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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 28 /2014
vom 24. Juli 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring

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Pillendreher
 
 
Der Scarabäus, auch als Mistkäfer oder Pillendreher bekannt, ist darauf programmiert, aus Mist Pillen zu drehen.
 
Das ist Teil der Vorsorge für seine Nachkommen, und dass dieses Prinzip funktioniert, erweist sich alleine daraus, dass es diese Käfer, Jahrtausende nach der ägyptischen Hochkultur, die den Scarabäus verehrte, immer noch gibt.
 
Andere Pillendreher mussten in diesen Tagen die bittere Erkenntnis wahrnehmen, dass der Stoff, aus dem sie ihre Pillen drehen, wahrscheinlich nicht wirksamer ist als ein Placebo.
 
Die Rede ist von Paracetamol, einem häufig eingesetzten Schmerzmittel, von dem eine neue Studie nun sagt, dass es bei Kreuzschmerzen praktisch wirkungslos ist.
 
Der Stern berichtet darüber ausführlich.
 
Allerdings bleibt auch der Stern in seinen Ausführungen in den schulmedizinischen Dogmen verhaftet, wenn er in diesem Artikel eine Broschüre der Bundesärztekammer zitiert, in der erklärt wird:
 
"Da der Hexenschuss nur selten gefährlich ist, raten Ärzte vor allem zu Geduld: "Die Beschwerden bei akuten nichtspezifischen Kreuzschmerzen bessern sich in der Regel nach kurzer Zeit von allein."
 
Dieser Satz besagt zweierlei:
 
Erstens
 
Die Bundesärztekammer ist sich offenbar bewusst, dass Kreuzschmerzen - mit und ohne Behandlung - nach einer, vom Allgemeinszustand des Patienten abhängigen Zeitspanne wieder vergehen.
 
Zweitens
 
Dass es den Medizinern nicht sinnvoll erscheint, bereits bei ersten Kreuzschmerzen eines Patienten eine ausführliche Diagnose zu stellen und therapeutische Maßnahmen einzuleiten, die sich nicht, wie Paracetamol und Ibuprofen alleine auf die Linderung der schmerzhaften Symptome beschränken.
 
Der Versuch, wirklich herauszufinden, was die Kreuzschmerzattacke verursacht haben könnte und dementsprechende wirksame Therapien einzusetzen, könnte schließlich dazu führen, dass die von kreuzlahmen Patienten überfüllten Wartezimmer sich schnell leeren würden.
 
Der alte Sinnspruch der leider nicht existenten Bundespatientenkammer bewahrheitet sich damit immer wieder:
 
Was bringt den Doktor um sein Brot?
 
a) Die Gesundheit,
b) der Tod..........
 
Drum hält er uns, auf dass er lebe,
stets zwischen beidem in der Schwebe.
 
Was unsere Politiker "Gesundheitswesen" nennen, ist im Grunde eine unersättliche "Krankheitsbranche". Deutlich auch zu erkennen an den Informationen über die Zahl der "teuren Operationen", die in unseren Krankenhäusern so oft durchgeführt werden, dass die herausragende Position unter den OP-Zahlen vergleichbarer Staaten erhebliche Zweifel am medizinischen Nutzen, jedoch keinerlei Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen aufwerfen.
 
Noch vorgestern war in den Zeitungen zu lesen:
"Herzoperationen klettern auf Rekordstand" (DIE WELT), und zum gleichen Thema "Unnötige Herzoperationen" (Stuttgarter Nachrichten).
 
Vor gar nicht allzu langer Zeit standen die Ersatzteilchirurgen mit ihren Rekordzahlen an Hüft- und Kniegelenksoperationen im Kreuzfeuer der Kritik, doch ändern wird sich daran so lange nichts, wie das von keinerlei "lauterem" Wettbewerb gestörte System aus Zwangsversicherung und Medizinbetrieb nicht wirklich grundlegend reformiert wird.
 
