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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 32 /2014
vom 21. August 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring

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Informationen

 
ELIAS
El
sendorfer Institut für Asymmetrische Sicherheitsstrategien
Dokument Nr. 1 vom 21. August 2014
 
 
 
Sabotage - die letzte mögliche Form des Widerstands
 
 
 
Unser Standpunkt
 
  • Während hochoffizielle Think-Tanks mit rotzfrecher Arroganz Studien veröffentlichen, in denen der Einsatz des Militärs auch im Inneren der EU nicht nur erwogen, sondern gefordert wird, um die sich zwangsläufig aus der Verteilungsungerechtigkeit ergebenden sozialen Spannungen gewaltsam unter Kontrolle zu halten,
  • während man in den USA bereits in allen größeren Städten mit militärisch aufgerüsteten und ausgebildeten - immer noch so genannten - Polizeikräften bereits heftigst zur Sache geht,
  • während auch in Deutschland militärische Trainingszentren entstehen, in denen ganze Stadtviertel, samt Kindergarten, Schule, Krankenhaus und U-Bahn-Station entstehen, nur um darin den Kampf gegen "Aufständische" zu üben,
  • bleiben vergleichbare Gegenreaktionen vollständig aus
 
.
Diejenigen, die diese Veränderungen wahrnehmen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen, begnügen sich damit, warnend auf einigen Internet-Blogs ihre Stimme zu erheben. Gelegentlich gibt es auch den Aufruf zu einer Demonstration, doch der Gedanke an eine angemessene Gegenreaktion, an eine ausgefeilte Strategie zur Verteidigung gegen solche Übergriffe, ist nirgends aufzufinden.
 
Es gilt, ganz bewusst und in aller Klarheit ebenso öffentlich darüber nachzudenken,
  • welche Möglichkeiten der Gegenwehr zur Verfügung stehen,
  • wie Widerstand zu organisieren ist,
  • in welche Strukturen er gegossen werden kann,
wenn eines Tages in deutschen Städten ernste Realität wird, was in den Planungsstäben der Regierung, der Dienste, der Bundeswehr und der Polizeien schon geplant - und anderswo auf dem Globus längst praktiziert wird.
 
Aufgabe und Zweck von ELIAS soll es sein, Ideen zu sammeln, Strategien zu entwickeln und die ideellen und materiellen Grundlage für ihren wirkungsvollen Einsatz zu schaffen.
 
Dies alles auf dem Boden das Grundgesetzes, wobei die Handlungsanweisung für ELIAS sich im Wesentlichen aus Artikel 20 GG speist, der die Ordnung des Staates und den Widerstand gegen alle, die es unternehmen, diese Ordnung zu stören, zum Inhalt hat.
 
 
 
Risiken und Potentiale
 
Der Prozess einer Strategiebildung bedarf der genauen Beobachtung der gegnerischen Kräfte, ihrer Absichten und Vorgehensweisen, und bedarf der Analyse jeglicher gewaltsamen Auseinandersetzungen mit vergleichbaren Ausgangspositionen der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart.
 
Der erste Blick geht dabei zwangsläufig dahin, wo sich Gegenwehr als selbstmörderisch und letztlich unwirksam herausstellt. Ein seit Jahrzehnten erschreckendes Beispiel ist die Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern.
 
Dabei ist der Gaza-Streifen durchaus nicht nur für Israel, sondern auch für die Bundeswehr ein hochinteressantes Beobachtungs- und Experimentierfeld. 250 Bundeswehrsoldaten sollen nach Zeitungsberichten demnächst in Israel im Häuser- und Tunnelkampf ausgebildet werden. Taktiken, mit denen Israel in den Palästinensergebieten bisher erfolgreich war, sollen also auch in den Erfahrungsschatz der Bundeswehr eingebracht werden, die - nach geltendem EU-Recht - durchaus auch zur Aufstandsbekämpfung im Inneren eingesetzt werden und dabei letale Waffen zum Einsatz bringen darf. Ganz abgesehen von der EU-eigenen Spezialtruppe EUROGEDFOR, die ausschließlich zur Aufstandsbekämpfung in EU-Staaten gegründet wurde.
 
Die Situation, aus der heraus wir diese Auseinandersetzung zu betrachten haben, ist die Situation der Palästinenser - und die kann beim besten Willen nicht als aussichtsreich betrachtet werden.
 
Im aktuellen Gaza-Konflikt steht die hochgerüstete Armee Israels, mit allen militärischen Fähigkeiten, bis hin zum Atomschlag, einem wildentschlossenen Haufen von Befreiungskriegern gegenüber, deren mächtigste Waffen nur als bessere Feuerwerksraketen bezeichnet werden können.

Während man in Israel über die Knallkörper der Hamas lacht, den Großteil wie Tontauben abschießt, während der Rest nur in seltenen Fällen etwas anderes trifft, als offenes Feld, legt die israelische Armee in ein paar Tagen ganze Stadtviertel rücksichtslos in Schutt und Asche. Und von den Anhöhen schauen israelische Bürger hinunter auf den Gaza-Streifen und verfolgen die rücksichtslose Zerstörung mit mehr oder minder ausgeprägter Begeisterung.
 
Rücksichtslos.
Das ist kein leeres Wort.
 
Der künftige Gegner in den urbanen Auseinandersetzungen wird auch in uns keine gleichberechtigten Menschen mehr sehen, sondern nur noch eine gefährliche, gesichts- und namenlose Masse, die unter allen Umständen und ohne jeden Skrupel im Schach zu halten oder zu vernichten ist.
 
Schon das Denken, dass sich in Studien, wie der Veröffentlichung des EU-eigenen Think-Tanks "European Union Institute for Securitiy-Studies (EUISS)" mit dem Titel "Perspektiven für die Europäische Verteidigung 2020" offenbart, wäre ohne die aus einem neuen "Klassen-Rassismus" erwachsende Rücksichtslosigkeit nicht möglich.

Wer auch immer im falschen Augenblick den Kopf hebt, wird damit rechnen müssen, im nächsten Augenblick von irgendeiner Waffe zerfetzt zu werden. Wer sich gar bewaffnet, und auszieht, den Gegner mit Nadelstichen zu verwunden, so wie es die Hamas tut, wird mit der militärischen Fliegenklatsche flächendeckend von der Landkarte radiert.
 
Damit wird auch der unselige Begriff "Kollateralschaden" aus dem Wörterbuch der Political Correctness verschwinden. Solange Soldaten gegen Soldaten kämpften und dabei Zivilisten zu Tode kamen oder verwundet wurden, handelte es sich noch um einen - wenn auch billigend in Kauf genommenen Schaden. Wenn allerdings Soldaten explizit gegen die Zivilbevölkerung kämpfen, wird jeder Tote in den Erfolgsstatistiken auftauchen. Ein "Schaden" ist dadurch nicht zu verzeichnen, auch kein Kollateralschaden.
 
Den gäbe es allenfalls noch, wenn von Kampfhandlungen zufällig und versehentlich Menschen der Oberklasse getroffen würden.
Dies wird jedoch leicht zu vermeiden sein.
 
Ein (vorbereitender) Teil des Krieges gegen die "überflüssige Menschenmasse" besteht schließlich darin, die Trennung zwischen Armen und Reichen zunächst einmal "territorial" zu vollziehen. Auch hierfür liefert der Gaza-Streifen vorbildliches Anschauungsmaterial. Zusammengepfercht auf wenigen Quadratkilometern, eingezäunt und dauerhaft bewacht, müssen rund 2 Millionen Menschen leben, die von der israelischen Regierung als potentielle Feinde angesehen und eingestuft werden. Das macht es leicht, ein solches Territorium wahllos mit Bomben, Raketen und Artilleriegranaten zu belegen, weil die Gefahr, dass es einen der eigenen Leute treffen könnte, nicht besteht.
 
Je vollständiger die Abgrenzung vollzogen werden kann, desto einfacher und rücksichtsloser kann der Krieg geführt werden.
 
Gleiches ist bei der Einkesselung und Belagerung der Großstädte Donezk und Lugansk zu beobachten. Gäbe es dort noch nennenswerte Anteile von "West-Ukrainern", könnten auch bei der Kiewer Junta Bedenken aufkommen, die weitergehende Rücksichtnahme erforderlich machen könnten. Dies ist jedoch nicht der Fall. Also verhalten sich die Machthaber in Kiew so, wie mittelalterliche Heerhaufen bei der Eroberung von Städten.
 
Der Unterschied liegt allerdings darin, dass die Städte im Mittelalter im Vergleich zu heute wehrhafter waren. Mit Stadtmauer und Graben, mit Laufgängen und Schießscharten, ja sogar mit siedendem Pech in großen Kesseln über den Stadttoren hatte jede kleinere Ansiedlung ihren eigenen Verteidigungsring, um Angreifer abzuschrecken, sie im Ernstfall möglichst lange aufzuhalten und ihnen möglichst große Verluste zuzufügen.
 
Mit der Erfindung hochwirksamer Artillerie wurden die Stadtmauern sinnlos, sie waren ebenso schnell zerfetzt, wie jetzt Hochhäuser, Schulen, Krankenhäuser und sogar Bunker. Seit dem Mittelalter ist eine Stadt von ihren Bürgern alleine nicht mehr zu verteidigen. Sie kann keinen Verteidigungsring mehr errichten, der einem gut gerüsteten Angreifer standhalten könnte, doch sie kann nach wie vor belagert und ausgehungert werden. Letzteres ist heute einfacher als früher, da wichtige Teile der Infrastruktur - z.B. die Energieversorgung - sehr viel leichter abgeschnitten oder lahmgelegt werden können als zu den Zeiten, in denen alles Überlebenswichtige innerhalb der Stadtmauern hergestellt oder gelagert wurde.
 
Der Strategie der territorialen Abgrenzung kommt daher bei unseren weiteren Überlegungen - neben der Erkenntnis, mit rücksichtslosen Gegnern rechnen zu müssen - eine erhebliche Bedeutung zu.
Je weniger Reiche sich in einem Gebiet aufhalten, in dem die Armen konzentriert werden, desto rücksichtsloser kann man vorgehen, desto schneller wird ein Aufstand niedergeschlagen werden können.
 
Interessant sind in diesem Zusammenhang zunehmende Forderungen, Hartz-IV-Empfänger in Deutschland sollten zwangsweise aus ihren Wohnungen in den Innenstädten vertrieben werden, um so den notwendigen Platz für lukrative Neubauvorhaben zu schaffen.
 
Gedanken an Fritz Langs großartiges Film-Epos "Metropolis" werden wach. Dort hatte man das Prekariat in unterirdische Höhlen verbannt. Dort, in diesen unterirdischen Höhlen befanden sich auch die Arbeitsstätten dieser Menschen, die unter normalen Umständen niemals die Oberwelt mit ihrem Luxus und Reichtum, ihrer Dekadenz und ihrer Gier zu Gesicht bekamen.
 
 
Erste Empfehlung
 
Nun wird sich kaum jemand wehren können, wenn das "AMT" den Umzugsbefehl erteilt. Die Zwangsräumung kommt, mit Polizei und Gerichtsvollzieher. Doch der Ghettoisierung kann man entkommen. Niemand muss warten, bis ihm die Mini-Wohnung in der leicht abzuriegelnden Vorstadt zugewiesen wird. Jeder, der merkt, dass er bald zum Auszug genötigt werden wird, hat die Chance, sich aufs flache Land zurückzuziehen, also einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Armut nicht vorsorglich an wenigen Stellen konzentriert werden kann, sondern in der großen Fläche "verdünnt", kaum sichtbar und kaum noch angreifbar wird.
 
Dies mag noch niemand als "Sabotage" erkennen, dennoch handelt es sich darum, die dem Anschein nach ins Auge gefassten Pläne alleine dadurch zu sabotieren, dass man das erwünschte "Ziel- und Angriffsgebiet", den Schauplatz der Niederschlagung des Aufstands, gar nicht erst entstehen lässt.

Das ist jedoch eine der wichtigsten Voraussetzungen überhaupt, um das eigene Überleben zu sichern und zudem im Widerstand aktiv werden zu können, sollte es die Lage denn eines Tages erfordern.
 
 
 
Die Optionen
 
Was ist möglich, was ist nicht möglich?
Was ist sinnvoll, was nicht?
 
In der Tradition der Alt-68er meine ich, dass Gewalt gegen Menschen weder sinnvoll noch nutzbringend ist, es sei denn, es handelt sich um Notwehr gegenüber einem Angreifer. Wobei m.E. der Notwehrbegriff inzwischen - aufgrund der veränderten Beziehungen zwischen Regierungsgewalt und Bevölkerung - durchaus weiter gefasst werden darf, also auch gegenüber Einsatzkräften jeder Art Notwehr gegeben sein kann, wenn diese sich damit beschäftigen, Menschen wie Ungeziefer zu behandeln. Doch das nur am Rande.

