Paukenschlag
am Donnerstag
No. 18 /2015
vom 7. Mai 2015


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring


Reverend Gauck

Mit einem trauerumflorten Lächeln stand er da am Rednerpult und erinnerte.

Der große Krieg ist seit 70 Jahren zu Ende und ausgerechnet Joachim Gauck stand vor der heiklen Aufgabe, dazu die passenden Worte zu finden und zu verkünden.

Historische Worte
 
 

 Ronald

 Gauck

 .... tear down this wall,

 but stay behind
 
 
Joachim Gauck hat sich dieser Aufgabe gestellt und dabei einen Weg gefunden, sich auch noch 70 Jahre nach dem Ende eines Krieges, aus dem die USA als der große Gewinner hervorgegangen sind, jeder historischen Würdigung der Ursachen dieses Völkerschlachtens zu enthalten.
 
Der Schwerpunkt seiner Rede galt daher nicht dem Krieg als solchem, er galt nicht dem unendlichen Leid, das von 1939 bis 1945 die Welt heimsuchte, er galt nicht den Soldaten, die im Kampf ihr Leben ließen, nicht der Zivilbevölkerung, die geschunden wurde. Er verlor kein Wort über die Waffen- und Munitionslieferanten, die sich am Krieg goldene Nasen verdienten und sowohl in Deutschland als auch in den USA heute noch vom im Krieg gewonnenen Reichtum zehren.
Er sprach nicht darüber, dass auch heute wieder Kräfte am Werk sind, die mit brennenden Feuerzeugen um die Pulverfässer des Dritten Weltkriegs tanzen und wütend jeden verdammen, der es wagt, ihnen mit einem Feuerlöscher den Spaß zu verderben.
 
Nein, Joachim Gauck gefiel sich darin, den Deutschen vorzuhalten, sie würden nicht oder, wenn doch, zumindest viel zu wenig an das Schicksal der von den Deutschen in Kriegsgefangenschaft genommenen Russen denken. Dies läge im "Erinnerungsschatten".
 
Es liegt so vieles im "Erinnerungsschatten"!
 
Selbstverständlich konnte Reverend Gauck auch erklären, wie es zu diesem "Schattenwurf" gekommen sein könnte.
 
Das eigene Leid hätte den Blick auf die eigene Schuld verstellt.
 
Die Besatzungs- und Expansionspolitik der Sowjet-Union, die Errichtung einer kommunistischen Diktatur mit Rechtsferne, Unfreiheit und Unterdrückung in der sowjetisch besetzten Zone, hätten diejenigen bestätigt, die wegschauten und sich nicht erinnern wollten.
 
Und, auch in der DDR, wo die Erinnerung an das heldenhafte sowjetische Brudervolk groß geschrieben wurde, ließ der amtlich verordnete Heldenmythos wenig Raum für Empathie mit jenen, die keine strahlenden Sieger waren, sondern (als Gefangene) Opfer, Entrechtete und Geschlagene.
 
Außerdem habe in Westdeutschland und später im wiedervereinigten Deutschland die Erinnerung an den Holocaust und die "beginnende Scham" darüber, die anderen Verbrechen überlagert.
 
(So waren dann wohl doch die Sowjets "irgendwie" selbst schuld, dass wir das Leid der von der Wehrmacht Gefangengenommenen nicht an erster Stelle unserer nationalen Erbschuld vor uns hertragen.)
 
 
 
Ach, verehrter Herr Bundespräsident!
 
Das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs auf 5,3 Millionen sowjetische Soldaten herunterzubrechen, die in Kriegsgefangenschaft gerieten, und anzuklagen, dass dieser Menschen, von denen die Hälfte in der Gefangenschaft umgekommen ist, zu wenig gedacht würde, ist zwar ehrenwert, verfehlt die Würdigung der historischen Ereignisse von 1914 bis heute jedoch bei weitem.
 
Dass Sie in letzter Zeit mehrfach darauf hingewiesen haben, dass die feige bundesdeutsche Spaßgesellschaft einfach keine Lust mehr habe, Krieg zu spielen, sich aber wieder daran gewöhnen müsse, dass Söhne, die in die Welt hinausgeschickt wurden, in Zinksärgen und Leichensäcken zurückkämen (das sind meine Worte, Sie sagten zum Beispiel: "Ich muss wohl sehen, dass es bei uns - neben aufrichtigen Pazifisten - jene gibt, die Deutschlands historische Schuld benutzen, um dahinter Weltabgewandtheit oder Bequemlichkeit zu verstecken", und, "Ohne uns als purer Reflex kann keine Haltung sein, wenn wir unsere Geschichte ernst nehmen", und, eine funktionierende Demokratie erfordere aber auch Einsatz, Aufmerksamkeit, Mut "und eben manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben”), das können Sie mühelos mit Ihrer Trauer um kriegsgefangene Rotarmisten vereinen. Krieg ist eben, das haben Sie auch, zumindest so ähnlich, gesagt, manchmal eine friedensstiftende Notwendigkeit. Diese Notwendigkeit schließt jedoch auf allen Seiten notwendigerweise Tote und Verstümmelte, Gefangene und die Folter von Gefangenen mit ein. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei den Verantwortlichen der USA, die werden Ihnen das fraglos bestätigen.
 
Sie stehen fest zu den Machthabern in der Ukraine, Sie stehen - trotz aller Demütigungen, die gerade jetzt wieder als "Geheimdienstaffäre" hochkochen - fest zu der Führung der Vereinigten Staaten und mit dieser fest gegen den "russischen Aggressor", der in seinem gnadenlosen Expansionsdrang in den letzten 70 Jahren so viele Kriege (wie viele waren es eigentlich?) vom Zaum gebrochen hat ...
 