Dass eine Reform nicht gewollt sein kann, hängt unter anderem damit zusammen, dass jede Absenkung der Aufwendungen für den Gesundheitsbetrieb vollkommen unerwünschte Folgen auf das Bruttosozialprodukt haben würde.
 
Die so genannten "Gesundheitsausgaben" überschritten bereits 2012 die 300 Milliarden Euro-Grenze, machen also mehr als 10% des BIP aus - und welcher Betrag zusätzlich von den Patienten aus eigener Tasche in die Kassen des Gesundheitswesens fließt, kann kaum abgeschätzt werden.
 
Auch hier gilt offenbar: "Too big to fail".
 
Wäre die Bevölkerung der Bundesrepublik deutlich gesünder als die Menschen in vergleichbaren Staaten mit einem niedrigeren Anteil der Gesundheitskosten am BIP, könnte man dies als den Vorzug des deutschen Gesundheitswesens bezeichnen, doch leider ist dies nicht der Fall.
 
Unsere "Krankheitsindustrie" ist nicht effektiver, lediglich teurer.
 
So lange die Politik dieses System erhält und stützt, ist für den - per Gesetz in die Krankenversicherung gezwungenen - Bürger der Ausweg aus der Rolle des Zahlmeisters versperrt.
 
Dummerweise sieht der Bürger seine Kosten überdeutlich auf dem Gehaltszettel oder bei der monatlichen Abbuchung der Beiträge zur Privaten Krankenversicherung auf dem Konto-Auszug - und wird damit gleich noch einmal in die Falle des Systems gelockt, wenn er dem zunächst logisch erscheinenden Gedanken nachgibt: "Ich will für meine Beiträge aber auch so viel wie möglich herausholen!"
 
Also glaubt er bereitwillig den Gesundheitsratgebern, die in Apotheken ebenso kostenlos verteilt werden, wie sie in praktisch jedem Medium pausenlos auf ihn einprasseln - und besucht beim kleinsten Wehwehchen den Arzt - und anschließend den Apotheker.
 
Gerade warnende Artikel, in denen auf erste Anzeichen und frühe (zumeist unsichere) Symptome von schrecklichen Krankheiten wohlmeinend hingewiesen wird, in denen Risiken - oft ohne Hinweis auf die Eintrittswahrscheinlichkeit - maßlos überzeichnet werden, füllen die Praxen mit den herangezüchteten Hypochondern, die dann, weil der Allgemeinarzt zu einer eindeutigen Diagnose nicht in der Lage, oder - aus Sorge um Regress-Ansprüche nicht bereit - ist, die Sichere Diagnose: "Ihnen fehlt gar nichts", zu stellen, von einem Facharzt zum nächsten weitergereicht werden, bis ein jeder sein Honorar verdient, seine Verordnung verschrieben, und den Kontrolltermin in zwei Wochen festgesetzt hat.
 
Irgendwann merkt der Patient, dass das ihm von interessierter Seite über die Medien suggerierte "mögliche" Problem vielleicht doch gar nicht besteht und geht einfach nicht mehr hin, bis er sich vom nächsten Aufruf zur Vorsorgeuntersuchung, zur absolut sinnvollen Schutzimpfung oder zur dringend zu empfehlenden IGEL-Leistung hat hinreißen lassen, erneut in dieses Karussell einzusteigen.
 
Damit werden zwar die eingesammelten Beiträge in Leistungen umgesetzt, doch weil das so ist, und weil die Kosten, unabhängig vom Umfang der erbrachten Leistungen stetig steigen, steigen auch die Kosten im Gesundheitswesen - und die Politik weiß sich nicht anders zu helfen, als einen immer größeren Teil der Gesundheitskosten direkt auf die Patienten abzuwälzen, weil den Arbeitgebern der von ihnen zu erbringende Aufwand nämlich längst nicht mehr angemessen erscheint.
 
Die Erkenntnis, dass am Ende jeder zwangsweise Versicherte seinen Teil von dem zu bezahlen hat, was von allen in Anspruch genommen wird, dass gerade der Wunsch, für den eigenen Beitrag auch eine entsprechende Leistung in Anspruch zu nehmen, ganz erheblich zur Kostenexplosion mit beiträgt, dämmert inzwischen in einigen Köpfen heran.
 
