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Paukenschlag
am Donnerstag
No. 8 /2014
vom 6. März 2014


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Flations Orakel EZB:
 
In- oder De- ?
 
 
Heute sitzen sie wieder einmal. Der Rat der EZB tritt zusammen, um sich geldpolitisch zu beraten.
 
Herauskommen wird eine Zinsentscheidung. Niemand weiß vorher, was am dicken Ende herauskommen wird, obwohl alle wissen, dass Inflation und Deflation ihren wörtlichen Ursprung im lat. "Flatus (Blähung)" haben. Womöglich üben sich die Märkte genau deswegen schon (wieder) einmal in vorsichtiger Zurückhaltung.
 
  • Werden die Zinsen weiter gesenkt werden, weil das Euro-Inflationsziel von zwei Prozent einfach nicht zu erreichen ist?
  • Wird der Leitzins angehoben, um den Kapitalabfluss aus dem Euro-Raum zu bremsen?
  • Wird alles so bleiben, wie es ist, weil jede Veränderung neue Risiken birgt?
 
 
Nun sagen Sie bitte nicht: "Das ist mir doch egal, das trifft mich sowieso nicht".
 
Klar, diejenigen, die sich bei den großen Wetten auf die Zinsentscheidungen verzockt haben, die werden heute Abend vermutlich um einige sehr große Scheine ärmer geworden sein, und diejenigen, die den richtigen Riecher oder die richtigen Informationen hatten, werden werden um einige sehr große Scheine reicher geworden sein. Das spielt sich in Sphären der Finanzwirtschaft ab, die wir kleinen Leute nur aus großer Distanz beoabchten können.
 
Das Dumme dabei ist nur: Während die einen ihre Gewinne einstreichen, sind die anderen schon dabei, ihre Verluste wieder hereinzuholen.
 
Und nun raten Sie mal, wo - und von wem ...
 
Richtig.
 
 
 
Letztlich ist jede Zinsentscheidung der EZB nichts anderes als eine gezielte Manipulation am Geldwert.
 
Dass die EZB dabei (nur) auf die Manipulationen anderer großer Player reagiert, in der Hoffnung, damit "den Euro" retten zu können, ändert am Charakter dieser Maßnahmen nichts.
 
Mario Draghis Beschluss, alle Schleusen zu öffnen und mit der Bazooka in den Markt zu gehen, um die Zinsen auf Staatsanleihen auf einem erträglich niedrigen Niveau zu halten, kann man - aus einem anderen Blickwinkel betrachtet - durchaus auch als die "Bedingungslose Kapitulation" vor den Marktmächten ansehen.
 
Denn der Preis, den die EZB dafür zahlt, ist die schnell fortschreitende Zerstörung der eigenen Währung.
 
Die Problematik erscheint nur auf den ersten Blick komplex, weil ihr Kern durch einen Wust von Fachchinesisch und die Vielzahl der Beteiligten, sowie durch widersprüchliche Berichte und Kommentare derart verschleiert und im Dunkeln gehalten wird, dass die letztlich Betroffenen, nämlich wir alle, den Versuch, das Geschehen zu verstehen, vorschnell aufgeben.
 

 
Vor knapp elf Jahren, genau am 5. Mai 2003, als ich selbst noch dabei war, das "Rätsel Geld" Schritt für Schritt zu lösen, habe ich in meiner Rubrik
 
 
Der Fluss des Geldes
- Grundlagenwissen zum besseren Verständnis des Geldes
und der vom Geldsystem hervorgerufenen Probleme -
 
Das Thema Manipulationen aufgegriffen.
 
Ich stelle es Ihnen heute noch einmal vor, weil die Geschwindigkeit und Intensität dieser Manipulationen inzwischen ein Ausmaß erreicht hat, das meine damaligen, eher theoretischen Aussagen und Prognosen bei weitem übertrifft.
 
 
Manipulationen am Geldsystem
(
Ein Text vom 5. Mai 2003 aktuelle Einfügungen kursiv)
 
 
 
Geld ist nichts als ein Mittel zum Zweck.
 
