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Egon
W. Kreutzer
Autor und Verleger
- mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit,
meint:
Kritik
muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln
noch trösten, um konstruktiv zu sein.
Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen
Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung
von Sachverhalten und Umständen abzielen.
Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür
nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

Was
war das denn?
egon-w-kreutzer.de
mit Piano?
Nun, so klingt
Harry Kulzer
- über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -
heute.
Mehr von diesem
Sound bei
- Table for two
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- Harry Kulzer
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- Wolfgang Opitz
- Thomas Froschmaier
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Wir sind auf Erden, um das Glück
zu suchen,
nicht um es zu finden.
(Sidonie-Gabrielle Colette)
ank |
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16. Mai 2012
10.30 Uhr Unternehmerisches
Risiko?
Den Banken und ihren Anteilseignern
wurde das "Unternehmerische Risiko" bereits abgenommen
und dem Steuerzahler aufgebürdet. Dabei galt lange Zeit,
dass der Gewinnanspruch des Unternehmers und Investors der "Lohn"
für das unternehmerische Risiko sei, das ja schließlich
das eingesetzte Kapital jederzeit vernichten könne.
Ein Gewinnanspruch des Steuerzahlers,
dessen Einkünfte und Ersparnisse nun durch das eingetretene
und weiter eintretende Risiko vernichtet werden, ist jedoch überhaupt
nicht in der Debatte.
Das hat offenbar nicht nur
den Bankern gefallen.
Nun wird auch den Energieriesen
das "Unternehmerische Risiko" abgenommen.
Erst haben sie sich vorgedrängelt, jegliche dezentrale Stromerzeugung
mit ihren Plänen zentraler Anlagen zur Erzeugung von Wind-
und Solarstrom verdrängt und wohl auch durch intensive Lobbyarbeit
für die Kürzungen der Einspeisevergütung und diverse
Einspeise-Schikanen gesorgt, und nun stellt sich heraus, dass
ihre gigantischen, das Mono-/Oligopol wahrenden Superwindparks
vor den Küsten nicht richtig ans Netz angeschlossen werden
können. Klassischer Fall von Selbstüberschätzung,
vielleicht aber auch ein ganz bewusst eingegangenes Risiko, um
nicht letztlich doch Marktanteile an dezentrale Erzeuger abgeben
zu müssen, was ja nicht nur das Stromgeschäft getroffen
hätte, sondern auch den multimilliardenschweren Deal mit
dem Bau neuer Höchstspannungsleitungen überflüssig
gemacht hätte.
Nun stehen sie also da, mit
heruntergelassenen Hosen, und können nicht liefern.
Das wäre unternehmerisches
Risiko in schönster Vollendung gewesen, die Milliardengewinne
der Konzerne und die daraus gespeisten, nicht leistungsadäquaten
Einkommen der Aktionäre wären dahingeschmolzen, es
hätte ein ganz mächtiger Anreiz bestanden, die Anbindung
schnellstmöglich technisch auf den Stand zu bringen, der
die notwendige Sicherheit gewährleistet.
Pustekuchen.
Warum sich abmühen, wenn es auch einfacher geht?
Nun ist es die von der Politik
eingeläutete Energiewende, die als Ausrede dient, auch dieses
Risiko vom Steuerzahler und Stromkunden übernehmen zu lassen.
(Und Stromkunden sind wir ja schließlich alle - nur große
Stromverbraucher, diejenigen, die mit ihrem Energiehunger den
meisten ökologischen Schaden anrichten, bekommen ihren Strom
weiter so billig, dass uns allen die Augen tränen.)
Zum Wohle der Aktionäre
...
Als nächstes sehe ich
die Mineralölkonzerne vor der Tür stehen, die sich
ein selbstgemachtes Risiko abgelten lassen. Zum Beispiel die
Kosten für die Beseitigung von Ölunfällen auf
den Weltmeeren, die ja im Grunde nicht von ihnen zu verantworten
sind, sondern von schlampigen Zulieferern, betrunkenen Kapitänen
usw., bei denen nichts zu holen ist. Der Phantasie sind da keine
Grenzen gesetzt.
Dann werden die Automobilhersteller
anklopfen und um die Übernahme von Kosten bitten, die z.
B. durch nicht mehr ausgelastete Fabriken in Übersee entstehen
...
Die Frage: Wer regiert uns
eigentlich, die ich erst vor ein paar Tagen stellte, drängt
sich unwillkürlich wieder auf.