Die viel wichtigere Erkenntnis, dass die Erhaltung der eigenen Gesundheit primär die Aufgabe jedes einzelnen ist, haben wohl inzwischen die meisten verinnerlicht. Dummerweise mit der Auffassung verbunden: Wenn ich nur bei jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen, mir die in der Werbung angepriesenen Mittelchen gegen Schmerzen, Verstopfung, Harndrang, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit, Husten und Schnupfen, Gliederschmerzen oder Stimmungsschwankungen einwerfe, sobald auch nur das kleinste Anzeichen auftaucht, mir außerdem alle Vitamine und Mineralstoffe und ein ordentliches Arsenal von Globuli zulege, dann habe ich mehr als das Menschenmögliche für meine Gesundheit getan.
 
Meine Urgroßmutter ist im Alter von 94 Jahren bei völliger körperlicher und geistiger Gesundheit und mit einem vollständigen Gebiss an Altersschwäche gestorben.
 
Sie lebte zuletzt alleine und führte den Haushalt bis zum Schluss selbstständig.
 
Sie war nie beim Arzt.
 
Natürlich hatte sie das Glück, im ganzen Leben nie wirklich schwer krank geworden zu sein, keinen schweren Unfall zu erleiden oder sonstwie zu Schaden zu kommen.
 
Die meisten Menschen ihrer Generation erreichten dieses hohe Alter nicht. Kriege, schlimme Infektionskrankheiten, ja sogar eine einfache Blinddarmentzündung oder das Kindbettfieber waren noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein verbreitete Todesursachen, die der Altersschwäche erfolgreich Konkurrenz machten.
 
Heute ist es die Kunst der Chirurgen und Neurochirurgen, die auch übelste Unfallfolgen heilen oder zumindest weitgehend korrigieren und lindern kann.
Es gibt wirksame Arzneimittel gegen Krankheiten, die noch vor 60 oder 70 Jahren in den meisten Fällen unweigerlich zum Tode führten - und die gerade wieder im Verruf stehende Transplantationsmedizin hat auch vielen Menschen geholfen, dem Tod noch einmal von der Schippe zu springen.
 
Gar kein Zweifel, die Medizin hat große Fortschritte gemacht - und auch ich wäre seit ungefähr 50 Jahren tot, hätte man mir damals nicht unter Äther-Betäubung den kurz vor dem Durchbruch stehenden Blinddarm entfernt.
 
Ich bin überzeugt: Könnte sich die Medizin auf das beschränken, was sie wirklich kann, und würde sie dies stets nach bestem Wissen und mit der notwendigen Sorgfalt anwenden, es ginge uns allen besser und die Kosten des Gesundheitswesens würden sinken.
 
Leider verstärkt sich bei mir der Eindruck, dass das in weiten Bereichen industriell organisierte und an betriebswirtschaftlichen Erfolgsgrößen orientierte "Krankheitswesen" immer mehr dazu übergeht, sich die Hypochonder, von denen es lebt, selbst zu züchten.
 
Ein altes indisches Märchen enthält folgende Passage:
 
Eines Tages begegnete ein Reisender der Pest.
"Wohin des Wegs?", fragte er.
Die Pest antwortete: "Ich gehen nach Bombay, um fünfzig Menschen zu töten!"
 
Nach einigen Wochen traf der Reisende die Pest wieder.
"Oh, du hast mich angelogen", rief er ihr entgegen.
"In Bombay sind nicht 50 Menschen an der Pest gestorben, sondern 5.000!"
 