Es hat keinen eigenen Wert, es kann aus dem Nichts geschaffen werden und es kann spurlos wieder verschwinden.
 
Die Transaktionen, die mit seiner Hilfe durchgeführt wurden, haben jedoch Bestand.
 
 
 
Dieser Sachverhalt wird sofort deutlich, wenn wir bei der Betrachtung des Geldes den
klassischen Sachwert, den Grundbesitz zum Vergleich heranziehen.
 
Für ein Grundstück von 1000 m² ist es völlig egal, daß es vor 30 Jahren für 250.000 DM erworben wurde, dann vor 10 Jahren für 750.000 DM weiterverkauft wurde und zuletzt im vorigen Jahr für stolze 500.000 Euro den Besitzer wechselte.
 
Das Grundstück bleibt völlig unverändert 1000 m² groß.
 
Allerdings hat der Besitzer, der dieses Grundstück vor dreißig Jahren gekauft und vor 10 Jahren wieder verkauft hat, eine erhebliche Veränderung seines Geldvermögens erlebt. Hatte er zuerst 250.000 DM, die er dann gegen ein 1.000 m² Grund eintauschte, so konnte er zwanzig Jahre später, nachdem er sich von dem Grundstück wieder getrennt hatte, 750.000 DM sein eigen nennen.
 
Der Witz dabei ist: Für diese 750.000 DM hätte er nach dem Verkauf in einer vergleichbaren Lage auch wieder nur 1000 m² Grund und Boden erwerben können.
 
Er hat zwar mehr Geld, aber gemessen am Grundstückwert hatte die Veränderung des verfügbaren Geldbetrages keine Auswirkung auf seine Fähigkeit, Grund und Boden zu erwerben. Und das ist gut so.
Alles was hier zu beobachten ist, ist die Veränderung des Geldwertes durch Inflation.
Nicht der Wert des Grundstücks ist gestiegen, sondern die bei den Nachfragern vorhandene Kaufkraft, also ein Mehr an Geld bei unverändertem Angebot.
 
Manipulationen am Geldwert
 
Manipulationen am Geldwert ermöglichen es, um im Beispiel zu bleiben, 1000 m² für 500.000 Euro zu verkaufen und ein paar Tage später die gleichen 1.000 m² und noch 500 weitere m² dazu für die gleichen 500.000 Euro zurückzukaufen.
 
Manipulationen am Geldwert dienen dazu, über die Wirkungen von Inflation und Teuerung hinaus, die Möglichkeit zu schaffen, aus möglichst jeder Transaktion mit einem Zugewinn (ein paar Quadratmeter mehr) hervorzugehen.
 
Das Mittel zur Manipulation ist einerseits die Geldhortung/Geldzurückhaltung, die den Wert des in der Realwirtschaft umlaufenden Geldes (und damit auch den Wert des in der reinen Finanzsphäre gehorteten Geldes) erhöht, und andererseits die überraschende Einspeisung großer Mengen gehorteten Geldes in die Realwirtschaft, wodurch der Wert des dort verfügbaren Geldes vermindert wird.
 
Die Besitzer großer Vermögen unterscheiden sehr wohl zwischen dem nominalen Vermögen, also dem in Geldeinheiten ausgedrückten Wert eines Vermögens und dem realen Vermögen, das sich in Sachwerten und der Kaufkraft des Geldes bemisst
 
Und sie interessieren sich ausschließlich für die Größe ihres realen Vermögens, während sie nach Kräften versuchen, die Relation zwischen nominalen und realen Werten immer wieder zu verändern, weil darin viele Chance liegen, sich zu bereichern.
 
Nur wer reich genug ist, den erforderlichen Einfluss auszuüben, bzw. sich mit seinem Kapital an den Spielen zu beteiligen, die gespielt werden, um die Verhältnisse zwischen nominalen und realen Werten zu verändern, kann aus den Manipulationen am Geldwert Gewinne ziehen. Alle anderen - die allermeisten Menschen auf dieser Welt - bezahlen die Zeche ohne jede Chance zur Gegenwehr. So wird mit voller Absicht und im Rahmen der Legalität (was sind das für Gesetzgeber, die das erlauben?) in schöner Regelmäßigkeit der Wert vom Geld getrennt.
 
