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20. Januar 2015
 
16.00 Uhr Warten auf den Tsunami
 
Noch zwei Tage. Was für ein Theater!
Während die Schweiz mit einem einzigen, schnell geführten Schwerthieb das Tau kappte, mit dem Franken und Euro in unheilvoller Allianz verbunden waren, treibt die EZB ihr Ankündigungsspiel immer noch weiter auf die Spitze.
So haben wenigstens die Damen und Herren Märkte ausreichend Gelegenheit, sich vorzubereiten und zu rüsten auf das, was am Donnerstag endlich ausgesprochen werden soll, obwohl die Experten es, geschwätzigen Spatzen gleich, seit Langem von den Dächern pfeifen.
 
Das "Euro-System" wird einen großen Zettel nehmen, mit dickem Filzschreiber draufschreiben: Dieser Zettel ist jetzt 600 Milliarden Euro wert und jedem, der Staatsanleihen von Euro-Mitgliedsländern im Safe hat, anbieten, ihm ein Stück von diesem Zettel abzuschneiden und ihm damit seine Anleihen abzukaufen.
 
Die Experten schätzen, dass der Zettel mindestens 550 Milliarden, höchstens 1 Billion Euro wert sein soll und wissen bereits, dass der ganze schöne Tsunami kraftlos im Sande verlaufen würde, käme Draghi auf die Idee, weniger als 600 Milliarden Euro neu und aus dem Nichts in die Welt zu setzen.
 
Das verträgt sich zwar nicht so ganz mit Draghis eigener Aussage, er würde, falls nötig, unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen, aber offensichtlich trauen ihm die Märkte nicht zu, dass er das tatsächlich kann oder will.
 
Die Forderung der Märkte und ihrer Experten, möglichst viel Spielgeld neu zu emittieren ist bei Licht betrachtet nur schwer zu verstehen.
 
Die Vermehrung der Geldmenge mindert schließlich den Wert der vorher vorhandenen Geldmenge. Der innere Wert der gesamten Geldmenge wird schließlich durch die Höhe und die Qualität der Forderungen gegen die Schuldner repräsentiert. Weil sich diese Forderungen durch Gelddrucken nicht vermehren, ist die per Tsunami aufgeblasene Geldmenge insgesamt keinen Cent mehr wert als die vorher vorhandene Geldmenge.
 
Das ist der Kern des Begriffes "Inflation", der ja nichts anderes als "Aufblähung" (der Geldmenge) bedeutet.
 
Die von den gleichen Experten erfreut zur Kenntnis genommenen neuen Kursrekorde des DAX lassen sich nahezu vollständig auf den Kursrutsch des Euro zurückführen. Wenn der Euro weniger wert ist, müssen die in Euro ausgewiesenen Kurse in dem Maße steigen, wie der Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen abwertet. Von 1,35 $ auf 1,15 $, das sind eben 15 % Wertverlust, das sollte in etwa einem Anstieg des DAX von 8.755 auf 10.300 Punkte entsprechen. Die 1,35 hatten wir vor rund einem halben Jahr, Anfang Juni 2014, von da an begann der eigentliche Absturz, und der DAX bewegte sich zu diesem Zeitpunkt um die 9.000 Punkte, stürzte bis Mitte Oktober noch einmal auf 8.600 Punkte ab und ist seitdem im Steigflug - die Marke von 10.300 ist erreicht.
 
Das ist kein Kursgewinn, das ist Inflation. Allerdings ist es eine Inflation, die nur auf den Finanzmärkten sichtbar wird, während die Realwirtschaft deflationär geworden ist. Das ist kein Wunder, sondern die logische Folge der Kombination aus der Geldpolitik der Zentralbank und der Finanzpolitik der Regierungen, die sich im Grunde diametral widersprechen. Die "Heilige Sparsamkeit" der Regierungen verhindert, dass die frische Liquidität in der Realwirtschaft ankommen kann.
 
Warum also freuen sich "die Märkte" so sehr auf den angekündigten Tsunami?
 
Die Ursache liegt in der Zwitternatur des Geldes und in seiner flüchtigen Beschaffenheit.
 