"Nein, ich habe nicht gelogen", antwortete die Pest.
"Ich habe tatsächlich nur 50 umbringen wollen, aber einhundertmal soviel haben sich mir vor Angst direkt in die Arme geworfen."
(Aus Charles Waldemar, Jung und gesund durch Yoga, Goldmann MEDIZIN Band 9009)
 
 
Der größte Teil der "Gesundheitswerbung", ob nun erkennbar als Anzeige oder Werbespot, oder unterschwellig als redaktioneller Artikel oder Informationssendung dargereicht, zielt darauf ab, Ängste zu erzeugen, und das vor Krankheiten, die man gar nicht hat, oder vor Verschlimmerungen und Folgewirkungen, die nur in den seltensten Fällen eintreten - um dann das erlösende Mittel gegen die Angst an die Frau und den Mann zu bringen.
 
Angst setzt aber Unsicherheit und Unwissen voraus, und daher ist der beste Weg, die Verantwortung für die eigene Gesundheit selbst zu übernehmen, sich nach und nach das Wissen über "gesundes Leben" anzueignen.
 
Gesundes Leben beginnt bei der Ernährung, es verlangt nach körperlicher Aktivität ebenso, wie nach ausreichender Ruhe - und es setzt voraus, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten, sie richtig deuten zu können und sinnvoll darauf zu reagieren.
 
Doch zurück zu den Rückenschmerzen und den Placebos - vor allem aber zu den wirkungsgleichen Wirkstoffen, die in Massen zur Linderung verordnet und angewendet werden.
 
Hier einige kurze Auszüge aus einer nicht untypischen Rücken-Karriere, die am 14. Mai 1992 scheinbar ganz harmlos mit dem begann, wovon die Bundesärzte-Kammer meint, es ginge von selbst wieder vorbei: Unspezifische Rückenschmerzen.
 
 
14. Mai 1992
Die Arbeit in der Stationsküche ist auf Dauer auch ganz schön anstrengend. Immer unter Zeitdruck, immer schnell-schnell, und schwere Kisten schleppen. Ich komme selten pünktlich raus. Es sind ja nur drei Stunden, aber in letzter Zeit kriege ich den Rücken nach der Arbeit nicht mehr gleich gerade und gehe leicht gekrümmt aus dem Krankenhaus. Ich bin allerdings ganz optimistisch, dass es jetzt mit dem Klavierstudium klappt, dann wird das alles anders.
 
20. Juni 1993
Seit letztem November arbeite ich ja nun bei dem Musiknoten-Versand. Ich kann bei dieser Arbeit immer abwechselnd sitzen und herumlaufen. Erst bearbeite ich die schriftlichen oder telefonischen Bestellungen der Kunden am Tisch, und dann laufe ich los und sammle die bestellten Noten ein. Da kommen manchmal große Stapel zusammen. Wir können zwar einen Wagen zum Ablegen der Notenstapel benutzen, aber ohne Wagen geht es oft schneller.
 
In letzter Zeit macht mir mein Rücken wieder mehr zu schaffen. Und das in meinem Alter! Das sind noch Altlasten aus der Krankenhauszeit. Ganz weg habe ich die Verspannungen nie bekommen. Jetzt schaffe ich es nicht mal mehr die Tagesdecke auf mein Bett zu legen. Es steht an der Wand, und ich komme eben nur von einer Seite dran. Mein Rücken ist steif wie ein Brett, da muss ich mich mit einer Hand an der Wand abstützen, während ich mit der anderen Hand die Decke über das Bett lege. Das ist schon lästig! Vielleicht gehe ich mal zum Arzt.
 
 
16.09.1993
Wir waren am Strand und haben die Sonne und den Wind genossen. Da bin ich vor lauter Lebensfreude im Sand herumgesprungen, so wie man es als Kind gerne macht. Und mit einem Mal spüre ich ein Stechen im unteren Rücken. Den Rest des Urlaubs saß ich mit einer Wärmflasche im Rücken mit angewinkelten Beinen auf dem Sofa.
Nun sind wir wieder zurück. Der Rücken tut immer noch fürchterlich weh. Ich muss aber wieder zur Arbeit, und das Semester fängt in wenigen Wochen an. Ende der Woche habe ich einen Termin beim Orthopäden.
 