Manipulationen am Geldwert funktionieren innerhalb einer Volkswirtschaft bzw. innerhalb eines Währungsgebietes und sie funktionieren im internationalen Maßstab im Rahmen des weltweiten Devisenhandels.
 
Üblicherweise finden sich die Auslöser für derartige Manipulationen in wirtschaftlichen Ungleichgewichten, die von aufmerksamen Beobachtern erkannt und - je nach Gelegenheit - in kurzfristige Aktionen oder langfristige Projekte umgesetzt werden, wobei das verfügbare Kapital meistens ausreicht, um in einer Währungs-Spekulation gegen die Mittel der verteidigenden Zentralbank(en) zu bestehen.
 
 
Die Befürworter und Verteidiger solcher Aktionen behaupten gerne, sie würden nichts anderes tun, als auf vorhandene Schwächen reagieren und so einen Ausleseprozess antreiben und beschleunigen, der sowieso stattfinden müsste.
 
Aber mit solchen Argumenten kann man selbst die zunehmende Arbeitslosigkeit schönreden - besser wird davon nichts.
 
 
Wie sehen diese Mechanismen innerhalb einer Volkswirtschaft, innerhalb eines Währungsgebietes aus?
 
Wie wir wissen, kann die verfügbare Geldmenge völlig unabhängig vom Wirken der Notenbanken alleine dadurch beeinflusst werden, dass im großen Stil Geld, also Liquidität, in Geldvermögen und bei Bedarf auch wieder zurück in Liquidität verwandelt wird. Dafür wird missbräuchlich der Begriff "Sparen", bzw. "Entsparen" verwendet.
 
Diese "Sparvorgänge" sind nicht nur unabhängig vom Willen der Notenbanken, sie sind ebenso unabhängig vom Geldbedarf der realen Wirtschaft, also jener Teile des Wirtschaftslebens, die sich mit der Herstellung von Produkten und der Erstellung von Leistungen befassen. Sie sind vor allem völlig unabhängig vom Geldbedarf des Staates und der Konsumenten.
 
Beobachten wir die reale Situation in Deutschland heute, also im April/Mai 2003:
 
Seit mehreren Jahren wird die Geldversorgung der realen Wirtschaft immer stärker gedrosselt. Die Banken weigern sich wie nie zuvor, Kredite zu vergeben, gleichzeitig führt eine forcierte Entschuldungspolitik beim Staat und bei einigen Großunternehmen zu einem weiteren Schwund der für die reale Wirtschaft frei verfügbaren Geldmenge.
 
In der Folge steigt die Arbeitslosigkeit, werden die Lohnersatzleistungen gekürzt und der Lebensstandard sinkt. Ersparnisse werden aufgelöst, Lebensversicherungen vorzeitig und mit Verlust gekündigt. Lohnerhöhungen gibt es nicht mehr, stattdessen Kürzungen an allen Ecken und Enden.
 
Das wenige Geld reicht nicht mehr. Immer mehr Häuser und Eigentumswohnungen geraten in die Zwangsversteigerung, noch viel mehr werden kurz vor dem Zugriff des Gerichtsvollziehers noch schnell verkauft. Preiswert verkauft.
 
Mit der Tilgung der Restschulden nimmt die frei verfügbare Liquidität weiter ab, die Wirtschaft trägt klare Züge einer Deflation, wer seine Preise nicht mehr senken kann, muss Insolvenz anmelden, weil die Entlastungen aus sinkenden Löhnen und Lohnnebenkosten nicht ausreichen, um die Last der stetig wachsenden Kapitalkosten auszugleichen.
 
Das Geld wird scheinbar mehr wert, aber niemand hat mehr genug Geld, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Zum nackten Überleben werden nach und nach die Sachwerte abgegeben. Zuletzt heißt es dann wieder: Ein Pfund Butter für den Flügel.
 
