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18. Juli 2014
 
 
10.00 Uhr Verwirrspiel um einen Flugzeugabsturz
 
Eine Maschine der Malaysien Airlines, Flug Nr. MH 17, ist über der Ostukraine vom Reiseflug in rund 10.000 m Höhe in den Sturzflug übergegangen und am Boden zerschellt.
 
Die Todesursache für die 285 Menschen an Bord soll eine Flugabwehrrakete russischer Bauart vom Typ BUK gewesen sein.
 
Das ist Spekulation Nr. 1, die sich vor allem darauf stützt, dass andere Flugabwehrsysteme, die sich im Besitz der Separatisten befinden, ein Flugzeug in dieser Höhe nicht erreichen könnten.
 
Spekulation Nr. 2, zur Stützung der Spekulation Nr. 1 besagt, dass die so genannten Rebellen insgesamt 2 solcher Waffensysteme erobert haben sollen, das sei sogar kurzzeitig auf einer Internetseite der Separatisten zu lesen gewessen sein.
 
Spekulation Nr. 3, auf den Spekulationen Nr. 1 und 2 aufbauend besagt, dass die Separatisten wohl gar nicht auf die Passagiermaschine gezielt hätten, sondern auf ein Kampfflugzeug der Regierung in Kiew, dass der Flugkörper dann aber sein Ziel "aus den Augen verloren" und sich irrtümlich an der Triebwerkshitze der Passagiermaschine orientiert habe.
 
An dieser Stelle ist ein bisschen Sachaufklärung geboten. Sollte es eine BUK-Rakete gewesen sein, muss man wissen, dass es davon zwei Ausführungen gibt, die ältere
"Buk M1, NATO-Code SA-11 Gadfly" und das Nachfolgemodell "BUK M2", mit größerer Reichweite und höherer Treffergenauigkeit. Doch eines zeichnet beide Systeme aus: Sie sind einigermaßen kompliziert - und die Zielerfassung und Zielverfolgung ist auf Radarsysteme gestützt. Die Theorie, die Rakete hätte sich ihr Ziel per Thermosensor selbst ausgesucht, muss damit beerdigt werden.
 
Sollte Flug MH 17 mit einer BUK-Rakete abgeschossen worden sein, dann nicht irrtümlich, sondern absichtlich.
 
Spekulation Nr. 4 besagt nun, der Angriff hätte der Maschine des russischen Präsidenten Putin gegolten, der sich zu diesem Zeitpunkt auf der Rückreise vom BRICS-Gipfel in Südamerika befand. Kritiker wenden ein, dass die Präsidentenmaschine wohl kaum eine so südliche Flugroute gewählt haben könne, um nach Moskau zu kommen.
Der Versuch, eine Gerade zwischen Rio de Janeiro und Moskau zu zeichnen, führt allerdings zu der Erkenntnis, dass da allenfalls eine minimale Abweichung von der Ideallinie zu verzeichnen ist - und vielleicht wollte Putin einfach den Luftraum über Polen vermeiden. Dort ist man ihm immerhin weniger freundlich gesinnt als in der Ost-Ukraine, und Regierungswechsel haben sich dort auch schon per Flugzeugabsturz vollzogen.
 
Bis hierher ist festzuhalten, dass der Abschuss, sollte er mittels einer Rakete vom Typ BUK erfolgt sein, absichtlich und gezielt erfolgte.
 
Über solche Raketen verfügen selbstverständlich Russland, daneben die Regierung in Kiew, und vielleicht auch die Separatisten in Donezk und Lugansk. Aus allen drei "Herrschaftszonen" könnte - von der Reichweite her - eine solche Rakete abgeschossen worden sein.
 
Stellt sich die Frage: Wem nützt es?
 