Sinnvoll sind ausschließlich Aktivitäten, die diejenigen in ihrem Wohlbefinden stören, die sich anschicken, uns in Ghettos zu zwingen und zu unterdrücken. Allerdings wird es schwer sein, so nahe an sie heranzukommen, um sie direkt zu treffen, ohne dabei unweigerlich erwischt oder gleich eliminiert zu werden.
 
Daher gilt es, sich zunächst darüber klar zu werden, welche Angriffsflächen sich überhaupt anbieten, um die sich uns überlegen wähnende "Hochzivilisation" der arroganten Oligärsche zuverlässig und wirkungsvoll zu treffen. Es sind dies:
1. Vermögen und Einkommen
2. Kommunikation und Transportwesen
3. Energieversorgung

 

 
Mit Angriffen auf die Energieversorgung, die Kommunikationskanäle und das Transportwesen können zwar erhebliche Störungen des Wohlbefindens hervorgerufen werden, doch sind solche Aktionen letztlich sinnlos und gefährlich zugleich.
 
  • Sinnlos, weil derartige Störungen in aller Regel sehr schnell wieder behoben werden können, weil sie, wenn sie punktgenau treffen sollen, auch immer nur eng begrenzte Wirkung haben können, und
  • gefährlich, weil die Täter verdammt leicht zu ermitteln sind und die notwendigen Manipulationen selbst ein hohes Risikopotential für den Ausführenden in sich bergen.
Wir haben derartige Szenarien doch erlebt.
 
  • In Südtirol wurden jahrelang immer wieder Strommasten gesprengt. Wirkung? Gleich Null.
  • In Deutschland haben die Atomkraftgegner das "Schottern" erfunden. Wirkung? Gleich Null.
  • Wo Hacker Telekommunikationseinrichtungen lahmlegen konnten, gab es immer Ausweichmöglichkeiten. Wirkung? Gleich Null.
Wer mit solchen Maßnahmen wirklich Wirkung erzielen wollte, der müsste in sehr großem Maßstab vorgehen - und würde dabei doch nur die Bevölkerung treffen. Wirkung? Kontra-produktiv.
 
Vor allem auch deshalb, weil größere Aktionen immer das Zusammenwirken von größeren Gruppen erfordern. Im Zeitalter der totalen Überwachung sind konspirative Verabredungen aber nicht mehr geheim zu halten. Spätestens nach der Attacke werden Kommunikations- und Bewegungsprofile zu Rate gezogen. In der nächsten Nacht, gegen halb drei, steht das SEK dann mitten im Schlafzimmer.
 
Schön gedacht, leider sinnlos, ja im Grunde sogar unsinnig.
Was aber dann?
 
Die Antwort darauf finden Sie im
 
Wortprotokoll eines Vortrags,
den Noge Reztuerk am 20. August 2014
im Rahmen der ELIAS-Vortragsreihe
"Asymmetrische Sicherheitsstrategien im 21. Jahrhundert"
 
gehalten hat.

Ein Mitschnitt dieses Vortrags (70 Minuten) steht auf Audio-CD zur Verfügung und kann über den EWK-Online-Shop bestellt werden.
Die CD kann in drei identische Versionen mit unterschiedlichen Codierungs-Systemen geliefert werden, nämlich .mp3, .wav und .ogg - standardmäßig versenden wir die mp3-Version. Ansonsten bitte gewünschte Ausführung in der Bestellung unter "Mitteilungen" angeben..

 
Der gesamte Paukenschlag steht als Druckversion (pdf) kostenlos hier zum Download bereit.



Guten Abend, Leute,
 
ihr seid zusammengekommen, um zu erfahren, welche wirkungsvollen Waffen uns zur Verfügung stehen, um im Kampf "Arm gegen Reich", der uns von Warren Buffet erklärt wurde, unsere Stellungen nicht nur zu halten, sondern eine erfolgreiche Gegenoffensive starten zu können.
 
Auch wenn es euch vollkommen absurd vorkommen mag, am leichtesten sind Verluste an Einkommen und Vermögen zu realisieren, und das ganz legal, ohne auch nur die kleinste Straftat zu begehen - und zugleich ist das die wirksamste aller Angriffsflächen, die zur Verfügung steht.
 
Vermögen und Einkommen angreifen - aber wie?
 
Die Einkommen unserer champagnersaufenden Übermenschen entstehen nicht durch deren, sondern durch unsere Arbeit und unseren Konsum und:
 
aus unseren Schulden,
 
die zwangsläufig daraus entstehen, dass wir nicht genug Lohn erhalten, um das, was wir brauchen, obwohl wir es selbst erarbeitet haben, auch kaufen zu können.
 
Lohndrückerei, Rationalisierung und Massenentlassungen sind die Mittel der Oligärsche, den Gewinn ihrer Unternehmen und damit ihre Einkommen zu steigern.
 
Spätestens seit 2002 steht die Bundesregierung in Treue fest an der Seite der Ausbeuter. Mit der Agenda 2010 wurde der Gewinn der Unternehmer zum obersten Staatsziel erhoben, der Neoliberalismus zur Staatsräson erklärt und dem Kapitalismus der rote Teppich der Sozialdemokratie ausgerollt.
 
Steuerentlastungen für Reiche und Unternehmen auf der einen Seite - und die Hartz-Gesetze (und nicht nur die alleine) auf der anderen Seite, haben dafür gesorgt, dass die kritische Situation allgegenwärtiger sozialer Spannungen, der man nun mit militärischen Mitteln im Inneren entgegentreten will, überhaupt erst entstanden ist.
 
Gegenwehr hat es weder von Seiten der Gewerkschaften noch von irgendeiner ernstzunehmenden politischen Partei gegeben. Sprüche, Reden, Plakate - das alles ist nichts wert, wenn man einem Gegner gegenübersteht, der darüber allenfalls milde lächelt.
 
Wenn ich jetzt eine einfache Tatsache in den Raum stelle, werden sich einige von euch vielleicht verlegen am Kopf kratzen, und sagen: Das wissen wir doch alles längst.
 
Und dann frage ich zurück: Und, was habt ihr aus eurem Wissen gemacht? Nichts!
 
Also hört genau zu!
 
Tatsache ist: Gewinne sinken, wenn die Umsätze zurückgehen (und zwar weit stärker als der Umsatzrückgang), und sie sinken, wenn die Kosten steigen, allerdings nur in dem Maße, in dem die Kosten steigen.
 
Das Mittel der Wahl, die Einkommen aus Unternehmensgewinnen massiv abzuschmelzen, ist also die Konsumzurückhaltung.
 
 
Das will ich kurz erklären, damit ihr wisst, an welchem Hebel ihr eigentlich sitzt:
 
Nehmen wir einen Automobilhersteller. Der hat einerseits irrsinnig teure, weitgehend automatisierte Produktionsanlagen, deren Investitionskosten irgendwie wieder hereingeholt werden müssen. Sonst hätten die Aktionäre ja sinnlos Geld in die Fabriken gesteckt.
Nehmen wir an, dass die Kosten einer solchen Fertigungsstraße erst bezahlt sind, wenn mindestens 300.000 Neuwagen gebaut und verkauft worden sind. Nehmen wir weiter an, dass das Material, das eingekauft werden muss, um 300.000 Neuwagen zu bauen, so viel kostet, wie weitere 100.000 Neuwagen kosten, das die Löhne, die für die Produktion von 400.000 Neuwagen gezahlt werden, ungefähr so viel kosten, wie weitere 100.000 Neuwagen, dass die Verwaltung, die Werbung, der Betrieb der Teststrecken, die Zuwendungen an die Redakteure von Automobilzeitschriften insgesamt noch einmal so viel kosten, wie 50.000 Neuwagen, dann muss dieser Automobilproduzent insgesamt 550.000 Autos verkaufen, um seine Kosten zu decken.
 
Der 550.001 Wagen wirft erstmals Gewinn ab, weil - außer Material und Lohn - schon alles mit den ersten 550.000 Autos bezahlt ist.
 
 
 
 
Nehmen wir ferner an, die Gewinnkalkulation des Unternehmens war so ausgelegt, dass die schöne Dividende, die sich die Aktionäre alle Jahre erwarten, dann gezahlt werden kann, wenn über die Lebensdauer der Fertigung und der Modellreihe 650.000 Autos verkauft werden, dann heißt das doch, dass der volle Gewinn bei 650.000 verkauften Autos eingefahren werden kann, während bei weniger als 551.000 verkauften Autos kein Cent an Gewinn übrig bleibt.
 
Das ist nicht nur bei Autos so. Es ist bei Waschmitteln, bei Toastbrot, bei Pralinen, bei Schnaps und Bier, bei Handys und MP3-Playern ganz genauso. Nicht anders bei T-Shirts und Jeans, bei Sonnenbrillen und Präservativen.
 
Alles, was ihr nicht kauft, alles was ihr nicht wegwerft, bevor es kaputt ist, nur weil es etwas Neues, vermeintlich Besseres gibt, trifft die Kapitalisten ganz massiv.
 
Also:
Schränkt euren Konsum an industriell produzierter Massenware ein,
wo immer es möglich ist
 
und tragt euer überflüssiges Geld dahin, wo es Sinn macht. Z.B. zum Hofladen des Bauern im nächsten Dorf.
 
Den Gebrauchten ein Jahr länger fahren als sonst, die Klamotten im Schrank nicht zum Container tragen, sondern auftragen, bis sie von alleine auseinanderfallen, mit dem alten Handy ein bisschen länger telefonieren, als es nach der Vertragslaufzeit nötig ist, statt Fertigprodukten immer öfter mal frische Lebensmittel vom Markt und vom noch selbstständigen Bäcker um die Ecke holen, und, und, und …
 
Das ist die einfachste Methode, den Kapitalismus ins Mark zu treffen. Die Abwendung von seinen wohlfeilen Produkten, die außer dem von der Werbung vermittelten guten Gefühl, sich "etwas geleistet zu haben" meist keinen wirklichen Nutzen bringen.
 
Die Reichen, die sich mit den Attributen ihres Luxus schmücken, können das nur, weil ihr wie die Verrückten den Schrott kauft, von dem sie euch sagen, es sei "das Beste".
 
  • Wer sich mit einem monatlichen Netto-Einkommen von weniger als 5.000 Euro mit Designer-Klamotten schmückt, der hat, mit Verlaub, den Arsch offen.
  • Wer sich mit einem Einkommen von weniger als 2.000 Euro alle Jahre ein neues Handy leistet, ist einfach nur irre.
  • Wer auf Hartz-IV angewiesen ist, und sich irgendwie das Geld verschafft, um sich täglich eine Boulevard-Zeitung zu kaufen, sollte den Kopf mal in kaltes Wasser stecken und solange unten bleiben, bis er weiß, was zum Überleben wirklich wichtig ist. Die Luft zum Atmen, und ein klarer Kopf!
Teurer Fummel, stylische Handys, Lügenblätter und Industriefraß - damit werden Milliarden abgezockt, weil wir sie freiwillig hergeben.
 
 
So, und nun kommt ein Oberschlauer von euch auf die Idee, dass die Gewinne der Unternehmen ja gar nicht das Hauptproblem sind, sondern die Spekulationen an der Börse.
 
Bravo. Gut aufgepasst!
 
Doch eins hast du vergessen, mein Freund:
 
Wenn die Gewinne in den Keller rauschen, dann stürzen die Aktienkurse um ein Vielfaches schneller in den Keller. Da lösen sich Vermögen in Rauch auf, da platzt eine Blase - und übrig bleiben die sterblichen Reste derer, die sich aus Verzweiflung aus den Fenstern ihrer Prachtbauten stürzen.
 
Und sage keiner, das wollen wir doch gar nicht.
Doch, genau das müssen wir wollen, mit allen Konsequenzen, denn die Jagd auf uns wird noch viel rücksichtsloser geführt. Die wollen uns mit ihrer militärischen Macht umbringen, erschießen, zerfetzen, wenn wir nicht kuschen, während wir ihnen nur die Chance geben, zu erkennen, woher ihr Reichtum gekommen ist - und dass sie kein Recht haben, auf Ewigkeit Einkommen zu erzielen, die mit dem, was sie leisten, absolut nicht übereinstimmen.
 
Der Konsumzwang, dem wir unterworfen werden, weil es einen "Wachstumszwang" gibt, ist doch ihr Werk. Wenn wir uns nun emanzipieren, einfach nicht mehr mitspielen, dabei die Ressourcen des Planeten schonen und dabei ganz nebenbei ein auf Ausbeutung ausgelegtes System zum Einsturz bringen, dann ist das eine Großtat, wie sie dieser Planet nur selten gesehen hat.
 