Das hatten wir schon. "Ich hab doch schon sieben Flügel in der Scheune", sagte der Bauer 1947 zu dem hungrigen Konzertpianisten, der sich im Stillen etwas mehr als ein Pfund Butter für seinen Steinway erhofft hatte.
 
Doch es geht auch umgekehrt, und es war auch umgekehrt, Sie erinnern sich an die "goldenen Aktienjahre", als Hausfrauenkränzchen sich zu Börsenclubs zusammenschlossen.
 
Da haben wir noch einmal gesehen, wieviel Geld da ist. Da hat man die Kurse hochgejubelt, daß es die helle Freude war, da hatten die Glücksritter Hochsaison. Wer sein Geld nicht an die Börse trug, wurde mitleidig belächelt und mit großer Geduld wurden wieder und wieder die realisierten Gewinne der Kleinanleger mit immer noch weiteren Kurssprüngen quittiert, bis auch noch der letzte Sparstrumpf geleert und als Kurswert im Aktiendepot fröhliche Urständ feierte. Firmen trennten sich gegen horrende Summen von ihren notleidenden Töchtern, die als Einzelteile an die Börse gebracht und wie die warmen Semmeln verkauft wurden.
 
(Und - ein kleiner Sprung in die Gegenwart - im März 2014 steht der DAX vor dem Sprung über die 10.000 Punkte Marke - und in den Gazetten wird den Kleinanlegern geraten, sich mit Aktien zu versorgen, denn nur so könne das Vermögen bei niedrigen Sparzinsen über die Inflation gerettet werden, und zugleich beklagt, dass derzeit so wenige Deutsche wie nie zuvor die Aktie als Geldanlage nutzen. Das kommt mir so bekannt vor ...)
 
Der Crash kam ganz gemächlich daher. Dafür aber führte er konsequent aus den abenteuerlichen Höhen der Hausse in die Niederungen der Baisse.Kaum einer, der zuletzt noch gekauft hatte, fand noch ein Schlupfloch. Nur die Banken forderten unerbittlich die Kredite zurück, mit denen ein Teil der spekulativen Aktienkäufe finanziert worden war, und auch jene Kredite, die mit nicht mehr vorhandenen Depotwerten besichert waren.
 
Gesiegt haben diejenigen, die mit großen Depots begannen und mit viel Geld eingestiegen sind, um die Kurse wie selten zuvor in die Höhe zu treiben. Als der Börsenrausch um sich griff, trennten sie sich nach und nach von ihren Anteilsscheinen und als die Kurse in schwindelnde Höhen aufgestiegen waren, waren die Aktien weit gestreut, die großen Depots ziemlich leer und das Geld hatte den Besitzer gewechselt.
 
Um das Geschehen zu verdeutlichen hier ein einfaches Beispiel:
 
Ein Depot, das, als der DAX bei 2.500 lag, für 1 Milliarde Euro angelegt worden war und das im Zug der Hausse immer weiter zu immer höheren Kursen ausverkauft wurde, hatte, als es gelungen war, den DAX auf über 6.000 Punkten zu treiben, ohne größere Mühen 2 Milliarden Euro Verkaufserlöse gebracht.
 
Inzwischen haben wir den DAX wieder bei 2.500 gesehen. Das Depot wurde mit exakt der gleichen Anzahl Aktien wieder aufgefüllt, das hat wiederum nicht mehr als 1 Milliarde gekostet. Die zweite Milliarde ist wer weiß wo, nur nicht mehr da, wo sie gebraucht würde, um die Wirtschaft zu beleben.
 
So sieht das Grundmuster der Geldwert-Manipulation in einem geschlossenen Währungsgebiet aus. Dabei ist es nebensächlich, ob mit Aktien, Grundstücken, Kaffee, Schweinehälften oder Verschmutzungsrechten spekuliert wird und es ist nebensächlich, wer aus der Horde der Großspekulanten den größten Reibach gemacht hat. Die Wirkungen von künstlich erzeugter Geldknappheit und vorsätzlich herbeigeführter Geldschwemme treffen immer das gesamte Geld und die große Mehrheit der Bevölkerung.
 