Zuerst zur flüchtigen Beschaffenheit:
 
Banken, die Kredit aus dem Nichts geschaffen und damit Liquidität in die Welt gesetzt haben, lassen diese Liquidität mit jeder Tilgungsrate auch wieder aus der Welt verschwinden. Das ist kein Alchemistentrick, es ist nichts als einfache Buchführung. Um die Liquidität im Markt zu halten, ist es also erforderlich, das Volumen der Tilgung durch neue Kredite zu ersetzen. Schäubles "Schwarze Null" ersetzt zwar immer noch die Altschulden durch neue Schulden, die Schulden haben nur nicht zugenommen, doch die restriktive Politik der Geschäftsbanken, die Investitionsschwäche der Wirtschaft und die schwindende Bonität der privaten Haushalte drücken schwer auf die Liquidität.
 
Nun zur Zwitternatur:
 
Geld ist ja nicht nur Zahlungsmittel, nämlich dann, wenn es als Liquidität auf Girokonten oder in Form von Bargeld zur Verfügung steht, es ist auch Wertaufbewahrungsmittel, nämlich dann, wenn es als Guthaben auf "Sparkonten" zu Buche steht. Großsparer gehen mit ihrem Ersparten auch schon mal an die Devisenmärkte, und so landet ein Teil unserer Euros in den Währungsreserven der Notenbanken in aller Welt - und hat sich damit sehr weit davon entfernt, in Euroland als Liquidität verfügbar zu sein.
 
 
Es ist nun offensichtlich so, dass viele "Großsparer" die ihnen zur Verfügung stehende Liquidiät durch den Ankauf von Sachwerten (Immobilien, Edelmetalle, etc.) und Wertpapieren (Aktien, Festverzinsliche Anleihen) aus der Hand gegeben haben.
 
Zugleich stellen sie fest, dass gerade im Bereich der einst als sicher angesehenen Staatsanleihen größte Risiken lauern und möchten die nun gerne abstoßen, um mit dem Erlös in wirklich werthaltige Anlagen, also "echte" Sachwerte zu investieren.
 
Da die Damen und Herren Märkte aber einigermaßen gleich gut Bescheid wissen, ist es schwer, einen Käufer für problematische Anleihen zu finden. Die Anlage bleibt illiquide, das lockende Immobilienschnäppchen auf den griechischen Inseln kann nicht bezahlt werden.
 
Also nimmt Draghi all jenen, die mühselig und mit Schrottpapieren beladen sind, ihre Last ab und versorgt sie mit dem notwendigen Kleingeld, frisch aus der Druckerpresse.
 
Von diesem Geld wird nichts bei den Konsumenten ankommen, von diesem Geld wird nichts für staatliche Ausgaben verwendet werden. Dieses Geld kommt als Bezahlung für Sachwerte bei denen an, die noch über Sachwerte verfügen, diese aber versilbern müssen, um ihre Bankschulden bedienen zu können. Das können kleine und große Unternehmen ebenso sein, wie kleine und große Haus- und Grundbesitzer, vor allem aber sind es die Staaten, die sich den Wahnsinn einer Schuldenbremse ins Gesetzbuch geschrieben haben und deshalb auf Teufel komm raus auch noch das letzte Volksvermögen verscherbeln. Die Deutsche Bahn soll dieses Jahr an die Börse, die Autobahnen sind über die Mautverträge und diverse privat finanzierte Abschnitte sowieso schon halb privatisiert, und mit der Dobrindt Maut ist der Weg offen, selbst noch den letzten kommunalen Feldweg in die Obhut von Hedge Fonds zu geben.
 
Um es knallhart zu formulieren:
 
Die EZB nimmt den Großanlegern faule Papiere ab, die bei vernünftiger Betrachtung längst nicht mehr das wert sind, was als Nennwert aufgedruckt ist - und gibt ihnen dafür Geld, das vorher nicht existierte. Sie greift es aus der Luft.
 
Kein ordentlicher Kaufmann und kein Spekulant käme auf die Idee, sich selbst derart zu bescheißen. Doch der EZB macht das gar nichts. Sie gibt ja keinen wirklichen Wert ab, sie hat ja kein Geld, sie arbeitet letztlich nicht anders als jeder Geldfälscher, nur hat sie eben die Lizenz dazu, die sie meines Erachtens gröblich missbraucht.
 