Dass dabei einige viel verlieren werden, ist doch nur gerecht.
 
Sie haben es zusammengerafft, indem sie uns über Jahrzehnte beschissen haben, beim Lohn - und bei den Preisen, und so manche Familie lebt schon seit Jahrhunderten vom Beschiss, und von nichts anderem.
 
Und, weil wir schon dabei sind:
 
Guckt doch alle mal auf eure Kontoauszüge. Wer bucht denn da regelmäßig ab? Und wie viel? Und wofür?
 
Verflucht noch mal! Kündigt alles, was nicht notwendig ist.
Mitgliedschaften bei großen, bundesweit agierenden Vereinen? Wenn die nicht astrein und ausschließlich gemeinnützig sind, dann kündigt die Freundschaft.
 
Versicherungen? Welche brauchst du wirklich, und was zahlen die, wenn es drauf ankommt?

Versicherungen sind Wettbüros. Du wettest darauf, dass dir etwas Schlimmes passiert, und die Versicherung wettet dagegen.
Die Versicherung kennt die Risiken genau und kalkuliert die Prämien so, dass sie in jedem Fall gewinnt, und wenn sie in einem Einzelfall einmal leisten soll, dann ziert sie sich - gerne auch schon mal durch lange Gerichtsverfahren über mehrere Instanzen hinweg- bis du deinen Anwalt nicht mehr bezahlen kannst.
 
Also guck dir die Verträge an, einen nach dem anderen.

Lebensversicherung, und dann noch kapitalgedeckt? Bloß nicht neu abschließen! Und bei laufenden Verträgen immer wieder mal checken, wie viel du rauskriegst, wenn du vorzeitig kündigst. Wenn der Betrag ungefähr dem entspricht, was du eingezahlt hast, oder wenigstens dem, was du so an Schulden aufgehäuft hast, währen du dein Geld zu Mickerzinsen den Spekulanten in der Vermögensverwaltung der Versicherung zur Verfügung stellst, statt deine eigenen Schulden zu tilgen und damit von den Schuldzinsen runterzukommen, dann kündige.
 
Hast du noch oder schon eine private Krankenversicherung bist du in den Arsch gekniffen. Da kommst du kaum wieder raus, aber versuche wenigstens, in einen günstigeren Tarif zu wechseln, schreib die Chefarztbehandlung ab, die Assistenten sind in vielen Fällen sowieso die bessern Ärzte, mach aus dem Einzelzimmer ein Doppelzimmer und schau nach, ob du beim Krankentagegeld nicht viel mehr versichert hast, als du wirklich brauchst, um nach der Lohnfortzahlung zu überleben.
 
Die gerne verkaufte Berufsunfähigkeitsversicherung ist meistens für die Katz und in der Regel für das, was sie bietet, viel zu teuer.
 
Schau nach, wo du deinen Hausrat versichert hast, und ob er das überhaupt noch wert ist.
 
Was nimmt dir dein Stromversorger ab? Hast du schon einmal daran gedacht, den Anbieter zu wechseln?
 
Am besten, du wechselst jedes Jahr. Da kannst du jedes Mal einen Neukundenbonus und einen Extrabonus mitnehmen, und wenn der neue Anbieter nach dem ersten Jahr dann genau so viel kostet, wie der alte, dann bist du doch schon wieder weg und beim nächsten.
 
Red' auch mal mit deinem Vermieter, vor allem dann, wenn du nicht in München, Frankfurt, Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Stuttgart wohnst. Du würdest ja gerne bleiben, weil so ein Umzug ja auch nicht gerade ein Zuckerschlecken ist, doch die Wohnung sei halt einfach inzwischen zu teuer, dir sei gerade eine preiswertere angeboten worden, du seist ernsthaft am Überlegen. ob du nicht kündigen sollst.
 
Dein Vermieter kann dir gar nichts. Der bleibt an die gesetzliche Kündigungsfrist gebunden, und die ist umso länger, je länger du schon dort wohnst. Aber wenn es in deiner Gemeinde eher viele leerstehende Wohnungen gibt, dann könnte es sein, dass er sich sagt, 450 Euro sind besser als gar nichts, und dir um den Fuffi entgegenkommen.
 
 
Holt das Geld, das sie euch vom Lohn abgezogen haben, weil sie die Zulagen gestrichen, das Weihnachtsgeld gekürzt, die Überstunden nicht gezahlt haben, zurück, indem ihr es ihnen einfach nicht wieder in den Rachen werft, durch unsinnigen Konsum.
 
 
So, und nun kommst du, von der Gewerkschaft, und willst mir erzählen, dass wir uns damit nur ins eigene Fleisch schneiden, weil davon ja nur noch mehr Arbeitsplätze kaputtgehen.
 
 
Da sag ich dir eines, lieber Freund. Ihr habt euch mit den Bossen arrangiert, habt geglaubt, was sie euch eingeblasen haben und uns mit mickrigen Erfolgen ruhiggestellt. Es ist nichts besser geworden in den letzten 30 Jahren. Nichts. Alles, was ihr geschafft habt, war es, den Rückbau der Arbeitnehmerrechte mit Lobgesängen zu begleiten und den Rückgang der Löhne mit schönen Durchhalteparolen zu garnieren.
 
Und stellt ihr euch hin und klebt euch die Statistik-Lüge von den vielen neuen Arbeitsplätzen, die es nicht gibt, als Orden an die Brust. Das kotzt mich an.
 
Und ich sag dir noch was, lieber Freund. Worüber ich hier rede, das ist Kampf. Und niemand kann behaupten, wir hätten angefangen. Worüber ich hier spreche, das ist kein Angriff, sondern Verteidigung, ja im Grunde sogar Notwehr, und da kann man nicht siegen, wenn man Angst um seinen Arbeitsplatz hat.
 
Was ist denn das, ein Arbeitsplatz?
Wer schafft denn Arbeitsplätze - und warum?
 
Arbeitsplätze werden geschaffen, um Gewinne zu generieren, nicht um Löhne zu zahlen! Deswegen zahlt auch niemand das, was die Arbeit wert ist, sondern gerade so viel, wie unbedingt nötig ist. Also, was soll die Scheiße?
 
Wenn ihr Gewerkschaften auch nur ein bisschen Fantasie hättet: Ihr hättet längst eigene Betriebe gründen können, auf Genossenschaftsbasis, und mit denen viele, viele Arbeitslose auffangen und sinnvoll beschäftigen können. Ihr hättet sogar Gewinne damit machen dürfen, zur Stärkung der Streikkassen.
 
Es gibt so viel Bedarf. So viel Arbeit, die nicht getan wird, weil keiner der arroganten Oligärsche glaubt, daran genug verdienen zu können. Das wäre ein Feld für die Gewerkschaften gewesen. Doch da habt ihr euch nicht hin getraut. Aus Schiss, vor den Bossen, oder?
 
Wie war es denn nach dem Krieg in Deutschland?
 
Alle, die aufrecht stehen konnten und noch mindestens eine Hand hatten, haben gearbeitet, um wiederaufzubauen. Da hat ein Volk zusammengehalten und geschuftet. Das können wir wieder. Wenn der Krieg erst einmal begonnen hat, wenn die Ameisenarmeen beginnen, auf uns zu schießen, kannst du dir alles abschminken, was heute noch an Gesetzen, Genehmigungen, Verboten, usw., usw. daran hindert, das zu tun, was du kannst, da wo es gebraucht wird.
Da kommt jeder Arbeitslose recht, der mit anpackt, um etwas für uns zu schaffen, statt einem fetten Kapitalisten das Geld zu erwirtschaften, für das er sich dann von brasilianischen Nutten Federn in den Arsch blasen lässt.
 
Die alten Strukturen müssen zerbrechen, wenn Platz sein soll, für Neues, Besseres.
 
Es wird schönere humanere Arbeitsplätze geben, wenn wir durch die Scheiße durch sind, und wir werden durchkommen, denn wir sind die 99 Prozent!
 
Wir sind die 99 Prozent, gegen die kein Krieg gewonnen werden kann. Doch dazu müssen wir erst einmal begriffen haben, wie der Feind zu knacken ist.
 
Ja, und? Was spielt es für uns für eine Rolle, wenn wir aufhören, ihren Plunder zu kaufen? Habt ihr wirklich Angst, zu verhungern oder zu erfrieren, wenn ihr nicht brav kuscht und den Wachstumsmotor am Laufen haltet, der eure Lebenszeit verschlingt und dabei nichts als riesige Müllberge hervorbringt?
 
Dann könnt ihr jetzt gehen und in euren Stammkneipen weiterjammern! Ihr habt euch arrangiert, nehmt brav jeden neuen Schlag hin, den man euch versetzt, und werdet erst begreifen, dass sie euch für Dreck halten, wenn sie euch wegwerfen, auf den großen Müllhaufen, und dann mit dem Sturmgewehr draufhalten.
 
Wer, glaubt ihr denn, steckt hinter dem Morden in Gaza, in der Ukraine, in Syrien, im Irak?
 
Genau die gleichen rücksichtslosen Kräfte, die dort an lebenden Menschen üben, wie sie eines Tages mit euch fertigwerden können, solltet ihr doch noch den Mut findet, aufzustehen, obwohl ihr schon gar keine Kraft mehr habt.
 
Glaubt ihr denn, der Moloch Kapital, sieht in euch etwa Besseres, Edleres, als in den Palästinensern, in den russischen Ukrainern, in den Arabern in Syrien, im Libanon, als in den Arge-tiniern, den Griechen, den Portugiesen?
 
Nur weil ihr zufällig in Deutschland lebt?
Das ist doch für die kein Argument.
 
Aber wenn ihr wollt, dann träumt weiter. Warren Buffet hat uns den Krieg erklärt, und sich überzeugt gezeigt, dass die Kapitalisten gewinnen werden. Beweisen wir diesen arroganten Nichtstuern, Kriegstreibern und Menschenfeinden, dass wir stärker sind!
 
Ich komme nun zur anderen Seite der Angriffsführung auf Gewinne und Einkommen.
 
Die Kosten.
 
Steigende Kosten tun zwar nicht so schnell weh, wie der Umsatzrückgang, aber doch immer noch ganz ordentlich.
 
Nun sagt nicht, wir können doch an den Kosten nichts ändern. Das ist doch betriebsintern, da haben wir doch keinen Einfluss drauf?
 
Und wie ihr Einfluss drauf habt, ihr habt es bloß noch nicht begriffen!
Ich habe doch schon ein schönes Beispiel angeführt. Habt ihr es noch nicht begriffen?
 
Der Wechsel des Stromanbieters!
 
Da jagen sich inzwischen mehr als hundert Anbieter bundesweit die Kunden ab. Internetportale zeigen jedem, der sich dort umsieht, wer da anbietet und zu welchen Konditionen.
 
Ja glaubt ihr denn, die Stromanbieter, die euch da für das erste Jahr hundert oder hundertfünfzig Euro dafür bezahlen, dass ihr wechselt, würden nicht ungefähr genau so viel noch einmal abdrücken an die Betreiber dieser Portale, und glaubt ihr denn, so ein Wechsel vollzöge sich ganz von alleine?
 
Da braucht man immer noch ein kleines bisschen Personalaufwand, um das zu vollziehen.
 
Warum wollen sie dann dass ihr wechselt?

Ganz einfach, in der Hoffnung, ihr glaubt, auch im zweiten Jahr noch billigen Strom zu bekommen. Das ist aber eine Illusion. Ab dem zweiten Jahr schlagen sie umso unbarmherziger zu, um das wieder reinzuholen, was sie als Köder ins Schaufenster gestellt haben, um euch einzufangen.
 
Also wechselt!
Hört nicht auf damit!

Wechselt immerzu und so oft es geht, bis sie von sich aus anfangen, den Altkunden Boni zu bezahlen, nur damit sie bleiben!
 
Jeder Anbieterwechsel mindert im ersten Jahr den Gewinn beider Unternehmen! Der eine verliert dich als Kunden, hat also einen Umsatzrückgang, der andere zahlt erst mal drauf, in der Hoffnung, später umso kräftiger abzocken zu können.
 
Ist das nicht herrlich!

Und vergesst eines nicht: Um die Wechslerflut zu bewältigen, müssen auch noch Arbeitsplätze geschaffen werden.
 
