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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 37 /2014
vom 25. September 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring

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Naiv gefragt:
 
Warum muss die Weltwirtschaft schneller wachsen?
 
Der G20-Gipfel in Australien hat die Forderung nach schnellerem und höherem Wachstum der Weltwirtschaft in den Mittelpunkt gestellt.
 
Doch hinter dem mit aller Macht angestrebten Wachstumsziel findet sich keine befriedigende Antwort auf die Frage, wozu die Welt mehr und schnelleres Wachstum braucht. Es findet sich in den Protokollen stattdessen eine ganz andere Frage, ob nämlich die Regierungen das Ende der Sparsamkeit verkünden und mit staatlicher Nachfrage das erwünschte Wachstum erzeugen sollen, oder ob es nicht auch auf dem Wege der Deregulierung zustande gebracht werden könnte.
 
Wachstum?
Von was, für wen, wozu?
 
Um die im Grunde sinnleere Forderung nach mehr Wachstum zu illustrieren, gehe ich vorsichtshalber um ein paar Jahrtausende zurück.
 
Stellen wir uns einen ägyptischen Pharao vor, der die Fertigstellung seiner Pyramide noch zu Lebzeiten erleben will.

Klar, der hat ein großes Interesse daran, neue, zusätzliche Steinbrüche in Betrieb zu nehmen, mehr Frachtschiffe zu bauen, die den Nil rauf und runter schippern, der hat ein großes Interesse daran, dass sich sein Volk vermehrt und dass zusätzlich ausländische Fachkräfte gewonnen werden, um den Baufortschritt zu beschleunigen.
Kluge Ingenieure sind angehalten, Maschinen zu konstruieren und zu bauen, mit denen noch größere Mengen an Baumaterialien noch schneller an den Einbauort transportiert werden können. Es müssen härtere Meißel geschmiedet werden, um die Steinmetzarbeiten zu beschleunigen, und so weiter, und so weiter.
 
Der Pharao wollte seine Pyramide - und löste damit Wirtschaftswachstum aus.
(Nicht anders war das übrigens im frühen Mittelalter als die großen Dombauten in Europa entstanden.)
 
Es war ganz bestimmt nicht umgekehrt.
 
Der Pharao war nicht von dem Gedanken umgetrieben, das BIP müsse schneller und stärker wachsen, er war schon gar nicht von der Sorge erfüllt, die Inflation könnte zu niedrig ausfallen - aber:
 
Hätte ein Pharao die Gelegenheit gehabt, an Universitäten der Jetztzeit Wirtschaftswissenschaften zu studieren, bevor er den Thron bestieg, er hätte vermutlich niemals eine Pyramide errichtet, sondern stattdessen den Anbau von Genpapyrus gefördert, Vorschriften zur Wärmedämmung von Lehmhütten erlassen, vierteljährliche Inspektionen aller Feuerstellen durch den staatlich vereidigten Bezirkskaminkehrermeister vorgeschrieben - - - und hin und wieder die Statistik verändert und die Mehrwertsteuer erhöht.
 
Die Pharaonen waren aber nicht nur in der Lage, ihre pyramidalen Bauwerke statisch ordentlich durchrechnen zu lassen, sie konnten offenbar auch einen Etat dafür aufstellen und die benötigten Mittel auftreiben, denn die meisten Großgrabmale wurden fertiggestellt bevor das Geld zu Ende war - man hat sie sogar noch mit wohlgefüllten Schatzkammern ausstatten können.
 
Die Annahme, das mit dem Geld sei damals nicht so wichtig gewesen,
die Pharaonen hätten einfach Kriege geführt und ihre Ingenieure und Baumeister mit geraubtem Gold bezahlt, außerdem die schwere körperliche Arbeit von Sklaven ausführen lassen, so eine Pyramide hätte also im Grunde "gar nichts" gekostet,

 

 
entstammt oberflächlichem Denken. Sie lässt außer Betracht, dass auch ein Krieg etwas kostet und dass selbst Sklaven einen gewissen laufenden Unterhalt verschlingen, der ja nicht nur ihre Ernährung umfasst, sondern auch wiederum die Kosten für ihren Ankauf, die Aufseher und Antreiber - so dass durchaus gefolgert werden darf, dass die Privatschatulle eines Pharaos am Ende seines Lebens zu Gunsten seiner Erben um die Kosten seines Pyramidenbaus besser gefüllt gewesen wäre, hätte er die Beute aus seinen Kriegszügen nicht in die Pyramide gesteckt, sondern in seine Schatzkammer.
 
Es hätte dann allerdings auch weniger Steinbrüche, weniger Nilschifffahrt, weniger Fortschritte im Maschinenbau und nur die alten weichen Meißel gegeben. Die Landwirte hätten weniger Felder bestellt, weil es die Flut von "Gastarbeitern", die ernährt werden wollte, nicht gegeben hätte, usw., usw.
 
Wirtschaftswachstum erfordert also nicht nur die Ressourcen und die Fähigkeiten zur Produktion, Wirtschaftswachstum erfordert vor allem die Möglichkeit, die Mehrproduktion auch verkaufen zu können.
 
Das heißt: Bevor die Wirtschaft - das BIP - wachsen kann, muss ein Nachfragewachstum entstehen.
 
Der Pharao muss Gold in die Hand nehmen. Mit Deregulierung ist keine Nachfrage zu schaffen, und ohne Nachfrage wächst selbst das Wachstum nicht.
 