Die 33 besten Paukenschläge
aus den letzten drei Jahren.
Nur noch bis
31. Mai 2012
zum günstigen Subskriptionspreis. |
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15.
Mai 2012
12.05 Uhr Fünf nach
zwölf für Griechenland? Ach was!
Während die einen nicht
müde werden zu behaupten, Griechenland müsse unbedingt
in der Euro-Zone bleiben und das ZDF-Morgenmagazin heute vorrechnete,
dass der Austritt Griechenlands alleine uns Deutschen 80 Milliarden
Euro kosten würde, jeden Bürger, vom Kleinkind bis
zum Greis also glatte 1.000 Euro, mehren sich die Stimmen, die
laut über den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone nachdenken.
Schäuble meinte, Griechenland
müsse alleine entscheiden, ob es den Euro behalten wolle.
Die Juristen verweisen auf die Verträge und beteuern, ein
Austritt aus der Euro-Zone sei nur möglich, wenn das Land
auch aus der EU austritt, und die meisten EU-Politiker machen
weitere Euro-Hilfen für Griechenland von der strikten Befolgung
des Spardiktats abhängig, obwohl inzwischen selbst Blinde
ohne Krückstock erkennen können, dass dies das Desaster
nur vergrößert und die Lasten für die sog. "Geberländer"
weiter vergrößert.
Die Süddeutsche hat heute
sehr ausführlich das Für und Wider abgewogen.
(Link am Ende dieses Beitrags)
Mich wundert, dass niemand
auf die Idee kommt,
- Griechenland im Euro zu
behalten
und
- gleichzeitig die Drachme
wieder einzuführen.
Die Drachme, als von Griechenland
selbst emittierte Währung für den Binnenmarkt, als
Zahlungsmittel für Löhne und Konsum, für Steuern
und Sozialabgaben, für Renten und Kindergeld ...
Den Euro für den Außenhandel,
für den Tourismus, selbst für Waffenkäufe - und
natürlich zur Schuldentilgung.
Intern könnte die griechische
Regierung einen festen Wechselkurs zum Euro festsetzen, extern
könnte die neue Drachme an den Finanzmärkten ihren
Kurs suchen.
Ausreichend Zahlungsmittel
im Inland würden Handel und Wandel beleben, Griechenlands
Binnenwirtschaft könnte von einem Tag auf den anderen wieder
blühen - und mit dieser Blüte gewänne die Drachme
zügig auch international wieder an Wert. Ein Wert, der es
ermöglichen würde, bei vernünftiger Haushaltsführung
Teile der Steuereinnahmen in Euro umzumünzen und damit nach
und nach die verbliebenen Staatschulden zu tilgen.
Verbliebene Staatsschulden,
weil es ohne ein Moratorium nicht gehen wird. Das auszuhandeln
wird die wichtigste Aufgabe einer neuen griechischen Regierung
sein, so oder so.
Dieser Vorschlag ähnelt
dem Experiment von Wörgl. Ein Experiment, das seinerzeit
mitten in der tiefsten Rezession eine Gemeinde zum Blühen
brachte, bis es verboten wurde.
Es erinnert an die mittelalterlichen
Brakteaten,
Zahlungsmittel für den täglichen Bedarf, die neben
den wertvollen Gold- und Silbermünzen - als reines Verrechnungs-
und Zahlungsmittel, nicht als Wertaufbewahrungsmittel - in Umlauf
waren.
Es ist eine neue Ausprägung
meines Vorschlags, die Staaten müssten die Versorgung der
Volkswirtschaft mit Zahlungsmitteln wieder selbst in die Hand
nehmen und nicht länger zulassen, dass durch nichts als
"Geldmangel" die Realwirtschaft stranguliert wird.
Vielleicht wagen es die Griechen.
Was bleibt ihnen denn sonst
übrig?
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14. Mai 2012
18.15 Uhr Urheberrechtsstreit
- Freiraum Internet?
Der Kampf der Rechteinhaber
- und das sind in der Regel nicht die Urheber, sondern die Verwerter,
also die Verlage und andere Rechteausüber, gegen die unentgeltliche
Nutzung der Werke, an denen sie Rechte besitzen, tobt nun schon
eine ganze Weile.
Nun bin ich selbst Autor und
Verleger -und schreibe noch dazu regelmäßig das, was
heutzutage "Blog" genannt wird, obwohl das, was ich
schreibe, kein "weB log" ist, nicht die Dokumentation
dessen, was ich alles im Web besucht und gesehen habe, sondern
in aller Regel selbst Hervorgebrachtes, was dann - und ich freue
mich darüber - von etlichen Bloggern weiterverbreitet wird.