In einem Markt, der durch Sparpolitik, durch verheerende Arbeitslosigkeit und einen herrlich wettbewerbsfähigen Niedriglohnsektor soweit ausgetrocknet wurde, dass die Bedienung von Krediten immer schwieriger wird, tauschen nun Staaten, Unternehmen und private Haushalte ihre werthaltige Habe gegen das Draghi-Geld, tilgen damit ihre Schulden und lassen es so wieder aus dem Umlauf verschwinden.
 
So macht man aus Dreck Gold.
 
Wenn dann eines Tages der Vorhang gehoben wird, sind die Staaten vollends die Schuldner der EZB. Ihre Schulden sind dabei weiter gewachsen, weil sie ja auch weiterhin die zugesagten Zinsen zu zahlen haben, wobei gleichzeitig Einnahmen aus der Nutzung von ehemaligem Staatseigentum entfallen und stattdessen Nutzungsentgelte an die neuen Eigentümer zu zahlen sind.
 
Die Märkte werden sich weiter weigern, diesen Staaten noch Geld zu leihen und die EZB muss zugeben, dass ihre Bilanz keine nennenswerte Aktiva mehr ausweist, dass sie praktisch pleite ist, obwohl sie weiter munter ungeniert Euros drucken kann, bis das Papier teurer sein wird als der aufgedruckte Nennwert.
 
Für das Bankensystem wäre das kein Problem, für die Währung "Euro" ist es der Absturz in jene Höllenregionen, wo ein Euro vielleicht noch mit 0,10 US$ gehandelt wird, wenn überhaupt.
 
 
 
 
 
 

 
Erfreulicheres:

Zweiter Sieg
der deutschen Handball-Nationalmannschaft
bei der WM in Katar!
 
Könnten Sie Ihren Kindern oder Enkeln die Grundzüge des Handballspiels erklären?
 
Warum fallen da so viele Tore?
Wie viele Schritte darf ein Handballer mit dem Ball in der Hand machen?
Was ist ein Wurfkreis?
Wie kommt es zu "Unterzahl"?
 
 
Das Spiel ist viel schneller, die Regeln sind anders als beim Fußball, doch wenn man es schafft, sich von seinen Fußball-Sehgewohnheiten zu trennen, wird ein Handballspiel zu einem echten Nervenkitzel. Einen Endstand von 0 : 0 gibt es da nicht. Handball, das ist "Action"!
 
Schön wäre es, wenn es gelänge, die Begeisterung für diese Sportart nicht nur den wenigen eingefleischten Handballern zu überlassen, sondern möglichst viel davon gerade auch den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, damit der Handball auch mal aus seiner norddeutschen Domäne herauskommt und sich überall der Nachwuchs entwickelt, den diese spannend schnelle Sportart verdient hätte.
 
 
Das Buch "Die Handball-Helden - Handball ist der Hit" von Michaela Salewski-Renner, selbst eine begeisterte "Handball-Mutter", kann dazu beitragen. Es ist das erste erzählende Kinderbuch zum Thema Handball, und es ist ein Mädchen, das (erst gegen den Willen ihrer Eltern) zur echten Handball-Heldin wird.
 
Ganz nebenbei lernen die Kids dabei auch die wichtigsten Regeln kennen - und der Deutsche Handball-Bund hat zu diesem Buch ein Vorwort beigesteuert.
 
Und wo ist es erschienen? Bei den Schweizern?
Nein, natürlich hier:
 
 
 
Gleich bestellen - und dann gemeinsam
bei der Handball-WM mitfiebern!
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

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Die Welt fair ändern

 

 

 

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Allmählich spricht es sich herum:


Sogar im SWR fand das Buch über
den Stuttgarter Grubenbahnhof
inzwischen lobende Erwähnung.

Der Autor hat einige Stimmen zu seinem jüngst im EWK-Verlag erschienenen Buch auf seiner Homepage veröffentlicht.

Schauen Sie doch mal selbst bei
Manfred J. Schmitz vorbei.

Bestellen können Sie
"Dr. Feist im Fegefeuer" direkt online.

Und natürlich gilt das auch für Schmitz's
ersten Roman "Wer weiß schon, wie tief der Fluss unter der Brücke ist ..."

 

 

 

 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
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Ihr Egon W. Kreutzer

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