Ja, und wenn ihr nicht wechseln könnt, weil ihr einen Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr oder mehr abgeschlossen habt, da ruft halt einfach zwischendurch mal an, wenn ihr ein Viertelstündchen Zeit habt. Wofür gibt es denn die Service-Center? Fragt nach, ob die Höhe der Rechnung stimmt, wann die nächste Abbuchung kommt, ob es eine Möglichkeit gibt, die nächste Zahlung zu stunden.
 
Das könnt ihr genauso gut auch bei eurem Internetanbieter veranstalten. Auch da lohnt sich wechseln, und wenn ihr nicht wechseln wollt, dann beschwert euch über das zu langsame DSL, obwohl ihr doch schnelles gebucht habt, erzählt den Leuten in den CallCentern das Blaue vom Himmel herunter, aber blockiert die Leitungen!
 
 
Die haben zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren:
Entweder, nichts tun, was Kunden kostet, die sich ärgern, weil sie den Support nicht erreichen, oder mehr Leute einstellen, weil das Telefonaufkommen zu hoch wird.
 
Die meisten Anbieter kriegen sowieso nicht mehr mit, warum angerufen wurde, weil der Service längst an CallCenter ausgegliedert ist, deren "Agenten" über das Produkt, über das sie sprechen müssen, nicht mehr wissen, als auf einen Bierdeckel passt.
 
Und die CallCenter rechnen nach Anrufen und Zeit ab, stellen also ein, wenn mehr Bedarf da ist, und stellen mehr in Rechnung, je mehr telefoniert wird. Ihr habt doch alle eure Flatrate! Also nutzt sie!
 
Das macht den Gewinn der CallCenter fetter, reduziert aber den Gewinn derer, die sich aus Gründen der Kostenersparnis der CallCenter bedienen. Im Zweifelsfall schafft es Arbeitsplätze!
 
Googelt nicht einfach nach den Behörden und glaubt, was die ins Internet gestellt haben, um sich die Bürger vom Hals zu halten. Geht persönlich hin und stellt eure Fragen, oder ruft an, lasst euch so lange weiterverbinden, bis ihr jemanden gefunden habt, der euch sagt, was Sache ist, und dann schreibt einen Brief, in dem steht, was euch am Telefon gesagt worden ist, und bittet um schriftliche Bestätigung.
 
Das schafft Arbeit und erhöht die Kosten.
 
Klar, die Gemeinde wird daraufhin die Gebühren für irgendwas erhöhen, oder die Gewerbesteuer, oder die Grunderwerbsteuer, oder die Hundesteuer, aber das alles macht die Gemeinde weniger attraktiv, also wird sie anderweitig sparen, vielleicht an den Kindergärten, vielleicht am Schwimmbad, so es denn noch eines gibt, vielleicht an der Polizei …
 
Es könnte jedenfalls sein, wenn die Gemeinde nicht gerade eine Großstadt ist, dass sich Stadtrat und Bürgermeister plötzlich in der Rolle der Mitbeschissenen wiederfinden, und selbst in den Widerstand gehen, um endlich wieder normale Verhältnisse für ihre Bürger herzustellen. Das alleine wäre schon ein großer Erfolg, wenn von den Kommunen aus der Widerstand in die "staatstragenden Parteien" hineingetragen würde. Ein ferner Traum, doch kein unrealistischer.
 
Also, macht Arbeit, wo ihr nur könnt - allen großen Unternehmen, mit denen ihr zu tun habt.
 
Beschwert euch, schickt defekte Geräte zur Reparatur ein, statt sie wegzuwerfen, und beruft euch auf die versprochene Garantie - und auf die gesetzliche noch dazu!
Bei all dem Schrott, der verkauft wird, gibt es genug, was unter die Garantie fällt, auch wenn der Artikel nur ein paar wenige Euro gekostet hat. Denkt mal drüber nach, und bevor ihr das nächste kaputte Teil artig zur Wertstoffsammelstelle tragt, checkt doch mal, ob ihr das nicht auch als Garantiefall beim Händler abliefern könnt. Streitet euch herum, um diesen Garantiefall, wenn sich die andere Seite unnachgiebig zeigt, aber zieht nicht wegen 50 Euro vor Gericht. Das könnte teuer werden. Wichtig ist es, die andere Seite zu beschäftigen, ihr Zeit zu stehlen, sie zu zwingen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, wenn sie nicht untergehen wollen.
 
Nehmt um Gotteswillen an jedem sich bietenden Preisausschreiben teil, nicht per Internet und Mausklick, sondern mit schönen Postkarten. Die füllt ihr handschriftlich aus, möglichst nicht maschinenlesbar zu entziffern - und schreibt Adressen drauf, die es gibt, aber bloß nicht eure, und schreibt schöne Namen drauf, bloß nicht eure eignen.

Alle Preisausschreiben dienen der Datensammlung.
Sollen sie doch Daten sammeln!

Niemand kann euch verpflichten, euren richtigen Namen und eure richtige Adresse anzugeben. Niemand kann euch verpflichten, so eine Postkarte auch noch zu frankieren. Ausfüllen, rein in den Briefkasten, und schon wieder hat eine kleine, wirkungsvolle Sabotage stattgefunden, denn die Adressen werden erfasst. Wenn es die Maschine nicht schafft, dann von Menschen, und sie werden in Dateien eingepflegt, wobei maschinell geprüft wird, ob es Postleitzahl, Straße und Hausnummer gibt, wobei aber eben nicht geprüft werden kann, wer dort wohnt. An diese Adressen werden dann Werbebriefe geschickt, die schlicht und einfach ins Leere gehen. Je mehr, desto teurer, desto unsinniger.
 
Die Adressenhändler werden von ihren Kunden Reklamationen über Reklamationen erhalten und irgendwann einsehen müssen, dass es so nicht mehr weitergehen kann, und schon wieder ist eine kleine Bresche geschlagen, in die Matrix, die uns gefangen hält, in ihrem Datennetz.
 
Wenn wir ihr schon nicht entgehen können, dann können wir sie jedenfalls bis zur Wirkungslosigkeit aufblasen mit Datenmüll.
 
Wer auch immer im Internet oder in der Zeitung anbietet, Prospekte zu senden oder Vertriebsmitarbeiter vorbeizuschicken: Fordert sie an!
 
Werft die Post entweder gleich in den Müll oder stellt zusätzliche interessierte Fragen. Wenn ein Vertreter sich anmeldet, macht einen Termin. Wenn ihr Lust habt, zu quatschen, dann lasst ihn kommen, wenn nicht dann auch. Ihr müsst ja nicht zuhause sein, wenn er kommt. Da ist was dazwischen gekommen, oder ich hab's vergessen, oder ich hab jetzt doch schon bei der Konkurrenz unterschrieben …
 
Das alles lässt die Maschine im Leerlauf auf Hochtouren laufen, kostet Geld und Arbeitszeit, und mindert die Gewinne.
 
Was sollen sie denn dagegen tun?
Ist es strafbar, einen Prospekt anzufordern?
Ist es strafbar, einen Vertreter doch nicht zu empfangen?
 
Es gibt tausende von Möglichkeiten für Kunden und Nichtkunden, über die Kommunikation mit Unternehmen, Behörden und Ämtern, Aufwand und Kosten zu verursachen.
 
Betrachtet das als eine Art Kampfsport. Ihr seid die Judomeister, schlagt sie, indem ihr ihre eigenen Anstrengungen gegen sie wendet!
 
Da die Post auch immer unzuverlässiger wird, ist die Möglichkeit, sich darüber zu beschweren, ein Schreiben nicht erhalten zu haben, auch nicht von der Hand zu weisen. Lasst euch Kopien eurer letzten Abrechnung zusenden, und weigert euch, dafür Gebühren zu bezahlen, sollten welche verlangt werden.
 
Kauft in den Internetshops der großen Anbieter ein, und macht von eurem Widerrufs- und Rückgaberecht Gebrauch. Ja, dazu muss man schon mal eine halbe Stunde vor dem Schalter anstehen, aber weil die Post sowieso in Supermärkte und Tankstellen umgezogen ist, lässt sich doch das Angenehme auch immer wieder mal mit dem Nützlichen verbinden.
 
Das macht man einfach nicht?

Geht's noch?
Warum denn nicht?
 
Überlegt euch nur mal für einen Moment, was die alles mit euch machen, und schon habt ihr Lust, es ihnen heimzuzahlen. Dann tut's halt auch!
 
 
Alles, was ich zum Thema Kosten bis hier geschrieben habe, mindert nicht nur die Gewinne, es hat auch das Potential, neue Arbeitsplätze zu schaffen!
 
Und sagt man uns nicht immer wieder: "Sozial ist, was Arbeit schafft"?
 
Also, seid sozial!
 
 
Andere Möglichkeiten, Kosten zu steigern, sind etwas aufwändiger, und nicht mehr unbedingt mit den bestehenden Gesetzen in Einklang zu bringen, doch das muss ja nicht unbedingt auffallen. Manchmal muss der Bürger einfach zivilen Ungehorsam an den Tag legen, wenn anders Abhilfe nicht geschaffen werden kann.
 
Noch vollkommen legal, wenn auch arbeitsplatzgefährdend, ist es, im Unternehmen selbst anzufangen, vollkommen berechtigte Fragen zu stellen.
 
Z.B. danach, wo denn die Arbeitsschutzrichtlinien der Berufsgenossenschaft eingesehen werden können und wann man die einsehen kann, und ob man dafür ausstempeln muss, oder nicht.
 
Wenn diese Hürde genommen ist, und du vor den Arbeitsschutzrichtlinien sitzt, kannst du weiterfragen, ob nämlich für dich überhaupt schon einmal die vorgeschriebene Belehrung stattgefunden hätte, du könntest dich nämlich nicht daran erinnern. Und wenn du da allmählich auf Granit beißt, weißt du, du arbeitest genau am wunden Punkt.
 
Du möchtest den Arbeitsschutzbeauftragten sprechen. Die Leitern an den Regalen, auf die du täglich steigen musst, würden nämlich deiner Meinung nach nicht den Vorschriften entsprechen …
 
Das macht dich bei deinen Vorgesetzten nicht beliebt, wohl aber beim Betriebsrat, so es denn einen gibt, und wenn es noch keinen gibt, könntest du verlangen, dass Betriebsratswahlen angesetzt werden.
 
Das alles ist zugleich, so verrückt es klingt, eine kleine Versicherung gegen eine ungerechtfertigte Kündigung. Der Arbeitsrichter wird dein Bemühen um Arbeitssicherheit nämlich ganz anders werten als dein Chef, und vermuten, die Kündigung könnte eine direkte Reaktion auf diese deine Bemühungen sein.
 
Es gibt mindestens eine Million und siebzehn Arbeitsschutzregeln, und wenn in einem Betrieb nur 10 Prozent davon eingehalten werden, dann darf er als vorbildlich gelten. Was weißt du über die Mindestbreite von Fluchtwegen? Nichts? Dann miss mal nach! Ein Meter, wenn den Fluchtweg mehr als 5 Personen nutzen müssen, 1,20 Meter, bei mehr als 20 Personen, und das geht bis zu 2,40 Meter, bei entsprechend vielen Mitarbeitern und Kunden, die da durch müssen.
 
Drunter geht nichts. Und wie sieht es aus mit der Beschilderung von Fluchtwegen, von Notausgängen? Gibt es die, sind die auch immer offen und nie verstellt?
 
Was weißt du über die Zahl und die Art der Feuerlöscher, die aufgehängt sein müssten? Ein einfacher Wasserlöscher neben der Fritteuse in der Kantine? Ein absolutes Unding! Da muss ein CO2-Löscher hängen!
 
Was weißt du über die Vorschriften zur Beleuchtung am Arbeitsplatz? Bringt die einsame Neonfunsel an der Decke die benötigte Lux-Zahl auf deinen Arbeitsplatz? Garantiert nicht! Und wenn doch, ist dein Arbeitsplatz dann auch wirklich blendungsfrei?
 
Ja, und dann die Toiletten. Gibt es in deinem Betrieb wirklich genug?
 
Das sind nur ganz wenige Beispiele, ein schönes noch, in dieser Kategorie:
 
Du arbeitest in klimatisierten Räumen? Und es zieht?
 
Natürlich zieht es. Geht gar nicht anders. Es muss ziehen, und empfindliche Menschen spüren das.
 
Also zieh beim nächsten Schnupfen mit triefender Nase durch die Gegend und behaupte, dass es an deinem Platz seit ein paar Tagen ganz unheimlich zieht. Verlange, dass die Strömungsgeschwindigkeit an deinem Schreibtisch gemessen wird, und die Luftfeuchtigkeit gleich noch mit dazu, und wenn dann die Sollwerte nicht eingehalten werden, dann verlange eine Änderung. Die ist kaum möglich, ohne das Gesamtklima durcheinander zu bringen, weshalb man dir erklären wird, dass das leider absolut nicht geht. Also verlangst du einen anderen Arbeitsplatz in einer zugfreien Ecke …
 
Und vergiss bloß nicht, mit dem Arbeitsschutzbeauftragten darüber zu sprechen.
 