Habe ich ein Problem mit dem
Urheberrecht?
Habe ich ein Problem mit Raubkopien?
Nein. Habe ich nicht.
Was ich von meinen eigenen
Hervorbringungen ins Internet stelle, das darf jedermann umsonst
lesen, er darf es umsonst ausdrucken und privat weitergeben,
er darf umsonst darauf verlinken, er darf es auf nicht kommerziellen
Webseiten wiedergeben - und je mehr das lesen, was ich geschrieben
habe, desto mehr freue ich mich.
Ich entscheide, was ich online
stelle - und weiß nicht nur, ich wünsche es mir sogar,
dass dies auf alle erdenkliche Weise "multipliziert"
wird. Ich freue mich, wenn sich hin und wieder jemand dafür
bedankt - und ich ärgere mich nicht, wenn mich jemand kritisiert.
Ich entscheide aber auch, was
ich nicht online stelle.
Das sind die Inhalte der Bücher,
die die Autoren des EWK-Verlags geschrieben haben.
Diese Bücher stelle ich
im Internet mit Leseproben vor, doch ich kann und will sie nicht
komplett online stellen, weil ich mit dem Buchverlag meinen Lebensunterhalt
bestreite. Da steckt die Arbeit der Autoren drin, die sich vom
Verkauf ihrer Bücher ein Honorar versprechen, und da steckt
die Leistung des Verlags drin, die einfach nicht umsonst sein
kann. Sonst müsste ich nämlich einer anderen Beschäftigung
nachgehen. Die Manuskripte blieben ungedruckt und niemand könnte
sie lesen, weder für lau, noch für Geld.
Solange nicht ein fremder Verlag
"Raubkopien" herstellt und unter die Leute bringt,
ist für mich die Welt in Ordnung. Und wenn es dazu käme,
hätte ich rechtliche Möglichkeiten genug, dagegen vorzugehen.
Wenn nun z.B. Zeitungsverlage
sich dagegen wehren, dass auf ihre Online-Angebote verlinkt wird
und dafür "Entgelte" fordern, da kann ich nur
sagen:
Wer Inhalte online stellt,
und noch dazu solche, die von größerem Interesse sind,
und sich dann empört, dass darauf verlinkt, dass daraus
zitiert und kopiert wird, der ist in meinen Augen ein Fallensteller,
der seinen Käse nur auf's Brettchen legt, damit er der hungrigen
Maus das Fell über die Ohren ziehen kann - oder er ist immer
noch nicht im Internet angekommen.
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13. Mai 2012
Das eine Bild vom
Sonntag, und
das andere Bild vom Sonntag
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außergewöhnliche
Immobilie
460 m² Wohnfl.,
darin: "Saal" 100m²,
je nach Nutzung bis zu 6 Gästezimmer,
Sauna, Solarium, Whirlpool,
schöner großer Garten (mehr)
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10. Mai
2012
9.45 Uhr Wer hat den Märkten
die absolute Mehrheit verschafft?
Gestern Abend, bei Anne Will
- ich bin, sie mag mir das verzeihen, darüber eingeschlafen
- als es wieder einmal um den Euro und Griechenland ging, da
kam bei mir die Frage auf:
"Wer regiert
uns eigentlich?"
Denn alles, was mich hier in
Europa so regiert, von Bayerns Horst Seehofer über Deutschlands
Angela Merkel bis hin zu Europas Hohen Kommissaren, bezieht sich
in allen wichtigen Entscheidungen nicht etwa auf eigenen Gestaltungswillen
oder den
nach Wahlkämpfen durch Stimmabgabe erklärten Willen
der Wahlberechtigten, auch nicht auf die Ergebnisse der Demoskopen,
weder auf die geheimen, noch auf die veröffentlichten -
nein:
Sie alle beziehen sich immer
wieder auf die Gestaltungsmacht der Märkte und entschuldigen
bzw. begründen ihr Tun damit, dass man "Die Märkte"
nicht verunsichern dürfe.
Daraus lässt sich nur
ein Schluss ziehen.
Europa wird ganz
offensichtlich von den Märkten regiert.
Meines Wissens gibt es keine Europäische Verfassung in der
geschrieben stünde, dass sich die Bürger der EU alle
paar Jahre zur Urne begeben, um "Die Märkte" zu
wählen, von denen sie regiert werden möchten.