Womit die Frage des G20-Gipfels "Staatliche Nachfrage oder Deregulierung" sich als das Suchen nach einer Wahrheit herausstellt, die so offensichtlich ist, dass sie mit einer solchen unsinnigen Frage wohl nur vernebelt werden soll.
 
Wie kann heute ein Nachfragewachstum erzeugt werden?
 
Um diese Frage zu beantworten müssen vorab zwei Begriffe erläutert werden, nämlich Nachfrage und Kaufkraft.
 
Von Nachfrage kann nur dann gesprochen werden, wenn Bedarf und Kaufkraft in der gleichen Hand liegen. Auch sechs Millionen Hartz-IV-Empfänger, die für den kommenden Winter dringend neue, feste, warme Schuhe brauchen, sind zunächst einmal nur "Bedarf".
Nachfrage nach Schuhen wird daraus nur, wenn diese Menschen sich die Schuhe im wahrsten Sinne des Wortes vom Munde absparen, also ihre geringe Kaufkraft stärker auf Schuhe konzentrieren als auf Lebensmittel. Die Gesamtnachfrage in der Volkswirtschaft ändert sich nicht, es gibt kein Wachstum, es gibt nur eine Verschiebung der Kaufkraft.
 
Kaufkraft ist letztlich die Möglichkeit, Geld einzusetzen, um Einkäufe zu bezahlen. Das Geld muss dabei nicht Besitz oder Eigentum des Käufers sein, es genügt, wenn er ausreichend "Kredit" hat, um als Nachfrager mit Kaufkraft auftreten zu können.

Die Vergabe von Krediten an Bedarfsträger um aus Bedarf Nachfrage zu generieren ist allerdings ein fragwürdiges Manöver. Erstens sind auch die gutmütigsten Gläubiger nicht bereit, Kredite immer weiter aufzustocken, was heißt, die Lockerung der Kreditvergabe wird vielleicht ein einmaliges Wachstum ermöglichen, aber nicht dauerhaft zum Wachstum beitragen. Sobald der Kredithahn der Netto-Neuverschuldung zugedreht wird, schrumpft die Nachfrage um den Betrag, um den vorher die Schulden wachsen durften, und wenn es ans Tilgen geht, schrumpft die Nachfrage erneut, weil durch die Tilgung Geld aus dem Wirtschaftskreislauf herausgenommen wird.

Wer ein Nachfragewachstum erzeugen will, muss (!) Kaufkraft dort hinbringen, wo ein Bedarf besteht.
 
Geld, und damit Kaufkraft, dahin zu pumpen, wo kein Bedarf besteht, so wie es die EZB mit immer größeren monetären Granaten derzeit betreibt, wird außer auf dem Kapital- und Anlagemarkt kein Wachstum hervorrufen. Irgendwann ist auch die größte Tiefgarage bis zum Rand voll mit Luxuskarossen, die nur noch alle zwei Jahre einmal überhaupt bewegt werden können, irgendwann ist auch die Zahl der Villen an den schönsten und teuersten Orten dieser Welt unüberschaubar geworden, und wo die eine brillantbesetzte Uhr mit Platingehäuse, Mondphase und 12 Zeitzonen nur noch auf den nächsten vollelektronischen Uhrenbeweger im klimatisierten Uhrensafe gesteckt wird, in der Absicht, sie vielleicht irgendwann einmal auch zu tragen, stehen verfügbare Kaufkraft und selbst der exotischste Luxusbedarf in einem so krassen Missverhältnis zueinander, dass von dort gewiss kein nennenswerter Wachstumsschub mehr erwartet werden kann. Wer schon alles hat, braucht nichts mehr …
 
Die versammelten Staatenlenker des G20-Gipfels haben jedoch den Blick für den Bedarf verloren, sie haben auch den Blick auf die Kaufkraft verloren, die vollkommen unabhängig vom Bedarf zwar vorhanden ist, sich aber nicht in Nachfrage verwandelt.
 
Sie starren gebannt wie die Kaninchen auf die Schlange, würden gerne wachsen, und wissen nicht wie.
 
Nun sind über 1.000 Einzelmaßnahmen beschlossen worden, um das Wachstum zu fördern. Allerdings ziemlich geheim. Zu kompliziert seien sie, um sie zu benennen, hieß es, doch die Menschen sollen Hoffnung schöpfen.
 
Deutschland will fünf Milliarden extra locker machen für den Straßenbau, spart dafür aber an anderer Stelle weltmeisterlich weiter, die schwarze Null stets fest im Visier. Der Staat verhält sich also nicht anders als der Hartz-IV-Bezieher, der sich endlich wieder ein Paar Schuhe kauft und sich dafür vier Wochen lang von Pellkartoffeln mit Salz ernährt, weil es für Brot und Butter, Quatsch!, weil es für Brot und Margarine, nicht mehr reicht.
 
Ein Schuss in den Ofen, für den man sich in Berlin öffentlich mächtig eigenlobt.
 
Dafür setzt man in Berlin erfolgreich, wie auch in der gesamten EU (dort jedoch mit weitaus mäßigerem Erfolg) darauf, Nachfrage aus dem Ausland für deutsche Produkte zu interessieren.
 
