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16. Januar 2015
 
14.10 Uhr Die Schweiz - Rückkehr zur währungspolitischen Neutralität
 
Der Schock war groß, als die Schweizer Notenbank für alle nicht Eingeweihten vollkommen überraschend bekanntgab, dass sie ab sofort aufhören würde, den Euro zu stützen.
 
Drei Jahre lang hatte die SNB Franken in den Markt geworfen und dafür Euros erworben, um den Kurs des Schweizer Franken nicht unter den Wert von 1,20 Franken pro Euro fallen zu lassen. Das war das Wechselkursziel, mit dem - so die Begründung - die Schweizer Exportwirtschaft vor einem zu hohen Kurs des Franken geschützt werden sollte.
 
Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Euro-Zone den weitaus überwiegenden Teil der Schweizer Exporte aufnahm, eine kluge Entscheidung, die es ermöglichte, die Realwirtschaft von den Bewegungen der Devisenmärkte weitgehend abzukoppeln und das hohe Interesse der Anleger am sicheren Franken einerseits zu bändigen, andererseits zu neutralisieren.
 
Der Pferdefuß dieser Politik lag auf der anderen Seite der Medaille, nämlich den Eingriff in die Kursbildung von Franken und Euro.
 
Mit der Aufrechthaltung der Parität leistete die SNB nämlich zugleich einen erheblichen Beitrag zur fortwährenden Stützung des Euro-Kurses. Es wurde ja nicht nur das Angebot an Franken auf den Devisenmärkten erhöht, es wurde doch zugleich auch eine künstliche Nachfrage nach Euros erzeugt, so dass beide Wirkungen gemeinsam erst das gewünschte Kursverhältnis hervorbrachten.
 
Es gab jedoch noch eine dritte Wirkung, nämlich einen Beitrag zur Liquiditätsversorgung der Euro-Zone.
 
Im Grunde hat die SNB vorweggenommen, was Draghi zur Euro-Rettung immer wieder angekündigt hat, nämlich zu Liquiditätsversorgung der Banken Staatsanleihen aufzukaufen.
 
Allerdings hat die SNB nicht die Staatsanleihen der Krisenländer der Euro-Zone erworben, sondern primär deutsche Staatsanleihen. Auch das blieb nicht ohne Folgen. Eine dieser Folgen ist die "Schwarze Null" Schäubles. Ohne die Nachfrage der Schweiz nach diesen Papieren hätte der Markt sich mit den schaurigen Renditen nicht zufrieden gegeben, die dazu führten, dass die Zinsbelastung des Bundeshaushalts ganz erheblich gesunken ist.
Die "Schwarze Null" ist dabei aber nur das Aushängeschild. Dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass über die zu niedrigen Zinsen die Staatsquote niedriger gehalten werden konnte, was wiederum der deutschen Exportwirtschaft einen entsprechenden Wettbewerbsvorteil verschaffte.
 
Der Knall an den Finanzmärkten war gestern unüberhörbar laut.
Noch kann der Schaden nicht übersehen werden.
 
Der Schweizer Franken steht endlich mit einem Wert an den Kurstafeln, der realistischer ist als der bisher künstlich niedrig gehaltene. Das kann die Exportwirtschaft treffen, jedoch gehe ich davon aus, dass kurzfristig entsprechende Kurssicherungsgeschäfte über die Klippe helfen, und dass sich langfristig ein neues Gleichgewicht ergibt, mit dem auch die Schweizer Exporteure leben können.
Der Kursrutsch an der Schweizer Börse ist primär eine technische Reaktion auf den gestiegenen Außenwert des Franken. Wenn man für einen Franken plötzlich 20 % mehr Euros bekommt, warum sollte man für den gleichen Franken nicht auch 20 % mehr Aktien erhalten? Darüber braucht man nicht in Panik zu verfallen.

Den Schweizern vorzurechnen, wie viel Verlust sie nun mit dem über lange Zeit getätigten Einkauf von Euros gemacht hätten, ist ein Ansatz, der nie aus der Welt der Theorie hinausfinden wird.
 
Und an dieser Stelle beginnt das Märchen von Rumpelstilzchen.
 
