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30. März 2015
 
09.00 Uhr Schadensbegrenzung
 
Schadensbegrenzung ist der Führung erste Pflicht. Steht ja so ähnlich auch im Amtseid. Bei den Franzosen vermutlich auch, obwohl bei den Franzosen natürlich so manches anders ist. Frankreich ist schon immer ein zentralistisch ausgerichteter Staat. Die Franzosen haben gelernt damit umzugehen. Niemand wundert sich da, wenn ein Schnellrichter, der ein Verfahren gar nicht erst eröffnet, weil der Schuldige tot ist, sich in Anbetracht dieser Umstände nicht als Richter sondern als Staatsanwalt bezeichnet. Schließlich kann nur der Staatsanwalt entscheiden, ob ein Verfahren angestrengt oder eine Klage abgewiesen wird. Um dies zu können, muss er sich allerdings ein Urteil bilden - und was ist das Wesen des Urteils? Richtig: Es muss verkündet werden. Insofern ist am Handeln der französischen Justiz kein Tadel zu üben.
 
Auch, dass es nicht gelungen ist, den Airbus von Kampfflugzeugen vom Todeskurs abzubringen, ist keine Schuld der französischen Behörden, sondern, wenn überhaupt, dann ist die Schuld bei jenem Monster zu suchen, das als die "große gemeine Unmöglichkeit" bezeichnet wird. Wenn einer Alarmrotte der Bundeswehr befohlen wird, ein verdächtiges Flugzeug zu eskortieren, dann dürfen die Flieger maximal 15 Minuten brauchen, um in die Luft zu kommen. Diese Regel stammt aus dem Reich des Möglichen. Das heißt, es ist möglich, eine Alarmrotte innerhalb von 15 Minuten in die Luft zu bekommen. Wäre es möglich, die Flieger innerhalb von 12 Minuten vom Boden weg zu bekommen, dann würde die Regel auf 12 Minuten verkürzt - und wäre es möglich, sie innerhalb von 8 Minuten in die Luft zu bekommen, dann gäbe ihnen keine Dienstanweisung mehr als 8 Minuten.
Dabei beziehen sich die 15 Minuten auf ein modernes Flugzeug, den Eurofighter. In Frankreich hat man es mit der Mirage versucht. Die fliegt zwar ungefähr so schnell wie der Eurofighter, aber bis sie in der Luft ist, dauert es mindestens genauso lange, wenn nicht noch länger.
 
Es war also gut gemeint, eine Mirage loszuschicken, doch wenn man die zeitliche Abfolge betrachtet, dann hatte der Pilot der Mirage doch überhaupt keine Chance. Da stellt ein Fluglotse fest, dass der Airbus in den Sinkflug übergeht. Das schaut er sich dreißig Sekunden lang an, dann meint er, er sollte jetzt doch einmal nachfragen und funkt den Flieger an. Bis er merkt, dass wirklich keine Antwort kommt, ist die erste Minute um. Er funkt also noch einmal - und noch einmal. Dann guckt er noch einmal sehr angestrengt auf seinen Bildschirm, fragt sich, ob sein Gerät kaputt ist, klopft vielleicht auch einmal mit der Faust auf den Bildschirm, und nach zwei Minuten frühestens informiert er seinen Chef, dass da was schief läuft. Der Chef schaut, denkt und entscheidet. Es wird eine Verbindung zur Luftwaffe hergestellt und um Amtshilfe gebeten. Der Offizier am anderen Ende lässt die Lage prüfen, die verfügbaren Fluggeräte auswählen und gibt den Befehl an den Fliegerhorst in Orange durch. Der wird dort entziffert und an die in Bereitschaft stehende Besatzung der Mirage weitergegeben. Es sind - mindestens - drei Minuten vergangen. Der Airbus hat in dieser Zeit ungefähr 40 Kilometer zurückgelegt und hat noch rund 65 Kilometer bis zum Berg. Fünf Minuten später, also 10 Minuten vor dem Abheben des Kampfflugzeuges, war das Unglück aber schon geschehen.
Gut, dass offenbar drei andere französische Kampfflugzeuge gerade dort übten, wo das Unglück geschah. So konnte wenigstens ein Pilot einen Blick in das Cockpitfenster des Airbus werfen. Doch was er dort gesehen hat, und was für die Aufklärung des Falles so relevant war, wie es anfangs hieß, war offenbar so schrecklich, dass er es nicht in Worte fassen konnte. Jedenfalls hat man von der Aussage dieses Piloten nach anfänglicher spannungsgeladener Erwartung bis heute nichts gehört. Nun ja, so ein sensibler Kampfpilot verarbeitet traumatische Bilder nicht so einfach, er verdrängt sie gewöhnlich. Retrograde Amnesie nennen das die Ärzte.
 
Was bleibt nun also von allen Verschwörungstheorien übrig? Nicht viel.
 
Dass es keine Explosion oder wenigstens einen schönen Kerosinbrand gegeben habe, wird von einigen moniert. Die haben offenbar keine Ahnung von der Luftfahrt. Immer wenn eine Not- oder Bruchlandung bevorsteht, hat der Pilot die Pflicht, allen überflüssigen Treibstoff abzulassen. Da dreht der den Hahn auf und die Brühe rieselt vollkommen ungefährlich für Mensch und Tier vom Himmel. Rings um die großen Flughäfen gibt es sogar ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, über denen das Kerosin abgelassen werden soll und darf. Man hat an alles gedacht, liebe Freunde - und wenn der Co-Pilot das Ende kommen sah und den Ermittlern die Identifikation der Toten erleichtern wollte, dann hat er selbstverständlich rechtzeitig den Treibstoff abgelassen.
 
