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6. Oktoberber 2014
 
08.30 Uhr Draghi Unumkehrbar
 
Als ich noch Kind war, gehörte zu den seltenen Attraktionen des kleinstädtischen Lebens der Auftritt des Lumpensammlers. So eine Art "Mobile Wertstoffsammelstelle" der frühen Fünfziger Jahre. Mit Pferd und Wagen holte er ungefähr alle halbe Jahre einmal das ab, was sich an Altpapier und leeren Weinflaschen, an Eisen- und Buntmetallschrott angesammelt hatte - und bedankte sich dafür mit dekorativen Porzellanfigürchen die ihm die Manufaktur als Ausschussware zur Entsorgung anvertraut hatte.
 
Die Leute damals wussten es nicht besser.
 
Dass einmal Zeiten kommen würden, in denen man vom Lumpensammler für die leere Champagnerflasche exakt die 49,90 Euro wiederbekommt, die man vorher für die volle Flasche Pommery an der Supermarktkasse ausgegeben hat, wäre niemandem auch nur im Traum eingefallen.
 
Heute ist das schönste Realität und erscheint uns so selbstverständlich, dass schon wieder niemand auch nur im Traum die Frage zu stellen wagt, wie dieses Geschäftsmodell eigenlich funktionieren kann.
 
Es ist glatter Betrug. Der Lumpensammler nimmt den Schrott der Banken und bezahlt dafür mit selbstgemachten Blüten den vollen Neu- und Nominalwert. Allmählich breitet sich jeoch auch unter den bisherigen Befürwortern einer durchgeknallten Zentralbankpolitik eine gewisse Skepsis aus:
Ein kurzer Auszug aus "Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise":
 
 
Die der EZB zugedachte Rolle blieb lange im Dunkeln.
 
Dass sie - mehr als vorher die Bundesbank - primär und ausschließlich der Geldwertstabilität, also dem Werterhalt großer Vermögen dienen sollte, war aus ihrer Gründungsurkunde abzulesen, in der sie auf kein darüber hinausgehendes Ziel verpflichtet wurde.
 
Dass sie außerdem als das Instrument zur Disziplinierung der Regierungen der Euro-Zone konstruiert worden war, wurde erst sehr spät deutlich erkennbar - so spät, dass längst alles zu spät war, als die ersten Abordnungen der Troika in Griechenland auftauchten und ihre Befehle erteilten.
 
Das wahrlich Verrückte am Euro liegt ja darin, dass die Idee von der geordneten Staatsinsolvenz überhaupt erst mit der Währungsunion entstehen konnte - und dass mit der EZB eine Institution geschaffen wurde, die Insolvenzverwalter und Insolvenzgericht in einem ist, bzw. sein will - und sein darf.
 
Ein Staat, der seine eigene Währung emittiert, bzw. diese von bei ihm ansässigen Geschäftsbanken emittieren lässt, kann immer mit Mitteln der Liquiditätssteuerung dafür sorgen, dass das Staatsschifflein jene eine Handbreit Wasser unter dem Kiel behält, die es benötigt, um manövrierfähig zu bleiben.
 
Wenn jedoch die EZB nicht will, dann laufen nacheinander alle Staatsschifflein in ihrem Hoheitsbereich auf Grund! Alle.
 
Also entpuppt sich die EZB als der Herold jenes mythologischen Drachens, dem freiwillig Menschenopfer dargebracht werden müssen, wenn er nicht damit beginnen soll, sich seine Opfer rücksichtslos und in Verbindung mit größtmöglichen Kollateralschäden selbst zu suchen und zu schlagen.
Wenn aber die EZB nur der Herold ist, wer ist dann der Drache?
 
Eine mögliche Antwort findet sich in der Antwort auf die etwas anders formulierte Frage, wer nämlich Mario Draghi ausgesandt haben mag, um die EZB zu leiten. Spricht nicht vieles für die Annahme, dass er im Sinne, wenn nicht gar im Auftrag der Eigner von Goldman-Sachs agiert?
 

 
Mit dieser letzten Vermutung schließt sich der Kreis, mit dem die Gemengelage zu umrunden und zu beschreiben war.
Der Euro ließ sich nicht mehr vermeiden, nachdem Gorbatschow die DDR aus dem Ostblock entlassen hatte und Kohl die DM über die neuen Bundesländer ausschütten ließ.
Der daraufhin entfesselte Kampf gegen die ölreichen Schurkenstaaten brachte zwar schöne Einzelerfolge bei der Abwehr eines Dammbruchs im Einflussbereich der Dollarhegemonie, doch die gefürchtete Alternative EURO war damit noch nicht einmal im Ansatz aus der Welt zu schaffen.
Die große, drohende Gefahr für den Dollar-Imperialismus blieb bestehen. Angriffe auf den Euro konnten jedoch nur verdeckt gestartet werden. Eine offene Attacke der USA gegen die europäische Währung hätte vermutlich zum Bruch der NATO geführt, also musste der Angriff von innen geführt werden. Wer kam in Frage? Das Vereinigte Königreich, der beste Verbündete der USA in Europa, war gar nicht erst in den Euro gegangen. Ein Szenario aufzubauen, aus dem heraus Frankreich auf geheimen diplomatischen Wegen zur Ablehnung des Euro hätte gebracht werden können, schien unmöglich. So blieb nur die Möglichkeit, den Euro selbst zum trojanischen Pferd umzubauen.
 
Aus dem Herzen des Euro heraus sollten zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Männer den Zusammenbruch der verhassten Währung einleiten und dabei mit der Plünderung der Schatzkammern des völlig überraschten Feindes noch fette Beute machen.
 
