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2. Juni 2014 Das Selbstverständliche des laufenden Balles
 
In zwei Wochen bricht wieder einmal das große FiFa-Spektakel über uns herein. Daran können auch noch so schöne und radikal informative Kabarett-Sendungen wie Neues aus der Anstalt nichts ändern, auch wenn sich Uthoff und Wagner noch so viel Mühe damit geben.
 
Nun ist das letzte Testspiel der deutschen Mannschaft ziemlich gründlich in die Hose gegangen. Statt vom Schwung eines grandiosen Sieges wie mit verliehenen Flügeln als Vorrunden-Überflieger dem Finale zuzustreben, macht sich die Erkenntnis breit, dass Löws Kicker schon Schwierigkeiten haben, wenigstens gegen Kamerun nicht zu verlieren. Da haben sich einst belächelte Fußballzwerge zu Angstgegnern gemausert und das spielerische Können unserer Helden ins Leere laufen lassen.
 
Der Bundestrainer kommentierte das mit dem verwegenen Satz:
"Der Ball läuft nicht mehr selbstverständlich".
 
Nun ist also der Ball schuld. Der läuft nicht mehr. Nicht mehr selbstverständlich. Der Trainer hat alles richtig gemacht. Die Spieler haben alles richtig gemacht, wenn nur der blöde Ball mitgespielt hätte.
 
Hebt man den Kopf ein paar Zentimeter aus den Niederungen der professionell-korruptionsverdächtigen Volksbelustigungs-Arenen, stellt man fest, dass das Ende des selbstverständlichen Laufens der Bälle nicht nur im sportlichen Bereich zu konstatieren ist.
 
Werfen wir einen Blick nach Brüssel. Da findet so eine Art Golfturnier statt. Hunderte Millionen Europäer hatten ihre Wettscheine abgegeben, die meisten für Juncker, fast gleich viele für Schulz, und nur ungefähr ein Fünftel der abgegenen Wetten wurde auf krasse Außenseiter abgeschlossen. Doch nun, als schon fast entschieden war, dass der Golfball Juncker eingelocht werden soll, erklären die Veranstalter, dass sie sich wieder einmal nicht an die öffentlich verkündeten Regeln halten wollen, sondern verweisen auf das Kleingedruckte in den Verträgen, wonach ihnen gestattet ist, alle Wetten für ungültig zu erklären. Dummerweise läuft auch hier der Ball nicht mehr selbstverständlich. Die SPD verlangt nicht etwa, dass ihr Kandidat Schulz aufs Treppchen soll, sondern ruft laut: "Juncker! Juncker!". Mutti war erst gegen Juncker, dann für Juncker, nun ist sie wieder gegen Juncker, weil sie vermeiden will, dass ihr Mitgesellschafter Cameron den Ausstieg erklärt, bevor die neuen Sponsorenverträge TTIP und TISA unterschrieben sind. Man fühlt sich genauso verschaukelt, wie von den deutschen Spitzenkickern, deren Konterfeis inzwischen jedes nur denkbare Produkt zieren, um die Einzelhandelsumsätze in die Höhe zu treiben. Doch nicht einmal das gelingt. Es kommt allenfalls zu geringfügigen Verschiebungen der Marktanteile, von jenen, die sich der Massenhysterie fern halten, zu denen, die sie befeuern.
 
Ein Blick nach Frankfurt lässt erkennen, dass der DAX ebenso ruhig, ja beinahe desinteressiert, vor der 10.000er Latte verharrt, wie Miroslav Klose vor dem gegnerischen Tor auf den Steilpass wartet, der jedoch einfach nicht kommen will, obwohl der Schiedsrichter in der EZB so klar und entschieden gegen die Festverzinslichen pfeift, dass der Ruf: "Schiebung! Schiebung!", der immer lauter von den Rängen schallt, selbst vom besten Tontechniker im Ü-Wagen nicht mehr restlos aus der Live-Schaltung herausgefiltert werden kann. Da mögen Bela Rethy und Udo von Kampen noch so euphorisch den Sportsgeist der Mannschaften loben, es bleibt ein fader Nachgeschmack. Doch auch das ist ja nur ein Spiel, dessen Ergebnis man sich mit den feinhopfigen Getränken der Sponsoren wieder schön trinken kann.
 
