Der Tageskommentar vom 21. Mai 2014

09.00 Uhr Wehe, ihr geht nach St. Petersburg!

Der alljährliche Wirtschaftsgipfel in St. Petersburg wird in diesem Jahr von westlicher Seite nicht so prominent besetzt sein, wie in früheren Jahren. Die Konzernlenker - und vermutlich auch die dominierenden Aufsichtsräte - beugen sich, entgegen eigenen Interessen, dem Wink mit dem Zaunpfahl aus dem Kanzleramt - und der unverhohlenen Boykott-Drohung aus den USA.

Was für Zeiten!

Da soll ein transatlantisches Freihandelsabkommen unterzeichnet werden (TTIP) und im Windschatten desselben wird ein transatlantisches Dienstleistungsabkommen im Geheimen ausgehandelt, das erneut darauf abzielt, die gesamte Grundversorgung, einschließlich Trinkwasser, doch noch in die Hände internationaler Konzerne zu legen, doch wenn europäische Firmen sich mit ihren östlichen Handelspartnern treffen wollen, droht US-Amerika deutschen Unternehmen mit negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte in den USA. Und das nicht etwa als Spruch in einem Zeitungsinterview oder als Satz in einer Rede vor Pfadfindern, sondern mit direkten Anrufen der US-Botschaft bei den einzuschüchternden Unternehmen.

TUI-Chef Mangold reist dennoch nach St. Petersburg und wurde prompt im heutigen Morgenmagazin inquisitorisch befragt und quasi an den Pranger gestellt. Empörung in jeder Frage des Moderators, darüber, dass da einer den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen will und in Richtung Russland genau das versucht, was Angela Merkel erst vor zwei Tagen angekündigt hat, nämlich zu normalen und guten Beziehungen zu Russland zurückkehren zu wollen.

Die Panik der Kriegstreiber, dass ihnen die Felle davonschwimmen, wird immer offenkundiger.

Offene Drohungen gegen europäische Unternehmen auszusprechen (und vermutlich ebenso gegenüber europäischen Regierungen, nur hört man davon nichts) müsste eigentlich als schroffe Brüskierung angesehen werden und eine Welle diplomatischer Protestnoten auslösen.

Tut sie aber nicht. Statt dessen wird gekuscht, und wer sich dem Willen des Imperiums widersetzt, wird vorgeführt, so wie vor ein paar Wochen der Siemens-Chef Kaeser, und nun Herr Mangold von der TUI.

Dass die US-Regierung im Interesse der eigenen Wirtschaft und des dahinter stehenden Kapitals handelt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dass die Bündnistreue der Bundesregierung in diesem Licht betrachtet auf den Nutzen höchst fragwürdiger Partner zielt, sollte daher an dieser Stelle auch einmal in Erwägung gezogen werden.

Es ist nicht nur die geplante Unterwerfung unter die Freihandelsabkommen, es ist auch die Unterwerfung unter die geostrategischen Pläne der USA, mit denen die Wall-Street EU-Europa endgültig domestizieren und zur Melkkuh machen will.

Das EINE Prozent führt Krieg gegen die NEUNUNDNEUNZIG Prozent.
Und das überall auf der Welt.
 
 
 
 
Schon die Euro-Krise hat sich nicht schönreden lassen, und sie ist noch lange nicht zu Ende.
 
Auch hier könnte ein schöner Krieg den Erklärungsnotstand der Politik mit Bomben und Granaten aus der Welt schaffen.
 
Es gibt eine infame Logik hinter diese Krise.
Das Euro-Schlachtfest ist fest eingeplant.
 
 
 
Die unsägliche Politik der EU, die dabei ist, uns den Rest an Freiheit und Demokratie, der in den Nationalstaaten noch übrig ist, wird am 25. Mai zu einem Erstarken aller radikalen Kräfte in Europa führen.
 
Das hätte vermieden werden können, hätte man die Bevölkerung nicht gezielt und mit aller Macht ins Abseits gedrängt.
 
Nun führt das EU Diktat zum Untergang der Freiheit in Europa.
 
 
NEU!
Rezension von Peter Helmes zum EU-Diktat auf Conservo und Journalistenwatch erschienen.
 


Seit geraumer Zeit erhebt sich immer stärker die Frage, wie das noch weitergehen soll, und wandelt sich allmählich in die Frage nach dem Ende mit Schrecken, das immer noch besser sein soll, als ein Schrecken ohne Ende:

Wo bleibt die Revolution?

 

 

Zu dem Buch "Wo bleibt die Revolution" erreichte mich heute diese E-Mail, über die ich mich natürlich sehr gefreut habe.

Guten Morgen lieber Herr Kreutzer,

gestern habe ich Ihr neuestes Buch zu Ende gelesen. Es liest sich so spannend wie damals der „Medicus“, die Zusammenhänge werden klar, die Bilder treffen den Kern. Ich bin sehr begeistert, verstehe jetzt einige Sachen noch besser. Habe das Buch schon verliehen, zusammen mit dem EU-Diktat, welches auch brillant geschrieben ist. In aller Trostlosigkeit gibt es Hoffnung, betrachtet man die Separationsbestrebungen. Für mich ist aber auch die Gleichgültigkeit und neues Biedermeiertum, die zur Aushöhlung des Systems beitragen, ein wichtiger Faktor. Biedermeier hocken an den seichten Uferböschungen, spielen nicht mehr mit und nehmen dem ganzen Wasserlauf Energie.

Über das Bild mit dem Rinnsal, Bach, Fluß, Strom habe und denke ich noch sehr nach.

Da wird der dicke Klotz Hartz in die Mitte vom Strom versenkt. Das Wasser verliert an Fahrt, die Mitte wird aufgerüttelt und treibt auch auseinander, gerät sogar in den Kurven an die Ränder. (...)

Egal. Ich weiß nicht ob und was ich wählen soll !!! Sie ?????????

Ich will kein TTIP, kein TISA, keinen Russenhass, keine Ausspähung, keinen Brüsseler Moloch, keine Faschisten.

Sie sehen, alles bleibt in der Negation, ich kann schon nicht mehr positiv formulieren, wohl weil ich selber keine Möglichkeiten für Handlungen sehe um uns wieder ins rechte Fahrwasser zu bringen.

(...)

Zur Zeit sauge ich auch alles auf, was es über Russland zu sagen gibt. Es ist sehr spannend und vielleicht sogar eine Lösung der Gegenwartsprobleme.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass die unendlichen Weiten noch Platz zum Träumen bieten.

(...)

Eine schöne Woche

Eva S.

 

Und noch eins:

In dem hier eingebetteten Video erklärt Frank Walter Steinmeier:

Dieser Protest da hinten, der zeigt, dass es immer noch Menschen gibt, die Europa nicht verstanden haben.

Da möchte ich - weil ich hier nicht schreien, sondern nur schreiben kann, in großen Lettern - entgegnen:

Hochgeschätzter Herr Außenminister,

wenn es mehr Menschen gäbe, die Europa verstanden haben, wäre aus dem Protest längst eine Revolution der "99 Prozent" geworden!