Solange unklar bleibt, woher die Rakete kam, nützt der Abschuss vor allem den USA, der NATO und der Ukraine - und dies vor allem in der öffentlichen Meinung, denn die Kriegslust der Bevölkerung ist noch zu gering, um Kiew offiziell militärisch Beistand zu leisten. Die "Untat", 285 unschuldige Menschen, darunter 80 Kinder, aus rein terroristischen Motiven ums Leben zu bringen, schafft Empörung und den Ruf nach einem robusten Eingreifen.
 
Die Separatisten sind wahrscheinlich intelligent genug, das auch zu begreifen, und würden deshalb niemals absichtlich eine Passagiermaschine vom Himmel holen, und "versehentlich" geht mit dieser Technik halt leider nicht.
 
Russland selbst hat das allerhöchste Interesse, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen und würde eine solch dämliche Tat niemals begehen, es sei denn, es bestünde die Möglichkeit, zweifelsfrei zu beweisen, dass Poroschenko und seine Truppen die Verantwortlichen sind. Dieser Nachweis ist jedoch nicht zu erbringen.
 
Aus den USA werden stattdessen Informationen über Satellitenbilder gestreut, die den Abschuss der Rakete und den Treffer erkennen lassen. Allerdings wird es auch nicht zweifelsfrei zu beweisen sein, dass diese Bilder echt sind. Hier ist ebenfalls wieder die Hoffnung zu erkennen, dass Aussagen der US-Militärs und -Geheimdienste wenigstens noch so viel Glaubwürdigkeit genießen, dass der normale BILD-Leser sich in seiner Empörung bestärkt fühlt.
 
Sonderbarerweise wird die Spekulation Nr. 5, dass der Absturz nicht durch einen Treffer einer Boden-Luft-Rakete, sondern durch den Einsatz einer Luft-Luft-Rakete erzielt wurde, allenfalls in Halbsätzen erwähnt und sofort als "unmöglich" eingeordnet.
 
Dazu müsste der Kampfjet für das Radar weitgehend unsichtbar sein, also ein Tarnkappenflieger, der vielleicht von hochgerüsteten Militärs, aber nicht von der zivilen Luftraumüberwachung wahrgenommen werden kann. Hier könnte z.B an die F22 Raptor gedacht werden, die mit Luft-Luft-Raketen ausgerüstet ist. Allerdings ist der nächstgelegene bekannte Stützpunkt dieses Fluggeräts die Al Dhafra Airbase am Persischen Golf, und für einen Spaziergang in die Ostukraine ist die Reichweite zu gering.
Zudem besteht für die USA keine Notwendigkeit, einen solchen Einsatz zu fliegen, befinden sich die benötigten Boden-Luft-Raketensysteme doch in Händen der "Verbündeten" in Kiew.
 
Spekulation Nr. 6 ist gar nicht aufgekommen. Flugzeuge fallen schließlich manchmal auch ganz ohne Fremdeinwirkung vom Himmel - oder verschwinden auf rätselhafte Weise rückstandsfrei aus der Welt der frei zugänglichen Informationen.
Dass es sich hier wieder um ein Fluggerät der Malaysien Airlines handelt, könnte doch den Verdacht erhärten, dass da irgendwo in Kuala Lumpur hin und wieder jemand an verbotenen Schrauben dreht oder verbotene Türen öffnet. Das hat - so meine ich - einmal funktioniert, und was einmal funktioniert, wird gerne ein zweites Mal versucht.
 
Man kann also durchaus über die öffentlich angebotenen Spekulationen hinausdenken.
 
Was auch immer die Ursache für den Absturz gewesen sein mag, eines ist schon heute klar: Dieses Ereignis hat im Westen die antirussische Stimmung verstärkt - ein Geschenk, dass der NATO aus 10.000 m Höhe direkt in den Schoß gefallen ist.
 
Auf weitere verwirrende Spekulationen bin ich gespannt.
 