So etwas steht auch nicht im
Verfassungsersatz, dem Vertrag von Lissabon.
Dem hat auch der Deutsche Bundestag
meines Wissens im Zuge der Übertragung von Hoheitsrechten
auf die Organe der EU niemals zugestimmt.
Und dennoch ist es so:
Europa wird von
den Märkten regiert.
Da hat ein Staatsstreich stattgefunden.
Eine Finanz-Junta hat das Ruder
übernommen.
Die Rädelsführer
bleiben im Hintergrund. Ihre Namen sind unbekannt, und trotzdem
regieren sie mit harter Hand, so dass selbst die stärksten
und selbstbewusstesten politischen Führungsfiguren vor Angst,
"die Märkte" zu verunsichern, in die Hosen ...
- Verzeihung, ich meine natürlich, dass sie vor Angst ihren
Amtseid vergessen -
und ihren Bürgern mit
aberwitzigen Argumentationen und ohne lange Diskussion immer
wieder hunderte von Milliarden neue Schulden aufbürden,
nur um dem Zorn der Märkte zu entgehen.
Wer braucht die
Märkte?
Die Antwort ist ganz einfach:
Weder ich, noch Du, noch Sie
- niemand braucht die Märkte, außer denen, die sich
hinter dem Pseudonym "Die Märkte" verstecken.
Und selbst die bräuchten sie nicht, gäbe es ein Mittel,
sie von ihrer krankhaft-unersättlichen Gier zu heilen.
Alle Macht den Märkten?
Die Macht der Märkte liegt
nur in der freiwillig angenommenen Ohnmacht der Staaten begründet,
sich selbst mit Zahlungsmitteln zu versorgen.
Und noch haben die Regierenden
aller EU-Staaten die Möglichkeit, diese ihre Ohnmacht zu
beenden. Eigene Währungen - und die volle Herrschaft über
das eigene Geld - lassen "die Märkte" in sich
zusammenfallen wie angestochene Autoreifen.
Es ist doch nicht so, dass
wir das nicht schon gehabt hätten. Da können sich sogar
noch relativ junge Mitbürger daran erinnern, wie das war,
vor dem Euro, wie das war mit der Bundesbank, die jetzt nur noch
als Zombie - fremdgesteuert - in Euroland herumirrt.
Warum - um alles in der Welt
- soll das nicht wieder möglich sein?
Weil Du und Sie und ich sonst
wieder DM in Lira umtauschen müssten und wir das ums Verrecken
nicht wollen? Ich lach mich tot!
Die Märkte
und ihre Handlanger haben uns lange genug regiert.
Die Märkte
haben ihren Reibach längst gemacht.
Wir alle haben dafür
schon genug bezahlt
und noch genug zu zahlen.
Und nachdem uns unsere Verfassung sagt, Deutschland sei eine
Demokratie, und nachdem wir die Märkte nicht gewählt
haben, ihnen keine Regierungsverantwortung übertragen haben,
wir sie also auch nicht abwählen können, die verfassungsmäßige
Ordnung also nicht nur gefährdet, sondern im Grunde schon
beseitigt ist, stellt sich die Frage nach der Ausübung des
Widerstandrechts.
Die Griechen versuchen
es gerade.
Die veröffentlichte
Meinung
trichtert uns ein,
das sei ein fürchterlicher Irrtum,
trichtert uns ein,
wir, die guten Euro-Europäer,
dürften die bösen Euro-Griechen nicht länger
unterstützen, wenn sie nicht
wissen, was gut für sie
ist und lieber die
Chaoten wählen,
statt die braven Marionetten der Märkte.
Lasst die Griechen
zurück zur Drachme.
Es wird ihnen damit
weitaus besser gehen,
als angeblich gerettet und dabei kaputtgespart zu werden.
Und sie schlagen damit
die erste Bresche
in die Macht der Märkte.
Ich wünschte
mir
für Deutschland das Gleiche!

... und das nicht erst seit
heute.
Gerade erscheint der zweite
Sammelband
"Paukenschläge 2009
- 2011"
(darin unter anderem enthalten:
"Griechenland als Chance verstehen")
Sichern Sie sich jetzt Ihr Exemplar zum
Subskriptionspreis!
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9. Mai 2012
11.00 Uhr Merkel lehnt ein
schuldenfinanziertes Wachstumspaket ab
Warum eigentlich?