Schaut man nach Berlin, wo seit Jahren Millionen von Fluggästen nicht vom schönen neuen Hauptstadtflughafen aus in alle Welt starten, wird erneut offensichtlich, dass Löws Satz den Nagel auf den Kopf trifft.
Dass Großprojekte teurer werden und länger dauern als ursprünglich geplant und kalkuliert, ist ja ein Naturgesetz. So manche Pyramide in Ägypten ist viel teurer geworden als angenommen, doch letztlich war immer noch genug Geld da, um die Sklaven bis zur Fertigstellung antreiben zu können. Um in den alten Überlieferungen ein Beispiel zu finden, das dem BER-Debakel wenigstens einigermaßen nahe kommt, muss man bis zum Turmbau von Babel zurückgehen. Der wurde nicht fertig. Die Erklärung dafür liefert die Bibel gleich mit: Die Leute, die am Bau in den unterschiedlichsten Gewerken tätig waren, haben sich nicht mehr verstanden. Sie entwickelten, ohne es zu bemerken, im Laufe der Bauzeit ganz unterschiedliche Sprachen - und auf einer der letzten Projektsitzungen stellten sie wohl fest, dass jegliche Verständigung unmöglich geworden war.
 
Also zogen sie unverrichteter Dinge unter Hinterlassung einer monumentalen Bauruine von dannen, zurück in ihre angestammten Wohngebiete.
 
Ob die deutsche Mannschaft nach dem Viertelfinalspiel gegen Frankreich den Rückflug antritt, wie ich es vermute, oder noch früher - der Ball läuft nicht mehr selbstverständlich. Ob BER 2017 den Flugbetrieb aufnimmt, oder noch später, oder gar nicht - der Ball läuft nicht mehr selbstverständlich. Selbst wenn Juncker doch noch Kommissionspräsident werden sollte, er wird wird den Verfall des babylonischen Turmes von Brüssel nicht aufhalten können.
 
Gerade eben habe ich noch gelesen, dass auch der so genannte "Flächendeckende Mindestlohn" auf dem brüchigsten aller Fundamente steht, dem GroKo-Koalitionsvertrag, und daher wegen vermuteter Baufälligkeit nach nochmaliger Überprüfung der Statik zumindest teilweise wieder eingerissen werden muss.
 
Ja, Löw, der große Seher unserer Zeit, hat Recht.
 
Nichts läuft mehr selbstverständlich - noch nicht einmal der Ball. Das Runde will nicht mehr ins Eckige. Und daran kann selbst die angepriesene Spähsoftware "Torlinientechnik" nichts mehr ändern.
 
 
Warum wir dennoch lieber - kurz vor dem Herzinfarkt stehend, wie das Kaninchen vor der Schlange - auf das 2:2 gegen Kamerun starren, statt endlich über den Tellerrand der Fußball-Arenen hinaus zu blicken, ist kaum zu begreifen. Es sei denn, man kapiert endlich, dass die Welt nicht am Rand des Flachbildfernsehers oder der Public-Viewing Großbildwand endet - sondern dass sie dort eigentlich erst beginnt und ihre interessantesten Themen sogar geschickt dahinter verborgen werden.
 
 
 
 
 
 
 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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24. Mai 2014

Schon wieder wurde ein totes Neugeborenes gefunden.

Die Mutter hatte es wohl in einer Zugtoilette zur Welt gebracht - denn dort wurde es gefunden.

Nun drohen ihr fünf Jahre Gefängnis wegen Kindstötung.

Die Nachrichten, ob in Rundfunk, Fernsehen oder den Boulevard- Blättern, berichten entweder kurz, sachlich und nüchtern, oder emotional überladen und Schuld zuweisend.

Nicole Eick hat in Frauenhäusern, Schwangerenberatungsstellen und im klinischen Sozialdienst gearbeitet. Sie kennt das, was wir verharmlosend "Soziale Brennpunkte" nennen, aus eigener Anschauung aus nächster Nähe.

Ihr Roman beleuchtet nicht nur die schreckliche Tat. Sie schildert die ausweglos erscheinende Notlage einer Kindsmutter, die fast selbst noch ein Kind ist, sie zeichnet die Situation der Familie nach - wenn man das, wo sie lebt, so nennen kann - und sie kümmert sich um die Aspekte des Umfeldes, vom Obdachlosen, der das Kind beim Stöbern in den Mülltonnen noch lebend findet, bis hin zu den Ermittlungen der Polizei, den Aufregungen in den Zeitungsredaktionen und den Befürwortern und Gegnern von Babyklappen und großzügigerern Adoptionsregeln.

ABFALL ist ein mitreißender, spannender Roman, der Missstände nicht aufzählt, sondern beim Lesen miterleben lässt.

ABFALL wirft Fragen auf, die unsere Gesellschaft endlich beantworten muss, wenn wir uns nicht alle paar Wochen wieder darüber erregen wollen, wenn irgendwo ein toter Säugling gefunden wird.

ABFALL ist im EWK-Verlag erschienen, nachdem die renommierten Verlage der Autorin gesagt haben: "Das will niemand lesen."

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
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