Im internationalen Devisenhandel ist das Spiel einfacher und noch kurzfristiger zu spielen.
 
Die besten Karten hat dabei derjenige, der sich im Besitz einer Leitwährung befindet, wer also Dollars hat. Dollars sind quasi der Ersatz für Grund und Boden im Devisenhandel. Jede Transaktion bemißt sich letztlich daran, wie sich die Veränderung eines nominelles Vermögen in Euro, Yen oder Escudos auf den Wert des Vermögens in Dollar auswirkt.
 
(Das ist leider auch heute, 2014, immer noch so, obwohl der Dollar - schon alleine vor dem Hintergrund der Staatsverschuldung der USA - eigentlich nur noch Schrottwert hat.)
 
Durch massiven Ankauf von Devisen wird die Wirtschaft des betreffenden Währungsgebietes stranguliert, denn die Exportchancen sinken, weil der Preis für die Devise steigt.
 
Wer ein kleines Rad dreht, kann die aufgekauften Devisen schon bald mit kleinem Gewinn wieder zu verkaufen. Wer ein großes Rad dreht, muß einen langen Atem haben, bis der Widerstand der Notenbank(en) gebrochen ist, doch dann locken gigantische Gewinne, wenn die Masse der billig eingekauften Devisen Stück für Stück zu Höchstpreisen wieder abgegeben werden kann.
 
 
Der massive Verkauf von Devisen, die vorher klammheimlich gesammelt, oft genug nur ausgeliehen wurden, drückt auf die Kurse, bis jeder der noch Geld in der schlechten Währung hat, versucht sich so schnell wie möglich davon zu trennen. Für den betroffenen Staat bedeutet das einerseits Inflation - und damit massive Verteuerung der Importe - und nicht zuletzt auch werden die Zinsen für die von ihm ausgegebenen Staatspapiere in die Höhe getrieben.
 
Ganz vorsichtig, um den Kurs nicht selbst wieder in die Höhe zu treiben, nimmt der Spekulant das Überangebot billig wieder vom Markt. Am besten dann, wenn die Notenbank des betroffenen Staates nicht mehr anders kann, als mit Stützungskäufen zu reagieren, dann werden die unter Wert gekauften Devisen mit vielen schönen Dollars teuer bezahlt.
 
(Gegenwart 2014 - Russland musste innerhalb weniger Tage ganz massiv Rubel aufkaufen, um seine Währung zu stützen. Der vorgeschobene Grund für die massiven Rubelverkäufe der Spekulanten: Angst vor der Entwicklung in der Ukraine. Dabei in Wahrheit nur ein gefundenes Fressen ...)
 
Jeden Tag werden Devisen im Wert von fünf bis sechs Billionen Dollar ohne realwirtschaftliche Basis rund um den Globus geschoben, immer mit dem Ziel, nach der Transaktion ein paar Dollar mehr zu besitzen, als vor der Transaktion.
 
So wandert Geld aus allen Volkswirtschaften in die Geldvermögenstöpfe der Spekulanten und verbleibt dort, solange es denen gefällt.
 
Zur Stützung der Geldversorgung im betroffenen Land wird es erforderlich, neue Kredite auszureichen, dadurch steigen die Kosten für die Geldversorgung der Wirtschaft und der Profit weniger Geier wird von allen Angehörigen der betroffenen Volkswirtschaften aufgebracht.
 
Betroffen sind inzwischen alle Volkswirtschaften, auch die der USA, auch wenn diese, aufgrund ihrer weltweit anerkannten Leitwährung immer ein wenig im Vorteil bleiben.
 
Versucht eine Volkswirtschaft, die Ausweitung des Kreditvolumens durch Sparmaßnahmen aller Art zu vermeiden (Staatsausgaben kürzen, Lohnzurückhaltung, Einschnitte ins Soziale Netz) , wird sie früher oder später das Gespenst der Deflation sehen, so wie Deutschland heute (und, Gegenwart 2014, ganz Europa) und dann - trotz aller Wahlversprechen, doch die Flucht in die Inflation antreten, womit neues Spielgeld und neuer Anreiz für die Spekulanten geschaffen wird.
 
