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2. Januar 2015
 
09.30 Uhr Guten Morgen, Deutschland - und Ihnen ein gutes Neues Jahr
 
Hannelore Kraft wird heute in den Meldungen zitiert, mit der Ansage:
 
"Die Ehrenamtlichen machen das Land reicher."
 
Diese Aussage ist zwiespältig. Natürlich ist jede Arbeit, jede Dienstleistung, jedes Kümmern und jedes "Dafür-Sorgen", das aus Liebe, aus Mitleid, aus Verantwortungs- oder Pflichtbewusstsein unentgeltlich geschenkt wird, eine Bereicherung für das allgemeine Wohlergehen, und es ist richtig und wichtig, allen jenen, die sich selbstlos in den Dienst einer Sache oder ihrer Mitmenschen stellen, dafür immer wieder - und nicht nur aus Anlass von Jahreswechseln und Gedenktagen - herzlichen und aufrichtigen Dank zu sagen. Dem schließe ich mich gerne und vorbehaltlos an.
 
Die freiwillige, aus einer tiefempfundenen Mitverantwortung für das Gemeinwesen erwachsende Hilfs- und Dienstbereitschaft ist nahe am Ideal einer entwickelten Gesellschaft, in der es selbstverständlich ist, dass jeder nach seinen Kräften zum Erhalt und zur Weiterentwicklung dieser Gesellschaft beiträgt, ohne jeden Handgriff davon abhängig zu machen, dass eine genau bemessene und vertraglich vereinbarte Gegenleistung nicht nur in Aussicht gestellt, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gewährt werden wird.
 
Mir stellt sich bei alledem allerdings - und das im krassen Widerspruch zur Aussage von Frau Kraft - die Frage, ob das Anwachsen unbezahlter Arbeit nicht ein Zeichen dafür ist, dass das reiche Land immer größere Teile der Bevölkerung in die Armut gestürzt hat und immer noch weiter und tiefer in die Armut zu stürzen gewillt ist, während eine kleine Zahl von "Gewinnern" nicht nur den Ertrag der Lohnarbeiter soweit absaugt, wie es irgend möglich ist, sondern zugleich auch die Leistung der Ehrenamtlichen letztlich als Guthaben in Euro und Cent auf dem stetig anschwellenden Konto wiederfindet.
 
Wo es nicht möglich ist, in Kindergärten und Kindertagesstätten ausreichend viele Erzieherinnen zu beschäftigen, weil es an Geld mangelt, entzieht man mit dem Aufruf, Mütter und Großmütter möchten sich bereitwillig zur Verfügung stellen um einen Teil der Arbeit ohne Bezahlung zu übernehmen, der Realwirtschaft Geld.
 
Wo Schulen mit gleichen Argumenten um freiwillige Leistungen der Eltern bitten, um Wände zu streichen und Toiletten zu reinigen, um den Unterricht mitzugestalten oder Pausenaufsicht zu übernehmen, wo "Events" für die Schüler fast ausschließlich von ehrenamtlich eingesetzten Eltern und Großeltern vorbereitet und gestaltet werden, spart der Staat und versetzt sich damit in die Lage, die Besteuerung hoher Einkommen und großer Vermögen immer weiter zu senken.
 
Wo Feuerwehren freiwillig sind, wo Pflegekräfte in Seniorenheimen fehlen, wo Selbsthilfeorganisationen sich bilden, weil der Staat sich nicht mehr zuständig fühlt, überall da wird Geld gespart, das im Wirtschaftskreislauf fehlt - und weil dieses Geld fehlt, weil der freiwillig ehrenamtlich Tätige keinen Lohn erhält und den folglich auch nicht ausgeben kann, schwindet Kaufkraft. Wo Kaufkraft schwindet, wächst zwangsläufig die Arbeitslosigkeit und in deren Gefolge erscheint das Gespenst der Deflation.
 
Wir sind, und das gehört zur Begriffsklärung, ja längst in den Zustand der weithin erzwungenen "Ehrenamtlichkeit" eingetreten. Was ist ein unbezahltes Praktikum in einem Wirtschaftsunternehmen, das von der "Arbeitsvermittlung" angeordnet wird, denn anderes als "Ehrenamtliche Tätigkeit" zur Mehrung der Unternehmensgewinne?
 