Die SNB hat ja nicht Guthaben von Einlegern angegriffen und davon Euros gekauft, sie hat auch nicht im eigenen Keller nach Franken gesucht und diese auf die Devisenmärkte geworfen. Die SNB hat einfach Geld gedruckt und dafür die bestmöglichen Papiere erworben, die der Markt so angeboten hat. Deutsche Staatsanleihen.
Sie hatte vorher keine Aufblähung der Geldmenge und keine deutschen Staatsanleihen, nun hat sie die Aufblähung der Geldmenge und deutsche Staatsanleihen. Das "Gleichgewicht" ist erhalten geblieben, auch wenn beide Seiten der Waage nun einiges mehr an Gewicht zu tragen haben.
 
Die SNB ist auch nicht verpflichtet, Franken-Guthaben ihrer Geschäftsbanken in deutsche Staatsanleihen umzutauschen und dabei den Verlust zu realisieren. Selbst wenn es die Spekulation darauf anlegen sollte, den Franken anzugreifen, würde sie damit ja nur helfen, den für die Schweizer Exportwirtschaft als zu hoch empfundenen Kurs wieder nach unten zu drücken. Und sollte Deutschland, aus nachvollziehbaren Gründen, auf die ich gleich eingehe, ebenfalls ein Überraschungsei legen, und - um dem Griechenlanddesaster zuvorzukommen - den Abschied vom Euro verkünden, dann könnte die Schweiz sicher sein, mit ihren deutschen Staatsanleihen, auch wenn sie auf Euro lauten, dennoch ein gutes Geschäft gemacht zu haben.
 
Ganz anders sieht es für die Euro-Zone aus.
 
Wenn Draghi seinen Grundgedanken weiter ernst nimmt, dass ein Überschuss an Liquidität bei den Banken zu Inflation führt und Inflation zum Wachstum, dann muss er nun in noch höherem Maße selbst Staatsanleihen aufkaufen als er das eventuell bisher vorhatte.
 
Die Schweiz, als Liquiditätsquelle für den Euro-Raum, ist seit gestern versiegt. Damit sollten auch alle Spekulationen über einen mögliche EU-Mitgliedschaft der Schweiz und die Übernahme des Euro für lange Zeit ein Ende gefunden haben. Die dreijährige "Verlobungszeit" ist schließlich soeben in die Brüche gegangen. Und wenn man die Euro-Mitgliedsstaaten als den "Harem" der EZB ansieht, dann dürfte die kalte Schulter der umworbenen Schweiz bei den übrigen Haremsdamen auch nicht gerade dazu beitragen, eigene Fluchtgelüste zu reduzieren.
 
Im Gegenteil! Die drohenden Kosten der diversen Rettungsmaßnahmen lassen die gesamte Euro-Zone doch schon erzittern, weil sich die griechischen Wähler am 25. Januar für ein Ende der Austeritätspolitik entscheiden könnten. Das zeigt doch, wie fragil die Konstruktion ist, die den Euro am Leben hält. Ein einziger wirtschaftlicher Zwerg in der gemeinsamen Währung kann so viel Angst und Schrecken auslösen!
 
Es wäre an der Zeit, dass nicht einzelne Euro-Staaten Insolvenz anmelden, sondern die EZB, samt aller institutionalisierten Rettungsschirme. Alle von der EZB gehalten Staatsschulden könnten schlicht gestrichen werden. Die Guthaben bei der EZB könnten, umgerechnet in die jeweilige neue Landeswährung, den Grundstock für die Fortführung des wieder nationalisierten Geschäftes bilden. Kein Steuerzahler müsste für irgendetwas einstehen. Einfach alles auf Null - und ein neues Spiel kann beginnen!
 
Warum denn nicht?
Es sind doch sowieso alles nur Ziffern auf dem Papier. Warum müssen wir daran glauben, dass diese Symbole mächtiger sind als wir Menschen?

Warum nicht einfach noch ein bisschen kreativer mit dem Fiat Money umgehen, seine Möglichkeiten einfach mal in der anderen Richtung ausreizen?
 
Es ist doch möglich.
 

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
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Ihr Egon W. Kreutzer

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Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

 Links

Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
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http://www.sozialticker.com

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das labournet - die Gewerkschaftslinken
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Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

Nachdenkseiten
nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de

 

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