 
15.12.1993
Ich muss Dir noch von meinem Arztbesuch im September erzählen. Der hat nicht viel gebracht. Der Arzt hat meinen Rücken geröntgt, aber nichts weiter gefunden. Er meinte nur, dass meine Lendenwirbelsäule gerade, anstatt gebogen nach unten ausläuft. Das begünstigt Verspannungen im Lendenbereich. Ansonsten haben wir wenig miteinander gesprochen. Ich auf der Liege liegend, hat er mir wortlos in den Rückenmuskeln herumgedrückt. Ich dachte bloß: "Glaubt der mir nicht? Ich kann mich kaum rühren, und er zeigt keine Regung."
Keine Frage stellte er mir. Nur dieses hier- und da Rumgedrücke. Ich glaube, er hielt mich für eine Simulantin. Er verschrieb mir dann eine Behandlung für eine "Streckbank", die sich in seiner Praxis befand. Ein Gerät, auf das man sich rücklings legt, und das die Muskeln vertikal auseinanderzieht. Beim Darauflegen half mir ja noch die Arzthelferin. Das wieder Herunterkommen war schon schwieriger. Nach der abgelaufenen Behandlungszeit rief mir die Arzthelferin durch den Vorhang noch zu, wo ich denn bliebe. Dabei wusste ich vor Schmerzen wirklich nicht, wie ich mich drehen und wenden sollte. Die Behandlung hat nichts gebracht, aber wenigstens hat sich für den Arzt die Anschaffung der "Streckbank" rentiert.
Mittlerweile kann ich wieder mit den Schmerzen leben. Aber zu diesem Arzt werde ich wohl nicht mehr gehen.
 

29.07.1994
In unserem Urlaub sind Roman und ich Anfang Juli für 14 Tage nach Österreich gefahren. Wir haben mehrere Stationen gemacht und blieben überall ein paar Tage. Es hat uns gut gefallen und wir sind viel gewandert. Die lange Hin- und Rückfahrt habe ich mehr liegend als sitzend verbracht. Ich bin ja nicht gefahren. Schon nach einer Stunde Fahrt tat mir der Rücken derart weh, dass ich nicht mehr gerade sitzen konnte. Ich habe meine Rückenlehne weit nach unten gedrückt, so dass ich fast lag, und mit der Zeit verging dann der Schmerz. Überhaupt kann ich nicht mehr lange im Auto fahren.
 
 
20.09.1195
Von den Kollegen hatten wir uns Federkopfkissen gewünscht. O.k., nicht sehr originell, aber wir können sie wirklich gebrauchen. Blöderweise liege ich jetzt gar nicht mehr so gerne darauf. Mir tut morgens immer der Nacken vom hohen Liegen weh. Das hatte ich vorher auch so noch nicht. Vielleicht sollte ich etwas flacher liegen.
 
Mein Rücken macht mir z.Zt. leider große Probleme. Hier in Hamburg sind die Wege ja immer sehr weit. Als ich vor ein paar Tagen eine Kommilitonin besucht habe, die ziemlich weit draußen wohnt, habe ich während der ganzen Fahrt - immerhin bald anderthalb Stunden - im Bus und in der S-Bahn gestanden, da das Sitzen einfach unerträglich war.
 
 
28.11.1996
ich habe einen ganz fürchterlichen Monat hinter mir. Davon muss ich Dir schreiben!
Hast Du schon einmal einen Drehschwindel gehabt? Mann, das ist vielleicht brutal. Ich hatte Anfang des Monats einen und spüre ihn immer noch. So etwas kommt völlig überraschend. Ich hatte morgens im Bett gelegen und wollte mich auf die Ellenbogen aufstützen, als sich vor meinen Augen alles zu drehen begann. Wie in einem Karussell, rasant schnell. Das dauerte eine ganze Weile, bis das Drehen wieder zum Stillstand kam. Und dann fühlte ich mich einfach nur elend und kotzübel. Und sehen konnte ich auch nicht mehr klar. Alles konnte ich nur noch wie in einem dichten Nebel wahrnehmen.
 