Der deutsche Erfolg beruht auf der so genannten "Wettbewerbsfähigkeit". Ein Quatschwort, denn "wettbewerbsfähig" ist im Grunde jeder, der sein Angebot der Nachfrage gegenüberstellen kann - und wenn die Nachfrage groß genug ist, wird auch kein Anbieter auf seinem Angebot sitzen bleiben. Dann orientieren sich nämlich alle Anbieter am höchsten Preis, den dann auch alle Nachfrager zu zahlen haben, und wer am billigsten produzieren kann, macht den höchsten Gewinn.
 
Anders ist es, wenn die Nachfrage auch nur ein bisschen kleiner ist als das Angebot. Dann kommt es darauf an, wer "im Wettbewerb" den größten Teil der Nachfrage in eigenen Umsatz umwandeln kann. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden.
 
Sehr beliebt und für die Anbieter ausgesprochen lukrativ ist die Methode der Bestechung. Wenige Entscheider bekommen - für ihre Verhältnisse - sehr viel Geld, was aber im Verhältnis zum dadurch gewonnenen Umsatz und zum sprudelnden Gewinn für den Anbieter das bestmögliche Geschäft darstellt.
 
Ebenfalls beliebt ist die Methode der "Qualitätsgestaltung". Dazu zählt unter anderem das inzwischen sprichwörtliche "Pferdefleisch in der Lasagne". Qualitätsgestaltung ist aber auch bei vielen anderen Produkten die Regel und drückt sich z.B. in minderwertigen Werkstoffen und Bauteilen, in unterlassenen Kontrollen in der Fertigung, im vermehrtem Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe und ähnlichen Eingriffen aus, die allesamt darauf hinauslaufen, dass das angebotene Produkt nicht von (technisch) bestmöglicher Qualität ist, sondern nur das leistet, bzw. aushält, was von den Konstrukteuren festgelegt wurde, ohne dass man ihm sein Verfallsdatum gleich ansehen könnte.
Qualitätsgestaltung bringt Kostenvorteile, die im Preis weitergegeben werden können und so das minderwertigere Produkt für einen Teil der Nachfrage trotz - bzw. in Unkenntnis - seiner Schwachstellen attraktiv machen. Qualitätsgestaltung sichert zudem auch Folgeumsätze, weil früherer "Verschleiß" auch früher zu Ersatzbeschaffungen zwingt.
 
In Deutschland haben sich die Exportwirtschaft und die politische Kaste darauf geeinigt, nach Kräften die so genannten "Lohn-Stück-Kosten" und die Belastung der Unternehmen durch Steuern, Abgaben, Beiträge und gesetzliche Regulierungen zu senken.
 
  • Unternehmenssteuer-Reform,
  • Absenkung der Spitzensteuersätze der Einkommensteuer,
  • Aussetzung der Vermögenssteuer,
  • Reform der Erbschaftssteuer,
  • Anpassungen der Rentengesetze,
  • Reform des gesetzlichen Krankenkassenwesens,
  • Reform der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe,
  • Lockerung von Vorschriften und Grenzwerten,
  • vereinfachte Genehmigungsverfahren
und vieles andere mehr haben direkt dazu beigetragen, die "Staats-Stück-Kosten" zu senken.
 
Die arbeitsmarktpolitischen Reformen, vor allem die Kürzungen beim Arbeitslosengeld auf das nun gesetzlich gekappte "Arbeitslosengeld 1" und der darauf folgende, gesetzlich vorgeschriebene Absturz in das mit großer Mühe gerade noch als existenzsichernd darstellbare "Hartz-IV" förderten die Erosion der pro Stunde zu zahlenden Löhne und Gehälter, zumal die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit unter den Anbietern von Arbeitskraft nicht zu einer zunehmenden Solidarisierung sondern zu einem allgemeinen Absenken der Ansprüche in Bezug auf Lohn, Lohnzusatzleistungen, Arbeitszeiten und Arbeitsplatzgestaltung geführt haben.
 
Die Arbeit als solche wurde also gezielt billiger gemacht. Gleichzeitig hat es der technische Fortschritt erlaubt, die pro erzeugtem Stück benötigte Arbeitszeit immer weiter durch Automatisierung und andere Rationalisierungsmaßnahmen stark zu reduzieren.
 
Die Lohnstückkosten konnten also über zwei Faktoren beeinflusst werden.
 
Nehmen wir nur an, dass innerhalb der letzten 10 Jahre der Aufwand an Arbeitszeit pro Stück um 20 Prozent gesenkt werden konnte, und dass die effektiv aufzubringenden Personalkosten pro Arbeitsstunde durch
  • unbezahlte Mehrarbeit,
  • Einsatz von 1-Euro-Jobbern,
  • Einsatz von Zeitarbeitern,
  • Outsourcing an Subunternehmer und Scheinselbstständige,
  • Beschäftigung unbezahlter Praktikanten,
  • Absenkung bzw. Deckelung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung,
  • Rückgang der Ausfallzeiten durch Krankheit (aus begründeter Angst um den Arbeitsplatz) etc.
ebenfalls um 20 Prozent zurückgefahren werden konnte, dann sind die Lohn-Stückkosten insgesamt um 36 Prozent zurückgegangen.
(Statt 1 Stunde für 10 Euro Stundenlohn sind das nun 0,8 Std. für 8 Euro Stundenlohn, also nur noch 6,40 Euro).
 
Betrachtet man sich den Erfolg aller dieser "wachstumsfördernden" Maßnahmen, dann stellt man zweifelsfrei fest, dass sie dazu geführt haben, dass der deutsche Export tatsächlich massiv gewachsen ist.
 
