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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 29 /2014
vom 31. Juli 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring

Autoren - Texte - Manuskript - BoD -
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Ich bin klein,
mein Herz ist rein

 

Ein Mantra, mit dem christlich-mitteleuropäische Kleinkinder, lange noch, bevor sie überhaupt in der Lage sind, den Sinn zu erfassen, auf das Leben vorbereitet werden.

Bei vielen wirkt es lebenslänglich.

Muss ich das wirklich ausführen?

Es ist ein Mantra, mit dem die bedingungslose Unterordnung unter eine Autorität eingeübt wird. Eine Autorität, die alleine im Besitz der Wahrheit ist, der wir ohne jeden Zweifel vertrauen, ja uns ihr blind anvertrauen, und das mit der Begründung - so klein und unwissend zu sein, dass jeglicher Zweifel, jegliche Kritik schon eine Beleidigung dieser Autorität darstellen muss.

Der Hang zum Beten in Kinderzimmern hat seit meiner Jugend stark nachgelassen. Doch die Kraft dieses Mantras ist ungebrochen.

Ich bin klein,

sagt jeder Politiker zur Begründung jeder noch so perfiden Absicht. Klein - und ringsum von bösen Feinden umgeben, die viel stärker und größer sind, das ist unsere Situation.

Mein Herz ist rein,

sagt jeder Politiker zur Begründung aller beabsichtigten Schandtaten. Rein - und nur darauf bedacht, das Recht zu wahren, und sei es mit Winkeladvokaten, die Freiheit zu verteidigen, und sei es mit Totalüberwachung, und den Frieden herzustellen, und sei es mit Mord und Totschlag, Krieg und Vernichtung.

Und weil im Herzen niemand wohnen soll, als der unfehlbare Meinungsführer allein, wird so selbst der übelste Tyrann ganz von alleine zum Helden und Weltenretter, solange er sich nur auf eine Ideologie oder Religion berufen kann, die bei entsprechender Interpretation geeignet ist, sein Handeln zu begründen.

Wer es wagt, über die engstirnigen Dogmen von Religion oder Ideologie hinaus zu denken, Kritik zu üben, Veränderungen einzufordern, hat die Reinheit des Herzens verloren und wird folglich aus der Gemeinschaft der Willigen verstoßen, verfolgt - und unschädlich gemacht.

Das scheint ein tief im menschlichen Verhalten verankertes Prinzip zu sein, denn seine Wirkungen haben in den Geschichtsbüchern und selbst schon in den Mythen aus vorgeschichtlicher Zeit eine blutrote Spur gezeichnet, an der entlang die Leichen der "Verräter" bis heute mahnen, sich bloß nicht gegen die Autorität, die geltende Lehre und die political correctness zu stellen.

Als man in Deutschland bis zur pathologischen Heiserkeit zu Tausenden brüllte: "Führer befiehl, wir folgen dir!", war das doch lediglich eine Neuauflage des immerwährenden Kriegsgeschreis auf dieser Welt, das sich all überall erhebt, wo sich Menschen hinter einer Fahne scharen und vor lauter reinem (unkritischem) Herzen gar nicht mehr anders können, als alles umzubringen, was sich ihren Überzeugungen in den Weg stellt.

Die Kraft einer Ideologie entstammt dabei sehr viel weniger den darin verankerten Idealen und Grundsätzen, die sowieso nur ein geringer Teil ihrer Anhänger über das sinnleere Nachplappern hinaus verinnerlicht hat, sondern in der Hauptsache entstammt sie der Strahlkraft der Ikonen, die der Masse vorangetragen werden, und der demagogischen Fähigkeiten der Anführer, die das Volk in Trance zu versetzen in der Lage sind, sowie der unermüdlichen Arbeit daran, die Fiktion, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein, aufrecht zu erhalten.

Wohin auch immer wir den Blick wenden, in dieser Welt des 21. Jahrhunderts, wir finden nichts als die Bestätigung dieser Erkenntnis.

Wo gibt es einen Staat, in dem "Dissidenten" nicht überwacht, verfolgt und eingesperrt - und, soweit es die Ideologie gebietet, auch gefoltert und ermordet werden?

Wo gibt es eine nennenswerte "Vereinigung", sei es weltlichen oder religiösen Charakters, in der die Freiheit der Individuen nicht durch die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln dieser Vereinigung beschnitten und Verstöße gegen die ehernen Grundsätze mit mannigfachen Sanktionen geahndet würden?

Wo gibt es Kriege, Revolutionen, Aufstände, mit welcher Zielsetzung auch immer, deren Kämpfer nicht "reinen Herzens" nur das tun, was getan werden muss, um die ihnen vermittelte Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit, Wahrheit, Freiheit und Frieden zu verwirklichen?

