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25. März 2015
 
09.30 Uhr GGSG - Gute Gaffer, schlechte Gaffer
 
Ein Airbus von German Wings ist abgestürzt.

An Ziel- und Abflugflughafen werden Angehörige, man kann es kaum anders nennen, aufgespürt und abgeführt. Individuelle Trauer muss von den Fluggästen ferngehalten werden. Ist schließlich schlecht fürs Geschäft.
 
Doch der Versuch einen nationalen Trauer- und Betroffenheitshype auszulösen, gerät inzwischen zur Katastrophen-Gigantomanie. Es sieht so aus, als befänden sich mehr Journalisten an der Absturzstelle als Rettungskräfte. Die Liveticker ticken, Sondersendungen bringen Fernseh- und Rundfunkprogramme durcheinander. Die Sensation macht Quote und Auflage.
 
Wo Mikrofone und Kameras erwartungsvoll auf jedes nur erdenkliche Statement warten, lassen die Politiker sich nicht zweimal bitten. Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich erfuhr, dass Verkehrsminister Dobrindt und Außenminister Steinmeier nichts Dringlicheres zu tun hatten, als noch am Abend zum Absturzort zu jetten, um - ja, warum? - um da zu sein, um medial präsent zu sein, um mit zur Schau gestellter Betroffenheit persönliche Beliebtheitspunkte zu sammeln? Angela Merkel wird heute noch dazustoßen. Alle anderen Termine gecancelt.
 
Wenn irgendwo ein schwerer Verkehrsunfall passiert, ist die Polizei schnell dabei, Schaulustige von der Unfallstelle zu verjagen. BILD schreibt dann in 10 Zentimeter hohen Lettern: GAFFER! Brennt irgendwo ein Haus nieder, werden Schaulustige zurückgedrängt. Hochwasser zieht Katastrophentouristen an - und alle, alle handeln aus niedrigen Motiven, nur zur Befriedigung ihrer Sensationsgier.
 
Ein Airbus von German Wings ist abgestürzt.
 
Alle, die sich nicht auf den Weg machen können, die Absturzstelle persönlich zu besichtigen, werden zuhause im Viertelstundentakt informiert. "Aus der Luft sieht es aus, als habe jemand Papierschnipsel verstreut", informiert ein Reporter. "Eine Blackbox ist gefunden, nun kommt es darauf an, ob man sie auslesen kann", berichtet ein anderer. "Die Unfallursache ist immer noch unbekannt, die Auswertung des Voice-Recorders wird uns zeigen, was die Piloten im Cockpit zuletzt gesprochen haben", gibt der nächste zum Besten.
 
Ein Airbus von German Wings ist abgestürzt.
 
In den ersten Meldungen hieß es, das Flugzeuge habe nach dem Start seine Reisehöhe erreicht - und sei nach einer Minute in einen langsamen, rund 8 Minuten dauernden Sinkflug übergegangen. Es seien keinerlei Notsignale oder Hilferufe der Besatzung empfangen worden.
 
Was kann also passiert sein? Was macht die Crew, wenn die Reiseflughöhe erreicht ist?
Im Normalfall wird der Autopilot aktiviert, der Pilot verlässt seinen Sitz und geht sich die Hände waschen und für den Co-Piloten gibt es auch vielerlei Ablenkungsmöglichkeiten. Die Maschine fliegt von alleine, so wie sie es immer tut, kein Grund, sich noch um irgendwas zu kümmern, es sei denn, eine rote Lampe flammt auf und Warntöne melden eine Störung.
 
Rote Lampen und Warntöne bleiben aber aus, wenn das Flugzeug ganz normal funktioniert und lediglich einen sehr langsamen Sinkflug absolviert, der noch dazu mit den Vorgaben des Autopiloten übereinstimmt. Etwa 70 bis 80 Höhenmeter wird der Airbus pro Kilometer verloren haben. Die Fluglage ändert sich dabei nicht. Die Maschine liegt weiter waagrecht in der Luft. Alles ist in schönster Ordnung. Der Flug verläuft - im wahrsten Sinn des Wortes - programmgemäß. Der Fehler lag vermutlich darin, dass der Autopilot falsch programmiert war oder einfach ein kleines bisschen "kaputt".
 
Ob es zum Zeitpunkt des Absturzes Bodensicht gab, weiß ich nicht. Falls ja, hätte einer der beiden Piloten erkennen können, dass die Maschine sich nicht in der vorgesehenen Höhe befindet.
 