Man stellt aber ebenso zweifelsfrei fest, dass dieser Erfolg dazu geführt hat, dass der Wohlstand in Deutschland auf breiter Front eingebrochen ist.
 
Bund, Ländern und Kommunen fehlt aufgrund der Senkung der Staats-Stück-Kosten das Geld, um ihren Aufgaben noch vollständig nachzukommen. Die Infrastruktur verrottet immer schneller. Der Anteil der Nichtschwimmer unter der Bevölkerung wächst, weil die vor 40 und 50 Jahren von den Gemeinden gebauten Schwimmbäder und die noch vor 20 und 30 Jahren eingerichteten "Spaß- und Wellnessbäder" nicht mehr unterhalten werden können.
Statistiker wissen zu berichten, dass ein Jugendlicher ohne selbst auch nur einen Tag zu fehlen, am Ende seiner Schulzeit ein ganzes Schuljahr versäumt hat, weil etwa ein Zehntel aller Stunden wegen Lehrermangels ausgefallen sind.
Die Luftwaffe ist im Frieden wegen Ersatzteilmangels am Boden zerstört. Wo es noch Arbeit gibt, sind die Mieten unbezahlbar, und wo früher die Mehrzahl der Rentner ihren Lebensstandard halten und den Ruhestand genießen konnte, marschieren sie jetzt in müden, ausgezehrten Kohorten direkt in die finale Altersarmut.
 
Da steht sie dann wieder, die naive Frage:
 
Welches Ziel, welchen Zweck,
soll noch mehr noch schnelleres Wachstum eigentlich haben?
 
Folgt man den Überzeugungen unserer politischen Kaste, dann sind all die oben nur ansatzweise geschilderten verheerenden Folgen der bisherigen Maßnahmen zur Ankurbelung des Wachstums nur deshalb noch nicht überwunden, weil die Maßnahmen immer noch zu zaghaft, nicht einschneidend genug waren. Es braucht weitere "strukturelle" Reformen, um endlich in den Genuss des Lohns der Mühen zu gelangen.
 
Doch wie soll das gelingen?
 
Wenn Staat und Bevölkerung sich immer mehr einschränken, ihre Ansprüche mindern, ihren Wohlstand aufgeben mussten, um ein Wachstum des Exports zu ermöglichen, wenn ein noch stärkeres und schnelleres Wachstum davon abhängig sein soll, dass Löhne und Renten weiter sinken, wenn also die Nachfrage geschwächt wird, weil ihr die Kaufkraft versagt bleibt, dann rückt der Lohn der Mühen doch nicht näher!

Wenn wir immer weiter immer mehr exportieren als wir im Gegenzug importieren, werden wir doch immer ärmer.
 
Stimmt nicht?
Wir bekommen für unseren Export doch Geld?
 
Aha.

Sehr schön.
Wo ist es denn, dieses Geld?
 
Sieht es nicht ganz im Gegenteil so aus, dass das Geld mit jedem Anstieg der Exportleistung weniger wird?
 
Ist die Ansage: "Das ist nicht finanzierbar", nicht das Argument überhaupt, mit dem die politische Kaste hantiert, um jede Forderung, und sei sie noch so berechtigt, abzuschmettern?
 
Die Erklärung, die nachgeschoben werden könnte, wenn sie soweit zu denken wagen würden, könnte lauten: Weil alle Einsparungen im Preis weitergegeben werden müssen, um den Exportboom am Leben halten und ausbauen zu können, kann ja gar nicht mehr Geld hereinkommen. Es reicht gerade so zum Überleben".
 
Das wäre zwar gelogen, aber immerhin noch einigermaßen glaubhaft gelogen, in der Tradition all der schönen Lügen, die von Arbeitgeberseite bei Tarifverhandlungen als Argumente verwendet und von der Arbeitnehmerseite immer wieder brav "für bare Münze" genommen werden.
 
Stattdessen wird die öffentliche Argumentation auf die Arbeitsplätze gelenkt. Sollte der Export wegfallen, der inzwischen ja gut 40 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, würde die Arbeitslosenquote auf 50 Prozent hochschnellen und die Volkswirtschaft müsste kollabieren.
 
Im besten Polit-Kauder-Welsch heißt das dann auch schon mal: "Wir leben vom Export!".
 
Dabei müssen immer mehr das Gegenteil feststellen, sie leben nicht vom Export, sie müssen sich einschränken - für den Export.
 
Eine ganz einfache Betrachtung führt zu einer erstaunlichen Erkenntnis:
 
Nimmt man vom Bruttosozialprodukt den Export weg, bleibt gerade noch etwas mehr als die Hälfte übrig. Von allem, was in Deutschland entsteht (und da werden inzwischen ja sogar Prostitution, Drogenhandel und Zigarettenschmuggel mitgerechnet, also Positionen, die kaum in den Export wandern können), haben wir Inländer, die wir es erzeugen, nur die Hälfte für uns, die andere Hälfte wuppt über die Grenzen und kommt dem Rest der Welt zugute.
 
In den 12 Monaten von August 2013 bis Juli 2014 haben wir immerhin Ausfuhren im Wert von 1.115 Milliarden (1,1 Billionen) Euro in die Welt gesetzt. Im gleichen Zeitraum haben wir Importe im Wert von 909 Milliarden (0,9 Billionen) Euro nach Deutschland geholt.