Die Entscheidung, die Verabschiedung
des Fiskalpaktes noch ein Weilchen zu verschieben, ohne ihn jedoch
substantiell verändern zu wollen, ist ausschließlich
dem Wahlergebnis in Frankreich geschuldet. Was die Griechen gewählt
haben, ist der europäischen Finanzanführerin ziemlich
egal. Wenn allerdings die Franzosen nicht mehr im Boot sitzen,
wenn Merkel die Last, ESM und Fiskalpakt durchzudrücken,
alleine schultern müsste, könnte das zum Fiasko werden
- mit den bösen Deutschen als Alleinschuldigen.
Das zur Einstimmung, nun zur
Frage:
Warum lehnt Merkel schuldenfinanziertes
Wachstum ab?
Ist es nicht erforderlich,
zur Ausweitung der Wirtschaftstätigkeit zunächst Geld
bereitzustellen, um investieren zu können? Wird dieses Geld
nicht erst zurückfließen, wenn die Investition beginnt,
Umsätze und Gewinn zu erzeugen?
Wachstum, das sich in gesteigertem
Bruttosozialprodukt niederschlagen soll, und das soll es ja wohl,
ist ohne zusätzliches, der Realwirtschaft verfügbares
Geld nicht darzustellen.
Und wo soll dieses Geld herkommen?
Zweigt man es anderswo ab,
"Gegenfinanzierung" heißt das im Politjargon,
dann bricht das, was auf der einen Seite wächst, an anderer
Stelle zwangsläufig weg.
Es wird ein Loch aufgerissen, um ein anderes zuzuschütten
- und das bringt zusätzliche Reibungsverluste hervor, ist
im Ergebnis also schlechter als der vorherige Zustand. Und wer
das logisch nicht nachvollziehen mag, der kann sich ja einfach
mal umsehen, in der Republik. Sobald der Blick vom alles überstrahlenden
Export wegrückt und den Binnenmarkt betrachtet, wird klar,
wo hier die Löcher aufgerissen wurden und werden, damit
nur der Export, vor allem der unsinnige Exportüberschuss,
nicht geringer wird.
Zusätzliches Wachstum
(und ich verhehle nicht, dass ich es für grottenfalsch halte,
noch mehr Wachstum zu fordern, sh. auch den neuesten Bericht
des Club of Rome),
zusätzliches Wachstum verlangt zusätzliches Geld in
der Realwirtschaft.
Und das kann man sich entweder
von denen leihen, die es gehortet haben, oder man kann es sich
von den Banken holen, die es bei Bedarf schöpfen.
Beides erfordert Verschuldung.
Irgendwann wird das vielleicht
auch einmal Frau Merkel erkennen.
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8. Mai 2012
22.00 Uhr 33 Paukenschläge
Soeben fertig geworden und
an den Newsletterverteiler übergeben:
Der Paukenschlag No. 18 /2012 mit dem Titel "33 Paukenschläge".
Ein sonderbarer Titel.
Es ist ja auch ein "sonderbarer"
Paukenschlag.
- (Ich freue mich auf Ihre positiven
Reaktionen!)
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7.
Mai 2012
09.30 Uhr Wahlen
An Wahlen, der einzigen Möglichkeit
der Bürger, Einfluss zu nehmen, herrschte an diesem Wochenende
kein Mangel.
Es gab eine - ansonsten unbedeutende
Wahl - deren Ergebnis das Schicksal Philipp Röslers beeinflussen
wird. Entgegen dem Bundestrend hat Wolfgang Kubicki in Schleswig-Holstein
die Latte nicht gerissen, sondern mit rund 8% für die FDP
ein Ergebnis eingefahren, das einzig seiner deutlich gezeigten
Distanz zum Kurs der Bundespartei geschuldet war. Wir werden
sehen, ob die FDP in Nibelungentreue zu ihrem Vorsitzenden stehen
wird, oder ob sie sich des ebenso glück- wie farblosen Vorsitzenden
entledigen wird.
Wichtiger - und von der Bedeutung
her fünf Millionen Mal wirksamer - waren die Wahlen in Frankreich
und Griechenland. Hier ging es nicht nur um das Überleben
eines Parteivorsitzenden, hier ging es um das Schicksal aller
Bürger der EU.
Und in beiden Wahlgängen
wurde der zentralistischen Blut-, Schweiß- und Tränenpolitik
der Brüsseler Währungsdiktatur eine klare Absage erteilt.