Was ist die Arbeit eines "Aufstockers" denn anderes als die Aufsplittung seiner Leistung in einen bezahlten und einen "ehrenamtlichen" Teil?
 
Ich wage einen krassen Vergleich, der aber nichstdestoweniger vollkommen berechtigt ist, solange nicht die gesamte Gesellschaft sich in absolutem Altruismus übt, solange nicht das Geld als überflüssig angesehen wird, weil alle nach ihren Kräften freiwillig leisten, was benötigt wird, und alle sich den Ertrag ehrlich und neidlos teilen.
 
Nach Schätzungen des Deutchen Roten Kreuzes sind in Deutschland ungefähr 17 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. (Wikipedia)
Unterstellt man, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit im Durchschnitt an ungefahr 10 Stunden pro Monat erbracht wird, dann handelt es sich um eine Gesamtleistung von rund 2 Milliarden Arbeitsstunden. Setzt man den wahren "Geldwert" einer solchen Arbeitsstunde knapp oberhalb des Mindestlohnes mit 10 Euro an, dann handelt es sich um eine volkswirtschaftlichen Aktivposten von 20 Milliarden Euro, der von etwa einem Drittel der erwerbsfähigen Bevölkerung erbracht wird.
 
 
"Viele Bereiche des öffentlichen und sozialen Lebens würden ohne Ehrenamtliche kaum mehr existieren", schreiben die Wikipedia-Autoren dazu weiter, und verweisen damit implizit darauf, dass dieses "eine Drittel" der Bevölkerung Leistungen einbringt, für die von den beiden anderen Dritteln keine adäquate Gegenleistung erbracht wird.
 
Und so lange das so bleibt, so lange die Lasten, bei allen abgestuften Formen der Freiwilligkeit, von der Begeisterung bis zur Zwangsmaßnahme, so ungleich auf die Schultern verteilt bleiben, sollten alle Ehrenamtlichen nach den geltenden Tarifen bezahlt werden und das dafür erforderliche Geld durch Steuern und Abgaben wieder hereingeholt werden.
 
Wir leben nun einmal in einer "Geldwirtschaft" und nicht in einer "Geschenkwirtschaft", das sind zwei Systeme, die sich nicht vereinen lassen, ohne dass die Geldwirtschaft den Ertrag der Geschenkwirtschaft stillschweigend für sich vereinnahmt.
 
Wenn ich mir vorstelle, dass die Leistung sämtlicher Ehrenamtlicher in Deutschland zwar direkt den von Ehrenamtlichen betreuten Menschen und Institutionen dient, die Ersparnis aus der Ehrenamtlichkeit jedoch nur eine weitere Finanzquelle für die Rettung von Banken und Spekulanten darstellt, kommt mir das Kotzen.
 
Ja, Frau Kraft, die Ehrenamtlichen machen das Land lebenswerter, da haben Sie recht, reicher machen sie aber nicht das Land, sondern nur diejenigen, die sich das Land zu eigen gemacht haben, einschließlich all jener internationalen Konzerne, die hier ihre Gewinne einfahren, aber - Dank H. Juncker - von der Beteiligung an der Finanzierung der öffentlichen Aufgaben fast vollständig befreit sind.
 
Und sage keiner, es fehle am Geld.
 
Ausreichend viel Geld zu schaffen, um die mögliche Arbeit auch bezahlen zu können, ist überhaupt kein Problem. Doch so lange man das "Geldmachen" den privaten Banken überlässt, statt als souveräner Staat die Herrschaft über das eigene Geld selbst auszuüben, wird daraus halt nichts. Doch diese einfache, kleine Entscheidung zu treffen, ist unserem Parlament noch nicht einmal eine Überlegung wert.
 
Es gib ja genug Ehrenamtliche.
Warum sollten wir etwas ändern?
 
 

 
 
 
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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

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Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

 Links

Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
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http://www.sozialticker.com

Kritisches Netzwerk
engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
http://www.kritisches-netzwerk.de/

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das labournet - die Gewerkschaftslinken
http://www.labournet.de

Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

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nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de

 

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