Da ich noch nicht herausgefunden habe, welcher Anteil der Importe nach einer Weiterverarbeitung oder Veredelung am Ende doch wieder im Export landet oder - z.B. als Energie - für die Herstellung von Exportgütern verbraucht wird, beschränke ich mich darauf, lediglich den absoluten Exportüberschuss zu betrachten.
 
Der Exportüberschuss erreichte im genannten 12-Monatszeitraum die Größenordnung von rund 200 Milliarden Euro.
Das entspricht etwa 7 Prozent des BIP.
 
Diese 7 Prozent des BIP wurden im Inland erarbeitet.

Sie wurden aber nicht im Inland "genutzt", stehen dem Binnenmarkt nicht zur Verfügung.
 
Wir hätten folglich den absoluten gleichen Wohlstand haben können, gemessen an Waren und Dienstleistungen, wenn wir unsere Kraft nicht darauf verwendet hätten, diesen Exportüberschuss zu erarbeiten.
 
Wir hätten unsere Arbeitszeit um 7 Prozent verringern können, ohne jegliche Einbuße an Waren und Dienstleistungen hinnehmen zu müssen.
 
Das heißt, das Renteneintrittsalter müsste nicht bei derzeit 65,25 Jahren liegen, es könnte bei 60,7 Jahren liegen, die Wochenarbeitszeit könnte statt bei 38 oder 40 Stunden bei 35,3 oder 37,2 Stunden liegen, es würde immer noch alles produziert (und importiert)werden können, was wir kaufen und konsumieren.
 
Allerdings müssten dazu auch die Löhne angehoben werden. Das wäre durchaus möglich, entfiele doch die Notwendigkeit, Wachstum im Export zu schaffen und dafür die Löhne niedrig halten zu müssen.
 
Letztlich verschwenden die 40 Millionen Beschäftigten 7 Prozent ihrer Lebensarbeitszeit dafür, dass Ausländer deutsche Waren billiger einkaufen können. Das sind - man mag es kaum glauben - jährlich um die 4 Milliarden Stunden, die wir - als Arbeitnehmer - verschenken.
 
Die Frage ist allerdings, wem wir diese Stunden schenken: den ausländischen Kunden - oder den Anteilseignern der Export-Industrie?
 
Doch egal wem unsere "Umsonst-Arbeit" letztlich zugutekommt, es ist, wie man es auch dreht und wendet, vollkommen verrückt.
Sind wir denn die Caritas? Haben wir Spendengelder zu verschenken?
 
Zurück zur Ausgangsfrage:
Wachstum warum, Wachstum wofür?
 
Wachstum, um den Gürtel noch enger schnallen zu müssen - das ist irre!
 
Wachstum, damit sich ausländische Verbraucher billigst und auf Pump mit Waren "Made in Germany" eindecken können - das ist genauso irre!
 
Wachstum, damit die Reichen über die Gewinne aus der Exportwirtschaft noch reicher werden - das ist schon so was von über-irre, dass es weh tut.
 
Klar, auch bei uns gibt es ein paar Pyramidenprojekte. Der Hauptstadtflughafen BER gehört dazu, die Bahnhofsgrube in Stuttgart, die Elbphilharmonie in Hamburg - da wird mit Großprojekten Wachstum erzeugt.
 
Der Hammer dabei ist allerdings, dass das Geld dafür nicht aus der Schatzkammer des Pharaos stammt, dass also nicht ein "Hort" aufgelöst wird, sondern dass uns das Geld dafür über die Steuern abgenommen wird, was zunächst einmal wieder nur eine Nachfrageverschiebung auslöst, weg von den Bürgern, hin zum Staat, weg von Brot und Butter, hin zum Protzprojekt.
 
Der zweite Hammer dabei ist, dass diese Projekte - von Großversagern als ewige Baustellen betrieben - mit Schlamperei, Pfusch und angeblichem Unvermögen ein Vielfaches der notwendigen Kosten verursachen. Der Hintergrund dieser Bauverzögerungen und Kostensteigerung ist fast immer in der Absicht zu suchen, auf diese Weise den Gewinn des Generalunternehmers zu sichern und in die Höhe zu treiben, was bei normaler Projektabwicklung, ohne die in der Ausschreibung nicht berücksichtigten Zusatzpositionen, niemals erreicht werden könnte.
 
Da bauen sich welche Pyramiden.
Ganz private Pyramiden.
Hinter hohen Zäunen.
 
Und je mehr Wachstum sie uns abfordern können, Wachstum, das wir mit mehr Arbeit und weniger Lohn erzeugen, desto höher wachsen ihre Pyramiden.

Schon mal einen Dollar-Schein betrachtet?
 
 
 
Arbeitsplätze werden in kapitalistischen Gesellschaftsordnungen nicht geschaffen, um Bedarf zu decken, sondern um Gewinne zu generieren.
 
Um Gewinne erzielen zu können, muss die Kaufkraft der Nachfrage eingesammelt werden.
 
Die Nachfrage orientiert sich - bei ansonsten vergleichbaren, erreichbaren Angeboten - in sehr großem Maße am Preis.
 
Günstige Preise erfordern niedrige Selbskosten,
niedrige Selbstkosten können am einfachsten über
niedrige Löhne erreicht werden.
 
Niedrige Löhne verringern die Kaufkraft und schwächen damit die Binnennachfrage.
 
Der Umsatzausfall muss im Export kompensiert werden, dort stehen weitere Anbieter auf dem internationalen Parkett in Konkurrenz.
 