 
Immer noch legal, aber etwas arbeitsplatzgefährlicher ist die folgende Methode:
 
Du gehst ganz selbstverständlich davon aus, dass nicht nur du deinen Arbeitsvertrag einzuhalten hast, sondern dein Arbeitgeber ebenfalls. Ihr glaubt ja nicht, wie viele das schlicht vergessen!
 
Du kommst also pünktlich, und falls du Gleitzeit hast, in der vorgegebenen Zeitspanne, und du gehst nach der vereinbarten Tagesarbeitszeit ebenso pünktlich. Du hältst die vorgeschriebenen Pausen ein, auch wenn ein Meeting angesetzt ist, und du machst von dir aus keine einzige Überminute. Dein Gleitzeitkonto ist absolut sauber.
 
Überstunden machst du nur, wenn sie explizit und schriftlich angeordnet werden, und wenn sie nur mündlich angeordnet werden, verlangst du eine schriftliche Bestätigung, denn nur mit der hast du anschließend den Beweis in der Hand, der dich berechtigt, die Zahlung der Überstunden einzufordern, anstatt vielleicht irgendwann einmal, wenn es deinem Chef gefällt, die Zeit abfeiern zu dürfen.
 
Das gilt für größere Unternehmen. In kleineren Betrieben kommt es auf dein Verhältnis zu deinem Chef an. Wenn das o.k. ist, lässt du solchen Firlefanz natürlich.
 
Wenn du in einem Großunternehmen beschäftigt bist, einem kleinen Arschloch unterstellt, das auf deine Kosten Karriere machen will und vor lauter Angst, was geschehen könnte, wenn es einen zusätzlichen Mitarbeiter anfordert, in die Hosen macht, aber mit der vorhandenen Mannschaft das Soll permanent übererfüllen will, dann lass es eiskalt auflaufen, das Arschloch.
 
Vielleicht kannst du ja auch noch einen Kollegen davon überzeugen, dass unbezahlte Mehrarbeit eigentlich nicht in eurem Arbeitsvertrag steht, und schon dreht sich die Schraube eine Umdrehung tiefer in die ausgeleierte Mutter.
 
Vermutlich kommt der neue Mitarbeiter, bevor man euch kündigt. Doch das wäre sowieso passiert. Das ist ja der Witz. Entlassen werden muss immer wieder, sonst geht die Rechnung nicht auf.
Wer entlassen wird, steht auch immer schon lange vorher fest. Und wer sich meinen Vortrag bis an diese Stelle angehört hat, und nicht ein Spitzel der anderen Seite ist, der steht schon längst auf der Liste. Da könnt ihr Gift drauf nehmen.
 
Also kann es letztlich auch nicht schaden, wenn ihr - als noch auf der Payroll stehende Mitarbeiter - innerhalb des Unternehmens ein bisschen mehr Zoff macht, als nur nach Arbeitsschutz und Überstundenregelungen zu fragen.
 
Ab hier wird es jedoch, nach bestehender Rechtslage und unter Ausblendung des Artikels 20 GG, weil sich auf den niemand berufen kann, solange die Verhältnisse sind, wie sie sind, schon leicht kriminell.
 
Haltet euch also zurück, so ihr noch könnt!
 
Der Rechtsstaat ist unerbittlich, gegen jene, die sich gegen das Kapital wenden, denn zum Schutz des Kapitals wurde er errichtet.
 
Weil ich mich selbst mit den folgenden Ansagen in eine Grauzone begebe, bleibe ich relativ abstrakt. Möge jeder für sich die konkreten Schlüsse daraus ziehen und danach handeln.
 
Kein Unternehmen ist berechtigt, gegen Recht und Gesetz zu verstoßen.
 
Dennoch ist das die Realität in vielen deutschen Unternehmen. Es wird betrogen, was das Zeug hält, und die gutbestückten Rechtsabteilungen verleihen dem in aller Regel den Heiligenschein der Rechtschaffenheit.
Nur: Kein Mitarbeiter muss freiwillig bei Rechtsbrüchen, bei Betrug, bei klaren Verstößen gegen geltende Gesetzt mitwirken.
 
Verhindern kann es niemand, wenn er versucht, öffentlich zu machen, was da geschieht. Doch das Beispiel Mollath ist jedermann Warnung genug, mit Insiderwissen hausieren zu gehen, in der völlig irrigen Annahme, der Rechtsstaat würde sich dafür interessieren.
 
Hier braucht es Zivilcourage, um gegen die Bestimmungen des Arbeitsvertrages zu verstoßen und ganz gezielt gegen die kriminellen Interessen des Arbeitgebers zu verstoßen.
 
Ich nenne das unverfänglichste aller Beispiele: Dein Arbeitgeber will Giftmüll entsorgen. Nicht auf einer teuren Deponie, sondern mithilfe dubioser Entsorgungsunternehmen zu einem absoluten Tiefstpreis - irgendwo.
 
Du könntest den Vorgang zur Anzeige bringen. Allerdings würde man dich auslachen und dann wegen vorsätzlicher Rufschädigung entlassen. Selbst wenn du Beweise hättest, würden die dir als Fälschung nachgewiesen.
 
Schließlich warst du ja schon immer ein Querulant …
 
Was also tun?
 
Kommt drauf an, in welcher Position du bist.
 
  • Bist du ein Lagerarbeiter, der nur damit beschäftigt ist, den Giftmüll-Transporter zu beladen, dann wäre es doch schön, wenn du auf jedem Fass einen klaren und eindeutigen Herkunftsnachweis mitgeben könntest, so unverrottbar, wie der giftige Inhalt.
    Wenn es irgendwo noch investigative Journalisten gäbe, könntest du denen einen Tipp geben, doch das kannst du vergessen. Bevor dein Boss an die Behörden verraten wird, wirst du an deinen Boss verraten. Das ist lukrativer!
  • Bist du ein Bürohengst, der für die Vertragsgestaltung mit dem Entsorger zuständig ist, dann zieh dir von allen Unterlagen eine private Kopie, wenn irgend möglich, nagle auch deinen Boss irgendwie schriftlich fest. Und wenn du das alles hast, komm auf die Idee, doch noch eine Ausschreibung zu veranstalten. Vielleicht geht's ja noch billiger. Lade dazu seriöse Entsorger ein. Lass sie die Fracht besichtigen - und erzähl denen dann, dass es ein Angebot gäbe, dass sehr weit unter dem ihrem liegt. Zufällig und versehentlich nennst du den Namen des kriminellen Entsorgers …
  • Bist du derjenige, der von seinem obersten Boss angewiesen wurde, das Zeug verschwinden zu lassen, dann lass etwas verschwinden, aber bloß nicht das Zeug. Das bleibt schön auf dem Betriebsgelände. Was entsorgt wird, in neutralen Fässern, um irgendwo im Wald oder auf See zu landen, das darf irgendetwas ganz normales sein. Regenwasser, z.B.

    Und wenn das weg ist, kann ein anonymer Anruf bei der Gewerbeaufsicht u.U. hilfreich sein. Dein Boss wird die Kontrolleure mit offenen Armen empfangen, ihnen gerne alles zeigen, was sie sehen wollen. Dummerweise zeigt er ihnen auch genau das, was sie niemals hätten sehen dürfen, weil er überzeugt war, du hättest die Scheiße längst irgendwie anderweitig untergebracht.
Das ist ein grober Vertrauensmissbrauch und rechtfertigt die fristlose Kündigung. Da brauchst du gar nicht mehr vors Arbeitsgericht ziehen. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun. Du hättest ganz offiziell gegen deinen Chef Anzeige erstatten müssen, werden sie dir sagen, doch dann wäre nichts passiert, nur du wärst entlassen worden.
Also ist es doch besser, entlassen zu werden, und der Chef geht in den Knast, als entlassen zu werden, und der Boss macht weiter wie bisher, oder?
 
Wir halten also fest:
 
An "Schweinereien" jeglicher Art beteiligen wir uns nicht, wenn irgend möglich wenden wir das Mittel der Sabotage an, um ihre Ausführung zu stören, unmöglich und/oder öffentlich zu machen.
 
 
Bis jetzt habe ich nur Hinweise gegeben, wie Einkommen, also letztlich Gewinne beschädigt werden können.
 
Was ist mit der Möglichkeit,
Vermögensschäden anzurichten?
 
Wer einem Reicheren einen Vermögensschaden zufügt, wird mit aller Härte des Gesetzes verfolgt und bestraft. Wer einem Ärmeren einen Vermögensschaden zufügt, handelt in aller Regel legal und gesetzeskonform und wird mit Ehren und Würden überhäuft.
 
Der Feudalismus, in dem dies die Grundregel der gesellschaftlichen Ordnung war, ist nicht untergegangen. Trotz aller geschriebenen Gleichheit vor dem Gesetz, ist die "Klassengerichtsbarkeit" erhalten geblieben, sie tritt nur unter Tarnmäntelchen auf. E
ines dieser Tarnmäntelchen nennt sich Vertragsfreiheit.
 
Niemand muss einen Vertrag unterschreiben, der ihn glatt benachteiligt, meint Justitia und verschließt die Augen vor der Realität, in der die Einen die Bedingungen diktieren, während alle anderen sie nur akzeptieren können.
 
  • Wer bestimmt denn die Höhe des Überziehungszinssatzes auf deinem Girokonto? Kannst du das mit deiner Bank frei aushandeln? Findest du eine andere Bank, die dir wirklich günstige-re Konditionen anbietet?
  • Wer bestimmt, ob du eine Lohnerhöhung bekommst, oder nicht? Du, oder dein Arbeitgeber?
  • Wer bestimmt, ob du Rundfunkgebühren an die GEZ abführen musst? Du?
Ach so, Klugscheißer! Die GEZ, die bestimmst du selbst, weil du alle vier Jahre wählen gehst und die von dir gewählten Vertreter dann das beschließen, was du willst?
 
Die beschließen nicht, was du willst. Du hast nicht den geringsten Einfluss darauf, was die beschließen. Die halten ja nicht einmal das, was sie dir versprechen, damit du sie wählst.
 
Seht einfach ein, dass die 99 Prozent sich auf den Kopf stellen können und mit den Fußzehen wackeln. Solange es keine wirklich schmerzhaften Aktionen gibt, von denen das oberste eine Prozent direkt betroffen ist, machen die mit euch dasselbe, was der Bauer mit seinen Kühen macht: Erst abmelken, so lange es geht, und dann abschlachten.
 
Jetzt merken sie, dass sich Unmut regt - und was tun sie? Sie versuchen, die Unruheherde zu isolieren, in Ghettos zu sperren und ggfs. zu eliminieren.
 
Es geht ihnen nur um sich selbst. Ihr seid ihnen im Grunde scheißegal. Ihr seid nur wichtig, solange ihr funktioniert, und da ist auch nicht der Einzelne wichtig, sondern nur eine bestimmte Anzahl notwendiger Knechte, die sie brauchen, um ihren Luxus zu erzeugen und zu erhalten.
 
Diese Knechte sind austauschbar. Da kommt es nicht auf Gesichter oder Namen an, sondern nur darauf, dass diese Kreaturen zuverlässig funktionieren. Wer aufmuckt, fliegt. Wer auch nur eine dumme Frage stellt, fliegt. Wer dreist wird, wandert in den Knast. Es gibt ja genug, die an die Futtertröge drängen.

An Menschenmaterial herrscht kein Mangel.
 
Den Menschen allerdings mangelt es hint' und vorn an den materiellen Grundlagen für ihre Existenz.
 
Warum zahlst du denn Miete?
Damit du eine warme Stube hast? Brav!
 
Nein, du zahlst Miete, weil sich ein paar wenige das Land unter sich aufgeteilt haben. Wo willst du denn bleiben, wenn du keine Miete zahlst? Wo kannst du denn unterkriechen? Selbst unter der Brücke wirst du vertrieben. Dein Körper braucht Platz. Du bist noch kein Gespenst, das keinen Raum braucht! Und dafür musst du zahlen.
 
Dafür, dass es dich gibt, wird eine Gebühr erhoben.
 
Und glaub bloß nicht, das ändert sich, wenn du nur lange genug ansparst und dir dein eigenes Häuschen leistest. Diejenigen, die sich ein Haus aus eigenen Mitteln leisten können, sind dünn gesät. Normal ist, dass du Schulden machst - und bis du die zurückgezahlt hast, hast du mit deinen Zinsen noch ein weiteres Haus bezahlt, wenn nicht gar zwei. Es ist egal, ob du Miete zahlst, um existieren zu dürfen, oder ob du Zinsen zahlst, um existieren zu dürfen.
 