...der Arzt sagt mir dann, dass das Ganze vollkommen harmlos ist und sich nur ein paar Kristalle im Ohr verlagert haben. Er hat mir Tropfen verschrieben, die überhaupt nichts gebracht haben.
Das ist jetzt vier Wochen her, und der Schwindel ist immer noch nicht ganz weg.
 
29.03.1998
Letzte Woche bin ich zum Arzt gegangen, da mir öfter ein wenig schwindelig war. Der Arzt hat mich zur HNO-Ärztin überwiesen. Die wiederum stellte nur eine verspannte Nackenmuskulatur fest und gab mir einen Zettel mit
Lockerungsübungen mit. Eine Woche lang sollte ich die täglich 10 Minuten lang machen. Bei den Übungen musst ich hauptsächlich den Kopf drehen und die Arme schwingen. Am 3. Tag bekam ich fürchterliche Kopfschmerzen, wirklich entsetzlich. Die hielten auch am 4. Tag noch an. Aber seit dem 5. Tag sind die Schmerzen weg. Mit dem Schwindelgefühl ist es tatsächlich besser geworden. Dass meine Nackenmuskeln derart verspannt waren, hatte ich gar nicht gemerkt. Ich war nur zum Arzt gegangen, weil ich an meinen Drehschwindelanfall im letzten Jahr denken musste.
15.07.2003
Jetzt humple ich hier durch die Gegend. Mein Knie ist nämlich entzündet. Im Juni bekam ich so starke Schmerzen, dass ich mit dem rechten Bein kaum noch auftreten konnte. Treppen konnte ich abwärts nur noch Stufe für Stufe gehen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt äußerst unpassend, denn Marie beginnt, ihre neugewonnene Lauffähigkeit auszuprobieren und läuft mir ständig weg. Mit dem schmerzenden Knie kann ich ihr aber nicht folgen.
Also bin ich zum Orthopäden. Der hatte sofort den Meniskus in Verdacht und verschrieb mir eine Bandage für das Knie. Zur weiteren Abklärung schickte er mich zur Kernspintomographie. Ich darf wohl froh sein, dass er mich nicht gleich operieren wollte. Dann hatte ich wieder einen Termin bei ihm. Bei der Anmeldung sah ich einen Zettel mit dem Zeitplan für die nächsten Patienten liegen. Darauf konnte ich erkennen, dass dem Arzt für mich zwei Minuten zur Verfügung standen. ZWEI MINUTEN! Viel länger hat es dann tatsächlich nicht gedauert. Der Arzt wertete die Daten der Tomographie aus und eröffnete mir, dass mein Meniskus abgenutzt sei und ich mit den Schmerzen wohl oder übel leben muss. Das war's! Kein Tipp, was ich zur Besserung der Beschwerden beitragen kann, nichts. Der schickt eine junge 40-jährige Frau nach Hause zu ihrem kleinen Kind, das sich andauernd tragen lässt, und interessiert sich nicht weiter für ihr Problem.
Nun, die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Auf Anraten einer Freundin bin ich zurück in die Praxis und habe mir ein Rezept für Physiotherapie geholt. Nach den ersten sechs Behandlungen konnte ich schon wieder normal die Treppe hinuntersteigen. Die Physiotherapeutin hat vorwiegend meine untere Rückenmuskulatur behandelt, nicht das Knie. Als ich mir weitere Behandlungen verschreiben lassen wollte, maulte die Sprechstundenhilfe rum: "Warum lassen Sie sich den Rücken behandeln, wenn Sie etwas mit dem Knie haben?".
Haben die denn keine Ahnung von den Zusammenhängen zwischen Lendenmuskeln und Beinen?
 
15.09.2005
Als wenn das nicht genug wäre, bin ich eines Morgens mit total steifem Nacken und höllischen Kopfschmerzen aufgewacht. Das kommt wohl von den vielen Kissen, die ich immer noch in der Nacht unter meinen Kopf lege, um den Schwindel abzuschwächen. Der wird einfach nicht besser. Ich bin so steif in der kompletten Hals- und Schultermuskulatur, dass selbst die bewährten Dehnungsübungen meiner früheren HNO-Ärztin nichts bringen. Im Gegenteil: mir wird davon richtig schlecht.
Ich bin z.Zt. nur noch ein Häufchen Elend. Schlimmer kann es nicht werden.
 