Die Griechen, bislang Hauptbetroffene
des Experiments "Euro-Rettung", haben ihre Regierung
glatt abgewählt, und die Franzosen haben sich darauf geeinigt,
dass der gemäßigt erscheinende Hollande künftig
eine Politik bestimmen soll, die sozialer, gerechter und auch
ideenreicher sein wird, als das von einer Art Panikstarre
ausgelöste deutsch-französische Zwangshandeln, das
erkennbar nirgendwo hinführt - als in die totale Unterwerfung
aller europäischen Gesellschaften unter die Macht der Märkte.
Wir werden sehen, wie die Strippenzieher
im Hintergrund damit umgehen werden.
Der Wille der europäischen
Völker wurde schon oft ignoriert, ob er nun in Meinungsumfragen
klar und deutlich zum Vorschein kam, oder in wichtigen Referenden
abgefragt wurde.
Griechenland wird man zu erpressen
versuchen. In Frankreich könnte eine Schmutzkampagne losgetreten
werden - und die Märkte werden bitterböse reagieren.
Es kommen spannende Zeiten
auf uns zu.
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6. Mai 2012
Das Bild vom Sonntag |
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4. Mai 2012
17.05 Uhr Russland droht.
Ungeheuerlich!
Dass sich die russische Führung
durch die geplante Installation eines Raketenabwehrschildes beunruhigt
fühlt, hat sie mehrfach deutlich gemacht.
Nun machen sie es einen Tick
deutlicher.
Russland droht der NATO offen
damit, der Errichtung dieses so genannten "Schutzschildes"
nicht tatenlos zusehen zu wollen und kündigt militärische
Maßnahmen an.
Kommt uns das nicht bekannt
vor?
Drohen nicht die USA und Israel
dem Iran mit einem vorbeugenden Schlag gegen iranische Atomanlagen,
weil sie fürchten, der Iran würde entgegen seinen Versicherungen
an der Atombombe bauen und beabsichtigen, diese baldmöglichst
auch einzusetzen?
Doch anstatt Verständnis
für ähnliches Verhalten in ähnlicher Situation
zu zeigen,
ist man empört. Sogar Angela Merkel "weist russische
Drohungen zurück", wie es DPA vermeldete, und erklärte,
wie auch Nato-Chef Rasmussen, die Bedenken der Russen seien nicht
gerechtfertigt, der Schild sei nicht gegen Russland gerichtet.
Gab es da nicht jüngst
das Angebot Russlands, sich am Abwehrschild zu beteiligen?
Das wurde offenbar nicht angenommen. Stattdessen wird erklärt,
Russland verweigere sich einer aktiven Mitarbeit. Die Wahrheit
steht im Kleingedruckten:
Russland möchte im Rahmen
eines verbindlichen Vertrages auf Augenhöhe an einem "gemeinsamen
System" mitarbeiten, doch das will die NATO nicht zulassen,
stattdessen verspricht man (unverbindlich) umfassende politische
Garantien, Transparenz- und Verifikationsmaßnahmen, sowie
den Austausch von Daten und Experten.
Wen wundert es, wenn Russland
nun annimmt, doch bedroht zu sein.
Schließlich beruht ein
wesentlicher Teil der Sicherheit dieser Welt immer noch auf dem
Gleichgewicht des Schreckens - und dieses wäre erheblich
gestört, wenn die NATO, also die USA mit ihrer Toolbox,
in der Lage wäre, die russische Antwort auf einen Angriff
mit atomar bestückten Langstreckenraketen quasi "am
Boden" zu zerstören.
Dazu kommt, dass man in Moskau
zwar den Beteuerungen Obamas und Merkels Vertrauen schenken mag,
doch wer schützt Russland vor deren Nach- und Nachnachfolgern?
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3. Mai 2012
10.00 Uhr Die Ukraine und
Frau Timoschenko
Ich kann die Verhältnisse
in der Ukraine nicht beurteilen. Ich bin zu weit weg vom Geschehen
und erhalte aus unseren Medien nur völlig unzureichende
und zudem tendenziöse Informationen.
Ich weiß nicht, ob Frau
Timoschenko tatsächlich Amtsmissbrauch betrieben hat oder
ob Ihre Verurteilung zu Unrecht aus politischen Motiven erfolgte.
Es gibt sich hierzulande auch niemand die Mühe, darüber
aufzuklären.
Daher kann ich nur die Vermutung
anstellen, dass wohl von beidem etwas im Spiel gewesen ist.