Ja, und weil das so ein schönes Modell ist, dass sich die Eigentümer dieser Welt ausgedacht haben, nimmt sich dein Staat das gleiche Recht heraus. Auf alles, was du zum Leben brauchst, erhebt er die Mehrwertsteuer. Du kannst nicht existieren, ohne dem Staat einen Obolus zu zahlen.
 
Ach so, Klugscheißer, du meinst, der Staat gibt ja den Armen das Geld, das sie zum Leben brauchen, und sogar die Mehrwertsteuer auch gleich noch mit?
 
Das ist Blödsinn.
 
Die Harzt-IV-Gesetze und die Mehrwertsteuer bilden miteinander eine moderne Form der Sippenhaft. Wer zahlt denn die Steuern und Abgaben, die Beiträge und Gebühren, aus denen dein jämmerliches Hartz-IV-Überlebensbudget kommt?
 
Das zahlen die, denen es ein bisschen besser geht als dir. Die übernehmen deine Existenzberechtigungsgebühr für dich mit. Das Volk, die 99 Prozent, werden abgezockt, und wenn einer nicht zahlen kann, dann müssen eben die anderen seinen Anteil mit aufbringen.
 
Das bisschen Steuern, das die Reichen zahlen, das langt ja gerade, um die Polizei, die Geheimdienste und das Militär zu bezahlen, mit denen sie sich vor uns schützen. So sieht's aus.
Den ganzen übrigen Scheiß, den zahlen wir, die 99 Prozent, und wir haben nicht den geringsten Einfluss darauf, was sie damit machen.
 
Wer hat denn die Vermögen der Reichen gerettet, als die Banken krachten? Das waren und sind die von dir gewählten Volksvertreter. Dir erzählen sie, sie hätten dich gerettet. Einen Scheiß haben sie dir erzählt. Du darfst die Zeche bezahlen, und nicht nur du, auch noch deine Kinder und Enkel. So sieht's aus!
 
Wenn die also unverschämt und mit eiligst durchs Parlament gepeitschten Notstandsgesetzen zur Euro-Rettung frech in deinen Geldbeutel greifen, dann ist das Recht und Gesetz, legal und außerdem alternativlos.
 
Aber wehe, du kletterst auf die Mauer, die das Anwesen eines Reichen beschützt, um dir einen Apfel von seinem Baum zu klauen. Das ist dann zwar vielleicht noch Mundraub, aber vor allem ist es Hausfriedensbruch, wenn nicht gar Einbruch und Sachbeschädigung, solltest du den Nato-Draht auf der Mauerkrone mit einer Beißzange beschädigt haben.
 
Oder, du sitzt an der Supermarktkasse und sammelst hin und wieder Leergut Bons, die von den Kunden nicht eingelöst wurden. Ja, da fliegst du, und kriegst noch einen Prozess wegen Unterschlagung an den Hals.
 
Zweifelt jetzt noch jemand daran, dass der Feudalismus noch lebt?
Und hat noch jemand Zweifel daran, dass die Leibeigenschaft weiter existiert?
 
Nein, die direkte und unmittelbare Leibeigenschaft, die ist abgeschafft. Aber de facto ist jeder lebende Mensch, so er sich nicht zur alleräußersten Elite zählen kann, auf eine perfide Weise Leibeigener der herrschenden Klassen, Leibeigener des Kapitals insgesamt, und niemand kann sich der Tributpflicht entziehen, weil dieser Feudalismus in den Grundfesten des Rechtssystems, dem wir unterworfen sind, verankert ist.
 
Ja, deutscher Michel, du solltest längst fordern, dir eine Verfassung geben zu dürfen, wie es das Grundgesetz vorsieht. Doch du kriegst ja gar nicht mit, dass das Grundgesetz keine Verfassung ist, sondern das mächtigste Relikt aus dem Besatzungsrecht nach dem zweiten Weltkrieg.
 
Du kriegst ja nicht einmal mit, dass die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen hierzulande nur teilweise als gültige Norm akzeptiert wird, nämlich nur soweit, wie sie dem ungebremsten Wirken des Kapitalismus nicht im Wege steht.
 
Wenn ich also darauf aufmerksam mache, dass drohender Vermögensschaden eine Möglichkeit ist, sich gegen die herrschenden Oligärsche zur Wehr zu setzen, dann sehe ich in der Umsetzung solcher Aktionen zwar ein großes moralisches Recht, nämlich das Recht zur Notwehr, das Recht zur Selbstbestimmung, das Recht, die eigene Freiheit zu erkämpfen, doch die Wirklichkeit des Rechtsstaates wird alles dies als Verbrechen einordnen, während die Verbrechen der Oligärsche als großartige Leistungen gewürdigt werden.
 
Es ist Krieg, Leute!
Und im Krieg gilt Kriegsrecht.
 
Das eine Kriegsrecht, ist das Recht der Mächtigen, mit Notstandsverordnungen, Ausgangssperren und dem Einsatz militärischer Gewalt gegen dich vorzugehen.

Das andere Kriegsrecht ist das Recht der Ohnmächtigen, das Recht der Mächtigen zu ignorieren, es zu missachten und wo immer es sinnvoll erscheint, auch zu brechen.
 
Wie also könnten wir den größtmöglichen Vermögensschaden anrichten?
Gibt es vielleicht sogar eine Möglichkeit, dies ohne strafrechtliche Konsequenzen ins Werk zu setzen?
 
Ja! Die gibt es.
 
Es ist daher unsinnig, leerstehende Häuser zu besetzen. Die schauen ein Weilchen zu, manchmal sogar jahrelang, und dann kommt die Polizei beendet den Spuk.
 
Es ist auch unsinnig, einen Schlosspark zu besetzen, um Volksvermögen vor dem Zugriff der künftigen Bahnaktionäre zu schützen. Die Polizei kommt, und spritzt euch mit Wasserwerfen wie Dreck von der Straße.
 
Es ist unsinnig, die Scheiben von Bankfilialen einzuschlagen. Das ersetzt die Versicherung schnell - und letztlich kommt ihr auf die eine oder andere Weise für den Schaden selbst wieder auf. Alle diese Kosten sind einkalkuliert, und ihr zahlt dafür tagtäglich beim Einkauf.
 
 
Der Angriff auf das Vermögen fängt beim Geld an.
 
Macht euch klar:
 
 
Deren Geld, das sind eure Schulden!
 
 
Das ist der Hebel, und der hat vielfache Wirkungen, wenn man ihn geschickt einzusetzen weiß.
 
Gut, ihr habt keine Ahnung von Geld. Wie denn auch. Das erklärt euch auch niemand, damit ihr nicht von heute auf morgen auf die Barrikaden steigt. Ihr müsst auch gar nicht viel wissen, schon gar nicht die hässlichen kleinen Details.
 
Das was ihr wissen müsst, um euch richtig zu verhalten, das lernt ihr jetzt, im Schnellverfahren, zusammen mit den Handlungsanweisungen, die die ganze Welt zum Einsturz bringen können, wenn nur genug mitmachen.
 
Die einfachste und sicherste Methode ist es,
einfach keine neuen Schulden mehr zu machen.
 

Es genügt sogar schon, wenn ihr im nächsten Jahr weniger neue Schulden macht, als bisher.
 
Was passiert dann?
 
Nun, denkt einfach mal mit.
 
Warum macht ihr denn Schulden?
Richtig, um etwas zu bezahlen.
 
Ihr macht Schulden, und das Geld, das ihr von der Bank bekommt, bleibt meistens nicht einmal einen Tag auf eurem Konto, dann hat es ein anderer. Ihr sitzt auf den Schulden, und der andere hat ein Guthaben.
 
Kapiert? Nicht nur ihr habt Schulden. Eure Schulden sind zugleich das Geld der anderen.
 
Das heißt:
 
Je weniger Schulden ihr habt, desto weniger Geld haben die anderen!
 
Und es kommt noch besser:
 
Je weniger Schulden ihr habt, desto weniger Zinsen müsst ihr bezahlen.
Je weniger Zinsen ihr bezahlen müsst, desto weniger Zinsen bekommen die anderen.
 
Das Wachstum von Geldvermögen hängt also direkt vom Wachstum der Schulden und der Zinsen ab.
 
Die Reichen können nicht reicher werden,
wenn ihr nicht ärmer werdet.
 
Und wenn ihr reicher werdet, müssen die Reichen ärmer werden.
 
Ich weiß, so habt ihr das noch nie gesehen, und deswegen ist es verdammt schwer zu begreifen, aber denkt mal nach:
 
Ihr kauft euch einen neuen Flachbildfernseher, weil der Nachbar sich auch einen gekauft hat und gar nicht aufhören kann, davon zu schwärmen, wie viel schöner es ist, wenn das Fernsehbild einen halben Quadratmeter groß ist.
 
Die Kiste kostet, mit allem Schnickschnack, einen glatten Tausender.
 
Den gibt euch die Bank, ihr gebt ihn dem großen Internet-Versandhändler, der überweist davon 159,67 Euro als Mehrwertsteuer an das Finanzamt, 250 Euro an der Hersteller in China, gibt außerdem für Löhne, Strom, Gebäudeunterhalt, Abschreibungen, Porto und wer weiß was noch, weitere rund 50 Euro aus, und hat am Ende glatte 540 Euro übrig.
 
Jetzt denkt euch mal die Bank einfach weg.
 
Dann habt ihr nämlich, mit dem Kauf des Fernsehers 50 Euro Schulden bei einer ganzen Reihe von Leuten, die mitgeholfen haben, euch den Fernseher zu verkaufen und zu liefern. Ihr habt 250 Euro Schulden bei den Chinesen und 160 Euro Schulden bei Herrn Schäuble.
 
Vor allem aber habt ihr 540 Euro Schulden bei den Aktionären von Omazan.

Eure Schulden stehen bei denen verteilt als Guthaben auf ihren Konten herum. Die haben bei euch etwas gut. Jetzt müsst ihr sehen, wo ihr das Geld herbekommt, um eure Schulden zu bezahlen.
 
Das ist ganz einfach?
Das kommt mit meiner nächsten Gehaltsabrechnung?
 
Prima! … und den Strom, den macht die Steckdose
 
Von euren tausend Euro Schulden sind nur noch 210 Euro noch in Umlauf. Nämlich die 50 Euro für die Kosten des Versandhändlers und die 160 Euro, die der Finanzminister schon wieder ausgegeben hat.
 
Der Rest ist weg, den könnt ihr auch nicht wiederholen, und euer Chef auch nicht.
 
Die Chinesen haben ihre 250 Euro in ihre Devisenreserven gebucht, und die Omazan Aktionäre haben ihre 540 Euro auf den großen Haufen gelegt, und fühlen sich wieder ein bisschen reicher.
 
Wie man es auch dreht und wendet. Wenn ihr eurer Schulden bezahlen wollt, muss irgendwo im Lande ein anderer neue Schulden machen.
 
Und das heißt im Umkehrschluss:
 
Wenn ihr keine neuen Schulden mehr macht, kann irgendwo im Lande ein anderer seine Schulden nicht mehr bezahlen.
 
Wenn genügend viele keine neuen Schulden machen, können irgendwo im Lande viele ihre Schulden nicht mehr bezahlen.
 
Das klingt jetzt fürchterlich.

Das hört sich so an, als müsstet ihr immer weiter Schulden machen, damit es allen gut geht.
 
Und genau das ist die Scheiße, die ihr glauben sollt!
 
 
Warum können denn nicht diejenigen, die eure Schulden als ihre Guthaben auf den großen Haufen gelegt haben und euch damit zwingen, immer neue Schulden zu machen, damit ihr eure alten Schulden bezahlen könnt, nicht einfach ihren großen Haufen auflösen?
 
  • Sie könnten höhere Löhne zahlen, zum Beispiel, dann käme wieder mehr Geld in Umlauf,
  • sie könnten ihr Geld im Inland ausgeben, statt überall auf der Welt ihre Villen zu errichten.
  • Sie könnten ehrlich ihre Steuern zahlen, statt nach jeder Lücke zu suchen, die ihnen ein Schlupfloch bietet -
  • oh, die hätten viele Möglichkeiten, das fehlende Geld wieder in Umlauf zu bringen.
Warum also sollt ihr euch verschulden, damit das Karussell sich weiter drehen kann?
 