Ein Anreiz, mit noch niedrigeren Kosten und damit konkurrenzlos niedrigen Preisen weltweit die Kaufkraft abzusaugen.
 
Dazu müssen im Inland die Kosten weiter gesenkt werden.
Der Staat muss die Unternehmen entlasten, und die Löhne müssen noch weiter sinken.
 
Vom Sieg über den bisherigen Marktführer besoffen stößt das Wachstum an die Grenzen der globalen Kaufkraft.
 
Auch wenn noch so viele Länder neu in die EU aufgenommen werden und sich zu Beginn maximal in Euro verschulden dürfen, um ihrem Bedarf die Kaufkraft zu ver- -leihen, der ihn erst zur Nachfrage macht,
irgendwann einmal ist der Punkt erreicht,
an dem auch der Weltmarkt gesättigt ist.
 
Es mag dann noch enorm viel Bedarf geben.
 
Es mag Hunger geben,
Menschen, die ohne Strom, Wasser und Kanal in
windigen Wellblechhütten hausen,
es mag Menschen geben, die an harmlosen
Krankheiten sterben müssen, es mag
Kinder geben, für die es keine Schule gibt,
 
und wahrscheinlich wird es von allemdem noch viel mehr geben als heute, wenn sich die 20 größten Industrienationen aufmachen, ihre Wirtschaft noch mehr und noch schneller wachsen zu lassen.
 
Dafür müssen nämlich in den 20 wichtigsten Binnenmärkten die Arbeitskosten noch weiter sinken, und die Sättigung des Markte ist halt nicht erst dann erreicht, wenn der Bedarf gedeckt ist, sondern schon dann, wenn keine Kaufkraft mehr da ist.
 
Leider bringen fast alle Maßnahmen zur Wachstumsförderung
zugleich ein Absinken der Kaufkraft mit sich.
 
Und weil die G20-Verabredung im Kern schon die globale Weltwirtschaft darstellt, wird mit dem weltweit angestreben Wachstum auch weltweit die Kaufkraft sinken müssen.
 
Bis sie endlich merken, dass sie auch mit gerade noch gewinndeckenden Preisen niemanden mehr finden, der noch Geld zur Verfügung hätte.
 
 
Wachstum?
 
Ist in einer endlichen Welt
nicht unendlich möglich.
 
In einer kapitalistisch orientierten, globalisierten Welt, ist Wachstum nur bis an die Grenze der Kaufkraft möglich.
 
Und wer als Politiker mithilft, diese Grenze ständig enger zu ziehen, der sollte auswandern. Am besten nach
 
Schilda.
 
Dort soll es nämlich inzwischen so weit gekommen sein,
dass die Menschen sich schrecklich langweilten, weil
die einen mit Ihrer Arbeit jeden Tag schon nach fünf
Stunden fertig waren, andere hatten nur am Montag
und am Dienstag etwas Vernünftiges zu tun,
wieder andere arbeiteten zwar jede Woche
immer noch vierzig Stunden, wurden dafür
aber auch mit Vierzig in Rente
geschickt.
 
Da kam der Rat der Stadt Schilda auf die Idee,
die tägliche Arbeitszeit für alle auf 8 Stunden
festzusetzen und die 5-Tage-Woche
vorzuschreiben, und die Rente
frühestens ab 67 zu
zahlen.
 
Den erzeugten Überschuss wollte man in den
Nachbarstädten und Dörfern auf den Markt
tragen. Dort waren die Menschen aber
auch längst mit ihrer Arbeit fertig und
hatten alles was sie brauchten,
so dass sie über die
Schildbürger nur
noch lachten.
 
Da trat der Rat erneut zusammen und entwarf einen
Kriegsplan. Es wäre zwar schön, wenn man
den ganzen Überschuss bei den Nachbarn
zu den gleichen Preisen wie zuhause
verkaufen könnte, aber es sei
doch immer noch besser,
die Waren für den
halben Preis
abzugeben,
als
 
wieder keine ausreichende Arbeit mehr zu haben.
Also verkündete der Ausrufer in der Nacht zum
nächsten Montag, dass die Löhne halbiert
werden müssten, damit man
die Überschüsse auch
los wird.
Das
sei im
Übrigen kein
Problem,weil die
Verdoppelung der Arbeitszeit
ja erst einmal zu einer Verdoppelung der Löhne geführt habe..
 
 
Es hätte also niemand einen Verlust zu beklagen, könne
sich sogar immer noch doppelt so viel kaufen
wie vorher, weil ja auch die Preise
halbiert werden, und obwohl
alles beim Alten bliebe,
sei die Sache mit
der vielen
Freizeit
und der Langeweile
damit endgültig überwunden.
 
 
Als erstes stellten die Schildbürger fest,
dass ihre Waren in den umliegenden Städten und Dörfern
nun tatsächlich reißenden Absatz fanden.
Das war gut.
 
Als nächstes stellten sie fest, dass sie mit dem
gleichen Lohn wie immer, auch gleich viel
Waren auf den Märkten fanden,
die jedoch nicht die Hälfte kosteten,
sondern genausoviel, wie vorher,
weil eben auch in Schilda
Angebot und Nachfrage
den Preis bestimmen.
 
Da murrten die Schildbürger ein bisschen.
Sie arbeiteten doppelt so viel wie früher,
und konten sich doch kein bisschen mehr leisten?
 