Was ich weiß, ist, dass
Frau Timoschenke in Haft ist, dass sie ärztlicher Behandlung
bedarf - und diese verweigert.
Was ich nicht weiß, ist,
ob Frau Timoschenkos Misstrauen gegenüber den Ärzten
im eigenen Lande berechtigt ist oder nicht.
Was ich weiß, ist, dass
in Deutschland ein Häftling keine Chance hätte, wenn
er die Forderung stellen würde, einen Bandscheibenvorfall
nicht im nächsten Kreiskrankenhaus, sondern in einer Privatklinik
in der Schweiz operieren zu lassen, und dass ein Aufschrei der
Empörung durch die Boulevard-Presse ginge, wenn ein solcher
Strafgefangener zur Durchsetzung seiner Forderung in den Hungerstreik
träte.
Was ich weiß, ist, dass
deutsche Polizeibeamte mit Häftlingen oder vorläufig
Festgenommenen, oder Abzuschiebenden oder einfach nur Verdächtigen
auch nicht gerade zimperlich umgehen - blaue Flecken sind da
eher geringfügige Folgewirkungen (ich denke hierbei nicht
nur an den ominösen Fall aus Rosenheim, der derzeit Schlagzeilen
macht).
Wir haben also in der Ukraine
eine Situation, die sich mit nur ganz wenig Phantasie ebenso
in Deutschland abspielen könnte.
Was also veranlasst unsere
Prominenz, sich derart weit aus dem Fenster zu lehnen und der
Ukraine zu drohen - wie jüngst Guido Westerwelle (Sie erinnern
sich, das ist unser amtierender Außenminister) - mit dem
Verhalten gegenüber Frau Timoschenko verbaue sich die Ukraine
die Annäherung an die EU?
Was also veranlasst unsere
Prominenz*), laut darüber du schwadronieren, ob man nicht
geschlossen den Besuch der EM-Spiele in der Ukraine boykottieren
solle?
Ist je ein deutscher Politiker
nicht in die USA gereist, weil die USA in Guantanamo Menschen
wie Tiere in Käfige sperren und sie ohne jegliche Rechte
nach Belieben festhalten? Und das immer noch, obwohl der Präsident
einst angetreten ist, mit dem Versprechen, Guantanamo zu schließen?
Hat Frau Merkel je ein Treffen
mit der chinesischen Führung abgesagt, weil dort eklatante
Menschenrechtsverletzungen stattfinden?
Die Aufregung ist künstlich.
Es wird - mit Verlaub - wieder
einmal eine Sau durchs Dorf getrieben.
Man kann sich hier so herrlich für die Menschenrechte einsetzen
und der Führerin der "Orangen Revolution" in der
Ukraine, der ja nach wie vor der Ruch anhaftet, sie sei vom Westen
inszeniert und finanziert worden, zeigen, dass man sie nicht
vergessen hat.
Frau Timoschenkos durchaus
bemerkenswerte Vita ist bei Wikpedia nachzulesen, dort findet
man unter anderem die verwunderliche Aussage, dass die Verdachtsmomente
gegen Timoschenko von US-amerikanischen Anwaltskanzleien ausgegraben
wurden ...
Und so möchte ich abschließend
Herrn Westerwelle zurufen:
"Wer ohne Sünde
ist, der werfe den ersten Stein!"
*) Prominenz ist - glaube ich
- ein zutreffenderes Wort als "Eliten"
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2. Mai 2012
Grundversorgung ist Staatsaufgabe
Jedenfalls in Bolivien, wo
Präsident Morales per 1. Mai die Verstaatlichung des größten
nationalen Elektrizitätsversorgers, eines Tochterunternehmens
der spanischen REE verfügte.
Damit wurde die vor 15 Jahren
durchgeführte Privatisierung rückgängig gemacht.
Und dafür gibt es - ganz
unabhängig von Bolivien - gute Gründe, die weltweit
Gültigkeit haben.
Energieversorgung, Wasserversorgung,
Transport- und Kommunikationsinfrastruktur sind Einrichtungen,
die von allen Bürgern und Unternehmen in Anspruch genommen
werden und deren Funktionieren für jeden einzelnen und die
ganze Volkswirtschaft überlebenswichtig ist.
Was liegt also näher,
als die dafür zuständigen Unternehmen mit Staatsmitteln
zu errichten und unter Kontrolle einer demokratisch legitimierten
Regierung zu betreiben?
Dies - und nur dies - ergibt
die höchste Versorgungssicherheit und die volkswirtschaftlich
bestmögliche Kosten-Nutzen-Relation.