Geld zu horten, und dafür noch Zinsen zu bezahlen, ist eine Form des Kidnappings. Sie kidnappen das Geld, und zwingen euch, neues Geld zu beschaffen …
 
Diese Kidnapper zwingen euch dazu, euch immer weiter zu verschulden, nur damit ihr eure Schulden wieder bei ihnen bezahlen könnt.
Und inzwischen zwingen sie den Staat, die Schulden anderer Staaten zu übernehmen, weil sie wissen, dass der Staat euch dazu zwingen kann, diese Schulden zu tilgen und die Zinsen dafür zu erwirtschaften.
 
Das ist das Verbrechen.
 
 
Keine neuen Schulden zu machen, das ist kein Verbrechen, das ist eure freie Entscheidung, die ist überhaupt nicht strafbar.
 
Und die Folgen?
Nun, die Folgen sind einigermaßen übersichtlich.
 
Je weniger Geld durch neue Schulden in Umlauf kommt,
desto ärmer werden die Reichen.
 
Die merken es zuerst gar nicht, denn auf ihren Konten stehen weiterhin die Millionenbeträge herum, sie wachsen nur nicht mehr, zumindest nicht mehr so schnell.
 
Doch das, was den Guthaben in den Bankbilanzen gegenübersteht, das wird immer weniger.

Jeder Kredit, der nicht zurückgezahlt werden kann, der von den Banken ausgebucht werden muss, kann eigentlich nicht mehr als Guthaben bei irgendjemandem auf dem Konto stehen.
 
Da steht das Guthaben aber!

Und die Bank hat keine Chance, dem Einleger etwas wegzunehmen, nur weil auf der anderen Seite die Schuldner fehlen.
 
Also muss die Bank ihre Gewinne dafür verwenden, die Guthaben zu decken, und wenn das nicht mehr reicht, dann muss sie anfangen zu lügen, und behaupten, sie hätte andere wertvolle Vermögensgegenstände in der Bilanz, und irgendwann muss die Bank Insolvenz anmelden, weil sie diese Lüge beim besten Willen nicht mehr aufrecht halten kann.
 
Das ist der Moment, in dem das Vermögen der großen "Sparer" sich in nichts auflöst.
 
 
Es ist so einfach.
Es ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein.
Warum also fangen wir nicht damit an?
 
Machen es uns unsere Regierungen im Bund und in den Ländern, die Bürgermeister und Stadtkämmerer nicht vor? Sparen nicht alle, wie verrückt? Versuchen sie nicht, möglichst ohne neue Schulden auszukommen und stattdessen sogar zu tilgen? Leben sie uns nicht vor, wie es geht?
 
Gut, die tun es aus anderen Gründen. Die tun es, um die Kosten der Exportwirtschaft niedrig zu halten, denn alles, was der Staat ausgibt, muss er sich irgendwie und irgendwann von seinen Bürgern wiederholen, doch man kann die Steuerschraube nicht beliebig anziehen, denn dann wollen die Leute mehr Lohn, und das wiederum erhöht die Kosten, und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit. Also sparen sie das Land kaputt, sparen unseren Wohlstand kaputt, um die Gewinne des Kapitals zu vergrößern.
 
Zugleich sorgen sie aber auch dafür, dass unsere Aktion noch wirkungsvoller wird.
 
Wo sich der Staat nicht mehr verschuldet, müssten sich Unternehmen und Bürger mehr verschulden, um die Vermögen zu schützen.
 
Wenn die Bürger aus der Verschuldung aussteigen, bleibt alles an den Unternehmen hängen, doch die sehen dann auch keine Chance mehr, dass sich ihre Investitionen jemals wieder rentieren und nehmen erst recht keine neuen Schulden auf.
 
Das ist Punkt, an dem Tabula rasa gemacht wird.
 
Das ist der Punkt, an dem das beschissene Geldsystem, das uns über Jahrzehnte ausgeplündert hat, in sich zusammenbricht, wie ein Kartenhaus.
 
Und alles das ist vollkommen legal.
 
 
Wer keine neuen Schulden macht, kann sich sogar auf die großen Vorbilder in Berlin berufen!
 
Das allerschönste daran ist jedoch:
Wer keine Schulden hat, dem kann in der Krise auch niemand das Auto oder die Möbel oder das Haus wegpfänden.
 
Je mehr einer besitzt, desto härter treffen ihn seine Schulden, wenn es soweit ist.
 
Damit sind wir endlich da, wo die Aktion wirklich trifft.
 
Es gibt doch genug große Schuldner. Ein großer Teil sämtlicher Spekulationsgeschäfte wird auf Pump finanziert. Jede neue Idee, mit einem Schrott-Erzeugnis den Markt zu überschwemmen und dabei Gewinne einzufahren, wird auf Pump finanziert.
 
Weil ihr aber keine neuen Schulden macht, weil ihr den Schrott nicht mehr kauft, nur weil es halt dazu gehört, sich mit dem jeweils modernsten Schrott zu umgeben, werden innerhalb kurzer Zeit die großen Schuldner in Probleme geraten.
 
Denen wird man wegpfänden, was sie noch haben, und weil deren Schulden ihre werthaltigen Sachwerte in der Regel übersteigen, weil es sich mit Schulden ja so gut Geschäfte machen lässt, werden sie innerhalb kürzester Zeit oben an den Fenster stehen und ihre letzte Zigarre rauchen, bevor sie springen.
 
Merkt euch:
 
Eure stärkste Waffe besteht darin, Kredite zum Platzen zu bringen, indem ihr euch weigert, neue Schulden zu machen!
 
Und merkt euch insbesondere: Je weniger Schulden ihr habt, wenn es kracht, desto weniger tut es euch weh!
 
 
Also,
  • lasst die Finger von den Villen der Reichen. Man wird euch nur einsperren.
  • Schlagt keine Fensterscheiben ein, besetzt keine Häuser.
  • Macht euch schuldenfrei und nehmt vor allem keine neuen Schulden auf.
Das ist die schärfste und explosivste Waffe, die ihr in Händen habt.
 
 
Ihr müsst dafür auf nichts verzichten.

Die Bank schenkt euch das Geld doch nicht, wenn ihr Schulden macht.
 
Was ihr heute auf Pump kauft, um es morgen wegzuwerfen, dafür müsst ihr doch übermorgen noch schuften und dann auf das verzichten, was ihr euch leisten könntet, müsstet ihr nicht tilgen und obendrein Zinsen zahlen!
 
Zeigt es den Oligärschen!
 
Eure Konten sind schnell leer,
mach ich keine Schulden mehr!
 
 
Ja, diese Anleitung führt ins Chaos.
 
Aber es ist unser Chaos. Es ist das Chaos, durch das wir uns von der Herrschaft des Kapitals befreien.

Es ist das Chaos, in dem das jetzige, beschissene Geldsystem untergehen wird, bevor unser aller Schulden noch weiter steigen, und wir uns alleine durch unsere Schulden noch tiefer in die feudale Leibeigenschaft hineinreiten, statt uns aus ihr heraus zu arbeiten.
 
Der Crash kommt sowieso.

Die Frage ist nur, wer diesmal auf der Seite der Verlierer stehen wird.
 
Lassen wir alles laufen, wie es eingefädelt ist, werden wir die großen Verlierer sein und am Ende - allesamt in den Ghettos eingepfercht - wie Sisyphos unsere Schulden abarbeiten müssen, ohne jemals davon erlöst zu werden.
 
Noch kann der Spieß umgedreht werden.
 
Proletarier aller Länder, ihr 99 Prozent!
Entschuldet euch!
 
 
 
Verantwortlich im Sinne des Artikels 20,4 Grundgesetz
und aller sonstigen heranziehbaren Rechtsgrundlagen, Gesetze und Verordnungen
Egon W. Kreutzer
Rehmoosstr. 7
84094 Elsendorf
 
 
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Wie immer:
 
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Ich weiß aber sehr wohl, daß ich verändern muß,
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(Josef Schmidt)
 
 
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Kommentare zu diesem Paukenschlag
Hallo Herr Reztuerk,
hat Georg Schramm neulich beim ELIAS vorbeigeguckt?
 
Wenn sich der Rauch etwas gelegt hat, könnten Sie vielleicht zusammen mit Ihrem Alter Ego Ideen für die Zeit nach dem Crash sammeln und in einer ebenso flammenden Rede präsentieren. Die Aussicht, daß unsere Enkelgeneration nach 60 bis 70 Jahren im alten Hamsterrad an der Stelle ankommt, wo wir jetzt stehen, ist einfach betrüblich.

Weil mich der Gedanke an das Danach mehr bewegt als an das sichere Ende der gegenwärtigen Phase, möchte ich ungefragt mit ein paar Vorschlägen loslegen, die jetzt schon funktionieren und zukunftsfähig sein dürften. Sie betreffen die wesentlichen Lebensbereiche, sind aber leider nicht vollständig mit Ihrem Aufruf kompatibel. Na ja...
 
Lebensmittel: Autarkie kann ein eigener Garten nur selten herstellen. Dafür kann man den erwähnten Bauern mit Hofladen stärken. Das Aufrunden des Endpreises hilft schon mal ein bißchen. Wenn so ein kleiner Bauer einen Kredit benötigt und nicht bekommt, ohne seinen Hof zu verpfänden, kann man ihm mit einem Privatdarlehen unter die Arme zu greifen. Warum nicht gleich zinsfrei?
 
Wohnen: Unterstützenswert sind Personengruppen, die alte Gebäude kaufen, um sie bewohnbar zu machen, wenn sie diese durch vertragliche Regelungen dauerhaft dem "Markt" mit seinen Spekulationsinteressen entziehen. Als bekanntes Beispiel steht hierfür das Mietshäuser-Syndikat.Wenn kleine Orte durch Überalterung auszusterben drohen und die Supermarktketten solche Dörfer wegen der schlechten Renditeaussichten verlassen, werden schon jetzt genossenschaftliche Kleinmärkte neu
gegründet. Förderungswürdig!
 
Versorgungssysteme: Anstatt Großkonzerne durch die Methode Bonus-Schröpfen in die Knie zu zwingen, gibt es für friedlichere Gemüter die Alternative, gleich zu einem Versorger zu wechseln, der sozial und ökologisch verantwortungsvoll arbeitet. Massenhaftes Umlenken der Zahlungsflüsse geht den passiv Reicherwerdenden an die Zinsen. Dies läßt sich auf alle Monopolisten/Oligopolisten übertragen, zu denen es
sinnvolle Alternativen gibt.

Nach meiner Vorstellung sollten alle Aktionen, wenn sie zukunftsfähig sein sollen, auf soziale und ökologische Verträglichkeit geprüft werden; das wäre eine ausbaufähige Vorlage für die nachfolgenden Generationen.
 
Fernwirkung: Den internationalen Aspekt sollte man nicht übersehen. Unser Wirtschaftsleben lebt von Umweltraub und billiger Produktion, wofür Unschuldige in fernen Ländern leiden müssen; sie gehören zu den ersten Opfern. Um zumindest einigen in diesen Ländern eine Perspektive zu geben, reicht eine Spende aus Anlaß von Umweltkatastrophen jedenfalls nicht, sondern erst die Hilfe zum Aufbau einer selbständigen oder genossenschaftlichen Existenz, vor allem im landwirtschaftlichen Bereich. Wer hierzulande nicht darben muß, kann mit einem Geschenk oder einem
Mikrokredit helfen. Erwähnenswert sind hier Oxfam (einfach mal nach "Oxfam unverpackt" suchen!) und Oikocredit. Aktiengesellschaften, die sich mit Mikrokrediten hervortun, kann man glatt vergessen.
 
Geldsystem: Was beim Einzelnen dann noch an Geld übrigbleibt, sollte über sozial und ökologisch orientierte Banken, speziell genossenschaftlich organisierte, laufen. Dann bleibt das Geld "in der Familie" der Gleichgesinnten. Der Aufruf zum Wechsel der Bank lief schon mal unter dem Stichwort Krötenwanderung.
http://www.attac.de/kampagnen/bankwechsel/bank-wechseln/anleitung/
 
Informationsbeschaffung: Zum Schluß ein Punkt, der vielen ziemlich egal ist. Wenn immer nur EINE Internetsuchmaschine erwähnt und auch verwendet wird, gerät aus dem Blick, daß es Alternativen gibt, bei denen man keine Visitenkarte zur dauerhaften Aufbewahrung abgeben muß. Zum Beispiel Ixquick (NL), Duckduckgo (USA) und Metager (DE). Diese liefern nicht unbedingt die Massen an (überflüssigen) Fundstellen wie die marktbeherrschende und milliardenschwere Suchmaschine.
 
