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9. Dezember 2014
 
09.00 Uhr Die OECD verkennt das wahre Probleme der Ungleichheit
 
Die OECD kommt in diesen Tagen zu dem für nicht überraschenden Schluss, dass die immer weiter aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich ein massives Wachstumshemmnis darstellt, und dass Deutschland deswegen seit Jahrzehnten weniger erwirtschaftet als möglich wäre.
 
Die OECD wagt aber nicht, eine Empfehlung zu geben, die direkt und unmittelbar den Missstand beseitigen, oder doch zumindest verringern würde. Das wäre nämlich die Empfehlung, Kaufkraft zu den Konsumenten zu bringen, also die Löhne zu erhöhen. Die OECD kapriziert sich stattdessen auf den Bildungsbereich. Würde Deutschland mehr in Bildung investieren, hätten nicht nur die Jungen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und daher ein höheres Einkommen, sondern die ganze Volkswirtschaft würde vom Zuwachs der Kompetenzen profitieren und könnte sich im internationalen Wettbewerb besser aufstellen.
 
Dies ist eine gezielte Irreführung der Öffentlichkeit. Es wird eine für "gut und wichtig" empfundene Zielsetzung, nämlich bessere Bildungschancen zu schaffen, als Heilmittel empfohlen, was aber in einer Volkswirtschaft, die mit Gewalt in einen Niedriglohnsektor verwandelt wurde, nur zu den bekannten Ergebnissen führt: Unbezahlte Praktika für Studenten, auch nach dem Abschluss der Hochschulausbildung, Ein-Euro-Jobs und Hartz-IV auch für Hochqualifizierte, immer weiter sinkende Einstiegsgehälter und der Ruf nach ausländischen Fachkräften, die bereit sind noch billiger zu arbeiten, bestimmen das Bild, in dem zusätzliche Bildung nicht zu zusätzlichem Wohlstand führt, sondern lediglich zu einer optimierten Ausnutzung der verfügbaren Human Ressources.
 
Warum also empfiehlt die OECD nicht, wie das einige wenige mutige Ökonomen (Heiner Flassbeck, z.B.) seit langem fordern, die Löhne kräftig zu erhöhen?
 
Es wird daran liegen, dass die OECD nicht geschaffen ist, um gesamtgesellschaftlich und folglich in Kategorien wie "Wohlstand" zu denken, sondern lediglich makroökonomische Überlegungen anstellt, in denen es nicht um das Wohlergehen der Menschen, sondern lediglich um die Maximierung des Leistungsoutputs der Volkswirtschaft geht.
 
Und weil "Leistung" sich lohnen muss, und weil die gemessene volkswirtschaftliche Leistung aus den Büchern der Unternehmen stammt, die wiederum zur Motivation einen Gewinnanreiz brauchen, stellen sich höhere Löhne aus dieser Sicht als kontraproduktiv dar.
 
Ich habe es an anderer Stelle schon einmal vorgerechnet: Die Lohnerhöhung, die das einzelne Unternehmen ausspricht, verteuert die Produktion um den Betrag des Brutto-Lohnes, zuzüglich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Ein Produkt, das im Handel für 95,20 Euro angeboten wird, bringt dem Unternehmer nach Abführung der Mehrwertsteuer netto 80,00 Euro in die Kasse. Versucht der Unternehmer, einen Gewinn vor Steueren von 10 Prozent zu erzielen (also 8,00 Euro) und bestehen seine Kosten zu je einem Drittel aus Personal-, Material- und Kapitalkosten, dann entfallen das Produkt Lohnkosten in Höhe von 24,00 Euro. Eine Lohnerhöhung um 5 Prozent erhöht die Kosten folglich um 1,20 Euro.
 
Das hört sicht nicht schlimm an, ist es bei vernünftiger Betrachtung auch nicht. Der Unternehmer könnte schlicht auf diese 1,20 Euro Gewinn verzichten, doch daran hat er natürlich kein Interesse. Er fragt sich - betriebswirtschaftlich vollkommen korrekt - welchen Nutzen ihm die Lohnerhöhung bringt. Und da sieht es mau aus.
 
Gehen wir davon aus, sein Netto-Jahresumsatz aus dem Verkauf von 100.000 Stück dieses Artikels beläuft sich derzeit auf 8 Millionen Euro, die ihm einen Vorsteuer-Gewinn von 800.000 Euro bescheren, und er möchte diesen Gewinn auch nach der Lohnerhöhung noch erhalten, oder gar steigern, dann müsste er, statt 100.000 Stück künftig insgesamt 117.647 Stück produzieren und zum gleichen Preis verkaufen, bräuchte also einen Kaufkraftzuwachs von 17.647 * 95,20 Euro, also 1.679.994 Euro, um die Waren auch absetzen zu können. Doch mit der Erhöhung seiner Personalkosten um 5 Prozent von 2,4 auf 2,52 Millionen Euro für 100.000 Stück, und auf 2,965 Millionen für die Produktion von 117.647 Stück, hat er nur ein Drittel dessen in den Markt gebracht.
 
Es ist diese Betrachtungsweise, in welcher das Gewinninteresse der Unternehmen die Zielgröße ist, auf die alles andere abgestimmt werden muss, die einerseits dazu führt, dass die Schere zwischen Arm und Reich so weit aufgegangen ist und immer weiter aufgeht, und es andererseits unmöglich macht, das Wachsen der Ungleichheit zu stoppen.
 
Das Problem lässt sich mit technokratischen Mitteln, durch Drehen an Stellschrauben, wie jetzt mit der Steigerung der Bildungsausgaben vorgeschlagen, nicht lösen, solange das "Nicht leistungsadäquate Einkommen", das das Kapital als seinen Gewinn bezeichnet, weiterhin das goldene Kalb ist, um das die Gewinner tanzen, während ein paar Meter abseits die Verlierer hungern und frieren.
 
Das Problem besteht darin, dass Menschlichkeit und Gemeinsinn als "Dummheit" angesehen werden, während die Kunst, die eigene Gier maßlos zu befriedigen, als Gipfel der Weisheit gelehrt wird - und sich jeder, der sich nur noch halbwegs auf den Beinen halten kann, blind im Hamsterrad mitrennt, um so viele Krümel abzukriegen, wie nur möglich ist.
 
Den Letzten beißen die Hunde.
 
Doch das können die blind vorwärts und ins Verderben Stürmenden gar nicht sehen, und wissen daher gar nicht, dass die Hunde schon direkt hinter ihnen sind.
 
 

 
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Karl Waldecker

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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

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