 
Manchem wird die hier gegebene Beschreibung der Manipulationen am Geldwert recht einfach und naiv vorkommen, mancher wird genauer wissen, wie die Deals eingefädelt und abgewickelt werden, aber dies hier ist kein Lehrbuch für die Manager von Hedge-Fonds, dies hier ist Grundlagenwissen über unser verdammtes Geld und dieses Grundlagenwissen soll von möglichst vielen verstanden werden, damit endlich eine breite Bewegung in Gang kommt, die sich gegen das Verbrechen "Geld" zur Wehr setzt.
 
Da hilft keine Tobin-Steuer.
 
Geld muß in Zukunft dann zinslos und tilgungsfrei vom Staat in die Realwirtschaft eingespeist werden, wenn versucht wird, einer Volkswirtschaft durch Geldhortung die notwendige Liquidität zu entziehen und sie damit erpressbar zu machen.
 
Wenn das zur Inflation führt, ist das nur die gesunde Reaktion eines Systems gegen schädliche Eingriffe, nicht mehr, und zudem weit weniger schädlich als das jetzige System, das regelmäßig kollabieren muß.
 
Doch die Spiele der Spekulanten würden schnell von selbst aufhören, wenn sie der Möglichkeit beraubt wären, reale Vermögen durch Manipulation des nominellen Geldwertes zu vergrößern.
 
Gleichzeitig muß der Devisenhandel wieder strikt kontrolliert werden und vom Nachweis realer Geschäfte, die dem Devisenbedarf zugrunde liegen, abhängig gemacht werden.
 
Alle spekulativen Geschäfte, auch der Handel mit Optionen und weiteren Derivaten, auch wenn er nur zum Zwecke der Kurssicherung angestrebt wird, ist zu verbieten.
 
Geld ist nicht dazu da, einigen wenigen großen Spielern leichte Gewinne zu verschaffen!
 
Spekulationsgewinne kann man nicht essen.
 
Dass es den Spekulanten dennoch gelingt, ihre "Luftgewinne" in reale Vermögen und aufwendigen Konsum zu verwandeln, zeugt nur davon, dass ihr Tun, mit dem sie keinerlei Werte schaffen, letztlich Raub an denen ist, die diese Werte mit ihrer Arbeit hervorbringen.
Eine Regierung, die es schafft, die Geldversorgung der Volkswirtschaft zu sichern und von spekulativen Einflüssen zu befreien, tut tausendmal mehr für den Wohlstand ihres Volkes, als die unsere jetzt mit ihren hilflosen Reaktionen, die mit hochtrabenden Namen als "Hartz-Konzept", "Rürup-Papiere" und "Agenda 2010" daherkommen, aber nichts anderes bewirken, als uns endgültig dazu zu zwingen, das auszulöffeln, was uns Kapital und Spekulation eingebrockt haben.
 
 
Und - Gegenwart 2014 - eine EZB, die hilflos und zaudernd an der Zinsschraube dreht, die gewillt ist, alle Forderungen der Spekulanten mit einer Flut immer neuer, frisch gedruckter Euros zu befriedigen, statt ihre Macht zu benutzen, die dringend benötigte Liquidität direkt den Staaten und der Realwirtschaft zur Verfügung zu stellen, rettet nicht den Euro, sie verschafft uns auch nicht "Zeit", wie es so oft erklärt wird. Nein, sie gibt den Spekulanten nur immer mehr Gelegenheit, längst wertlos gewordenes Geld in reale Sachwerte umzuwandeln.
 
Ich halte das - nicht nur weil dabei Verträge und Gesetze gebrochen werden - sondern weil die Auswirkungen in weiten Teilen Europas für die Bevölkerung bereits drastisch zu spüren sind, für ein Verbrechen.
 
Das Bundesverfassungsgericht hingegen hält sich zurück und fragt - statt selbst einzugreifen - lieber beim EuGH nach.
 

