auch die Piloten abzuschrecken und in die Cockpits zu zwingen, wo sie hingehören!
 

Was dazu noch gesagt werden muss, hat Sigmar Gabriel gesagt, hier auf tiefrotem Grund, damit niemand vergisst, dass das der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ist.

 „Der Tarifstreit bei der Bahn ist für Außenstehende kaum noch nachzuvollziehen. Der angekündigte Streik wird Pendler und Reisende, aber auch die Deutsche Bahn und die gesamte deutsche Wirtschaft insgesamt schwer treffen. Alle Beteiligten müssen sich fragen, ob der Schaden, den dieser Ausstand anrichten könnte, noch in einem vernünftigen Verhältnis zur eigentlichen Auseinandersetzung steht. Statt Deutschland lahmzulegen, brauchen wir ernsthafte Verhandlungen.“
 
Der Hinweis auf diese Aussage stammt von Claude Michael Jung, dem Macher von Saarkurier-Online, der mir heute mitteilte, dass diese Website ganz aufgegeben wird. Schade!
 
Dem hat er noch den folgenden Text beigefügt:
 
Lokführerstreik - Solidarität mit den geschundenen Bahnaktionären - „Deutschland wird auch an der Börse verteidigt!“
 
Von Claude Michael Jung
 
Die vom Lokführerstreik hart betroffenen Bahnaktionäre brauchen jetzt dringend unsere Solidarität. Völlig unschuldig sind sie an der Minimierung ihrer, doch hochverdienten Gewinne. Wird die Bundesregierung ein Hilfsprogramm auflegen, Jo Gauck, der oberste Lokführer der Republik ihnen Trost zusprechen, oder gibt es gar einen Spendenaufruf für die Geschundenen? Lassen wir die von Armut und Elend bedrohten Aktionäre nicht einfach im Regen stehen. Millionen sind in diesem Land doch schon von Hartz IV in Armut getrieben worden. Sollen jetzt auch noch die unschuldigen Bahnaktionäre dazukommen?
Im Jahr 1902 wurde zur Finanzierung der Kriegsflotte Kaiser Wilhelms II. die Sekt und Schaumweinsteuer eingeführt. Der Kaiser hat abgedankt und die Flotte ist auch dahin. Die Sektsteuer hat es Gott sei Dank überlebt. Aus ihren Einnahmen muss nun ein Rettungsfond für unsere Bahnaktionäre gefüttert werden. Wenn nur 50 Millionen Deutsche täglich zur Pulle greifen schafft dies unseren Aktionären neu Luft für neue Taten. Deutsche denkt immer daran: „Deutschland wird auch an der Börse verteidigt!“
 
 

Herbert Ludwig nennt seinen Internet-Auftritt so.
 
Fassadenkratzer.
 
 
Und dieser Name ist Programm. Sein Anspruch ist es, zu den verursachenden Kräften der Zeitereignisse vorzudringen. Dazu ist es unerlässlich, an den Fassaden zu kratzen, um das ans Licht zu bringen, was für gewöhnlich hinter der Oberfläche verborgen bleibt oder einfach in der Fülle der Informationen untergeht.
 
1939 in Marburg an der Lahn geboren, war er, nach Studium und praktischer Ausbildung zum Rechtspfleger mehrere Jahre an verschiedenen Amtsgerichten in Nordhessen tätig. Er studierte dann Pädagogik, Philosophie, Geschichte und Deutsch an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen, sowie Waldorfpädagogik am Waldorflehrer-Seminar in Stuttgart und unterrichtete 27 Jahre an einer süddeutschen Waldorfschule.
 
Sein großes Thema ist die Entwicklung des Menschen zur Freiheit - und davon ausgehend die Untersuchung der inneren und äußeren Bedingungen, die diese Entwicklung fördern oder behindern. Als aufmerksamer Beobachter des Zeitgeschehens erkennt er Chancen und Gefahren und nimmt regelmäßig Stellung zu grundsätzlichen Fragen der sozialen Gestaltung des geistig-kulturellen, staatlichen und wirtschaftlichen Lebens.
 
Ich habe mich sehr gefreut, als Herbert Ludwig mir anbot, eine Sammlung von Aufsätzen aus den letzten beiden Jahren im EWK-Verlag in Buchform zu veröffentlichen.
 
Die gezielte Auswahl für diese Veröffentlichung und die dabei geschaffene thematische Ordnung machen den Leser dabei umfasender und tiefgründiger mit den Themen und Problemen vertraut, als dies mit einzelnen Aufsätzen erreicht werden kann. Der innere Zusammenhang tritt hervor und verstärkt die Eindringlichkeit, mit der die gesellschaftliche Problematik und die notwendigen freiheitlichen Entwicklungsrichtungen beschrieben sind.
 
Sein Buch trägt den Titel:
      Macht macht untertan


      Methoden der Unterdrückung
      in der Demokratie
 
 
In unserm Online-Shop finden Sie ausführlichere Informationen und eine Vorschau auf den Inhalt.


 

Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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