 
Krankheit und Schmerzen wurden jedoch auch in den nächsten fünf Jahren trotz vieler Arztbesuche und Therapieversuche nicht besser, im Gegenteil.
 
Angela Buer, so heißt die Frau, die diesen Leidensweg gegangen ist, hat vor gut zwei Jahren aufgehört, ihre Gesundheit in die Hände von Ärzten und Physiotherapeuten zu legen und hat sich nach und nach das notwendige Wissen um die Funktionsweise eines gesunden Rückens angeeignet und dann konsequent - zum Teil auch unter Schmerzen - den Versuch unternommen, den Teufelskreis aus Wirbelfehlstellungen und Muskelverspannungen, die sich gegenseitig hervorriefen und verstärkten zu durchbrechen.
 
Nach ungefähr 15 Monaten hatte sie es geschafft, sie war schmerzfrei und wieder uneingeschränkt bewegungsfähig.
 
Ich kenne Angela Buer persönlich recht gut, und als sie den Wunsch äußerte, ihre Erfahrungen im Umgang mit ihren Rückenschmerzen anderen Menschen mitzuteilen, haben wir beschlossen, ein kleines Buch daraus zu machen.
 
Frau Buer hat darin erst ihre Leidensgeschichte geschildert, in der Form von Briefen an eine Freundin, aus denen ich oben zitiert habe, und danach beschrieben, was sie nun über "den Rücken" weiß und auf welche Weise, mit welchen Übungen und "Tricks" sie wieder gesund geworden ist.
 
Es ist kein Gesundheitsratgeber geworden, denn Frau Buer ist nun mal Musikpädagogin und keine Ärztin, sondern ein Erfahrungsbericht mit vielen Anregungen für jeden ebenfalls Betroffenen, den eigenen Weg zur Selbstheilung zu finden.
 
Weil die Regale in den Buchhandlungen überquellen von Ratgebern für Rückengeplagte, haben wir zunächst nur eine
E-Book-Version online gestellt, und weil nicht jeder über einen E-Book-Reader verfügt, dazu eine pdf-Version zum Download.
 
 

Angela Buer - Meine Rückengeschichte
Ein Erfahrungsbericht über eine erfolgreiche Selbstheilung.

 

Wirbel selbst einrenken?

Angela Buer hat über viele Jahre an schlimmen Rückenschmerzen gelitten.

Als die Ärzte und Physiotherapeuten mit ihrem Latein am Ende waren - und der Rücken beinahe auch, erkannte sie, dass ihr niemand helfen konnte, außer vielleicht sie selbst.

Sie informierte sich, las viele Bücher und probierte vieles aus. Allmählich verstand sie, wie das Wechselspiel von Muskulatur, Skelett und Nervensystem funktionierte und entwickelte eine Reihe einfacher Übungen, die es möglich machten, einen "Schmerzherd" nach dem anderen zu beruhigen und ihren Rücken in einem Maße zu stabilisieren, dass sie sich heute wieder uneingeschränkt und schmerzfrei bewegen kann.

Wie ihr das gelungen ist, hat sie für alle Leidensgenossen dokumentiert.

Das Buch ist kein medizinischer Ratgeber, sondern ein Erfahrungsbericht mit vielen Denkanstößen und praktischen Anregungen für alle, die den Mut haben, die Verantwortung für ihre quälenden Rückenschmerzen selbst zu übernehmen.

Wr bieten dieses Buch zum Download in zwei Versionen an. Als typisches E-Book mit allen Funktionen für den E-Book-Reader und als pdf-Datei, mit einer feststehenden Formatierung, die es einfach macht, einzelne Seiten bei Bedarf auszudrucken.

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Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

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