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9. Januar 2015
 
07.30 Uhr Wirres Zeug
 
Wenn die Vernunft das Ende ihrer Fahnenstange erreicht hat, kann sie dort nicht einfach verweilen. Es gibt dort keine komfortable Sitzgelegenheit und keinen Partyservice.
 
Die Vernunft ist auch kein Fakir. Sie hat die Fahnenstange ja nur bestiegen, um klarer sehen und richtig urteilen zu können. Sie sieht sich also ausgiebig um, von ihrer hohen Warte aus, stellt fest, dass da unten, wo sie nicht mehr ist, auch nichts mehr gut ist, folgert, es müsse geändert werden, will selbst mittun und eingreifen, stellt dann aber fest, dass das von da oben aus nicht möglich ist, und gleitet schließlich - wie der Feuerwehrmann - in Windeseile wieder nach unten.
 
In aller Regel verliert die Vernunft dabei das Bewusstsein.
 
Anders herum:
Es gibt wenige Menschen mit schweren geistigen Behinderungen. Es gibt eine gewisse Zahl von Menschen, deren niedrige Intelligenz, gepaart mit ein paar Brocken Wissen und Erfahrung, gerade ausreicht, um über die Runden zu kommen. Es gibt eine durchaus große Zahl von gut durchschnittlicher und leicht überdurchschnittlicher Intelligenz, die in Schule und Beruf ganz ordentliche Leistungen vorweisen. Es gibt auf vielen Fachgebieten wenige Spezialisten, es gibt noch weniger Generalisten, ganz wenige Hochintelligente und kaum noch Weise.
 
Von der Spitze her betrachtet, wo Intelligenz, Wissen und Weisheit in einem Kopf zusammenkommen, muss sich der Weise vorkommen wie ein einsamer Fels in einem tosenden Meer der Dummheit. Doch wenn er sich mitteilen will, wenn er lehren, unterstützen, motivieren will, wird er feststellen, dass er nicht etwa als intelligent, gebildet und weise angesehen wird, sondern als ein verrückter Spinner, von dem bestenfalls noch gesagt wird, Genie und Wahnsinn lägen halt dicht beieinander.
 
So sind wir nun halt mal beschaffen.
Daran ändern weder Demokratie noch Religionen etwas,
und auch Karikaturen und Terrorakte helfen nicht weiter.
 
Es ist die Mitte, es ist der Durchschnitt, es sind die Massen, die den Weg und die Geschwindigkeit bestimmen. Nur weil das so ist, hat die Anweisung: "Teile und herrsche!" ihre Berechtigung. Sie wirkt natürlich auch im kleinen Maßstab, schon wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte, doch wer gegen die Masse Veränderungen bewirken will, muss spalten, spalten, spalten, bis sich die Masse neutralisiert und, bei allem Brodeln innerhalb, insgesamt doch nicht mehr vorwärtskommt oder den schon eingeschlagenen Weg wieder verlässt.
 
 
Was aber bewegt die Massen, wenn sie die Weisheit nicht erkennen, Bildung nicht wahrnehmen und die eigene Intelligenz für kaum übertreffbar halten?
 
Es sind Stimmungen, Gefühle, kollektive Strebungen, die unter Ausschluss der Vernunft unter dem Eindruck von Erfahrungen entstehen und mit jeder bestätigenden Erfahrung wachsen und sich ausbreiten, bis selbst jene davon infiziert sind, die nie eine solche Erfahrung gemacht haben.
 
Es ist wie im überfüllten Bienenstock, wenn die Immen unruhig werden und - einer jungen Königin folgend - schwärmen. Unsere schöne Sprache lässt auch Menschen ins "Schwärmen" geraten…

Wenn der Drang groß genug geworden ist, brechen sie auf und gehen los - nur zu oft auch aufeinander.
 
Welche Richtung der Bienenschwarm nimmt, lässt sich eben so wenig vorhersagen, wie die Richtung, die eine sich aus dem Stillstand in Bewegung setzende Masse nehmen wird.
Wir brauchen in diesen Tagen nicht weit zu schauen. Es brodelt in Deutschland.
Wer nur ein paar irregeleitete Rassisten zu erkennen mag, die unter dem Namen PEGIDA auftreten, um das Abendland vor der Islamisierung zu retten, und dazu ein ungefähr gleich großes Potential von - ja, wie soll ich sie nennen? - "politisch Korrekten", die das Abendland vor PEGIDA bewahren wollen, verkennt die enormen Spannungen, die sich in unserer Gesellschaft aufgebaut haben und sich in einem Erdbeben entladen wollen.
 
Angela Merkel, der die PEGIDA Demonstranten so gefährlich erschienen, dass sie nicht umhin konnte, sie sogar in ihrer Neujahrsansprache (herab-) zu würdigen, ist sich dieses Potentials vermutlich eher bewusst als die meisten Menschen im Lande.
 
Dass die Medien ebenso einseitig Partei ergreifen, wie die Politik und dafür mit "Lügenpresse, Lügenpresse!" geschmäht werden, deutet auch nicht darauf hin, dass man ernsthaft annimmt, da seien nur ein paar Tausend Irregeleitete und Ewiggestrige unterwegs, eine Bewegung, die zwar Initiatoren hat, aber keine Anführer, die sich also bald von alleine wieder totlaufen wird.
 