Den verhängnisvollen "Hohlraum" hatten ja die deutschen Vertreter in den Verhandlungen zur Währungsunion selbst geschaffen.
 
Kein Staat dürfe mehr direkt von einer Zentralbank, weder von der eigenen, noch von der EZB direkt finanziert werden. Aller Kreditbedarf jedes Mitgliedsstaates müsse über die Finanzmärkte in Form von Anleihen aufgebracht oder durch direkte Bankschulden befriedigt werden.
Diese Forderung, die auch angenommen wurde, wog weit schwerer als alle Festlegungen zur maximalen Verschuldungshöhe.
Sie wirkt auch heute noch fort, denn Draghis "Bazooka", also die Drohung an die Finanzmärkte, Staatsanleihen unbegrenzt und in jeder Höhe anzukaufen, gilt auch weiterhin nur für Handel auf dem Sekundärmarkt. Direkt vom emittierenden Staat kauft die EZB kein Stück Papier. Die ist eine absolut irrationale, ja geradezu wahnsinnige Privilegierung des Finanzsektors.

Es ist die Lizenz zum risikolosen unbegrenzten Gelddrucken und zum unbegrenzten Zinsgewinn, abgesichert, durch die Drohung der EZB, die von den Märkten zu Recht nicht als Drohung, sondern als "Garantie" aufgefasst werden kann, ihnen jeden einmal angenommenen Schrott auch wieder abzukaufen, wenn die weitere Staatsfinanzierung anders nicht gesichert werden kann.
 
Und dass die weitere Staatsfinanzierung anders nicht gesichert werden kann, dafür tragen die Märkte dann schon Sorge. Das ist ein Spiel, das sie verstehen und uns seit vielen Jahren in aller Schönheit vorexerzieren. Könnten die Märkte das nicht, Sie würden dieses Buch nicht lesen, weil es nicht geschrieben worden wäre, weil es nämlich auch keine Krise gegeben hätte. Weder eine Banken - noch eine Staatsschulden, noch eine Euro-Krise.

Egon W. Kreutzer, Das Euro-Schlachtfest, ISBN 978-3-938175-83-5

 
10.30 Uhr Flassbeck! Flassbeck ...???
 
Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker fallen heute über Hans Werner Sinn her, weil der über Mario Draghi hergefallen ist - und zwar - wie Flassbeck/Spiecker monieren - mit dem Recht, statt mit Argumenten.
 
Wenn ich dieser Debatte auch gerne als "lachender Dritter" folge, halte ich es doch für bedenklich, wenn in der Hitze des Gefechts die Berufung auf das "Recht", und zwar auf das gültige, verbindlich in Kraft gesetzte Recht, als eine "gefährliche" Eskalation verunglimpft wird.
 
Flassbeck/Spiecker dürfen jederzeit dafür eintreten, die Löhne in Deutschland zu Lasten der Lohnstückkosten zu erhöhen, damit das Gespenst der Deflation zu bannen und überhaupt die Schieflage zwischen den so genannten Krisenstaaten und Deutschland zu mildern oder gar ganz aufzuheben.
 
Flassbeck/Spiecker sollten jedoch einmal versuchen, den Beweis dafür anzutreteten, dass Draghis Bazooka, die Sinn aus gutem Grund angreift, in irgendeiner Weise einen Beitrag dazu leisten würde, aus der deflationär wirkenden Austeritäts- und Lohnpolitik heraus und zu gesunden, ausgeglichenen innereuropäischen Handelsbeziehungen zu gelangen. Sie kann es nicht - sie bewahrt ausschließlich die Banken und deren "Sparer" davor, längst eingetretene Risiken auch in den Bilanzen ausweisen zu müssen, indem diese Risiken "klammheimlich" über die EZB-Bilanz in die Staatshaushalte überführt werden.
 
Und selbst wenn Draghis Geldschwemme da ankommen sollte, wo sie ankommen müsste, um zu bewirken, was Flassbeck/Spiecker sich wünschen, wäre das, was da ankommt, doch auch nichts anderes als bestenfalls "Stagflation".
 
Auch wenn sich Griechenland direkt bei der EZB mit Geld versorgen könnte, was ich auch für vernünftiger hielte, wozu allerdings Gesetze und Verträge verändert werden müssten, würde das nicht dazu führen, dass Griechenlands Wirtschaft leistungsfähiger wird. Es würden lediglich die griechischen Importe wachsen ...
 
Das Problem sind nicht die unterschiedlichen Volkswirtschaften, das Problem ist die Gemeinschaftswährung - und je länger versucht wird, dieses kranke Konstrukt am Leben zu erhalten, desto schlimmer werden die sozialen Verwerfungen innerhalb der EU.
 
 
 
 
 
 
 

 
Freiheit ist nicht nur ein philosophischer Begriff.
Freiheit ist etwas sehr Praktisches.
 
Freiheit geht nämlich nicht verloren. Sie wandert von dem, der sie sich nehmen lässt, zu dem, der sie genommen hat und vergrößert damit dessen Macht.
 
Denkanstöße und Handlungsalternativen zur Wahrung der Freiheit finden Sie in den folgenden Büchern aus dem EWK-Verlag:
 
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Freimut Kahrs
 
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Regeln einer liberalen
Gesellschaft
 
 
 
 
Egon W. Kreutzer
 
Unsere Freiheit
 
... man kann sich dafür
einsetzen
 
 
 
 
 
 
 
 

Karl Waldecker

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Egon W. Kreutzer

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

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Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

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nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
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viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
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