Doch das Murren wurde noch größer, als sie am
nächsten Markttag mit ihren Waren über Land zogen und
feststellen mussten, dass sie mit ihren Preisen
schon nicht mehr konkurrenzfähig waren.
 
Die Nachbarn hatten ebenfalls in die Hände gespuckt,
ihre Faulheit überwunden und verkauften nun ihrerseits die Hälfte ihrer verdoppelten Produktion in weiter entfernte Städte und Dörfer.
 
Weil die Schildaer aber außer im Binnenmarkt nichts verkauft hatten, konnten auch die Löhne nicht wie versprochen ausgezahlt werden.
Ein jeder bekam nur noch die Hälfte, und die Preise sanken
auch wieder, aber einfach nicht mehr auf den alten Stand,
so dass die Schildbürger nicht mehr in der Lage waren,
ihre Läden leerzukaufen.
 
Also beschloss der Rat, dass der übrige Rest,
ungefähr ein Zehntel der Gesamtproduktion, nun
schleunigst wieder auf die Karren geladen werden müsse,
um ihn für nur noch ein Viertel des ursprünglichen
Preises anzubieten.
 
Da gingen die Produkte der Schildbürger wieder weg,
wie die warmen Semmeln, und weil das so gut
geklappt hat, wurden schleunigst auch die Löhne soweit gesenkt,
dass es sich immer noch rechnete,
wenn man alles für ein Viertel des alten Preises
hergab.
 
Die Handwerker und Bauern im Nachbardorf waren überrascht, kratzten sich am Kopf, und sagten sich: Für so wenig Geld können wir das nicht herstellen. Also lassen wir uns ganz und gar von den Schildbürgern beliefern und tun selbst überhaupt nichts mehr, außer zu konsumieren.
 
Während die Schildbürger also schufteten und schufteten,
und immer noch ein bisschen mehr arbeiteten, weil die Zahl ihrer Abnehmer wuchs, und während sie sich immer weniger leisten konnten,
weil man ihre Löhne immer weiter senken musste, um die Kundschaft nicht wieder zu verlieren, sammelte sich in der Gemeindekasse ein schöner Batzen Geld.
 
Den lieh sich der Stadtkämmerer, gründete eine große Fabrik, mit vielen tollen Maschinen, die gleich zehnmal so viel produzieren konnten, wie alle Schildaer zusammen, holte sich aus den Nachbarstädten ein paar Arbeiter, die Lust hatten, etwas dazu zu lernen, und
überschwemmte den Markt von Schilda bis nach Buxtehude
mit Waren, die nur noch ein Achtel des alten Preises kosteten.
 
Damit war er Wachstumslokomotive im ganzen Land,
zahlte sein Darlehen an die Gemeindekasse zurück,
die das Geld nun dafür verwendete, die durch
des Stadtkämmerers Fabrik arbeitslos
gewordenen Schildaer mit dem
Nötigsten zu unterstützen.
 
Der Rat erkannte aber schnell, dass dieses Geld nicht lange reichen würde, und so beschloss er, dass, wer nicht arbeitet, auch nicht essen soll, und es gäbe doch in des Stadtkämmerers Fabrik so viele schöne Arbeitsplätze, da sollten sie dem Kämmerer doch helfen, noch wettbewerbsfähiger zu werden, und für einen Euro die Stunde arbeiten,
was ihnen ein eigenes Einkommen, ein Selbstwertgefühl und die für eine Wiedereingliederung erforderliche Disziplin verschaffe, während die Gemeinde nicht länger für Sozialleistungen geradestehen müsste.
 
Der Stadtkämmerer verdiente sich mit seiner Fabrik dumm und dämlich und wurde ein Vorbild für Unternehmer im ganzen Land und in der ganzen Welt.
 
Weil aber im ganzen Land und in der ganzen Welt immer weniger Lohn gezahlt wurde und die Preise sonderbarerweise wieder anfingen zu steigen, bekam der Stadtkämmerer statt Geld immer mehr Schuldscheine.
 
Weil der Stadtkämmerer und seine Kollegen im ganzen Land und auf der ganzen Welt gar nicht daran dachten, die Löhne zu erhöhen, was ja ihre Wettbewerbsfähigkeit zerstört hätte, wurden die Schuldscheine immer älter und fingen allmählich an zu stinken.
 
Also der packte der Stadtkämmerer eines schönen Tages einen großen Karton voll mit Schuldscheinen auf seinen Wagen, fuhr zur Bank, und fragte den Direktor, ob der ihm die Scheine nicht abkaufen wolle.
 
"Ich nehme das ganze Paket", sagte der Banker, und schrieb dem Stadtkämmerer eine Eins mit vielen Nullen auf sein Konto.
 
Die Schuldscheine hat er dann verbrieft und als Wertpapiere
mit bestem Rating an die reichen Kollegen des Stadtkämmerers verkauft, die ihm dafür ihre Schuldscheine aushändigten.
 
Die hat er wieder verbrieft und verkauft, und immer mehr Menschen hatten dicke Guthaben auf ihren Konten und kassierten dicke Zinsen.
 
Es dauerte ein Weilchen, bis die ersten feststellten, dass die Schuldner nicht zahlen konnten, dass die schönen ABS-Papiere der reinste Dreck waren, und so verkauften sie sie hurtig weiter, an Banken in fernen Landen, die noch nicht wussten, dass sie nichts wert waren.
 
Den Rest der Geschichte kennen Sie.
 