Dass man nur eine Million Trümmer gefunden hat, aber keine Triebwerke, die ja ganz besonders stabil sind, kein einziges größeres intaktes Stück der Kabine, keinen Einschlagkrater, und was der geforderten Beweise mehr sind, darüber beklagen sich andere. Nun ja, es gibt eben Menschen, die nicht bereit sind, aus der Vergangenheit zu lernen. Schon am 11. September 2001 war doch klar geworden, dass Flugzeuge, abhängig vom Ort der Bruchlandung, unterschiedlichste oder gar keine Spuren hinterlassen. Es waren doch damals vier Flugzeuge beteiligt - und von keinem einzigen gibt es eine Spur. Zwei zerschmolzen zu Flüssigaluminium in den Türmen des World-Trade-Centers. Nur die besonders gehärteten Pässe der Attentäter konnten unversehrt geborgen werden. Eines verschwand in einer Art Mauseloch im Pentagon, nach dem es vorher die Flügel eng angelegt und die Triebwerke in eine mittelachsige Position gebracht hatte. Das dritte verschwand spurlos in einem Acker, der sich offenbar - wie einst auf Moses Wink das Rote Meer - erst öffnete und dann über dem Flugzeug wieder verschloss. Das ist normal - und spätestens seit 9/11 ist es anerkannter Stand des Wissens. Wer jemals im Zorn eine Tasse auf die Badezimmerfliesen geworfen hat, weiß, dass da nur tausend Splitter übrigbleiben. Warum soll das bei einem Flugzeug, das mit noch viel größerer Wucht an eines der größten und härtesten Felsmassive der Welt, nämlich die Alpen, geschleudert wird, anders sein?
 
 
Und überhaupt!
 
Ja, es sind tragischerweise 150 Menschen ums Leben gekommen, bei diesem Unglück. Aber werden die denn wieder lebendig, wenn wir uns lange mit Ursachenforschung aufhalten, verrückten Theorien nachgehen und potentielle Flugpassagiere verunsichern?
 
Nein. Es ist nicht die Zeit, nach Ursachen zu suchen, die sich sowieso nie mehr zweifelsfrei belegen lassen. Die Aufgabe heißt: Schadensbegrenzung. Die ist inzwischen gelöst. Ab sofort müssen auch in Europa immer zwei Personen im Cockpit sein.
Diese einfache, aber logisch schlüssige Maßnahme wird weitere Unglücke dieser Art in Zukunft sicher verhindern. Warum wir sie erst jetzt ergreifen? Blöde Frage.
Wir haben uns diese Lösung, wie viele weitere auch, für den Bedarfsfall aufgehoben. Erst der nächste Flieger, der vom Himmel fällt, kann nicht mehr alleine einem depressiven Co-Piloten angelastet werden. Die Zahl möglicher Absturzursachen ist zwar groß, doch muss man auch damit sparsam umgehen, denn jede ist, wenn man glaubhaft bleiben will, nur ein- höchstens zweimal zu gebrauchen.
 
Lassen wir es also dabei. Niemand konnte vorhersehen, dass so etwas geschehehn würde. Nun sind unsere Sicherheitsvorschriften angepasst und es wird garantiert nie wieder vorkommen. Fliegen ist wieder so sicher, wie Fukushima all die Jahre vor dem Tsunami.
 
Und noch eine Erkenntnis haben wir gewonnen. Künftig wird es im Flugzeug überhaupt keine Blackbox mehr geben. Die Dinger, obwohl in absolut unzerstörbaren Gehäusen untergebracht, scheinen doch auch der Materialermüdung zu unterliegen, zu verspröden und zu zerbröseln. Daher werden künftig sämtliche Flugdaten und Stimmaufzeichnungen vom Cockpit aus direkt in die Cloud geschickt, von wo aus sie, ganz unabhängig vom Schicksal des Flugzeugs, jederzeit abgerufen werden können - und nicht nur von den Behörden und Untersuchungsrichtern, sondern - über einen kostenpflichtigen Account - auch bei FlightRadar24 für jedermann zugänglich sein werden. Die Datenschutzbeauftragten der EU haben bereits signalisiert, dass sie, im Interesse der Flugsicherheit, ihre Bedenken zurückstellen werden, wie immer und überall, wo es um Sicherheit geht.
 
Damit sollte diese Akte meines Erachtens definitiv geschlossen werden. Ein gutgemachter Katastrophenfilm hat, das müssen Sie zugeben, einen weitaus höheren Unterhaltungswert als diese billige Reality-Soap, die vor Fehlern nur so strotzt und den Zuschauer für dumm verkauft. Solange die Nachrichtensendungen nicht auf dem technischen Stand von Hollywood Produktionen angekommen sind und einen perfekten Plot mit sündhaft teuren pyrotechnischen Spezialeffekten und Computer-Animationen, alles in 3- und Super H-D anbieten, solange wird auch Stiftung Warentest diese anachronistischen Formate nicht mehr als empfehlenswert einstufen können.
 
 
 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
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Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

Glocalis

Die Welt fair ändern

 

 

 

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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