Nein, PEGIDA ist ein Zeichen dafür, dass es mit der Ruhe im Bienenstock vorbei ist. Zu lange hat man sich den Honig stehlen und dafür mit Zuckerwasser trösten lassen, zu oft hat der Imker den Stock gestört, um nachzusehen, ob auch alles noch so ist, wie er es sich vorstellt. Zu oft hat man Stock und Waben vom heimischen Standort entfernt, um die Bienen auf fremden Feldern und in fremden Obstplantagen Befruchtungsarbeit leisten zu lassen. Zu oft hat der Imker die Waben mit den Drohnenlarven beschnitten, weil er nicht zu viele unnütze Fresser im Stock haben wollte.
 
Sie haben heimlich eine neue Königin großgezogen, eine, die der Imker nicht rechtzeitig entdeckt, markiert und weiterverkauft hat.
 
Noch steckt sie - für Außenstehende unsichtbar - inmitten des schwärmenden Volkes, und unten stehen fluchend und schreiend, den Schutzanzug überziehend und das Fangnetz vorbereitend, der Imker und die Seinen und hoffen, dass sich der Schwarm in ihrer Reichweite niederlassen wird, wo man ihn dann mit der Wasserspritze vom Ast holen und im Kasten wieder nachhause tragen will, um sich eines neuen Volkes zu bemächtigen.
 
Alles wirres Zeug.

Alles wirres Zeug, dachte sich die Vernunft, als sie sich beim Abrutschen auf halber Höhe der Fahnenstange noch einmal auf sich selbst besann.
"Die hätten sich doch nicht PEGIDA genannt, wenn sie etwas gegen ihre Regierung hätten", redete sie sich ein. Dann hätten sie sich doch z.B. HAVI-GHAVI nennen müssen, Hartz-Vierer gegen Hartz-Vier, oder?
 
Der Irrtum der Vernunft lag darin, dass sie beim Abrutschen vergessen hatte, dass sie es nicht mit Vernunft zu tun hatte, sondern mit Gefühlen, Emotionen, mit Qualen, mit Angst und Panik. Ein überbordendes Gefühl, dass nicht "etwas" faul ist, im Staate, sondern "alles", dass es keinen Ort und keinen Wert mehr gibt, der sich noch als sicher und beständig erweist, und dass der Ruf nach der Rettung des Abendlandes nichts anderes zum Ausdruck bringt, als den Wunsch einer "Systemwiederherstellung" nach schwerem Softwarefehler.
 
Wobei die Vermutung, der Islam sei der Verursacher von Abstürzen und Fehlfunktionen nur deshalb naheliegt, weil einerseits der Islam erst vor kurzer Zeit ("gehört zu Deutschland") offiziell installiert und in die Registry eingetragen wurde, während gleichzeitig von allen berufenen Stellen vor den Islamisten und Djihadisten, vor dem Islamischen Staat und den Mullahs im Iran aufs Eindringlichste gewarnt wurde. Musste die Bundeswehr nicht in Afghanistan einrücken, um den Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen, der ihnen von den Rechtgläubigsten unter den Moslems verwehrt wurde? (Setzen Sie diese Aufzählung bitte selbst fort, sie hört auch beim "Wer betrügt, der fliegt!", der CSU noch lange nicht auf.)
 
Letztlich macht PEGIDA nichts anderes als jeder Systemadministrator, der vor einem streikenden System steht, er versucht, Schritt für Schritt, und in der umgekehrten Reihenfolge der Installation, alles wieder rückgängig zu machen, was am System verändert wurde. Und so, wie ein Systemadministrator mit dieser Arbeit nicht aufhört, bevor die wirklich störende Komponente gefunden ist, bleibt auch PEGIDA bei der Islamisierung nicht stehen.
Dazu trägt nicht zuletzt auch die Tatsache bei, dass sich alle, die sich bemühten, islamistische Feindbilder aufzubauen, um ihre kriegerischen Aktivitäten mit christlichen Motiven zu bemänteln, nun bemühen, den Islam als solchen von ihren ehemaligen Vorwürfen wieder reinzuwaschen. Es seien nicht die Moslems, sondern nur fanatische Islamisten, und von denen gäbe es hier bei uns eben nur ganz wenige und die stünden zudem unter ständiger Überwachung.
 
Doch selbst wenn es gelingen sollte, die über Jahre geschürte Islamfeindlichkeit wieder in die Flasche zurück zu zwingen, das System wird dennoch nicht rund laufen - und spätestens dann werden PEGIDA und AfD sich ganz eng zusammenschließen und sich umbenennen in PEGEUDA, "Patriotische Europäer gegen die EU-isierung des Abendlandes".
 
Dann werden nicht mehr die Lichter am Kölner Dom ausgeschaltet, sondern die Lichter an den Bankentürmen in Frankfurt, nicht der Hohepriester der katholischen Morallehre, sondern der Hohepriester des Geldes wird um die einträgliche Ruhe im Lande bangen …
 
Nur wirres Zeug.
Die beißen nicht. Die wollen nur spielen…
 
Warten wir's ab. Womöglich werden die Emotionen der Masse schaffen, was kluge Vernunft in langen Jahren warnenden Ermahnens nicht vermochte.
 


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Thomas Koudela hat sich in seinem Buch "Entwicklungsprojekt Ökonomie" sehr intensiv mit dem "Markt" und der "Rolle des Geldes" auseinandergesetzt und plädiert für eine Marktwirtschaft jenseits des Kapitalismus.
 
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Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
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Karl Waldecker

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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Ihr Egon W. Kreutzer

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