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30. September 2014
 
09.00 Uhr Eine Lanze für Öttinger
 
Wenn ich vor der Wahl stünde, einen Abend entweder mit Martin Sonneborn oder Günther Oettinger zu verbringen, ich bräuchte keine Millisekunde Bedenkzeit.
 
Doch heute zwingt mich ausgerechnet Martin Sonneborn dazu, mich schützend vor Günther Oettinger zu stellen.
 
Beide - und da fängt der vollendete Blödsinn an - spielen auf einer Bühne, bei der die Statisterie von den europäischen Bevölkerungen nach Maßgabe ihrer unterschiedlichen Wahlgesetze mit so genannten Parlamentariern bestückt wird, während die Hauptrollen in nichtöffentlichen Casting-Veranstaltungen besetzt werden.
 
Die Statisterie im Parlament hat auf die Entwicklung der EU ungefähr so viel Einfluss, wie Frau Paungger auf den Wechsel von Voll- und Neumond, was aber fanatische Mondgläubige ebensowenig hindert, alljährlich neu den Versuch zu unternehmen, Johannas Mondkalender in die Bestsellerliste des deutschen Buchhandels zu hieven, wie es fanatische Demokraten daran hindern konnte, zu glauben, es handele sich bei der Wahl zum EU-Parlament um die Direktwahl des Kommissionspräsidenten Martin Schulz Deutschland als Ersatz für den abhanden gekommenen Papst Ratzinger Bayern (beide Namen absichtlich ohne Komma!).
 
Die Kommissare hingegen, dürfen nach dem Willen von Drehbuchautoren und Regie auf offener Bühen die reine Willkür verkörpern, nachdem sie von der Statisterie feierlich abgenickt wurden.
 
Nun hat das Parlament wieder einmal die große Zirkusnummer angesetzt, bei der die künftigen Kommissare so tun müssen, als würden sie aus Angst vor dem Parlament durch brennende Reifen springen und andere kurzweilige Kunststückchen vollbringen, wie man sie von den von PETA verteufelten Tierdressurnummern im Zirkus kennt.
 
Das ist ein Stück uramerikanischer Tradition und ungefähr so wichtig wie das große Truthahnfressen zu Thanksgiving, der Auftritt von Zigtausenden Santa Coca Cola Clauses vor allen Shopping Malls mit mehr als 500 Square Yards Verkaufsfläche und eine gefühlte Milliarde kerzenbestückter Hohlköpfe in Kürbisnachbildung zu All Hallows’ Eve.
 
Zur Nachricht wird der Showdown nur, wenn - wie im Circus Maximus - ausgesprochen ungleiche Gladiatoren aufeinandertreffen. Diesmal Günther Oettinger mit der allseits plattgeschliffenen Keule und Martin Sonneborn, der aus sicherer Distanz seine Nanotech-Wespe zum Sticheln auffliegen lässt.
 
Natürlich ist ein Kabarettist gegenüber einem Politiker im Vorteil. Selbst wenn er es geschafft hat, als Kandidat einer Knalltüten- und Jux-Partei ins Europa-Parlament entsandt zu werden. Sein Interesse ist es, Klamauk zu machen und auf diese Weise seinen Marktwert zu steigern. Das darf er gerne, das soll er tun, er soll es tun, so gut er kann, und ich werde mich daran ergötzen - doch der Spaß hört auf, wenn Satire und Realität, Kabarett und Parlament zu austauschbaren Stilmitteln und Schauplätzen eines clownesken Nihilismus werden, hinter dem nur noch Sinnleere und Scheißegalität herrschen.
 
Ich mag den öffentlich selbstgefällig in sich ruhenden Kommissarsanwärter Oettinger nicht. Dafür gibt es sachliche Gründe, die in einer sachlichen Diskussion erörtert werden sollten, dazu muss man nicht persönlich werden.
 
Und deswegen mag ich Günther Oettinger nun genau in jenem Punkt Recht geben, wo seine hohnlachenden Kritiker ansetzen, um seine fehlende Qualifikation für das neue Amt herauszustellen.
 
Wenn Oettinger sagt:
 
"Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt, kann er doch nicht von uns erwarten, dass wir ihn schützen. Vor Dummheit kann man die Menschen nur eingeschränkt bewahren",
 
dann hat er vollkommen recht.
 
Wer hingegen argumentiert, die Nacktfotos seien von den Prominenten ja nicht "ins Netz" gestellt worden, sondern in "die Cloud", und betont, "die Cloud" sei schließlich sicher, "das Netz" hingegen nicht, breitet selbst jenes Maß an Dummheit aus, von dem Oettinger sagt, man könne die Menschen nur eingeschränkt vor ihrer eigenen Dummheit bewahren.
 
 
 

 
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Karl Waldecker

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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