Am Ende haben die Schildbürger die Schulden
aller Schuldner übernommen, weil sie die einzigen
waren, denen die Gläubiger noch vertrauten.
 
Inzwischen produzierten sie viermal so viel wie nach der ersten Reform, weil sich noch weitere Fabriken in Schilda angesiedelt hatten, wegen der besonderen Standortvorteile.
 
Doch während sich nun die eine Hälfte der Arbeitsfähigen halb tot
arbeitete, mussten die anderen ohne Lohn draußen bleiben.
 
Das hatten der Stadtkämmerer und seine Kollegen so mit dem Rat der Gemeinde vereinbart, weil sonst die Preise wieder steigen müssten, die Schildbürger wieder mehr konsumieren würden und die mühsam errungene Wettbewerbsfähig schneller futsch wäre, als man zugucken kann.
 
Als die Gewerbeflächen in Schilda vollgebaut waren,
haben sie in Tschechien, Polen, Ungarn, Indien,
Vietnam und China nach deutschem Vorbild
die Standorte
 
Schilda II
Schilda III
Schilda IV
Schilda V
Schilda VI
 
aus dem Boden gestampft, um der Kaufkraft zu folgen
und neues Wachstum zu generieren.
 
Schilda haben sie verlassen.
Zu alt, zu teuer - und nirgends die notwendige Kaufkraft.
 
Der Stadtkämmerer hat sich ein Insel im Pazifik gekauft,
hält sich dort einen Harem in einem fast ganz und
gar aus weißem Marmor errichteten Palast,
und lobt bei seinen wöchentlichen
Fernsehauftritten die
Tatkraft, den
Mut
und die Entscheidungsfreude des
Schildaer Rates.
 
 
Kann man ihm nicht verdenken.
 
 
 
 

 
"Brüssel ist die Welthauptstadt der Mauschelei."
(Florian Stumfall)
 
 
Florian Stumfall hat die Entwicklung der EU sorgfältig beobachtet und analysiert.
 
Sein Fazit: Die EU befindet sich auf dem besten Weg zur Diktatur.
Jedes "Weiter-so" bringt uns dem Untergang der Freiheit in Europa näher.
 
In seinem Buch
"Das EU-Diktat"
hat er weder leichtfertig noch plakativ kritsiert, sondern ausführlich und wohlbegründet dargelegt, warum Beobachtung und Analyse zwangsläufig Befürchtungen wecken und Warnungen notwendig machen.
 
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In diesem Zusammenhang ebenfalls interessant
und wichtig:
 
 
"Das Euro-Schlachtfest
Die Logik der Krise"
 
Schließlich ist die gemeinsame Währung eines der größten Probleme dieser EU. Angela Merkel liegt nicht allzu falsch, wenn sie erklärt: "Zerbricht der Euro, zerbricht auch die EU", doch es ist die gleiche schwierige Gemengelage innerhalb der Mitgliedsstaaten, die alle Maßnahmen rings um den Euro bestimmt.
 
 
 
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"Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn ich es verändere.
Ich weiß aber sehr wohl, daß ich verändern muß,
wenn etwas besser werden soll".
(Josef Schmidt)
 
 
Wo bleibt die Revolution?
Die Sollbruchstelle der Macht
 
 
 
 
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Angela Buer - Meine Rückengeschichte
Ein Erfahrungsbericht über eine erfolgreiche Selbstheilung.

 

Wirbel selbst einrenken?

Angela Buer hat über viele Jahre an schlimmen Rückenschmerzen gelitten.

Als die Ärzte und Physiotherapeuten mit ihrem Latein am Ende waren - und der Rücken beinahe auch, erkannte sie, dass ihr niemand helfen konnte, außer vielleicht sie selbst.

Sie informierte sich, las viele Bücher und probierte vieles aus. Allmählich verstand sie, wie das Wechselspiel von Muskulatur, Skelett und Nervensystem funktionierte und entwickelte eine Reihe einfacher Übungen, die es möglich machten, einen "Schmerzherd" nach dem anderen zu beruhigen und ihren Rücken in einem Maße zu stabilisieren, dass sie sich heute wieder uneingeschränkt und schmerzfrei bewegen kann.

Wie ihr das gelungen ist, hat sie für alle Leidensgenossen dokumentiert.

Das Buch ist kein medizinischer Ratgeber, sondern ein Erfahrungsbericht mit vielen Denkanstößen und praktischen Anregungen für alle, die den Mut haben, die Verantwortung für ihre quälenden Rückenschmerzen selbst zu übernehmen.

Wr bieten dieses Buch zum Download in zwei Versionen an. Als typisches E-Book mit allen Funktionen für den E-Book-Reader und als pdf-Datei, mit einer feststehenden Formatierung, die es einfach macht, einzelne Seiten bei Bedarf auszudrucken.

Ihr direkter Link zum Online-Shop Meine Rückengeschichte:

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

eine Einrichtung für Menschen, die sich ein Buch, das sie lesen möchten, nicht leisten können, wird immer wieder von großzügigen Spendern aufgefüllt.

Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

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Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
http://www.flegel-g.de/

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Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
http://www.sozialticker.com

Kritisches Netzwerk
engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
http://www.kritisches-netzwerk.de/

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das labournet - die Gewerkschaftslinken
http://www.labournet.de

Cleanstate e.V.
H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
http://www.cleanstate.de/start.html

Nachdenkseiten
nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
http://www.nachdenkseiten.de/

Statistisches Bundesamt
viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
http://www.destatis.de