Ich hätte Sie gerne als Teilnehmer der Pleisweiler Gespräche gesehen, wo Werner Rügemer am letzten Wochende einen bemerkenswerten Vortrag gehalten hat.
 
Sie hatten keine Zeit? Macht nichts, es gibt ein Video im Netz. Sie können es jederzeit aufrufen.
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

Sie wollen das nicht?

Dann lassen Sie das Tau los, an dem Sie so unermüdlich ziehen, ohne eine Schritt weiterzukommen. Versuchen Sie, alle anderen ebenfalls zu überzeugen, sich nicht mehr am Tauziehen, am Wettbewerb zu beteiligen.

Der Goldklumpen bleibt dann liegen, wo er immer lag und auch immer liegen bleiben wird, bis die Idee ihn einfach friedlich zu teilen sich durchsetzt. Denn der Joker alleine hat überhaupt keine Kraft.

Er ist ein Nichts. Eine Fiktion.

Eine durchaus nützliche Fiktion. Ja.

Mit Geld kann man kaufen, für Geld kann man arbeiten, weil es aber keinen eigenen Wert hat, eignet es sich am besten als Instrument zum Diebstahl im großen Stil.

Bevor der Euro endgültig scheitert, wird noch einmal so viel wie möglich davon in die Welt gesetzt. Es ist - nach konventioneller Betrachtungsweise - Falschgeld. Es ist glatter Betrug, doch niemand wagt es, den Joker deswegen anzuklagen.

Es ist Diebstahl und Raub, vielfach verbunden mit Erpressung, doch der Joker kann sich weiter absolut sicher fühlen. Wir alle haben ihm durch unser Verhalten diese Stärke erst gegeben. Wir haben erlaubt, dass das Parlament und die Regierung den Joker gestützt haben, wir haben zugesehen, wie das Verfassungsgericht den Joker immer wieder durchgewunken hat, obwohl er längst die rote Karte verdient hätte.

Doch eines ist sicher.

Wenn alles den Bach runter ist. Da unten, am Ende des Baches, dann ist es zu spät. Dann haben die Globalisierer endgültig gewonnen - und wir haben endgültig und alles verloren. Nicht nur Geld und Gut, Wohlstand und Lebensfreude, sondern vor allem auch unsere Freiheit und unsere Würde.

Wir sollten vorher aufhören, uns gegenseitig zu neutralisieren, sondern uns stattdessen auf unsere ureigensten Interessen konzentrieren und diese miteinander verfolgen.

Dazu gehört nicht die Rettung des Euro.

Dazu gehört kein Freihandelsabkommen mit den USA.

Dazu gehört keine Sanktion gegen Russland und auch nicht die Austeritätspolitik gegenüber Griechenland.

Dazu gehören nicht Vorratsdatenspeicherung und Kriegseinsätze der Bundeswehr.

Dazu gehört fast nichts von alledem, was unsere Regierung derzeit tut und für die Zukunft plant.

 

Sich heute vereint dagegen zu stellen, ist besser als morgen im Bürgerkrieg auf den Barrikaden erschossen zu werden.


Nehmen Sie den Kopf aus dem Sand, legen Sie die rosarote Brille beiseite und setzen Sie Ihre schärfste Lesebrille auf.

Wie weit sich die Diktatur auch in Europa schon ausgebreitet hat, weil sich jeglicher Widerstand in Einzelanstrengungen neutralisiert, beschreibt Florian Stumfall in seinem Buch:

"Das EU-Diktat - vom Untergang der Freiheit in Europa"


Wie weit wir alle miteinander in der irrigen Überzeugung gefangen sind, es gäbe noch nennenswerte bürgerliche Freiheiten, und wie tief wir den Kopf in den Sand stecken, um die Wahrheit nicht sehen zu müssen, darüber klärt Herbert Ludwig auf, in seinem Buch:

"Macht macht Untertan
Methoden der Unterdrückung in der Demokratie"


Wie Geld funktioniert, wo es herkommt - wo es bleibt, und warum Geld die Umverteilung von unten nach oben unterstützt und begünstigt, warum es vollkommen unmöglich ist, jemals alle Schulden zu tilgen, ja noch nicht einmal die Staatsschulden alleine, das erfahren Sie in meinem Buch:
 
Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre
Band III - Über das Geld
 
 

Wie es zur Einführung des Euro gekommen ist, obwohl alle inzwischen eingetretenen Probleme absehbar waren, wo die Gewinner aus der Euro-Krise sitzen und wo die Verlierer - und warum der Euro wieder von Weltbühne verschwinden wird, erfahren Sie in meinem Buch
 
"Das Euro-Schlachtfest
Die Logik der Krise"
 


In einem schmalen Bändchen habe ich vor Jahren einige zuvor online veröffentlichte Artikel zusammengefasst, die den schleichenden Verlust unserer Freiheiten dokumentieren und dazu aufrufen, sich schützend vor die Freiheit zu stellen. Es trägt den Titel:
 
"Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen"
 
 

Warum trotz aller alarmierenden Zustände, trotz offensichtlich vollkommen fehlgeleiteter Entwicklungen, sich kein Widerstand formiert, um das Establishment hinwegzufegen, erläutere ich in dem Buch:
 
"Wo bleibt die Revolution - Die Sollbruchstelle der Macht"
 
 
Ich meine allerdings, die Veränderung hat schon begonnen.
 
Wenn sie abgeschlossen ist, wird sie uns vermutlich wie eine Revolution vorkommen, und wenn wir Glück haben, erreichen wir diesen Abschluss ohne dass der Widerstand gegen die notwendigen Veränderungen unnötiges Blutvergießen erfordert.
 
 
..
 
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Wirbel selbst einrenken?

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 Anker Julie