Kommentare:
 
Hallo Herr Kreutzer,
die bürgerlichen Qualitätsmedien heulen bereits massiv auf. Der Schuldige steht bereits fest: ganz einfach.Wladimir Putin wars. Wer sonst? Hier wird Ihre Frage erst gar nicht gestellt : Wem nützt es?
Interessant ist auch, das Vorgehen der Medien zu beobachten. Den ganzen Tag waren die Berichte über den Flugzeugabsturz bei T-Online für Kommentare nicht freigegeben. Erst als die Presse mit geballter Kraft über Putin hergefallen ist, durfte man plötzlich kommentieren.
Erstaunlich ist allerdings, dass mind. 75% der Schreiber, den Medien den ganzen Rummel nicht abkaufen. Viele durchschauen die Propagandaabsicht.Fragen über Fragen: Cui bono? Warum Putin? Wo liegt der Hund in Wirklichkeit begraben? Wer hat tatsächlich das ganze Theater in der Ukr. losgetreten.
Was sucht ein ziv. Flugzeug in einem Gebiet, wo fast täglich Flugzeuge abgeschossen werden? Wo sind die Beweise für die Behauptungen? Und, und,und.
Tja, Herr Kreutzer, vielleicht waren Ihre (u.a.) jahrelangen Aufklärungsbestrebungen doch nicht ganz umsonst. Vielleicht klappt es auch noch in der Innenpolitik.
Viele Grüße
Vincenz Zauner
 

 
Auf weitere verwirrende Spekulationen bin ich gespannt.
 
Ich auch.

Was halten Sie von Spekulation Nr. 7: Um einen besonders heiß geliebten 'Player' dieser dem Dollar-Imperium langsam gefährlich werdenden BRICS-Entwicklung aus dem Rennen zu werfen bieten sich die unübersichtlichen Verhältnisse in diesem Bereich der Ukraine doch sehr gut an, sozusagen in verdeckter Operation dem betreffenden Herrn ein jähes Ende zu bereiten.
Bei mittels Radar gesteuerten Flugbewegungen kann es doch durchaus auch 'menschliches Versagen' geben. Da hat einfach jemand daneben-geschielt.

~~~
Hans Scharpf bei Radio Regenbogen am vergangenen Sonntag:
http://www.regenbogen.de/shows/396/talk-of-town (Audio 28 min)
~~~

Freundliche Grüße
Peter Hennig

Lieber Wolfgang,
Zum heutigen Tageskommentar wegen des Flugzeugabsturzes lies mal
was Fefe (ein Veteran des Chaos Computer Clubs) dazu schreibt:
Siehe
http://blog.fefe.de/ unter dem heutigen Datum.
 
Sigbert
 
Theorie Nr. 6:

Wurde MH17 überhaupt abgeschossen?
Freitag, 18. Juli 2014 , von Freeman um 00:05

Gleich beim ersten Erscheinen der Meldung über den Absturz von Flug MH17 haben alle Medien als Ursache einen Raketenabschuß unterstellt. Für mich ist das eine Behauptung ohne tatsächliche Beweise. Meine Analyse der Aufnahmen unmittelbar nach dem Absturz, des Trümmerfeldes und der Zeugenaussagen widersprechen aber dieser Ursache. Was spricht gegen einen Abschuß? Guckt euch folgendes Foto an. Was fällt euch auf?

Es liegen zwei Triebwerke im Trümmerfeld. Das ist für mich ein Hinweis, die Maschine wurde nicht abgeschossen, weil sie ist als Ganzes auf den Boden knallt. Auch die Flügel liegen in der Nähe. Wenn eine Rakete die Boeing 777 in 10 Kilometer Höhe getroffen hätte, dann wäre die Maschine in der Luft explodiert und ein Trümmerregen wäre wie Konfetti über viele Quadratkilometer runtergegangen. Die Triebwerke und andere Wrackteile würden nicht zusammen liegen
 
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Wurde MH17 überhaupt abgeschossen?
Hochachtungsvoll
Erwin Eismann
 

 
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Egon W. Kreutzer
 
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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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