Mir persönlich liegt aber nicht daran, auch noch ins letzte Winkelchen des Internets
gucken zu müssen; ich frag auch nicht den BND, um zu erfahren, was hier
am Ort los ist. Das Internet ist als Informationsquelle nicht wegzudenken, gedruckte
Bücher ebensowenig.
 
Mit etwas Geld kann man sich ein zusätzliches Exemplar aus der wahnwitzigen Kreutzer-Reihe besorgen, um es rundlaufen zu lassen oder um es zu verschenken. Damit hoffentlich mehr Leute verstehen, was im Augenblick in allen Ländern ähnlich abläuft.
Und Herr Kreutzer würde sich über eine Kaufenthaltung wohl weniger freuen?!
 
Solidarische Grüße
Georg Nowak

Mundus vult decipi, ergo decipiatur
(Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden)

Lieber Wolf,

unabhängig davon, daß dies der definitiv beste PaD aller bisherigen Zeiten ist, las ich die wohl beste Anregung aller bisherigen Zeiten:

Wer auf Hartz-IV angewiesen ist, und sich irgendwie das Geld verschafft, um sich täglich eine Boulevard-Zeitung zu kaufen, sollte den Kopf mal in kaltes Wasser stecken und solange unten bleiben, bis er weiß, was zum Überleben wirklich wichtig ist. Die Luft zum Atmen, und ein klarer Kopf!

Da mein Humor etwas seltsam ist und durchaus auch als zynisch betrachtet werden darf (von Galgenhumor mal ganz zu schweigen), habe ich Tränen gelacht - wegen der bitteren Wahrheit

Aber mal ernsthaft: wir sind doch bloß 82 Millionen und "Die Bosse" zählen zu tausenden - "was können wir schon tun?" Natürlich nichts.

Wie geht das Sprichwort gleich wieder?
"Solang der Deutsche seinen Kasten Bier unterm Tisch und seine Wurscht auf dem Tisch hat wird er nicht aufwachen - und wenn er aufwacht wird er alles zerschlagen, vor allem das, was ihm helfen könnte"

Es gäbe zu diesem genialen PaD noch einiges zu sagen aber... eigentlich wurde es ja schon gesagt - in eben diesem PaD

frei nach Cato dem Älteren: Ceterum censeo Bilderberginem esse delendam
(Im übrigen bin ich der Meinung, daß die Bilderberger zerstört werden müssen)
aber:
Ibi fas ubi proxima merces
(Wo der Gewinn am höchsten ist, da ist das Recht)


mit hoffnungslosem Gruß
der übliche Verdächtige
(Meum est propositum in taberna mori -
Mein Vorsatz ist es, in der Schenke zu sterben)

(falls du vorhast den Kommentar abzudrucken, kannst Du ja entscheiden ob die in rot gehaltenen Übersetzungen rausfliegen, ich gebe sie nur gern dazu, da ja nicht jeder das große Asterixum hat)


Sehr geehrter Herr Kreutzer,

Ihr heutiger Paukenschlag ist wirklich ein Hammer. Selten liest man so klare Worte.
Dass die Herrscherklasse am längeren Hebel sitzt, stimmt zwar, aber auch, wie man sieht, nur bedingt. Die Macht der "Eliten" stützt sich vor allem auf die Unwissenheit der breiten Massen, die unfähig sind, das bestehende ausbeuterische System zu hinterfragen. Die moderne Gesellschaft steckt in allen Bereichen in einem tiefen Zerfallsprozess und es findet nirgendwo eine echte Debatte über die wirklichen Ursachen und Auswege statt. Stattdessen erleben wir nur Scheindebatten zwischen den systemtreuen "Experten" aller Couleur, die zwar meistens bestens informiert sind, aber nur an den Symptomen herumwerkeln (dürfen).

Was ist denn das verdammt nochmal für eine unsichtbare dunkle Kraft, die ganze Völker ins Elend stürzt, Kriege anstiftet und generell die positive Entwicklung der Menschheit immer zu verhindern weiß?

Was aber auf jeden Fall stimmt, ist, dass das verbrecherische System um so besser funktioniert, je mehr unkritische Mitläufer es hat. Aber auch die Mitläufer können in zwei Klassen unterteilt werden: Es gibt "bezahlte" Mitläufer, die wohl wissend, was sie tun, dem System gegen großzügige Honorare dienen, und "freiwillige" Mitläufer, die aus Dummheit oder Unwissenheit das gleiche aber kostenlos tun. Das System ist um so stärker, je mehr es "freiwillige" (=unbezahlte) Mitläufer hat. Um den Anteil der unbezahlten Mitläufer konstant hoch zu halten (was überlebensnotwendwig für das System ist!) wird Propaganda und Manipulation im großen Stil betrieben, um die Massen zu bestimmten Handlungen zu animieren. Das erleben wir auch tagtäglich in den Massenmedien.

Um meine Ausführungen zu verdeutlichen, folgendes Beispiel:

Ich bin ein machtgieriger Milliardär und möchte zum Präsidenten gewählt werden. Ich stelle mich auf den Marktplatz und biete jedem, der seine Stimme für mich gibt, zehn Euro. Auf diese Weise kann ich mir selbst als Milliardär maximal eine Million Mitläufer kaufen (=bezahlte Mitläufer). Was ist aber mit den restlichen zig-Millionen Menschen, derer Stimmen ich mir finanziell nicht mehr leisten kann? Um auch die restlichen zig-Millionen für mich zu gewinnen - und das möglichst kostenlos - gehe ich zum "Propagandaministerium" (=Massenmedien), zahle ein paar großzügige Honorare an die leitenden Angestellten (= noch ein paar bezahlte Mitläufer) und lasse das Propagandaministerium für mich Werbung machen. Die unkritischen Menschen lassen sich gerne manipulieren und werden schon ihre Stimme kostenlos abgeben und sich vor meinen Karren spannen lassen (=freiwillige unbezahlte Mitläufer).

Die Aufwendungen für den Kauf von Mitläufern stellen Betriebskosten des Systems dar. Das System ist im Grunde ein profitorientiertes Unternehmen und ist bestrebt, die Betriebskosten möglichst gering zu halten. Sprich, es kann nicht alle kaufen, sondern beschränkt sich nur auf den Kauf von Mitläufern in leitenden Schlüsselpositionen, die den Rest erledigen.

Wenn die Betriebskosten steigen (sprich, wenn möglichst viele einen Teil vom Kuchen einfordern oder "Sabotage" treiben) und gleichzeitig Profite einbrechen, wird das System zum Schaukeln gebracht. Es wird zwar geschwächt, aber wird es dadurch gerechter und menschlicher werden? Einem Systemzusammenbruch folgen gar Chaos und Wirrzeit. "Ordnung aus dem Chaos" ist der Leitsatz der Globalisten. Chaos säen und Lösungen anbieten ist ihre Vorgehensweise. Jede Krise wird von denen dazu genutzt, ihre Stellung zu stärken und noch mehr Macht an sich zu reißen.

Meine Fragen in diesem Zusammenhang: Zu welchem Zeitpunkt, wo und von wem soll ein menschenfreundliches und gerechtes System installiert werden? Muss das alte System dafür ganz weg oder kann es schrittweise verändert werden? Ist die Idee für eine Weltregierung grundsätzlich falsch oder richtet sich die Kritik lediglich gegen die Art und Weise, wie die einzelnen Clans (Bilderberger, Trilaterale Kommission, FED etc) die Macht in ihren Händen konzentrieren und nach der Weltherrschaft greifen?

Mit freundlichen Grüßen
Peter



Wie recht Sie doch haben.
 
Man merkt ihren Paukenschlägen zunehmend die Verzweiflung an mit der Sie die immer gleichen Strukturen anprangern und versuchen zumindest partiell bei ihren Lesern Bewusstsein über die herrschenden Zustände zu erzeugen. Bei diesen Lesern rennen Sie jedoch längst offene Türen ein.
Jegliches Vermögen hängt doch letztlich davon ab das eine breite Masse den Wert anerkennt und für legitim erachtet. Fällt diese Anerkennung im Kollektiv weg, könnte die herrschende Klasse diese selbst bei einer Aufführung wie Rumpelstilzchen nicht einklagen.
Vermögensgegenstände können konfisziert werden, für illegitim erklärt werden oder einfach mal eine Zahl vom Konto gelöscht werden. Vieles könnte wieder dem allgemeinen Nutzen zugeführt werden. Kein Vermieter, Fabrikbesitzer usw. könnte doch dieses Eigentum alleine verteidigen. Alleine der kollektive Glaube verschafft ihm doch letztlich die Position unter den 1%.
Für alle anderen bleibt die Hoffnung und Illusion dass sich die Zustände, wenn man das schädliche Prinzip mal entlarvt hat, doch in Zukunft allein schon aus Vernunftgründen ändern. Das werden Sie als Naivität sicher abtun. Aber die Menschen sind eben sehr gutgläubig. Sicherlich empfinden auch viele Ihr Schicksal als nicht allzu schlecht und sehen ihre Biographie durchaus positiv. Am Ende der Tage ein bezahltes Häuschen, vielleicht Kinder die studieren und ein Sparvermögen das nicht bei jeder notwendige Reparatur am Inventar Verzweiflung auslöst.
Dass man unterm Strich ausgeplündert wurde uns zu wenig Zeit für die wirklich lebenswerten Dinge hatte, geschenkt.
 
Warren Buffet ist sicher Intelligent genug und umschreibt diese Mechanismen zu Recht als Krieg. Der übrigen Elite ist das Gefecht möglicherweise nicht mal bewusst. Das gerbte Vermögen vermehrt sich halt ohne großes Zutun, der Preis den die Gesellschaft zahlt wird einfach nicht erkannt und bewusst wahrgenommen.
Vielleicht sind diese 1% im persönlichen Umgang sogar ganz liebenswerte Menschen. Es wäre zu einfach, diese Elite zum personifizierten Feind zu erklären. Die Regeln sind falsch aufgestellt, das ist es doch. Dass die eigenen Interessen auf allen möglichen Wegen verteidigt werden, ist allzu menschlich.
Die Instrumente um gegen zu lenken sind doch vorhanden. Vermögenssteuer, Erbschaftsteuer, Umverteilung der Lasten und Vermögen, Transaktionssteuer, usw.
 
Man müsste eben die Traute haben genauso unverfroren zuzugreifen. Dazu müsste aber eine kritische Masse zumindest so aufgeklärt sein, wie Sie das immer wieder versuchen. Der Traum sich aus seinem kleinen Labyrinth zu befreien kann nur entstehen wenn er zumindest gedacht wird. Hier scheitert es schon. Erst ganz am Ende wird man sich eingestehen, hätte ich doch etwas mehr Mut gehabt. Jetzt ist es zu spät.
 
Grüße, Bernd Peter


Lieber Herr Kreutzer,
Wow!
Bin beeindruckt.

Ein klitzekleines Problem: Die 99% bekommen das nicht mit. Ist doch alles gut. Und überhaupt, die armen Neger in Simbabwe, denen geht es schlecht, nicht uns...
Die allermeisten Menschen, die ich kenne, befinden sich in ihrem eigenen
Hamsterrad, haben nicht die Möglichkeit wie ich, sich mal tagsüber für Nachrichten aus aller Welt zu interessieren, diese Menschen kommen in der Regel von der Arbeit nach Hause, schauen Tagesschau und fühlen sich gut informiert.
Denen ich von der Welt erzähle, wollen es in der Regel nicht hören, da es negativ besetzt ist. Die wollen lieber nichts wissen als schlechte Nachrichten bekommen.
Meine Familie und die, die ich erreiche, wollen das SYSTEM nicht bekämpfen. Wir ignorieren es soweit es geht. Wir versuchen autark zu leben, da es weniger Energie kostet durch die Maschen des bestehenden SYSTEMS zu schlüpfen als zu versuchen, es zu zerstören.
Unser Paralleluniversum läßt die Oligärsche verhungern...Nur die Zeit läuft, wir müssen uns beeilen damit.
 
By the way, schönen Gruß an Mitlesende, laßt doch mal mein Telefon in
Ruhe, die Knackerei in der Leitung nervt.
--
Mit freundlichem Gruß
Peter Suxdorf

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
Sie mir das auch mitteilen
.

Ihr Egon W. Kreutzer

Bücherspenden-Fonds

Der Bücher-Spenden-Fonds,

eine Einrichtung für Menschen, die sich ein Buch, das sie lesen möchten, nicht leisten können, wird immer wieder von großzügigen Spendern aufgefüllt.

Aktuell steht ein Betrag von 15,60 Euro zur Verfügung.

Hier finden Leser und Spender Informationen dazu.

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Politik im Spiegel
hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
http://politik-im-spiegel.de/

Gert Flegelskamp
ein geradliniger Querdenker, bringt laufend kluge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
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