 
Liebe Paukenschlagleser,
 
auch dieser kurze Abriss über die Manipulationen am Geldsystem bildet nur einen kleinen Ausschnitt dessen ab, was uns durch das Schuldgeldsystem des Kapitalismus im Allgemeinen und durch den Euro im Besonderen an nie mehr tilgbaren Lasten aufgebürdet wird.
 
Möchten Sie gerne mehr darüber erfahren?
 
Ausführlichere Informationen und Wissen über die größeren Zusammenhängen finden Sie in verständlichen Sprache und ansprechender Form in diesen Büchern aus dem EWK-Verlag.
 
Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise Entwicklungsprojekt Ökonomie - Marktwirtschaft jenseits des KapitalismusDas EU-Diktat - Vom Untergang der Freiheit in Europa

 

 
 
Natürlich auch im Klassiker, "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre", hier speziell
"Band III - Über das Geld"

      Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre - Band III über das Geld
       
       
      Und weil ich nicht von Paukenschlägen und Tageskommentaren lebe, bitte ich Sie,
      doch auch dieses Angebot freundlich auf- und
      anzunehmen.
       
       
      Ihr
      Egon W. Kreutzer

 

 
 
 
 
 




Weitere wichtige Bücher mit guten Gedanken für eine bessere Welt:
 
 Egon W. Kreutzer
Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen
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 Egon W. Kreutzer
Eigentum und Teilhabe (WWW Band IV)
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 Freimut Kahrs
Lebenslüge Freiheit
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 Werner Peters
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 Egon W. Kreutzer
Das Euro-Schlachtfest - die Logik der Krise
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 Karl Waldecker
GLOCALIS - die Welt fair ändern
   Printausgabe
 
 

 

 

 

 
 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

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Seit über 10 Jahren bin ich mit einer eigenen Homepage online und kommentiere das aktuelle Zeitgeschehen, stets verbunden mit dem Versuch, dabei aus den frühesten Anzeichen "sonderbarer" Veränderungen meine Schlüsse für die zukünftige Entwicklung zu ziehen.

Leider habe ich dabei in vielen Fällen mit äußerst negativen Prognosen Recht behalten.

Vor den Folgen der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetze habe ich schon gewarnt, bevor sie offiziell verkündet wurden.

Das Kommen der Finanzkrise habe ich lange vor dem Krachen von Lehman-Brothers angekündigt, nämlich schon als in Deutschland die kleine IKB in Schwierigkeiten geriet.

Und derzeit richte ich mein Augenmerk über das aktuelle Geplänkel um die Ukraine recht weit in die Zukunft und warne vor der großen kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China, die gerade in Nigeria durch die USA wieder angeschoben wird.

Neben den ständigen Veröffentlichungen im Internet bin ich auch als Buchautor nicht mehr ganz unbekannt. Mit vier Bänden "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" habe ich einen Grundstein für ein alternatives Wirtschafts- und Geldverständnis gelegt. Ganz neu (2013 und 2014 erschienen) habe ich mich mit "Das Euro-Schlachtfest" und "Wo bleibt die Revolution" zu Wort gemeldet.

Aus den Paukenschlägen der vergangenen Jahre sind zwei Sammelbände entstanden, in denen die wichtigsten und "schönsten" Aufsätze zusammengefasst sind.

Daneben habe ich weiteren Autorinnen und Autoren die Chance gegeben, ihre wichtigen Texte, die von den etablierten Verlagen nicht angenommen wurden, bei mir zu veröffenltichen. Dazu gehören insbesondere Samirah Kenawi (Falschgeld), Florian Stumfall (Das EU-Diktat), Freimut Kahrs (Lebenslüge Freiheit) und Karl Waldecker (GLOCALIS).

Seit kurzem habe ich mich entschlossen, auch einen regelmäßigen Informationsdienst "ewk - Zur Lage" herauszubringen, der über ein Förderabonnement, aber auch in Einzelausgaben kostenpflichtig bezogen werden kann.

Ich freue mich, wenn Ihnen meine Aufsätze und meine Bücher gefallen - und ganz besonders, wenn
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Ihr Egon W. Kreutzer

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