Warum soll ein Investor (im
Falle Boliviens ein ausländischer - spanischer - Investor)
über den Ausbau der Netze, über Wartung und Instandhaltung
der Anlagen, über das Vorhalten von Kapazitätsreserven,
über die Zahl und die Entlohnung der Beschäftigten
bestimmen und die Preise festlegen?
Damit er seinen Gewinn optimieren
kann?
Ist es das Interesse einer
Volkswirtschaft, die eigene Versorgung sicherzustellen, oder
ist es das Interesse einer Volkswirtschaft, die Gewinne von Investoren
zu sichern?
Warum sollte Bolivien Geldabflüsse
auf Konten ausländischer Investoren billigen, wenn das Unternehmen
unter staatlicher Regie die Preise für die Grundversorgung
oder die Steuern senken kann, weil von einem Staatsunternehmen
eben kein privatwirtschaftlicher Gewinn erwirtschaftet werden
muss?
Weil sonst Misswirtschaft droht?
In einer funktionierenden Demokratie
mit ausreichender Kontrolle durch selbstbewusste Parlamentarier
ist die Gefahr der Misswirtschaft eher klein, in einer verlotterten
Demokratie, in der die meisten zuerst nach dem eigenen Vorteil
schauen, ist sie deutlich größer.
Die Frage ist, ob die Folgen
der Misswirtschaft nicht letztlich gegenüber den Folgen
der Privatisierung eher gering wirken.
Ob sich ein spanischer Multimillionär
ganz offiziell jährlich seine Dividende überweisen
lässt, oder ein bolivianischer Regierungsbeamter sich am
Geschäft mit der Energie bereichert, das ist doch im Grunde
egal.
Nur: Der bolivianische Regierungsbeamte
macht sich strafbar, kann erwischt, angeklagt, verurteilt und
unschädlich gemacht werden.
Der spanische Aktionär,
der den gleichen Schaden anrichtet, ist unangreifbar, er ist
im Recht. Und wenn der spanische Aktionär über sein
Stimmrecht in der Hauptversammlung und über seinen Einfluss
auf den Aufsichtsrat beschließt, die bolivianische Stromversorgung
bei stetig steigenden Strompreisen verrotten zu lassen, dann
ist auch das sein gutes Recht.
Auch in Deutschland war der
Strom preiswerter als die Stromversorger noch nicht privatisiert
waren. Der Strom war preiswerter - und es gab mehr Beschäftigte
in den Elektrizitätsversorgungsunternehmen.
Mag sein, dass der eine oder
andere zuviel an Bord war. Aber was soll's? Zahlen wir lieber
über unsere Strompreise einen nicht ausgelasteten Beschäftigten,
was Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und vor allem Kaufkraft
für den Binnenmarkt bedeutet, oder finanzieren wir über
die Arbeitslosenversicherung und unsere Steuern lieber einen
Arbeitslosen, mit Kaufkraft auf Hartz-IV-Niveau?
Es gibt auch im deutschen Grundgesetz
jenen schönen Artikel, der besagt:
Eigentum verpflichtet.
Darüber wieder einmal
nachzudenken, und sich zu fragen, wie viele unselige Privatisierungen
sinnvollerweise auch in Deutschland wieder rückgängig
gemacht werden sollten, statt immer neue anzustreben, in der
irrtümlichen Annahme, mit den Erlösen könnten
die Staatsfinanzen nachhaltig in Ordnung gebracht werden - darüber
wieder einmal nachzudenken, lohnt sich.
Und wenn die darüber nachdenken
würden, die in ihrem Amtseid geschworen haben, den Nutzen
des Volkes zu mehren, dann könnte es sich für uns alle
auch in barer Münze auszahlen.
So stehen wir nur wieder vor
der Frage: In was für einer Demokratie leben wir eigentlich?
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1. Mai 2012 |
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Dieser Zähler
zählt seit etlichen Monaten die Besucher dieser Website.
am 22. 10. 2011
waren es 850.000
am 30. 11. 2011 waren es 900.000
am 22. 01. 2012 waren es 950.000
am 12.03. 2012 waren es 1.000.000
Und um wie viel mehr
sind es heute?
Vielen Dank für Ihr großes
Interesse.
Es ehrt mich. |
Links
zu Seiten, die ich gerne empfehle:
Die Selbstähnlichkeit
der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der
winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der
Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild
des Ganzen zu machen - so man nur will. |