Welcher Feind verteufelt nicht die Ziele und Handlungen des Gegners, auch wenn sie den seinen aufs Haar gleichen, ausschließlich mit dem Argument, dass Mord und Totschlag, Spionage und Sabotage, Meinungsmanipulation und Kriegshetze, so sie vom Gegner kommen, in infamer Weise gegen die "gerechte Sache" gerichtet sind, während Mord und Totschlag, Spionage und Sabotage, Meinungsmanipulation und Kriegshetze, ja auch die unvermeidlichen Kollateralschäden im Kampf für die "gerechte Sache" ja im Grunde von niemandem gewollt sind, aber wegen der Uneinsichtigkeit des Gegners von diesem praktisch erzwungen werden?

Wer argumentiert nicht gerne damit, dass die Beteiligung an Mord und Totschlag, an Krieg und Kriegshetze, bei allem Bedauern über das damit verbundene Leid, doch letztlich nur der Ausdruck der Tatsache sind, dass man seine Verantwortung für die gerechte Sache ernst und wahr-nimmt.

Wer kann der Versuchung widerstehen, Angela Merkel, Joachim Gauck und Frank Walter Steinmeier zu attestieren, sie hätten sich "richtig positioniert", wie es Dieter Graumann formulierte, weil sie sich der Kritik am Krieg Israels gegen die Palästinenser enthalten und - ganz und gar unabhängig davon - mutig gegen den Antisemitismus eintreten?

Wer kann der Versuchung widerstehen, dem Anführer der westlichen Welt- und Wertegemeinschaft reinen Herzens zuzustimmen, wenn er einen neuen Feind, eine neue Bedrohung der Welt- und Wertegemeinschaft ausgemacht hat und aufruft, sich dem mit allen notwendigen Mitteln, wirtschaftlicher und militärischer Art entgegenzustellen?

Wer kann der Versuchung widerstehen, die Feinde der USA zu den eigenen Feinden zu erklären und dabei die feindseligen Handlungen, von denen er selbst betroffen ist, als notwendige und unumgängliche Maßnahmen zur Sicherung der Freiheit anzusehen?

Wer kann sich den Luxus leisten, Akteure und Aktionen neutral zu beobachten und zu beurteilen?

Wer kann sich den Luxus leisten, Helden Helden zu nennen, wenn sie doch als Verräter zu gelten haben?

Wer kann sich den Luxus leisten, Kriegshetzer Kriegshetzer zu nennen, wo sie doch als Friedensstifter zu gelten haben?

Wer kann sich den Luxus leisten, Lügner als Lügner zu entlarven, wo sie doch als Maßstab der Wahrheit zu gelten haben?

Wer kann sich den Luxus leisten, die Reinheit des Herzens zu verlieren, weil er kritischen Gedanken Einlass gewährt, Zweifel hegt und damit die "Sünde wider den Geist" auf sich lädt, die selbst ein Gott nicht verzeihen will?

Wer kann von sich behaupten, im Besitz der Wahrheit zu sein, wo es doch dem einzelnen Menschen gar nicht möglich ist, auch nur einen Bruchteil der feilgebotenen Wahrheiten überhaupt wahrzunehmen, geschweige denn, zweifelsfrei Lüge von Wahrheit zu unterscheiden?

Es wäre schon viel gewonnen, wenn Zweifel und Glaube im Bewusstsein der Menschen gleichberechtigt nebeneinander stehen dürften, wenn Zweifel und Glaube sich gegenseitig korrigieren, wenn das Dogma des "reinen Herzens" durch ein Dogma des "wachen Verstandes" ergänzt würde. Glaube und Zweifel werden sich dadurch noch lange nicht in Gewissheiten auflösen, doch die Gefahr, in aller kindlichen Naivität in den falschen Gegensatzpaaren zu denken, wo gute von schlechten Kriegen unterschieden werden, wo Raffgier mit Leistung und Armut mit Faulheit gleichgesetzt werden, wo geschicktes Lügen bewundert und die Wahrheit als Hirngespinst lächerlich gemacht wird, wo Kapitalismus als Synonym für Freiheit und Brüderlichkeit und Gleichheit als Sozialromantik verspottet werden, diese Gefahr könnte nach und nach geringer werden.

Leider würde das jedoch am Fundament der westlichen Wertegemeinschaft nagen - und wer kann das schon wirklich wollen?

Nur Verrückte und solche, die sowieso nichts mehr zu verlieren haben.

Lieber ziehen wir doch in den dritten Weltkrieg, als unseren Glauben an die Weisheit und Güte derer zu verlieren, die ganz allein in unserem Herzen wohnen. Unsere Mutti aus der Uckermark, ihre guten Freunde in Washington, Paris und London, in der Deutschen Bank, in der EZB, in der Kommission und in den Redaktionen von BILD und Spiegel, Focus und Zeit, ARD und ZDF, und so weiter, und so weiter.

 

Ich bin rein. Mein Herz ist zu klein.
Passt niemand sonst rein.

So ist es recht, mein Kind. So soll es sein.

 

 

 

 

 

 
 

 
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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

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Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

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Über egon-w-kreutzer.de

Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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