Warum es immer so lange dauert, bis eine geborgene Blackbox ihre Geheimnisse preisgibt, ist für mich ebenfalls ein Rätsel. Das Ding ist so konstruiert, dass es so ziemlich alles übersteht, was ihm bei jedweder Katastrophensituation widerfahren kann. Diese lag weder wochenlang im Salzwasser in mehreren hundert Metern Wassertiefe, noch musste sie in einem Meer aus brennendem Kerosin eine halbe Stunde lang Temperaturen von mehr als 500 Grad Celsius aushalten. Es ist also eher wahrscheinlich, dass die Aufzeichnungen schon hundermal abgespielt worden sind, aber niemand so recht weiß, wie man den Inhalt veröffentlichen soll, ohne dass dadurch beim Publikum Zweifel an der Sicherheit des Fliegens aufkommen.
 
Nun ja, Dobrindt, Steinmeier und Merkel besichtigen die Absturzstelle, werden zwar hinterher nicht klüger sein als zuvor, aber ganz gewiss irgendeinen Hinterbliebenen finden, der sich eignet, ihm vor laufenden Kameras das tiefste Mitgefühl zu versichern.
 
 
Es gibt sie also zweifellos, die GUTEN GAFFER.
 
Und damit auch das Fußballfußvolk etwas davon hat, wird die deutsche Nationalmannschaft heute Abend mit Trauerflor auflaufen. Podolski wird dazu sicher nach dem Spiel noch ein rührendes Statement abgeben.
 
Ja, es ist schlimm, 150 Menschen sind ums Leben gekommen. Vermutlich war es ein technisches Versagen und das Restrisiko für Flugreisende hat wieder einmal zugeschlagen. 15.000 Menschen, so schätzt man vorsichtig, werden jährlich Opfer von multiresistenten Krankenhauskeimen. Das heißt, alle vier Tage eine Katastrophe wie die in den französischen Alpen. Da läuft niemand mit Trauerflor auf den Platz, da drängen sich nicht Regierungsmitglieder auf den Friedhöfen um die Hinterbliebenen. Da macht Herr Gröhe einen Zehn-Punkte-Plan, der jedoch die eigentliche Ursache der Resistenzen fürsorglich ausklammert, nämlich die "alternativlose" Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung, die ja den gewinnbringenden Vorteil hat, auch noch das Fleischwachstum ordentlich zu verstärken. Für weitreichendere Gesetze fehlt der Mut, für ausreichende Kontrollen wird kein Geld bewilligt - mit den Krankenhauskeimen werden wir schon irgendwie fertig, und wenn nicht, auch nicht schlimm. Von den 15.000 Todesfällen entlasten schließlich mindestens 10.000 die Rentenkasse.
 
Es gäbe viele wichtige Themen, die der Aufmerksamkeit der Politik bedürften und deren Behandlung mehr Nutzen brächte als eine Stippvisite am Katastrophenort. Trauer und Mitleid könnte man auch von Berlin aus kommunizieren, doch das ist halt leider sehr viel weniger publicitywirksam.
 
 
 
 

 
 
Wie weit ist die EU noch von der klassischen Diktatur entfernt?
Welche Freiheiten lässt sie den Mitgliedsstaaten und ihren Bürgern noch?
Wer hat die Kommissare und die für nichts haftbaren Direktoren des ESM gewählt?
 
Was darf das EU-Parlament - und was darf es alles nicht?
 
 
 
 
 
 
 
 
Florian Stumfall klärt auf.
 
Er vergleicht die Institution "EU" mit dem, was nach klassischen Verständnis einen Staat und eine Demokratie ausmacht und schildert schonungslos die gewaltigen Defizite, die da bei der EU aufscheinen, während die Mitgliedsstaaten sich bereits weithgehend selbst entmündigt und damit die Demokratie zur Farce gemacht haben.
 
 
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ewk- Zur LageAusgabe 7 - Januar 2015
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Aus dem Stand und nur per Wildcard sind die deutschen Handballer bei der WM bis ins Viertelfinale gekommen.
 
Leider wurden diese Spiele wieder nur im Bezahlfernsehen gezeigt, so dass die Begeisterung der relativ kleinen Handballgemeinde nicht wirklich auf uns alle übergesprungen ist.
 
Wollen alle Mädchen wirklich entweder Ballettschuhe oder Reithosen?
 
Nein, es gibt auch welche, die unbedingt Handball spielen wollen.
 
Michaela Salewski Renner hat die Geschichte eines solchen Mädchens aufgeschrieben - und auch die Handball-Jungs kommen darin keineswege zu kurz.
 
Alle miteinander sind sie
die Handball-Helden
 

Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln
die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
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Spiele die Daumen drücken - bis zur nächsten WM.
Mindestens!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

Glocalis

Die Welt fair ändern

 

 

 

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 



 

 

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